Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

neben vnser cristenlicher Wirer glaub auch mit Ewangelischem grundt vnd schrifften beuestnet und sonderlichen verrer Disputation, schrifften vnd gegenschrifften vnterlassen werden, und so solche ablaynung durch die verordenten verfast, bedunkht die Churfursten Fursten vnd Stende vasst ratsam, das Ir kay. Mt. allain vnd als Romischer Kaiser, darzu als ain Handthaber vnd schaczer des cristenlichen glaubens solch schrifften den funff Chur vnd Fursten furhalten offenlichen verlesen vnd verror handlen welle. Doch ist der Chur ynd Fursten auch ander Stende des heiligen Reichs vnterthenig pit, das Ir Mt., sopald die Ablaynung der funff Chur vnd Fursten Schrifften Inen vorlesen ist, gnedigist vnd fruntlich weg furnemen, Sy, die obgedachten Chur vnd Fursten, von Irem furnemen zepringen, wo aber sollichs nit erfolgen wolte, wie sich Chur vnd Fursten vnd andere Stonde nit versehen, das alsdann Ir Kay. Mt. den Chur vnd Fursten genediglich zulassen wellen, ainen ausschus zuuerordnon vnd mit mergedachten funff Chur vnd Fursten als mit Iren Vettern, schwagern, Oheimen vnd Frundten guetlich zuvnterreden vnd allen vleiß von Irem vorhaben zubewegen handlen mogen. Doraus ? dann die Churfursten fursten vnd Stende verhoffen Ir Mt. werde mit Hilf des allmechtigen und durch Irer Mt. hohen Verstandt vnd vleis die schwebenden Irrtungen vnd spaltungen des heiligen christenlichen glaubens zu guetem ende vnd ainigkeit pringen. Darzu Irer Kay Mt. Churfursten, Fursten vnd Stende vnd was sonst allenthalben zu Frid vnd Ainigkait ersprießlich sein mag als cristenliche gehorsame Fursten vnd gelider Irer Mt. vnd des heiligen Reichs nach Irem Verstandt Feder Zeit Iren rate vnd guetbedunckhen anzeigen wellen.

4.
Der Kaiser an die katholischen Stände.

[10. Juli 1530.]
Wien, Erzkanzlerarchiv „Handlung“ u. s. w. Bl. 67-70, von

der Hand des Schreibers der Augustana Bl. 22 ff., die Überschrift von anderer gleichzeitiger Hand: „Ror Keyr Mat. wyter anzceig auf der Churfursten fursten vnd Stende Ratschlag“. S. den Druck bei Förstemann II, 9-12, welcher das Aktenstück im Geh. Staatsarchiv zu München fand 2,

1) Dresd.: Dorauf.

2) Notiz bei Müller p. XVIII sq., kurzes Referat bei v. Bucholtz III, 474.

5.
Die katholischen Stände an den Kaiser.

13. Juli 1530.
Wien, Erzkanzlerarchiv „Handlung“ u. s. w. Bl. 75f. Kon-

zept mit Korrekturen von anderer Hand (wohl derselben, von welcher der Zusatz oben in Nr. 1 herrührt). Die Überschrift „, Wie Churfursten“ u. s. w. von dritter Hand. Von vierter Hand der Vermerk: Ita presentat. 13 Julij Anno 1530. Ist gefaltet gewesen. Im nachfolgenden Druck sind die unwesentlichen Korrekturen des Schreibers nicht berücksichtigt, sondern nur die Verbesserungen der zweiten Hand!. – Lateinisch, wenn ich nach dem von mir notierten Anfang und Schluss urteilen darf, in Aleander's Acta Wormac. (im Vatik. Archiv) II, BI. 33 f.

Wie Churfursten fursten und Stend Ir key? Mat.

Ratschlag gefallen lassen. Nachdem Romisch keylich Mat. Meiner gnedigsten vnd gnedigen herrn Churfursten fursten vnd Stende bedencken auf ir mat. jungst furgehalten ant[wort], vnsern heiligen glauben und anders belangend, gnedigs gefallens entpfangen, das haben Churfursten fursten vnd Stende mit vndertheniger begirde vast gern gehert vnd vernommen, mit dem vnderthenigen erbieten, das ir Chur vnd furstlich gnaden hinfurt, wie sich ir gnaden hieuor auch erboten, nit allein erpitns vnd willns seyndt, sonder erkennen sich auch schuldig, key" Mt. in allem des, wes zu ir Mat. vnd des heiligen reichs Ere wolfart, fridt und einigkeyt des christlichen glawbens vnd teutscher nation reichen vnd dienen mag, das ires besten verstandts vnd vermogens zurathen vnd an iren chur vnd farstlichen gnaden kein vleys oder muhe erwinden zu lassen.

