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tenden Listen folgt. Auf je eine Liste der Metropolen und Erzbistümer folgt je eine zweite, welche, wie oben nachgewiesen ist, einem Exemplar der Notitia I Parthey's entnommen sind. Darauf folgt eine ganze Notitia, also zunächst zum drittenmale die Listen der Metropolen und Erzbistümer, unter der Überschrift: τάξις των μητροπόλεων καθώς εν τω χαρτοφυλακίω αναyłyoantur, also ein zweites dem Archiv entnommenes Aktenstück. Da in der ersten und dritten Metropolenreihe die ursprüngliche Ordnung bis zur 59. Stelle (Pompeiupolis), also gleichzeitig, erweitert ist, so müssen dieselben gleichzeitig nebeneinander gestanden haben. Wonn aber bereits auf die Verordnung des Nikolaus eine vollständige Notitia gefolgt wäre, so bätte sich der Schreiber offenbar nicht die Mühe gemacht, ein zweites Aktenstück hervorzuholen und die Listen der Metropoliten und Erzbischöfe zweimal zu schreiben.

Die Verordnung des Patriarchen Nikolaus über die Rangordnung der beiden höchsten Klassen seiner Geistlichkeit, und die Neuordnung der gesamten Diocesan-Verhältnisse in den vía taxToxù waren also zwei nicht bloss sachlich, sondern auch zeitlich verschiedene Akte, von denen der erstere dem zweiten voraufgegangen sein muss.

Offenbar wollte man mit der Beseitigung der scbreiendsten Übelstände nicht warten, bis das umfassende Reorganisationswerk vollendet war, und beseitigte daher einstweilen die hässlichen Rangstreitigkeiten unter denjenigen Geistlichen, deren bäufiges Zusammentreten zu den Sitzungen der immer mehr zu einer stehenden Institution werdenden „heiligen Synode“ zu stets erneuten Reibungen Anlass gab.

Das weitere Interesse des Monac. 380 liegt darin, dass die in ihm enthaltenen Stücke zu einer Zeit bearbeitet sind, als Pompeiupolis jüngste Metropole war, nach den Berechnungen Gelzer's S. 539 ff. etwa zwischen 1022 und 1035, während die übrigen jüngeren Notitien, die bisher publiziert sind, Zustände späterer Zeit aufweisen. Für die Metropolen lernen wir, da wir keinen Anhaltspunkt baben, die Zeit der Bearbeitung genau zu fixieren, nichts aus der Handschrift. Die erste Liste derselben giebt die der véa taxtıxú, vermehrt um die neun Namen, welche auch sonst darauf folgen; die dritte Liste hat zwar eine wesentliche Abweichung, indem sie an 13. Stelle Sicilien statt Melitene nennt, allein diese Veränderung ist willkührlich nach dem folgenden Verzeichnis der einzelnen Diöcesen gemacht. Verschieden sind die beiden Listen der Erzbistümer behandelt. Die erste weist nur 45 Nummern auf, da alle diejenigen, welche mittler

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1) Auf diese xafedpai bezieht sich wohl besonders der Ausdruck νίκα καθέδρας καιρός εκάλει in der Verordnung.

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weile zum Range einer Metropolis erhoben sind (Amastris, Chonae, Hydrus, Keltzene, Colonia, Theben, Serrae, Pompeiupolis) gestrichen sind, Rhyzaeum fehlt und als Suffragan von Neocaesarea auftritt; dagegen folgen auf Corcyra noch tà Dúpoahu und tu Ταμάταρχα 1. In der dritten Liste sind die Korrekturen nicht vorgenommen, sie zählt 51 Erzbistümer bis incl. Corcyra ? auf, dann folgen wieder Pharsalus und Tamatarcha. Als Gewinn aus der Übereinstimmung beider Listen dürfen wir die Erkenntnis verzeichnen, dass bereits zur Zeit, als Pompeiupolis jüngste Metropole war, also jedenfalls vor 1035, Pharsalus und Tamatarcha eximiert waren. Somit ist der von Gelzer S. 543 aufgestellte Satz, dass bis gegen 1060 keine Vermehrung der Autokephalien eingetreten sei, falsch.

