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Wie mich übrigens dieses noch erlebte erschüttert habe, beurtheilen Sie nach Sich selbst.

Der Jhrige

Klopstock. (Nachschrift von Windheme.] *3)

Wenn Nelson wieder eine Schlacht gewinnt, an dem Tage, wo ich die Nachricht erhalte, dann, bester Gleim, kömt es den ganzen Tag nicht von meinem Halse. Für die Oden an und über Nelson danke ich Ihnen auch so herzlich; es macht mich unendlich glücklich, diesen wahrlich grossen Manu persönlich zu kennen, die Stunden, welche ich mit ihm und der Lady Hamilton zubrachte, werde ich nie vergessen.

19.

Hamburg, den 28. September 1801.34) Ich habe die letzte Strophe der Ode 'Freude und Leid' ausgestrichen, weil Nelson das Wort des unter ihm stehenden Kapitains Foote nicht gehalten hat. Ich werde mich hierüber in einer Anmerkung erklären.35)

20.

Hamburg, den 7. December 1801.36) Sie haben, was ich von Nelson schrieb, nicht verstanden. Ich weiss meine Worte nicht mehr. Ihr Neffe hat wohl die Güte

2) dass er von Thaten, die er thun will, spricht! Stoltz ist er gewiss! Nelson lass die Messiade. Denkend ging er hin her. Edel! gross! Vielleicht singt er auch noch die Nelsoniade! Eben hör ich, der Friede zwischen Franzosen Häuptern und dem Einen Haupte zu Wien sey geschlossen! Welch ein Friede! Wer mag sich freuen! Friede sey mit Ihnen, Klopstock und mit Gleim! Hält gleich jener den katholischen Stolberg für einen Aufopfrer, und dieser für einen Apostaten, für einen ärgern als Julian! Was ihm itzt Religion ist. Diese fünf Worte, lieber Klopstock, sind mir unverständlich! Was denn ist Ihm jetzt Religion?

Ihr

Gleim.' 33) BSp 6, 297 Z. 6 v. 0. nach dem Worte: tragen.

34) BSp 6, 298 Z. 7 v. 0. zwischen den Worten: fahren lassen und: Ich umarme.

35) Klopstock hielt Wort. Siehe die Anmerkung zu der Ode in der Gesammtausgabe Göschens 1798, 7, 9. In einem ungedruckten Briefe vom 16. Oktober 1801 antwortet hierauf Gleim: 'Sie wollen Ihre Denk Mähler vernichten, Klopstock? Die guten Engel werden weinen, und der beste, der sie eingab, wird die Sünde dieser Vernichtung Ihnen nicht verzeihen.'

36) Nicht, wie gewöhnlich irrthümlich citirt wird, 1. December. BSp 6, 299 Z. 14 v. 0. nach den Worten: unangenehm machten.

mir die kurze Stelle abzuschreiben. Ich werde sie dann mit irgend einer kleinen Anmerkung zurückschicken.

Ihr

Klopstock. 21.

Hamburg, den 12. May 1802.37) Dieser Fritz Stolberg kömmt ja nach Wernigerode zur Hochzeit, er stört die Freude seiner protestantischen Geliebten gewiss nicht, er vermehrt sie vielmehr durch sein Betragen. Er ist also in den katholischen Glauben nicht rein orthodox,

Ihr

Klopstock.
Währing - Wien.

Jaro Pawel.

Ein Stammbucheintrag Lessings.

Ein weiteres Zeugniss von Lessings spanischen Studien bietet ein Eintrag, den er während seines zweiten Berliner Aufenthaltes in das bereits aus Ewalds von Kleist Leben bekannte Album des Berliner Arztes J. G. Krünitz schrieb. Dasselbe, ein Queroctavband von 300 Seiten, ist 1851 von Asher in Berlin für das British Museum angekauft und trägt die Nummer Additional 18 713. Auf den Titel (Monumentum Hoc Patronorum Fautorum Amicorumque Inserviet Singulorum Svavissimae recordationi, quâ aeternum delectabitur Joannes Georgius Krünitz Berolinus. Anno MDCCXLVII) folgt als Eintrag des jugendlichen Thronfolgers, des späteren Königs Friedrich Wilhelm II., ein etwas modificirtes Citat aus Vergils Aeneis XII 439 f.:

Animo repetentem exempla meorum
Et Pater Aeneas, et avunculus excitat Hector.
Berolini d. 16 Maji 1758.