Vnd dieweil keylich Mat. der ehersten puncton halben by ir entschlossen, das begern an die funf Chur vnd farsten, ob sie ir Mat. zu richter lyden wollen oder nit 2c., ansteen vnd fallen zu lassen, und in der Sachen (75] aus keyserlichem ampt als vogt vnd oberster beschirmer der kirchen 2. zuhandeln furhaben, vnd ir Mat. zu gutem fridden, das Churfursten fursten vnd Stende sich kein parthn achten vnd machen wollen,

Auch die funf Chur vnd furston sich in irer antwort vernemen lassen, das von vnnoten etwas 8 wythers furzutragen 2.,

1) Notiz bei Müller p. XXVI uod XLII.

2) des christlichen glawbens und teutscher nation von zweiter Hand am Rande für ein im Texte ausgestrichenes Wort.

3) von vnnoten etwas von der zweiten Hand für das ausgestrichene: sie nichts.

So lassen Churfursten fursten vnd Stende die dry artickel 1 dißmal auf inen selbs beruhen vnd daby plyben.

Furter als keylich Mat. ir gnedig anzceig vnd bedencken auf den dritten virdten vnd funfften artickel entlich dahin stellt,

Das fur das eherst die mißbrauch und beschwerd, so die geistlichen widder die weltlichen und hinwidder die weltlichen gegen den geistlichen haben mogen, mitsampt Babstlicher heiligkeyt legaten, so vil sein heiligkeyt belangt und in denselben zuhandeln gepuren vnd zusteon will, for handt genommen vnd gebessert werden 2.,

Item das auch die antwort, so keylich Mat. auf der fanf Churfursten vnd fursten vbergeben schrieften item opinion durch der getlichen schrift gelerten verfassen lassen, vnd nach bescheen besichtigen vnd ermessung Babstlicher heiligkeyt legaten, (764) auch der Churfursten fursten vnd Stende inen, den funf Chur vnd fursten, widderumb offentlich furlesen,

Auch WO von noten alßbalde darnach Churfursten fursten und Stenden zulassen wollen, mit den funf Chur vnd fursten als iren vettern, Ohemen vnd frunden durch einen außschuß zuhandeln, vloys furzuwenden, sie von irem furhaben zu bewegen u.

Vnd so solich Zwitrachten ye nit ganntz vereinigt ab vnd hingelegt werden mochten, das die vberigen, wes nit vereindt, mitler zyt, biß ein gemein Concilium gehalten, allenthalb auf dester bequemer vnd besser weg verglichen werden mogen,

Das auch zuletzt, so ye nichts by inen, den funf Char vnd fursten, erhalten werden mocht, alldan vnd nit eher ein concilium an gelegne malstat so furderlich als muglich außgeschrieben vnd gehalten werde 2c.,

Solichen proceß vnd furhalten wissen meine gnesten vnd gnedigen herrn Churfursten, fursten vnd Stende als von Ro. key' Mat. hoch bedrachtlich, vernunfftiglich vnd woll bedacht mit nicht zuuerbessern, doch mit dem anhanck, das cfv Stende fur gut ansehen, das die keylich antwort oder widderlegung, so dep funf Chur vnd farsten auf ir bekantnus verlosen werden soll, in koy! Mat. namon,

mit der gelerten gestelt werde', vnd seynd

1) Ausgestrichen: als absoluirt und erlediget.
2) Ausgestrichen: vergonnen und zulassen wollen.

3) Das gesperrt Gedruckte Zusatz von der zweiten Hand am Rande. – Müller's falsche Lesart vnd mit der_gelert (p. XLII), welche ihm Ursache zur Erfindung einer neuen Form der Confutatio gab, hat auch noch wieder bei Lämmer, „De Confessionis Augustanae Confutatione pontificia“, Zeitschrift f. d. bist. Theologie 1858, S. 156, Vortrident. Theologie, s. 41, verderblich gewirkt, obgleich bereits gantz 1 erputig und willig ires teils denselben proceß, so vil die beschwerde (766] Babstlich heiligkeyt belangend, auch so die geistlichen und weltlichen gegen einander haben, in schriefft zuverfassen vnd zustellen, vnd furter zum vlyssigsten beratschlagen, durch was weg vnd mittel die zu besserung vnd enderung am nutzlichesten vnd besten gebracht werden mogen, auch so vill die Irrung der geistlichen gegen den weltlichen und herwidderamb belangen, darin fruntlich vereinichung vud vergleichung zusuchen vnd zumachen, vnd so keylich Mat. gefellich, etlich irer rethe darzu zuuerorden, damit die sachen allenthalb desto stadtlicher zu fruntlicher vereinichung vnd vergleichung bracht werden mogen, daran ir gnaden halb nichts erwinden soll.

