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'altes Gemälde von Correggio’ im Programm zur Jenaer Allg. Litt.-Ztg. 1809 (Einl. S. CVI). Gaedertz in Westermanns Illustr. Monatsheften 1889 (Mai) S. 239 ff. theilt einen Brief Meyers an d’Alton vom September 1808 mit, und sucht die Thatsache, dass einzelne Ausdrücke jenes Aufsatzes, den er Goethe zuschreibt, sich fast wörtlich mit dem Urtheil Meyers in dessen Briefe decken, aus der gemeinsamen Betrachtung und Besprechung des Gemäldes zu erklären. Diese Thatsache erbringt vielmehr den Beweis, dass das Urtheil im Jenaer Programm nicht von Goethe, sondern eben von Meyer ist.

In demselben Programm findet sich ein Abschnitt Rafaels Gemälde in Spanien. Aus handschriftlichen Reisebemerkungen von einer Person, welche vor wenigen Jahren durch ganz Spanien gereiset war'. Ich hatte in dieser Person W. von Humboldt vermuthet. L. von Urlichs hat mich brieflich aufmerksam gemacht, diese Person dürfte vielmehr Humboldts Frau gewesen sein, die für Malerei mehr Sinn und Begeisterung besass als ihr plastischer Gemahl'. Ich schliesse mich dem an.

Einl. S. CXXXIX unten habe ich die Vermuthung ausgesprochen, dass die Stücke X und XI in Kunst und Alterthum II 3, 180—190 von Goethe seien. Da es sich jedoch in X bloss um den bildlichen Schmuck der betreffenden Poesien handelt und der Stil und die Auffassung eher für Meyer sprechen, so wird dieses Stück wohl richtiger Meyer zuzuschreiben sein, wie alle übrigen des ganzen Abschnittes Bildende Kunst' von S. 97 -- 190. Denn auch die Beschreibung der Medaillons von Graf Tolstoy halte ich nunmehr, wie die erste Erwähnung derselben (Kunst und Alterthum II 1, 177 f.), für Meyers Arbeit. Goethe schreibt nämlich darüber in den Tages- und Jahresheften Abs. 1010: “Wie höchlich lobenswerth diese Arbeit angesprochen werden musste, setzten die Weimarischen Kunstfreunde in Kunst und Alterthum mehr aus einander'. Hätte Goethe allein diese Beschreibungen verfasst, so würde er wohl so gut sich als Verfasser genannt haben als bei Mantegnas Triumphzug Caesars in Absatz 1008. Die ganze Behandlungsweise erinnert in beiden Aufsätzen weit mehr an Meyer als an Goethe.

Zu S. CXXXXVIII. Die Anzeige von Horners •Bildern des Griech. Alterthums' in Kunst und Alterthum IV 2, 168 ff. schreibt L. Hirzel, Goethes Beziehungen zu Zürich S. 44, Goethe zu. Die Anzeige der Schlusslieferungen in Kunst und Alterthum VI 2, 302 ist aber laut Umschlag von Meyer, der daher wohl auch die früheren (IV 2, 168 ff. V 2, 115 f.) verfasst hat, während die dritte Erwähnung in dem Aufsatz 'Steindruck-Schweiz? (VI 1, 31) von Goethe ist (s. Einl. S. CLV ff.).

Zu den Anmerkungen Einl. CLXVII kann ich nach brieflichen Mittheilungen von H. Heydemann in Halle folgende Nachträge geben. Neudruck S. 78 Z. 21: Die zwei männlichen unbekleideten Statuen in Neapel sind die sog. Tyrannenmörder (so auch v. Urlichs, Deutsche LitteraturZeitung 1887 Nr. 18). S. 82 Z. 24: Die Minerva von Portici ist abgebildet bei Müller, Denkmäler der alten Kunst I 10, 37. S. 82 Z. 25: Der Sturz der Minerva in der Villa Medicis ist nach Heydemann der Torso der École des beaux arts (Monum. III 13?). S. 82 Z. 28: Der Kopf des Apollo ist nach Heydemann und v. Urlichs der sog. Apollo Pourtalès, jetzt im britischen Museum, Müller, Denkmäler der alten Kunst II 11, 123. Calw.

Paul Weizsäcker.

Eine Quelle für Hebels Schatzkästlein. .

Die hübsche und in viele Lesebücher übergegangene Geschichte Kannitverstan in Hebels Schatzkästlein (Ausgabe von Behaghel 2, 120 f.) ist vielleicht einer Sammlung "Anekdoten aus dem Leben des Generals Custine' 1794 (S. 12—17) entnommen. Wenigstens ist die Ähnlichkeit beider Fassungen zu auffallend, um zufällig zu sein, wenn auch, wie man gleich sehen wird, der Erzähler, offenbar ein Franzose, die ganze Geschichte in französischer Weise zu wenden versteht. In unserer Quelle nämlich wird berichtet, dass Custine, 17 Jahre alt, mit seinem Hofmeister nach Amsterdam reiste. Dort fragt er einen Holländer

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nach dem Besitzer eines schönen am Kanal liegenden Landhauses und erhält die Antwort: Ik kan niet verstaan. Er sieht eine schöne Dame, fragt, wie sie heisse, und erhält dieselbe Antwort. Er hört auf der Strasse ausrufen, dass ein Mann das grosse Loos in der holländischen Lotterie gewonnen habe und erhält auf seine Frage, wer das sei, dieselbe Antwort. Endlich begegnet er einem Leichenzuge und auch hier wird ihm keine andere Antwort auf die Frage nach dem Verstorbenen zu Theil. An gewissen moralischen Wendungen nach der Erwerbung der letzten Kunde fehlt es bei dem französisch-deutschen Berichterstatter gleichfalls nicht. Nur freilich hat der Anekdotenerzähler einen Schluss, den Hebel nicht brauchen konnte. Er erzählt nämlich, dass einige Tage später Custine mit seinem Hofmeister in eine Gesellschaft gekommen sei, daselbst jene schöne Dame, nach der er sich früher erkundigt, gesehen und sich ihr eilig genähert habe mit Äusserungen des Beileids über den Tod des seligen Herrn Kannietverstaan. Der Erzähler schliesst: Die Dame stutzte, die Gesellschaft ward aufmerksam, es kam zu Erklärungen, und unter einem Lachen, das den ganzen Saal durchschallte und gar nicht aufhören wollte, enträthselte sich das Missverständniss. Custine konnte nie an die Geschichte denken, ohne eine Anwandlung zum Lachen zu empfinden, und man durfte ihn nur an sie erinnern, wenn man ihn guter Laune haben wollte. Jenem Vorfalle, pflegte er zu sagen, dank' ich's, dass ich Deutsch, Italienisch, Englisch und Holländisch spreche. Berlin,

Ludwig Geiger.

Berichtigungen. E. Götze in Dresden sendet folgende Verbesserungen ein: Bd. 1 S. 199 Z. 3 v. u. lies: Schillers. Bd. 2 S. 64 Anm. 230: Verfasser ist Schmaling, vgl. Goedeke 3, 375. S. 65 Anm. 234 Z. 2 v. u. lies: 1705 statt 1708. S. 67 Anm. 240 Z. 3 liess : Entschluss statt Eifers. S. 73 Anm. 258 lies: 1759. Die beiden letzten Druckfehler hatte auch der Verfasser bemerkt.

S. 127 Z. 1 lies: Home. Anm. 63 S. 501 soll lauten: Vgl. S. 490.

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