Die Provinzialbeschreibung im Monacensis hat ebenfalls ihr Interesse darin, dass sie zwischen den véu taxtixí, so weit sich aus den Angaben Gelzer's über diese ein Urteil bilden lässt, und den jüngeren Notitien in der Mitte steht. Dass sie ein direktes Mittelglied bildet, ergiebt sich daraus, dass sie die Interpolation der sicilischen Bischöfe mit den jüngeren gemeinsam hat, und zwar haben dieselben, wie in Notitia X, die Provinz Melitene verdrängt. Dagegen fehlt ihr vollständig die Liste der kretischen Bischöfe, welche in den jüngeren Notitien an die Stelle der isaurischen getreten sind; am 30. Platze finden wir wie in den véa Taxtıxd die Metropole Seleucia, aber nicht wie dort (nach Gelzer S. 550) mit 24 Suffraganen, sondern nur mit 22; von den 23 Bischöfen der Nott. III und X fehlt am Ende • Spidns,

ó vielleicht nur durch Schuld des Schreibers. Am Ende fehlt alles, was auf die 51. Provinz Euchaita mit ihren vier Bistümern in den Nott. III S und X folgt. In den übrigen Provinzen bält

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1) tà Taudtaqxa lautet der Name in der dritten Liste, und so ist er in der ersten Liste vom Schreiber selbst aus ti udtagxa hergestellt. Dieselbe Form findet sich zweimal im Text der Schrift des Constantin Porphyr. de adm. imp. (cap. 42, p. 181, 7 Bonn und cap. 53, p. 268, 22 B) ist also die ursprüngliche und echte. Die Formen Tagxa (so in der Überschrift von Const. de adm. imp. cap. 42, p. 177, 8), Μάτραχα, Μέτραχα, Μέτραλα der gedruckten Notitien sind entweder einfache Korruptelen oder jüngere Formen.

2) Wie sich diese Liste zu der der véc taxtıxd verhält, vermag ich nicht zu sagen, da Gelzer im Widerspruch mit sich selbst auf p. 535 Corcyra als 50., auf p. 543 als 51. Erzbistum der Liste bezeichnet. Jedenfalls ist im Mon. wie nach Gelzer p. 532 Rhyzaeum der 45. Autocephal; es folgen im Mon.: 46 Gothia, 47 Sugdaea, 48 Phullos, 49 Sebastupolis, 50 Aegina.

3) Aus der Vergleichung von Not. X und dem mit ibr übereinstimmenden Mon. folgt, dass das Stück Not. III, Nr. 666—673, ebenso wie das aus dem Paris. 1361 von Gelzer p. 505 mitgeteilte Stück Produkt von Verwirrung und Interpolation in einer Handschriften

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der Monacensis in merkwürdiger Weise die Mitte. Inbezug auf die klein asiatischen Bistümer, über welche, nach Gelzer's Schweigen zu urteilen, zwischen den jüngeren Notitien und den vége Tuxtix' keine Verschiedenheiten bestehen, bietet auch der Monacensis nur geringe Abweichungen, welche offenbar lediglich auf Rechnung des Abschreibers kommen; in denen der europäischen Diocese, des eigentlichen Griechenlands und Unteritaliens finden sich thatsächlich kleine Unterschiede gegenüber den Nott. III und X, ob in Übereinstimmung mit den véu taxtıxù lässt sich bei Gelzer's Schweigen nicht konstatieren. Sehr wichtige Verschiedenheiten zeigen sich aber in den vielumstrittenen Grenzprovinzen, sowohl im Westen wie im Osten. Im Norden Griechenlands haben die beiden Sprengel am Adriatischen Meere, Naupaktus und Dyrrhachium , noch genau denselben Umfang wie in der Ordnung Leo's ohne die späteren Erweiterungen, in Thessalien unter Larissa sind sogar nur die ersten acht von den zehn Sitzen, welche diese Ordnung kennt, aufgezählt, wohl nur durch Lässigkeit des Schreibers, welchem es auch sonst begegnet, die letzten Bistümer eines Sprengels zu überspringen. Dagegen ist die Zahl der Sitze unter Thessalonich schon von der Fünfzahl unter Leo auf elf, wie in den jungen Notitien, gestiegen; der letzte ist in folgender Form bezeichnet: ia': ó Auxootóuovitu Θετταλικων Τέμπων: - ο Τούρκων, hat also den alten Namen

