Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub
[ocr errors]

terrae .. adversus dominum et adversus Christum ejus, zum Beweise, dass der Apostel, wenn er auch das alttestamentliche Gesetz ausschlofs, nicht einen nonen Gott verkündigen wollte. Stabat igitur fides semper, sagt er, in creatore et Christo ejus, sed conversatio et disciplina nutabat (I, 21). Was er schliesslich zusammenfasst zu Anfang des dritten Buches (III, 1): Christum non alterius dei intelligendum quam creatoris. erst geht er dazu über, um die Plötzlichkeit der Erscheinung Christi za erläutern, dass Christus Gottes Sohn sei (III, 2), als ein neues Moment, verschieden von dem Prädikat Christus ejus, welches auch hier häufig wiederkehrt: in Kap. 4 dreimal nebst der Bezeichnung Christus suus 1.

Demnächst setzen einige Märtyrerakten die Tradition dieses Ausdrucks fort.

Am Schluss der Passion des Jakobus und anderer Märtyrer in Numidien um die Mitte des 3. Jahrhunderts heisst es 2: schätzbar ist Dei omnipotentis et Christi ojus in suos misericordia, der die an seinen Namen Glaubenden stärkt und belebt“. Und in der Passion des Montanus und anderer Märtyrer in Afrika 3: „offenbar bleibt nichts anderes zu thun Dei servis et Christo ojus dicatis“.

Augustinus endlich hat dieselbe Bezeichnung in seinen Bekenntnissen, nur aus der dritten in die zweite Person übertragen nach Anlage dieses Buches, welches als in steter Gegenwart Gottes mit Anrede an ihn verfasst ist 4: „mein Gott du hast gesehen mit welcher Bewegung des Gemütes und mit welchem Glauben ich die Taufe deines Christus (baptismum Christi tui), meines Gottes und Herrn verlangt habe“. Und später 5: „Der Leser ... möge weinen über meine Sünden zu dir , Vater aller Brüder deines Christus (ad te pater omnium fratrum Christi tui).“ Darin ist freilich die Sohnschaft Christi eingeschlossen, wenn der Vater aller Brüder Christi, der doch vor allem der Vater Christi ist, angeredet wird; aber konstruktiv ist nicht die Rede davon; Christus tuus ist in der zweiten Person dasselbe wie Christus ejus in der dritten Person, ohne alle Ergänzung von filius.

Eine monumentale Anwendung jenes Spruches aus dem Munde Gottes nach Ps. 132 (Vulg.): parabo lucernam christo meo, bezogen auf den Gesalbten des Neuen Testamentes, fand

1) Tertullian l. c. creatoris annunciantis in homines Christum suum.

2) Passio S. Jacobi et Mariani etc., cap. 13, p. 232 ed. Ruinart Act. mart. 1. Aufl. Paris 1689.

3) Passio S. Montani, Lucii etc., cap. 1, ibid. p. 233.
4) Augustin, Confess., Lib. I, cap. 11, § 17.
5) Ibid. Lib. IX, cap. 12, § 33.

sich als Inschrift eines goldenen, sieben Pfund schweren Leuchters, welcher der Kirche von Ravenna von der Kaiserin Galla Placidia geschenkt worden ist, nach dem Bericht des Agnellus 1.

Hiernach kommt im Text der vorstehenden Inschrift von Stein am Anger die philologische Behandlung, wenn man dem Sprachgebrauch, und die theologische, wenn man dem Lehrbegriff nachgeht, durchaus überein: dass in dem Christus ejus die unmittelbare Verknüpfung der beiden Subjekte gegeben ist und filius nicht eingeschaltet werden darf.

II.
Grabschrift ehemals in der Basilica S. Paolo za Rom.
Bosio, R. S., p. 153; Aringhi, R. S., T. I, p. 421; Margarini,
Inscript. basil. S. Pauli ad viam Ostiens. (Rom. 1654), p. xiv, 202,
Nicolai, Basilica S. Paolo, p. 202. 418. Reines., Synt. inscr.,
p. 905, xxxv; Fabretti, Inscr. p. 557, 60; Fleetwood, p. 365, 2;

Boldetti, p. 265; Murat. T. IV, p. 1841, 2.
LOCVS BASILI PRES B ET FELICITATI EIVS

SIBI 2 FECERVNT

Bosio und Margarini bezeichnen den Stein noch als vollständig, aber gebrochen; der Teil links von dem Strich ist, wie bei Nicolai zu sehen, verloren gegangen.

