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uxorem et Prometheo pro beneficio meritam relulit gratiam eumque vinculis liberavit.

So Hygin. astrol. II 15 (wahrscheinlich nach dem astronomischen Epos des Kallimacheer Hermippos).

Goethe. Der befreite Prometheus.
(Kaukasos. Prometheus gefesselt. Tiefe Nacht.

Gesang der Parzen.)
Auf mächtigen Pfeilern
unten von Wogen des Meers umflossen
ruhen kühne Gewölbe.
Da dringen die Strahlen der Sonne
treffend herein und spielen mit
Immer lebendigen Schatten
Tief innen wohnet heiliger Dämmer
dort erwartet von allen
Schätzen des Meeres umgeben
Thetis den Gatten.
Ades der Erderschüttrer
Und Poseidon bauten sie auf
mit Kräfften der Götter.
Berge stürzten zusammen und
andre stiegen aufgerichtet
Empor, ewige Zeichen
Ihrer Herrschaft.

[Sonnenaufgang.

Prometheus

zur Sonne)
Auch meiner Seele nimmt hinweg Dein Licht den Gram
Des tiefen langen Sinnens über meinen Schmerz
Den unverdienten.

[zu den Parzen]
Höret an die ihr tief in der Nacht
in den Hölen geworfene Brut

auf den Thronen euch setzend dahin.
Auf der Hyginstelle beruht auch:

So sangen die Parzen,

Es horcht der Verbannte Folglich hat Riemer mit Recht den gefesselten und den befreiten Prometheus unterschieden. Dies Bruchstück gehört zum befreiten und ist von dem ersten Monolog sammt dem Chor der Nereiden', von dem Riemer spricht, verschieden. Ob schon Goethe oder erst Riemer die Verwechslung oder Gleichsetzung der Okeaniden mit den Nereiden vorgenommen hat, bleibt dahingestellt. Berlin.

Carl Robert.

Parallelstellen zu Goethes Faust. ?)

Auf Faustische Anklänge an das deutsche Volkslied ist schon mehrfach hingewiesen worden; so hat Waldberg das 'Schwing dich auf, Frau Nachtigall’im Venusgärtlein? wiedergefunden und im Goethe-Jahrbuch 4, 349 ff. fernere Motive verfolgt. Das alte Runda dröhnt in Auerbachs Keller, wo auch der burschikose Vorschlag einer Papstwahl nicht bloss im allgemeinen dem lustigen Brauche der akademischen Jugend, sondern im besonderen der bekanntlich sehr zähen Überlieferung akademischer Trinkpoesie entspricht. Rudolphi Wasserhuns Kauff-Fenster, Hamburg 1644, enthält S. 57 ff. 'Ein Schmauslied' in Form einer derben Commersscene mit durchgeführter Verspottung katholischer Ceremonien; darin heisst es:

Frisch sauffet drein, sey du ein Schwein,
Ein Kalb er, ich ein Hase.
Es sitzen wir, an Zahl vnd Zier
Geleich den Cardinälen,
Ey last uns auch, nach Römschem Brauch,
Zum Bapste einen wehlen,
Lysista sol, so geht es wol,
Aus euch, O Jungfern, sehen,
Ob Phileman, genugsam kan,

Für einen Bapst bestehen. Der Gewählte hält eine grosse Bierrede und schliesst den Chorus der Cardinäle mit einer eigenen Strophe ab. Welche Qualität den Ausschlag gibt, den Mann erhöht, bleibt hier nicht zweifelhaft. Unmittelbare Bekanntschaft mit Wasserhun ist schwerlich anzunehmen, nur das Nachleben seines Lieds in ähnlichen Kneipgesängen.

1) Ich möchte gleich eine leidige Verwirrung ausbessern, die in meinen Auszügen aus Goethes Tagebüchern die Jahre 1807 f. betroffen hat. Lies: 6. und 10. November, 13. Mai, ‘zum 30.'.

[graphic]

Zum 'Spaziergang eine Parallele aus J. G. Schochs Viertem Hundert poetischer Schertzreden 1660 S. 144 Nr. LIV:

Hertz-Starckung.
Ein Weib, Toback und Bier, das kan das Hertze laben,
Wol dem der dieses kan beysammen immer haben.
Berlin.

Erich Schmidt.

Bemerkungen und Nachträge zu H. Meyers

Kleinen Schriften.

Im Archiv für Litteraturgeschichte 15, 201 hat W. von Biedermann einige Ergänzungen und Einwände zu meiner Einleitung vor Meyers Kleinen Schriften zur Kunst (Deutsche Litteraturdenkmale 25) vorgebracht, gegenüber welchen ich mir nachfolgende Bemerkungen erlaube.

Was mich veranlasst hat, in dem Aufsatz "Chalkographische Gesellschaft zu Dessau' (Einl. S. IX) den Schluss von Propyläen II 1, 153 gleichfalls óvorwiegend' Meyer zuzuschreiben und für Goethe nur mehr eine redigirende Mitwirkung anzunehmen, sind neben gewissen Stileigenthümlichkeiten, wie z. B. S. 155 im oberen und zu Anfang des mittleren Absatzes, S. 156 im zweiten Satze des unteren Absatzes u. a.,

- die Erwähnungen von Bildwerken, denen Goethe keine so eingehende Betrachtung gewidmet hat wie Meyer, wie die reizenden Gedichte des Julius Romanus aus dem Pallaste del T. zu Mantua' (S. 159), oder die Gemälde des Hannibal Carracci in Capo di Monte, die Goethe (Ital. Reise S. 186) gar nicht erwähnt, ferner eine Äusserung an Schiller (8. December 1798), wo er schreibt: "Das zweite Stück der Propyläen ist nun ganz abgegangen. Manuscript zum dritten (= II, 1) ist vorräthig, wovon etwa nur noch die Hälfte zu redigiren ist, das wären, nach

? dem Goethe nach dem Brief an Schiller vom 21. Juli schon damals mit Redaction seiner eigenen und der Meyerschen Aufsätze für das 3. Stück, darunter der Niobe, beschäftigt war, nur noch die Aufsätze über die Restauration von Kunstwerken, über die chalkographische Gesellschaft und die Nachricht an Künstler und Preisaufgabe. Ich gestehe, dass auch hiermit eine vollgiltige Entscheidung über den Antheil beider Verfasser an dem fraglichen Aufsatz noch nicht gewonnen ist.