: , bewahrt und die Bezeichnung der jüngeren Notitien in Form eines Scholion beigefügt. Ähnlich liegen die Verhältnisse an der östlichen Grenze. Inbezug auf die Metropolen Mocissus und Neocaesarea ist ein sicheres Urteil nicht möglich, weil Gelzer über ihren Bestand in den véa Taxtıxà keine Angaben macht, jedenfalls sind sie geringer an Umfang als in den Nott. III und X. Unter Mocissus fehlt Matiana, Neocaesarea hat noch keine zehn Bistümer, sondern ausser den drei alten, Cerasus, Polemonium und Comana, pur noch Rhizaeum, welches seine eximierte Stellung verloren hat. Der Sprengel von Trapezunt stimmt im Umfange genau mit der Ordnung Leo's ohne die spätere Erweiterung auf den doppelten Bestand. Dagegen hat die Metropole Kamachos schon den Umfang der späteren Notitien, und stimmt bier der Monac. genau mit dem von Gelzer S. 554 angeführten Parisinus 1361, mit Keltzene 1 an erster, dem wieder

gruppe ist. Marmaritzana gebört nicht unter die Suffragane von Mitylene, sondern als einziger Suffragan zu Néai látoai; die vier dieser Metropole zugeteilten Bistümer gehören dem äussersten Osten an unter Euchaita, und das „Igóvos ủnoxeluevos oủx fotiv“ hinter dem Namen von Euchaita ist interpoliert.

1) Dies ist also doppelt aufgeführt, als Metropole wie als Bistum.

holt genannten Barzanisse an letzter Stelle 1. Die Provinz Keltzene mit ihren zahlreichen Bistümern fehlt noch ganz.

Gelzer hat aus den gedruckten Notitien wiederholt nachgewiesen, wie mit der weltlichen Organisation der dem byzantinischen Reiche einverleibten Eroberungen die Organisierung der geistlichen Provinzen Hand in Hand ging, und wie wir somit in den Notitien ein Spiegelbild der politischen Erfolge und Mifserfolge der Herrscher von Byzanz vor uns haben. Wenden wir diesen Grundsatz auf die Münchener Notitia an, so werden wir in eine Zeit geführt, in welcher die byzantinische Macht seit den Zeiten Kaiser Leo's nur sehr bescheidene Fortschritte gemacht hatte; im Westen haben sich die Rhomäer nur von ihrer Zentralfeste Thessalonich aus ein wenig ausgebreitet, im Osten ist die Provinz Kamachos ein wenig erweitert, und durch die Erhebung des Bistums Keltzene zur Metropolis ein Kernpunkt geschaffen, an den sich in Zukunft neue Eroberungen ankrystallisieren können. In jedem Falle muss also diese Notitia vor die Zeit fallen, in der der gewaltige „Bulgarentöter“ Basilius die drohende Macht des Bulgarenreiches zertrümmerte und längst verlorene Provinzen dem Machtbereiche von Byzanz wieder unterwarf, d. h. vor die ersten Jahrzehnte des 11. Jahrhunderts. Da nun auch aus a. 992 ein glücklicher Krieg des Basilius gegen Armenien erwähnt wird (Muralt. Chron. byz. S. 573), der die bescheidene Ausdehnung im Osten erklären würde, so werden wir nicht fehl gehen, wenn wir die Notitia den letzten Jahren des 10. Jahrhunderts zuschreiben. Da damals der Patriarch Nikolaus II. (982—995) entweder noch lebte oder wenigstens noch im friscbesten Andenken seiner Zeitgenossen stand, so ist es um so erklärlicher, dass der Verfasser dem Namen des ersten Patriarchen Nikolaus den Zusatz toŨ nahioù gab, um leicht mögliche Missverständnisse seiner Leser zu verhüten.