Es seind auch ir Chur vnd furstlichen gnaden noch des bedenckens, das dem handel vast dinstlich sein solt, so die antwort den funf Chur vnd fursten auf ir bekantnus vnd opinion furgelesen, das alldan vnd zu furderst keylich Mat. mit ihnen thet gnedlich handeln, sie von irem furhaben zu bewegen. Wolt aber dasselbig ye nit syn, das alßdan Churfursten fursten vnd Stenden zugelassen wurd mit inen als iren vettern, ohemen und frunden zureden vnd vnderhandlung zu pflegen 2.

II.
Zar Confutatio Pontifoia.

1. Zwei Handschriften der Confutatio im Vatikanischen

Archiv.

Bei meinen letzten Nachforschungen im Vatikanischen Archiv fand ich im Mai 1884 in den von Aleander angelegten und wiederholt Notizen von seiner Hand aufweisenden , Acta Augustana', der Fortsetzung seiner , Acta Wormaciensia', eine zwiefache Rezension der Confutatio, von denen die eine uns eine bisher völlig unbekannte Fassung erschliesst, diejenige Form nämlich, in welcher die

Förstemann, Urkundenbuch II, 143 einen Lesefehler Müller's vermutete.

1) Von der zweiten Hand eingeschoben.
2) Verbesserung für: solichen.

3) Hier von der zweiten Hand einige Worte am Rande eingeschoben, aber wieder ausgestrichen.

Widerlegungsschrift zum erstenmal (am 12. oder 13. Juli) dem Kaiser überreicht ist, die andere eine Variante bekannter Formen darstellt.

1) S. 75—113 findet sich, S. 74 durch eine längere eigenhändige Notiz Aleander's eingeleitet, eine Abschrift der Confutatio unter folgender Überschrift:

Confutatio Confessionis Lutheranorum per Complures Doctores, quibus datum id negotij fuit, Composita et Caesareae Maiestati in co

mitiis Augustensibus oblata.

Aleander ist offenbar der Meinung gewosen, dass dieses die Confutatio sei, d. h. die schliessliche Fassung derselben; denn er bemerkt S. 113 unten: Finis Confutationis de qua saepe in conventibus Augusten. et Ratisbonen. et postremo Bononiae cum Pontifice Clemente actum fuit.

Und dieselbe Voraussetzung spricht aus seiner, schon wegen der Erwähnung des Alfonso de Valdés, aber auch sonst interessanten Vorbemerkung S. 74: De confutatione quae sequitur fuit sepe actitatum in conventu Ratisbonensi anno Domini 1532. Ut non nisi recognita diligenter ederetur. ad hoc enim maxime instabat Cesaris privatum Consilium, quod innuere volebant rem non esse admodum bonam ", Id quod Alfonsus Waldesius a secretis Caes. homo ob generis 2

1) So urteilte man also am kaiserlichen Hofe (denn Granvella war einer Meinung mit Valdés) über die ruhmvolle Leistung eines Eck und Fabri. Ich sehe davon ab, dass auch Campegi eine Überarbeitung der Confutatio für nötig hielt, noch 1532 zu Rom eine solche anregte (s. unten Abschnitt 6). In der Gegenwart steht die Confutatio höher im Werte: „Von der Trefflichkeit dieser Confutatio zeugt binlänglich die unbändige Wut (schon mehr Verachtung!), mit welcher sie von den Gegnern behandelt wurde.“ So Wiedemann, Eck, S. 274 und Wedewer, Dietenberger, S. 131 stimmt ihm lebhaft zu. Man sieht, wie sehr die Anforderungen heruntergegangen sind. Damals glaubten gute Katholiken noch an die Möglichkeit eines besseren Schrittbeweises für die von den Evangelischen angegriffeuen Punkte des altkirchlichen Systems, als wie ihn zu Augsburg ihre Theologen erbracht hatten.

2) So löse ich gñis auf. Zur Sache hat Eduard Böhmer die Freundlichkeit gehabt, mir Folgendes zu schreiben: „Über die Familie von A. uud J. de Valdés habe ich bisher nicht die geringste Andeutung gefunden, die etwas anderes annehmen liesse, als dass die Valdés für Cristianos viejos angese'.en wurden. Von besonderer Wichtigkeit ist die Stelle aus Rizo's Geschichte der Stadt Cuenca, die ich in meinen Cenni bei meiner Ausgabe der CX Considerazioni p. 480 aus dem seltnen Buch habe abdrucken lassen. Der Bemerkung Aleanders liegt gewiss nichts anderes zugrunde als die wegwerfenden Ausserungen wütiger Spanier, die jeden, der nicht orthodoxis favens war, als morisco oder Juden verdächtigten, wie es damals üblich war.“

« ͹˹Թõ
 »