Die Veranlassung mit diesem Stein sich zu beschäftigen, giebt Reinesius durch folgende Anmerkung:

„Diese Felicitas war die Gattin des Basilius, wie die Worte des Steines anzeigen; aber die Herausgeber (Bosio, Aringhi) haben das Col(ugis) oder VX(oris) ausgelassen, um nicht einem Presbyter eine Gattin zuzugestehen, wel

ches jedoch zu der Zeit gewöhnlich und erlaubt war." Fleetwood hat diese Note wiederholt mit dem Zusatz: hoc Reynesio subolebat viro quidem nasutissimo.

Darüber aufgebracht hat Fr. Ant. Zacharia, Diss. de vet. christ. inscr. usu, Venet. 1761, 4', nach Mitteilung (p. 7) der

1) Agnellus, Lib. pontif. Ravenn. vit. Petri, cap. 3 in Murat. Rer. Ital. Scr., T. II, c. 17. Vgl. meine Einleitung in die monument. Theol, S. 356.

2) So lesen die übrigen; Margarini: SE BIBI.

[ocr errors]

Inschrift und der Note von Fleetwood, geantwortet (p. 14): quod de Romae subterraneae editorum fraude additur, mendacissime Fleetwoodius effutiit.

Man braucht sich nicht darüber zu ereifern; aber es ist eine wunderliche Insinuation von Reinesius und Fleetwood. Einesteils ist den Herausgebern eine Unterschlagung derart nicht zuzutrauen, ohnehin wäre sie zwecklos, da es in dieser Zeit nicht an Beispielen von verheirateten Presbytern fehlt. Zwecklos aber hauptsächlich deshalb, weil die Inschrift gerade in dieser Einfachheit und Kürze dasselbe besagt, zu dessen Verschweigung das Wort Gattin ausgemerzt sein sollte.

Diesen Sprachgebrauch wollen wir hier ins Auge fassen.

Die Bezeichnung der Angehörigkeit durch ejus findet sich bei verschiedenen Verwandtschaftsverhältnissen, die nicht näher angezeigt werden, aber aus dem Zusammenhango ersichtlich sind: namentlich, wie hier, bei Ehegatten. So in heidnischen Inschriften: auf zwei Grabsteinen zu Rom, der eine aus der Zeit Vespasians, de Rossi, R. S. T. I, p. 267; Orelli-Henzen, n. 5422; Kraus, R. S., S. 77: SER. CORNELIO || IVLIANO. FRAT || PIISSIMO ET

CALVisiAE EIVS etc., der andere bei Boldetti, Osserv., p. 583:

D. M.
PHOEBADI | ET IVNONI | HEIVS

ANIMAE || DVLCISSIMAE.
Einem Grabstein zu Sur Ghozlan in Mauretanien, Wilmanns-
Mommsen, CIL., T. VIII, p. 782, 9122:

DMS
SEXTO IVLIO || SATVR. CONIVGI DVLCISS || IM

. . VALERI || A DATINA || EIVS FE || CIT. Und einem Votivaltar vom Jahre 210 in Mainz, Becker, Die römischen Inschriften und Steinskulpturen des Museums der Stadt Mainz 1875, S. 11, 33, der errichtet worden von

TIB. IVSTINIVS TITIANVS
ET SERVANDIA AVGVSTA EIVS 1.

So wie auf christlichen Gräbern:

Im vatika nischen Museum aus Orte. Marini Arv., p. 492.
Sarti et Settele De Vatic. crypt., p. 82.

1) Ebenso S. 28, 97: CAERELLIVS ET MODESTIANA EIVS.

[ocr errors]

SVSCIPE TERRA TVO CORPVS DE CORPORE SVMTA (sic) etc.
IC GREGORIVS .. IN PACE TVTATVR IN
PACE PARITER CVM EIVS PIPERVSA IVGALI EIVS.
Ein andermal ist durch ejus der Gatto bezeichnet.
Zu Rom. Boldetti p. 461.

DM PRIME COMPARI DVLCISSIME
VIXIT AN PM X || VITALIS EIVS

DEPOSITA IN PACAE III KM wenn die Zahl X richtig ist, wird es heissen sollen: vixit in conjugio annos plus minus X.

