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Calw & Stuttgart.
Berlag der Vereinsbuchhandlung.

1904.

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Vorwort.

Von der Religionsgeschichte ist in den theologischen Stämpfen unsrer Zeit häufig die Rede, und namentlich durch den Babel-Bibel-Streit sind die bahin gehörigen Fragen auch in weitere Kreise hineingetragen worden. Darum dürfte nicht bloß für Theologen, sondern für einen größeren Leserkreis, insbesondere für Lehrer, Missionare und Missionsfreunde, ein Handbuch der Religionsgeschichte erwünscht sein, das in kleinerem Umfang als die trefflichen Lehrbücher von Chantepie de la Saussaye und von Drelli eine Übersicht über diese noch junge Wissenschaft gibt. Denn das in akademischen Kreisen beliebte Stompendium von Tiele ist, abgesehen von seinem Standpunkt, in einigen Partien ungenügend und unzuverlässig.

Aber der Verfasser wollte nicht nur einen Auszug aus den genannten Lehrbüchern geben, sondern eine selbständige Arbeit. Er hat vor mehr als 50 Jahren als Schüler von D. Joh. Tob. Bed gelernt, die Bibel, nicht das christliche Bewußtsein, zum Ausgangspunkt aller theologischen Wissenschaft zu machen, und versucht nun diese Methode auch auf die Religionswissenschaft anzuwenden. Ob diese Methode berechtigt erscheint, und wie weit es ihm gelungen ist, fie durchzuführen, darüber mögen andere urteilen.

Wenn die Geschichte der indischen Religion einen verhältnismäßig großen Raum in dieser Darstellung einnimmt, so werden es die geneigten Leser vor allem damit entschuldigen, daß der Verfasser früher auf diesem Gebiet gearbeitet hat und seine Darstellung von 1874 nach dem jebigen Stand der Wissenschaft umarbeiten wollte. Einzelne Aufstellungen, welche ihm

damals in den Rezensionen der angesehensten Indologen (R. Roth, A. Weber) bestritten wurden, wie z. B. der nicht-arische Ursprung des Schiwaismus, find allerdings seitdem Gemeingut geworden, aber eine Umarbeitung war doch nötig, denn es sind seitdem neue Quellen erschlossen worden durch die Sacred Books of the East und treffliche Monographien erschienen, wie v. Schröders „Indiens Literatur und Kultur“, Oldenbergs „Religion des Veda“ und desselben „Buddha“, Dilgers „Erlösung des Menschen nach Hinduismus und Christentum" u. a. Eine ausführlichere Darstellung der indischen Religion hat aber auch ihr Recht in sich selbst, da keine andere heidnische Religion die religiösen Probleme so mannigfaltig verarbeitet und eine so umfangreiche religiöse Literatur bis auf unsere Zeit überliefert hat. Für Missionare und Missionsfreunde darf ohnedies die Bedeutung der indischen Religion nicht erst hervorgehoben werden.

Manche Leser hätten vielleicht eine eingehendere Darstellung der nicht mehr existierenden Religionen des Altertums, namentlich der griechischen, gewünscht, mit Quellenauszügen, aber das durch wäre der Umfang des Buchs zu groß geworden. Wer darüber weitere Belehrung sucht, der möge fich an Chantepie de la Saussaye und namentlich an v. Orelli halten, dessen theologischer Standpunkt mit dem des Verfassers übereinstimmt.

Möge diese Schrift unter Gottes Segen manche Leser in der Überzeugung befestigen, daß auch die Wissenschaft der Religionsgeschichte zur Förderung des Reiches Gottes dienen muß!

Calw, Juli 1903.

P. Wurm, Dekan a. P.

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