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fragen und bei der Besprechung der sog. „wissenschaftlichen Texte gibt Teloni verhältnismässig viel mehr als in den folgenden Blättern geboten ist. Für diese Partien kann ich also auch auf Teloni verweisen.

Die folgende Darstellung wendet sich vor allem an Nichtassyriologen; diesen eine Vorstellung von der babylonischassyrischen Literatur zu vermitteln, war meine Aufgabe. Daher war es geboten, den Texten selber so oft als möglich das Wort zu geben, auf zusammenfassende Übersichten großen Wert zu legen und Einzelheiten nicht in den Vordergrund treten zu lassen.

Daß es sich für mich nicht darum handeln konnte, eine Geschichte der babylonisch-assyrischen Literatur zu schreiben, daß vielmehr eine solche mangels aller Vorarbeiten heute noch gar nicht geschrieben werden kann, habe ich in § 1 eingehend dargelegt.

Ausdrücklich möchte ich hier mein Verhältnis zu den gegebenen Textproben, d. h. zu ihrer Übersetzung klarstellen.

Für die epischen Texte liegen die Arbeiten Jensens, für viele und gerade die wichtigsten der im engeren Sinn „religiösen“ Texte, wie Hymnen, Gebete, Psalmen, Beschwörungstexte, Ritualtafeln, die Zimmerns vor. Ich glaube, es konnte sich für mich gerade in dem vorliegenden, zunächst für Fernerstehende bestimmten Buche nicht darum handeln, in jedem Falle und um jeden Preis eine eigene, neue Übersetzung zu liefern. Maßgebend konnte für mich nur der Wunsch sein, eine zuverlässige Übersetzung zu geben. Von uns jüngeren steht jeder, der heute mit den babylonischen Epen arbeitet, auf Jensens Schultern, und mag er im einzelnen noch so vielfach zur Vertiefung des Verständnisses beitragen - und es ist im Kleinen wie im Großen noch sehr viel zu tun übriggeblieben, die gewaltige Geistesarbeit, die Jensen in seinen „Mythen und Epen“ geleistet hat, ist für alle künftige Beschäftigung mit ihnen die unentbehrliche Unterlage. Bei der Darstellung der epischen Stücke habe ich in der Hauptsache Jensens Übersetzungen zugrunde gelegt. Nun brachte es wohl die ganze Art meines Buches mit sich, daß auch ästhetische Rücksichten nicht völlig unbeachtet bleiben durften. Wenn ich infolgedessen in vielen Fällen gezwungen war, an Jensens Übersetzung leise dies und jenes Wort zu verschieben oder durch ein anderes zu ersetzen, so ändert das nichts an der Tatsache, daß das geistige Eigentumsrecht in erster Linie Jensen zusteht.

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Daß ich übrigens, wo es mir geboten schien, auch tiefergreifende Änderungen, manchmal im Anschluß an Zimmern oder Winckler, nicht gescheut habe, ist selbstverständlich und ändert gleichfalls nichts daran.

Ähnlich ist mein Verhältnis zu den von Zimmern bearbeiteten Texten; doch war es hier fast immer möglich, einfach Zimmern selbst das Wort zu geben.

Sehr viel freier war meine Stellung zu den übrigen Texten. Daß ich auch hier der Vorarbeit anderer das Beste danke, will ich aber gleichfalls gerne bekennen. Wenn ich nicht immer genau zwischen Mein und Dein geschieden habe, so hat das seinen Grund vor allem in dem Charakter meines Buches. Gleichwohl wird man meist auch hier unschwer erkennen, wem wir das Verständnis der behandelten Texte danken.

Ursprünglich war es beabsichtigt, dem Buche einen Index beizugeben, der zugleich den Fernerstehenden alle im Texte vorkommenden Eigennamen und anderes der Aufklärung bedürftige erläutern sollte. Ich habe aber schließlich davon Abstand genommen. Die Gliederung des Ganzen ist, wie ich glaube, durchsichtig genug, um alles an seinem Ort leicht finden zu lassen. Sachliche Aufklärungen sind am bequemsten aus der eben vollendeten 2. Auflage von A. Jeremias' „Das Alte Testament im Lichte des Alten Orients“ (Leipzig, J. C. Hinrichs) oder aus der von H. Zimmern und H. Winckler bearbeiteten 3. Auflage von Schraders „Die Keilinschriften und das Alte Testament“ (Berlin, Reuther & Reichard) und, soweit er fertig vorliegt, aus F. Hommels Grundriß der Geographie und Geschichte des Alten Orients“ (München, C. H. Beck) zu erholen.

Die nunmehr abgeschlossene Arbeit ist unter sehr erschwerenden Umständen zustande gekommen. Die Entfernung von allen bibliothekarischen Hilfsmitteln mußte gerade bei ihr außerordentlich unangenehm sich geltend machen. Wenn ich gleichwohl nichts Wesentliches übersehen haben sollte, so danken die Leser das mit mir der nie versagenden Hilfsbereitschaft meines einstigen Lehrers, Herrn Professor Hommel in München, der mich nicht nur mit seiner Bibliothek aufs wirksamste unterstützt, sondern mir auch manchen wertvollen Hinweis gegeben hat.

Zu herzlichem Dank fühle ich mich auch verpflichtet der Verwaltung der Münchener Hof- und Staatsbibliothek und unter ihren Beamten vor allem meinem ehemaligen Studiengenossen

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Herrn Dr. Gratzl, dessen freundschaftliche Dienstwilligkeit auch großen Zumutungen gegenüber standgehalten hat. Ohne die tätige Mithilfe der Genannten hätte das Buch nicht vollendet werden können. Ich fürchte aber, daß auch so noch manche Spuren die Ungunst der Verhältnisse, unter denen ich arbeiten mußte, verraten werden. Es war mir z. B. sehr oft nicht möglich, die zitierte Literatur auch bei der Korrektur nochmals einzusehen und die Zitate nachzuprüfen. In einigen Fällen habe ich mich in Rücksicht auf die wünschenswerte Vollständigkeit der Literaturangaben notgedrungen auch dazu entschließen müssen, Arbeiten zu zitieren, die ich gar nicht einsehen konnte.

Für die in diesen Verhältnissen wurzelnden Mängel bitte ich um freundliche Nachsicht.

Herzlichen Dank möchte ich auch dem Herrn Verleger aussprechen. Von ihm ging die Anregung zu dieser Arbeit aus, er hat sie in entgegenkommendster Weise gefördert.

Wenn der Druck im großen und ganzen zuverlässig ist, so danken dies die Leser mit mir nicht zum geringsten der unermüdlichen Mithilfe meiner Frau.

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Neuburg a. Donau, Ende November 1906.

Otto Weber,

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