Friderich Wilhelm. – Zeilen, die wir nicht ohne Bewegung lesen, da Kleists Lippen auf ihnen ruhten. Vgl. Sauer, Kleist 1, LXI. Die dort wiederholte Einzeichnung Kleists trägt jedoch im Original das Datum: Francof. 14. Aug. 1759, ist also nicht Tags

37) BSp 6, 303 Z. 13 v. 0. nach den Worten: nicht glauben.

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Hochgewiss t also

vor seinem Tode geschrieben. Weiter folgen Einträge von Haller (Disce mori), der Karschin, Gleim, Ramler, Kästner, Nicolai, Gellert (Popes Spruch: Good nature and good sense must ever join; To err is human, to forgive, divine), Mendelssohn (Wahlspruch des Eteocles. Wehle, empfinde, überdenke, geniesse!) und dazwischen auf S. 226:

(El Heroe de L. Grazian, primor primero.) ') La primera regla de grandeza advierte, sino el ser infinitos, à parecerlo, que no es sutileza comun. En este entender ninguno escrupuleara aplausos a la cruda Paradoxa del sabio de Mitilene: mas es la mitad, que el todo; porque una mitad en alarde, y otra en empeño, mas es que un todo declarado. Berlin,

Gotthold Ephraim Lessing. d. 12 Jul. 1754.

Es sei gestattet, an dieses Citat, welches Lessings damalige Zurückhaltung den Berlinern gegenüber wiederspiegelt, einen geringen Beitrag zu Lessings Briefen zu schliessen, welcher leider zu spät für Redlichs Nachträge zu seiner musterhaften Ausgabe (Berlin 1886) kommt, in denen er sonst nach dem dort befolgten Princip eine Stelle verdiente. Es ist dies die zweimalige Erwähnung eines verlorenen Briefes Lessings an Chr. Felix Weisse, aus Hamburg in der Zeit vom Juni bis Oktober 1767 geschrieben; sie findet sich in Briefen Weisses an Ramler vom 9. November 1767 und 20. Juni 1797. In dem erstern heisst es: 'Lessing schrieb mir unlängst, dass, wofern ich über seine Kritik böse wäre, ich mich an seiner Minna rächen sollte', im zweiten: 'Als Lessing mir die ersten Bogen seiner Dramaturgie zuschickte, schrieb er mir: "Meiner Absicht nach sollten diese Blätter hauptsächlich der Kritik der Schauspieler gewiedmet seyn: ich sehe aber wohl, dass mit diesem Volke nichts anzufangen ist: sie nehmen Privaterinnerungen übel, was würden sie bey einer öffentlichen Rüge thun: ich werde es also wohl die Autoren müssen entgelten lassen.' Diese Stellen, welche sich gewiss auf denselben Brief beziehen, verdienen aus dem Wortschwall der Briefe Weisses

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1) Das Citat ist bis auf das Eingangswort (La für Esta) genau; vgl. El Heroe de Lorenzo (oder vielmehr Baltasar] Gracian Infanzon. En esta Impression nuevamente corregido. A Amsterdam, En casa de Juan Blaen. MDCLIX. 120. S. 8.

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an Ramler (Herrigs Archiv 77, 1 ff., 79, 149 ff.) losgetrennt zu werden; ausserdem scheint Lessing noch seine dramatischen Projecte erwähnt zu haben, denn der ebenfalls verlorene Brief Weisses vom Februar 1768 (Nr. 114 bei Redlich) ist die Antwort.