Aber auch dem Sohne kommt diese Benennung zu.
Zu Rom. Lupi, Epit. Severae, p. 52 und Tab. VIII, II;
Marangoni, App., p. 80; Mai, Script. vet. nov. Collect.,

T. V, p. 442, 3,
METILENIA. RVFINA QVE VI
XIT ANNIS XXVIII. ET EMELIVS

EIVS VIXIT ANN. XII. ET MENS. VIII. ET DIES MINVS V denn aus dem Altersverhältnis folgt dieser Sinn des ejus. Wenn aber, wie die Grabschrift von Mutter und Sohn zusammengefasst ist, so auch beide Todesfälle nahe gleichzeitig sind, so ist die Rufina 28 Jahre 12 Jahr 8 Mon., also etwas über fünfzehn Jahre alt gewesen, als Emelius geboren worden. Eine so frühe Heirat ist auch sonst bestätigt.

Übrigons variiert der Ausdruck: es kommt auf dem Grabe der Gatten sowohl diese Benennung und zwar gewöhnlich ohne das Pronomon,

conjux fecit, uxor fecit, als auch dieselbe mit dem Pronomen,

uxor ejus vor. So steht im Lateran. Museum XVI, 24:

HIC REQVIESCIT || SAMSO IN BISO || MVM ET VICTORA ||

SE VIVA VXOR EIVS. Und in Spoleto vom Jahre 358, bei Mommsen, CIL., T. V, n. 2654:

FL. IVLIVS ZACONVS ET E ||

IAnuaRIA CONIVX EIVS etc. Auch mit sua, Bosio, p. 563; Aringhi, T. II, p. 326: ASELLVS QVI VIXIT AN. LV BENEMERENTI IN PACE VXOR SUA FECIT. In einer zweisprachigen Inschrift vom Jahre 367 ist das eine Mal das Pronomen hinzugefügt, das andere Mal weggelassen, Kirchhoff 1. c., p. 569, 9842 nach früherer Lesung, restituiert aus aufgefundenen Bruchstücken von de Rossi, Inscr., T. I, p. 102, 192:

'Εν ειρήνη ανεπάη Βενενατός etc. Θεόφιλα εποίησα συμβίω και

BENENATO THEOFILA FECIT VXOR EIVS. In allen jenen Fällen aber, wo ejus allein gesetzt ist, steht es keineswegs elliptisch, sc. uxor, maritus, filius; sondern ejus gilt als pronomen possessivum, es heisst: seine Felicitas, - ihr Vitalis, ihr Emelius. Derselbe Sinn, in welchem auch allein suus steht (wo eine solche Ergänzung noch weniger angebracht wäre), wie in einer heidnischen Inschrift aus Benevent, die auch eine Felicitas aufweiset, bei Mommsen, IRN. 1537 und CIL., T. IX, p. 164, 1729: P. AELIVS. VENERIANVS || HOC. VAS. DISOMVM . SIBI. ET FELICITATI. SVAE. POSVIT etc. Auch die doppelte Benennung in der eben erwähnten Inschrift des vatikanischen Museums in pace cum ejus Piperusa jugali ejus widerspricht der Annahme einer Ellipse. Denn wenn Piperusa zu ergänzen wäre uxore, bedürfte es zu der Erklärung nicht des Zusatzes jugali ejus.

[ocr errors]

2.

Eine neue Handschrift der Vita S. Feliciani.

Mitgeteilt

von

Dr. Eduard Bodemann.

Über das Leben des Felicianus, des Bischofs von Foligno in Umbrien, des bekannten Märtyrers unter Kaiser Decius, haben wir bisher nur den Bericht der Bollandisten in den Actis Sanct. II, p. 583 ff. aus alten Handschriften der Kirchen zu Metz und Minden, wo Reliquien des Heiligen anfbewahrt wurden. In einem, aus dem St. Bonifatius-Stift zu Hameln stammenden Missale des 14. Jahrhunderts in der Kgl. öffentl. Bibliothek zu Hannover (Cod. ms. membr. in 4°, saoc. XIV, N. I, 101°) fand ich die nachfolgende Vita, welche von jenen beiden der Act. SS. viel

« ͹˹Թõ
 »