Wenn im letzten Theil Meyer an vielen Stellen unverkennbar ist, so finden sich im zweiten Theil, der Beurtheilung einzelner Kupferstiche, viele Stellen, die unbedenklich Goethe zugewiesen werden dürfen; vielfach bekommt man den Eindruck, als ob die Beschreibung des Gegenstandes von Goethe, die Beurtheilung der Ausführung von Meyer herrühre.

Dass die Weimarische Kunstausstellung von 1801 u.s.w. (Einl. S. LXXII) im Journal des Luxus und der Moden 1802 S. 113 Goethe allein zugeschrieben wird, kann gegenüber den von mir für Meyers Antheil vorgebrachten Gründen deswegen nicht ins Gewicht fallen, weil Goethe den Aufsatz im Namen der vereinigten Kunstfreunde unterzeichnet hat und daher der Kürze halber auch als der alleinige Verfasser bezeichnet wurde, obwohl schon der Wortlaut der Unterzeichnung diese Auffassung ausschliesst. Vgl. Einl. S. CLXII zu 1831 und Brief Goethes an Wieland Goethe-Jahrbuch 9, 108.

Ähnlich verhält es sich mit dem Bericht über den Zustand des herzogl. freien Zeicheninstituts u. 8. w. (Einl. S. C f.). Wenn im Morgenblatt 1807 S. 1163b ein Passus aus diesem Bericht mit den einleitenden Worten abgedruckt ist, dass er den Zweck des Instituts in einem so freundlichen, lieblichen Ton angebe, wie ihn nur ein Meister darzustellen verstehe', so folgt hieraus keineswegs, dass Goethe wirklich der Verfasser war; denn da es sich hier nicht um eine Originalcorrespondenz, sondern nur um einen Abdruck handelt, so kann dieser Ansicht des Morgenblattes, dass Goethe der Verfasser sei, nur der Werth einer Vermuthung beigemessen werden.

Dass die 'Boisseréeschen Kunstleistungen Kunst und Alterthum V 1, 185-191 (Einl. S. CLII) von Meyer sind, wird durch S. Boisserées Brief an Goethe vom 22. August 1824 nur bestätigt, aus ebendemselben ergibt sich, dass die S. 191 ff. gegebene Anzeige des Kölner Domwerks von Boisserée wirklich von Goethe herrührt.

Zu dem Aufsatz "Steindruck-Stuttgart' S. CLV (Kunst und Alterthum V 3, 153–159) bemerkt v. Biedermann, derselbe könne nicht von Goethe verfasst sein, da er ihn im Briefe an Boisserée vom 27. Juni 1826 nur die 'von mir ajustirte Recension nenne. Hier scheint ein unlösbarer Widerspruch vorzuliegen, da am 20. Juni 1826 Goethe an Meyer schreibt: "Den Aufsatz über Stuttgart habe nach Boisseréeschen Mittheilungen und Andeutungen geschrieben'. Allein gerade diese Äusserung gibt uns mit jener zusammengehalten den erwünschten Aufschluss: Goethe hat von Boisserée ‘Mittheilungen und Andeutungen über die 13.-15. Lieferung des Boisseréeschen Lithographiewerkes erhalten, und daraus den Aufsatz über Stuttgart gemacht, eine Arbeit, die er nun Meyer gegenüber recht wohl als die seinige bezeichnen, Boisserée gegenüber die 'von mir ajustirte Recension' d. h. die Überarbeitung der von Boisserée erhaltenen ‘Mittheilungen und Andeutungen nennen kann, eine Bezeichnung, durch die er Boisserée die Hauptarbeit, sich nur die Ajustirung zuschreibt. Am 6. Juli schreibt er an Boisserée: 'Hierbei, mein Bester, eine Abschrift, wie der Aufsatz in den Druck gegangen, er wird sich, scheint mir, recht gut ausnehmen, sowie die Tabelle, welche nach Gebühr ins Reine schreiben lassen'. Hiernach scheint auch der Entwurf der Tabelle, wie der des Aufsatzes 'Stuttgart' von Boisserée herzurühren.

Aus demselben Brief Goethes (vom 27. Juni 1826) ergibt sich, dass der Aufsatz 'Dom zu Köln. Vorhalle u. 8.w.' (Kunst und Alterthum V 3, 146–147), den ich Einl. S. CLV Goethe zugeschrieben habe, von Meyer ist. Eine Abschrift desselben ist dem Briefe beigelegt.

Zu Einl. S. LXXXII f. und CXII. Wenn in Pästers Buch ‘Versuch einer Griechen-Symmetrie des menschlichen Angesichts' Anm. 1 Goethe als Verfasser des Urtheils über diese Schrift im I. Programm der Jenaer Allgemeinen Litteratur-Zeitung 1805 S. X bezeichnet ist, 80 rührt dies von dem Umstande her, dass Fernerstehende in Folge der Unterzeichnung des Programms mit Goethes Namen diesen als Verfasser ansehen mussten.

Ähnlich verhält es sich mit dem Aufsatz über ein

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