Während der Verlust dieses Briefes nur dem Zufall zuzuschreiben ist (vgl. Minor in Schnorrs Archiv 9, 460), sind wir in einem andern Falle absichtlich verkürzt worden. Als Friedrich Nicolai Ramler um die Mittheilung der an ihn gerichteten Briefe Lessings, zur Veröffentlichung im 27. Theile der Schriften', ersuchte, antwortete dieser am 18. Februar 1793 (ungedruckt, Kgl. Bibliothek zu Berlin): 'Endlich, mein liebster Freund, bin ich mit Zusammensuchung der Lessingischen Briefe fertig: eine Arbeit, an die ich, ohne Ihre Auffoderung schwerlich würde gegangen seyn. Ich warf beym Ausziehen aus dem vorigen Quartier alle Briefschaften in einen schwarzen Koffer, und habe sie darin ruhig liegen lassen. Ihnen danke ich, dass nun alle übrigen Briefe gleichfalls in Ordnung sind von 1744 bis 1793. Sie empfangen hier von 20 Lessingischen Briefen 19 Stück: mehr habe ich nicht erhalten. Den zwanzigsten bringe ich Ihnen heute in unsern Club, damit Sie sehen, dass er so wenig druckbar ist, als ein Waschzettel. Die Anmerkungen, die ich unter einige gesetzt habe, wird der Herausgeber so gütig seyn auf sich zu nehmen, und sie nicht auf meine Rechnung zu setzen. Ich bitte diess nicht zu vergessen.

Sub lit. D habe ich bemerkt, was wegbleiben muss, wenn die Briefe abgeschrieben werden. Auch die eine Stelle sub lit. H muss leider wegbleiben, so witzig auch der Schluss ist: der kranke Kardinal etc.?

Ob die Originale dieser 19 Briefe zu Ramler zurückgekehrt und von ihm sammt dem unterdrückten Waschoder Bücherzettel vernichtet, oder ob sie erst später verzettelt worden sind, lässt sich nicht mehr entscheiden. London.

Carl Schüddekopf.

Herders Briefwechsel mit Kennedy.

Von den Abhandlungen Herders, die für die spätere litterargeschichtliche Forschung in Deutschland grundlegend wurden, sind zwei durch Preisfragen der kur bayrischen Akademie der Wissenschaften zu München veranlasst worden. Am 1. April 1777 hatte diese unter anderm die Frage gestellt: Welchen Einfluss hatte die Dichtkunst in den ersten Zeiten auf die Sitten der Völker, und welchen hat sie jetzt? Die Aufgabe reizte Herder; rechtzeitig (bis Ende Dezember) sandte er seine Arbeit ein, und in der Sitzung der Akademie vom 25. Februar 1778 wurde derselben einstimmig der Preis (eine goldne Medaille im Werthe von zehn Ducaten) zuerkannt. Auf seinen besondern Wunsch erhielt er sein Manuscript vor dem Druck noch einmal zurück, um daran mehrere unwesentliche Änderungen anzubringen. Dann erschien die Schrift 1781 zu München in dem ersten und einzigen Bande der Abhandlungen der bayrischen Akademie über Gegenstände der schönen Wissenschaften gedruckt.

Gleich an jenem 25. Februar 1778 stellte die Akademie eine zweite, ähnliche Preisfrage über den Einfluss der schönen Wissenschaften auf die höheren Wissenschaften. Wie man Herdern zu verstehen gab, erwartete man dabei von ihm geradezu, dass er sich auch an dieser Aufgabe versuchen werde. Sie lockte ihn denn auch in der That nicht weniger als die vorige. Aber seine rasch geschriebene Arbeit schien der Akademie, obwohl sie die Versuche aller seiner Mitbewerber weit übertraf, doch der geschichtlichen Begründung und Ausführung des Einzelnen zu sehr zu entbehren und darum des vollen Preises nicht würdig zu sein. Es wurde ihr deshalb nur der halbe Preis (eine goldene Medaille von sechs Ducaten) gewährt, zum Ärger Herders, der sich dadurch, obgleich ihm niemand vorgezogen war, doch sehr zurückgesetzt fühlte. Auch diese Schrift wurde zuerst 1781 in den Abhandlungen der bayrischen Akademie gedruckt. Namentlich sie veranlasste mehrere Briefe zwischen Herder und Ildefons Kennedy (1722-1804), dem damaligen Secretär

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