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oder

über das Verhältniß des Urftaates zum

Vernunftreiche

in vorer å gen,

gehalten im Sommer 1813 auf der Universität zu Berlin

duro

Johann Gottlieb Fichte.

(Uus seinem Naglasie herausgegeben.)

Berlin 1820,
gedrudt und verlegt

bei G. Reimer.

DE G.

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Burberidt.

Nachfolgendes Werk des zu früße verstorbenen Weisen erscheint hier zum ersten Male vollständig, und in der Gestalt, wie es in seinem Nachlasse fick vorgefunden; nachdem ein fieines Bruchstůd daraus (drei Vorlesungen über den Begriff des wa hr aften Krieges, 1815 bei Cotta) bereits vor fünf Jahren einzeln şerausgegeben worden war. Das hier Dargebrachte ist ein beinahe une verånderter Abdruck seines Entwurfs für den akades mischen Vortrag; eigentliche, fckriftstellerisch dar: stellende Bearbeitung des Abgehandelten ist daher hier überhaupt nicht zu erwarten: dode, şoffen wir, werde die gegenwärtige eigenthümlichere Form nicht minder anziehen durch die fråstige Konzentration des Gedan. lens zugleich neben den freieren, bald vielseitig erórs ternden, bald in Uebersichten und Hauptfäße zusammendrångenden Wendungen, die der lebendige Rae thedervortrag immer veranlaßt, und die absichtlich

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überall unvermischt geblieben sind. Die allgemeis nere Aufschrift: angewendete Philosophie, unter der diese Vorlesungen zuerst von Fichte ange. fündigt wurden, und auf die sich der Anfang des Vor. trags bezieht, schien bei der öffentlichen Bekannt. niachung, die vor allem eine genaue Bestimmung des Inhalts fordert, nicht beibehalten werden zu fdn. Ren: die gegenwärtige spricht sich fast auf jeder Seite des Werkes selbst aus, und bedarf wohl feiner weis tern Rechtfertigung.

In diesen Vorlesungen nun, die, damals zunächst veranlaßt durch den plöblichen Umschwung der Ereig. nisse, mit einem Worte der Weihe und der Seegnung, wenigstens aus der Ferne den Gerrlichen Kampf des Baterlandes zu begleiten bestimmt waren, da unerioartete Umstände Fichte verhinderten, auf eine ihm angemessene Weise persönlichen Antheil daran zu nehmen, was Anfangs sein Entschluß gewesen war;

in diesen suchte Er, wie in den Reden an die Deutschen, so auch jekt in der That die Philoso. phie ,,anzuwenden" auf die Gegenwart, aus klarer Vernunfteinficht ihr zu deuten, was eigentlich das höchste Ziel ihres Ringens ren, was wahrhaft sie verfechte, und wie erhabene Bestimmung vornehme fich dem geliebten Vaterlande im allgemeinen Weltplane beschieden fer, der es ruhig und unverwirrt von Auffen wie von Innen entgegenreifen solle. Aber dunkel und ungeroiß bleibt immer die Zu. kunft;. und in der bangen Zeit der Entscheidung, wo fich oft in das Schicksal weniger Stunden der Wendepunkt der ganzen Zukunft zusammenzudrån.

gen scheint, wo von dem Seile nicht bloß der ges genwärtigen Generation, sondern vieler Enkelge. schlechter gehandelt werden soll, da zagt wohl mit Recht der Sterbliche, 'und verlangt nach höherem Troste, und nach festerer Zuversicht, als die auf den Zufall des einzelnen Erfolgs, und auf die ganze chwankende und zerbrechliche Gegenwart fick stüßt. Und diese zu gewähren, soll wohl auch die Philosophie vornehmlich trachten: die unerschütterte Ueberzeugung nåmlich, daß, wie drohend und unerfreulich es sich auch zunächst um uns gestalten moge, dennoch diese vorübergehenden Schwankungen den ewigen Schritt der Geschichte nicht hemmen oder verrüden können, der durch alle zufälligen oder absichtlichen Krümmungen vom geraden Wege ab unser Geschlecht sicher seinem Rubepunkte dua leiten werde.

Ein ähnlicher Fall nun scheint uns auch im gee genwärtigen Momente eingetreten zu seyn, und das durch die Herausgabe dieses Werkes unmittelbar zeitgemåß zu machen. Auch jekt blicken wir ahn. dungsvoll und gedankenschwer in die Zukunft, denn auch jest sucht sich viel Wichtiges bald ruhiger bald gewaltsamer in unserer Mitte zu entwickeln. Niemand verfennt, daß ein Kampf bestehe zwis lchen zwei Partheien, ja zwei Lebensansichten, der stets heftiger zu entbrennen, und immer mehr Stoff und Gegenstand des Streites in die Flamme mit þinabzuziehen scheint: die. Eine derselben les diglich dem Bestehenden, durch Alter und Gea braud, Erprobten Glauben schenkend; die Andere,

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