Dios Resultat, welches die Erhöhung des Erzbistums Pompeiupolis zur Metropole spätestens etwa auf a. 1000 setzen würde, stimmt nicht zu dem von Gelzer S. 539 gewonnenen Ansatze, welcher diese Erhöhung der Zeit nach a. 1022 zuweist. Dieser Ansatz basiert darauf, dass in diesem Jahre Basilius II. einen Teil, bald darauf sein Nachfolger Constantin Monomachus ganz Armenien dem byzantinischen Reiche inkorporiert, und dass mit dieser Inkorporierung die Erhöhung von Keltzene zur Metropolis, welche der von Pompeiupolis vorherging, in Verbindung gesetzt wird. Allein so wahrscheinlich es auch ist, dass diese Eroberungen die Erklärung dafür geben, dass in den jüngeren Notitien

1) Im Mon. ist es durch den Zusatz ktoi Oailováons von dem ersteren unterschieden.

eine umfangreiche Provinz Keltzene mit vielen Bistümern er. scheint, so wenig zwingend ist es, die Einrichtung dieser Provinz mit der Erigierung der Metropole zeitlich zu identifizieren. Es ist auch ohne räumliche Erweiterung vollständig erklärlich, dass man den moralischen Einfluss und das Ansehen eines solchen Grenzbistums durch eine Rangerhöhung stärkte, um so mehr, als die orthodoxe Geistlichkeit unter der vorwiegend ketzerischen Bevölkerung jener Gegenden sicher einen schweren Stand hatte. Ich glaube somit inbezug auf die Metropolen als festes Resultat der Untersuchung bezeichnen zu dürfen, dass Keltzene, Colonia, Theben, Serrae, Pompeiupolis zwischen a. 968, dem Jahre der Erigierung von Hydrus, und a. 1000 zu diesem höchsten Range der byzantinischen Hierarchie erhoben worden sind.

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2.
Über die Statuta Murbacensia.

Von
Dr. O. Seebass in Stuttgart.

In der für die Monumenta Germaniae von Boretius veranstalteten Neuausgabe der Kapitularien findet sich auch das auf der Reichssynode von 817 zu Achen erlassene Capitulare monasticum, welches für die Geschichte der inneren Entwickelung des Mönchtums von hervorragender Bedeutung ist. Als Grund, weshalb er die von Baluze und Pertz nach dem Cod. Paris. 4638 aufgestellte Anordnung der Kapitel beibehalten habe, giebt Boretius (S. 344) an, dass dieselbe auch der Reihenfolge der Statuta Murbacensia am nächsten komme, welche letztere einen Auszug aus Bestimmungen einer alteren Synode, „vermutlich der vom Jahre 802", darstellen sollen. Mit der letzteren Annahme stützt sich Boretius vornemlich auf die Schrift von Nicolai: Der heil. Benedikt, Gründer von Aniane und Cornelimünster. Der Verfasser derselben hat S. 74, den Andeutungen von Mansi und Binterim folgend, zuerst mit vollkommener Bestimmtheit die Identität der Murbacher Statuten mit den Beschlüssen der Synode von 802 behauptet. So viel ich sehe, ist ein Widerspruch gegen

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