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DRUCK UND VERLAG VON B. G. TEUBNER IN LEIPZIG 1904

PF 3065 M55

BREMER

ALLE RECHTE, EINSCHLIESZLICH DES ÜBERSETZUNGSRECHTS, VORBEHALTEN.

Vorwort.

Der vorliegende Lehrplan, der als Begleitheft zu einer im gleichen Verlag erschienenen Stoffsammlung für Sprachübungen gedacht ist, weicht in manchen Dingen von dem üblichen Betriebe des deutschen Unterrichtes ab. Durch entschlossenen Verzicht auf alle wissenschaftlich unhaltbaren oder praktisch unfruchtbaren Unterscheidungen, Einteilungen und Benennungen sucht er Zeit zu gewinnen für die selbständige sprachliche Ausgestaltung des Gedankenkreises der Schüler, die genaue Erfassung des Inhaltes der Sprache und die klare Erkenntnis dessen, was die heutige Schriftsprache von der Mundart und dem ältern Schriftdeutsch unterscheidet.

Was dem Unterricht der Schule vor allen Dingen not tut,

er für das Leben wirksam werden soll, ist Einfachheit, Frische und Volkstümlichkeit. Möge der vorliegende Lehrplan an seinem Teile dazu beitragen, den Unterricht in der Muttersprache nach dieser Seite hin zu fördern.

wenn

M110027

Inhaltsverzeichnis.

Seite

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Einleitung
Aussprache
Betonung
Übersetzungen in die Mundart
Sprachverständnis
Etymologie
Stil
Grammatik

Substantivum
Adjektivum
Pronomen
Verbum,

Aktionsart.
Zeitformen

Modi
Partikeln
Das Sprichwort als grammatisches Beispiel
Übersetzungen aus dem Frühneuhochdeutschen
Orthographie
Schönschreiben
Interpunktion, Diktate
Stoffverteilung
Unterrichtsverfahren
Aufgaben und Beispiele aus dem Sprichwortschatze
Übersetzungsaufgaben aus Bibel und Gesangbuch

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Manger sich verschriet,
der einen holzwec geriet;
der dünket in der beste;
darnāch so vindt er ronen und este,
die von den boumen sint gerēret.
Swelch tumber da niht wider kēret,
der muoz vil unrede dulden.

Konrad von Haslau.

Mit ihren grammatischen und orthographischen Übungen ist die Schule schon seit langer Zeit auf einen Weg geraten, der zwar von vielen für den besten gehalten wird, aber nicht dem gewünschten Ziele führt. Wer sich die sprachlichen Leistungen der Fortbildungsschüler oder den Stil und die Orthographie der elterlichen Entschuldigungsschreiben bei Schulversäumnissen ansieht, der kann sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß ein großer, wenn nicht der größte Teil von denen, die wir acht Jahre lang geführt haben, nach dieser Zeit im Walde ihrer eignen Muttersprache ratlos irregehn. Und die Erkenntnis sollte jeden, der nicht Tadel dulden will, nachdenklich machen und zur Umkehr mahnen.

Die grammatischen und orthographischen Übungen werden heute meist an eigens dafür zurechtgemachte „Sprachstücke“ angeschlossen, d. h. an aufsatzähnliche Gebilde, deren einzelne Sätze innerlich lose zusammenhängen und eine bestimmte orthographische oder grammatische Erscheinung in den Vordergrund drängen. Trotz allem, was dafür zu sprechen scheint, sind solche Sprachstücke eine methodische Verirrung. Wenn sie dem Schüler in einem gedruckten Hefte fertig in die Hand gegeben werden, hat der Schüler keine Gelegenheit, seine eigne Gedankenwelt und Sprachkraft zu entfalten; und entwickelt der Lehrer die einzelnen Sätze mit den Schülern, dann zwingt ihn die Rücksicht auf die orthographischen oder grammatischen Regeln, die er veranschaulichen will, die Sprachkraft der Schüler einzuschnüren statt sie zu entfesseln. Das Schlimmste aber ist, daß die Form solcher Sprachstücke nicht durch den Inhalt, sondern durch andre, nebensächliche Dinge bestimmt wird, deswegen immer stilistisch mangel

Michel u. Stephan, Sprachübungen.

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