Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

ut in fide solidemur
evo mortis ne dampnemur
atroci sententia.
Sui nobis hoc prestare
celitus et impetrare
quem presentem commendare
nitimur et personare
dignetur clemencia.

Ympnus. Ympnizemus canoribus

Deorum hic sed cultibus ad presens dulcioribus

et regiis tumultibus Feliciani gloriam

insultans cultum Domini promontes et victoriam.

plus suasit cuivis homini. Qui post baptismi graciam Ob hoc tormentis leditur, per omnem efficaciam

inde Romam aggreditur divinis exerciciis

iterque vinctus faciens vacabat et officiis.

defecit mortom paciens. Eterni sata germinis

Huius solempni merito in multis spargens terminis regraciamur merito exstirpavit demonia

propter sui pacienciam Cristi docens preconia.

predignamque clemenciam.

Cur Decius furoribus accensas acrioribus decrevit per sentenciam diis dari reverenciam.

Ergo pari consilio deum patrem cum filio sancto simul cum pneumate laudemus pio neumate. Amon.

Marienlied.

Ave mundi spes Maria,
Ave mitis, ave pia,
Ave plena gratia.
Ave virgo, mater Cristi,
Tu, que sola meruisti,
Esse mater sine viro.
Angelorum imperatrix,
Peccatorum consolatrix,

Consolare me lugentem
Et in peccatis me scientem,
Consolare me peccatorem,
Et ne tuum des honorem
Aliono aut crudeli.
Precor te, regina celi,
Me habeto excusatum
Apud Cristum tuum natum,

Cuius iram expavesco
Et a furore contremisco,
Nam peccavi sibi soli.
O Maria virgo noli
Michi esse aliena,
Gracia celesti plena,
Esto custos cordis mei,
Signa me timore Dei,
Confer vite sanitatem
Et da morum honestatem,
Da, peccata me vitare
Et quod iustum est amaro.
O dulcedo virginalis,
Nunquam fuit nec est talis
Inter natos mulierum.
Omnium creator rerum
Te elegit genitricem,
Qui Mariam peccatricem
Emundavit a reatu,
Ipse me tuo peccatu
A peccatis cunctis tergat,
Ne infernus me demergat.
Eya rosa sine spina,
Peccatorum medicina,
Pro me Deum interpella,
Ut me lavet a procella
Huius mundi tam immundi,
Cuius fluctus furibundi
Omni parte me inpingunt
Et peccati sona stringunt.
Criste, fili summi patris,
Per amorem tue matris,
Cuius venter te portavit,
Et te dulci lacte pavit,

Te per ipsam oro supplex,
Quia tu es salus duplex,
Salus rerum mundanarum
Atque salus animarum,
Te nunc precor licet reus,
Miserere mei Deus,
Miserere miserator,
Quia vere sum peccator,
Tu peccata dele mea
Et cor mundum in me crea,
Da spem firmam, fidem rectam,
Caritatemque perfectam,
Et concede finem bonum,
Quod est super omne donum,
Ut in corde sic conpungar,
Tibi, Criste, quod coniungar,
Fac me digne manducare
Corpus tuum salutare,
Ira tua non me gravet',
Sanguis tuus sic me lavet
Extra corpus et in corde
A peccatis et a sorde,
Ut, dum instat hora mortis,
Angelus tunc assit fortis
A te datus michi custos,
Qui me locet inter iustos;
Mors si carnem meam frangat,
Mors secunda ne me tangat,
Licet caro conputrescat,
Spiritus in te requiescat,
Ut dum resurgam te visurus
Semper tecum sim mansurus
Per infinita seculorum secula.

Amen.

1) gravat cod.

3.

Zwei Traktate gegen Beginen und Begharden.

Von
Dr. Herman Haupt,
Oberbibliothekar in Giessen.

Die Litteratur über die religiösen Vereinigungen der Beginen und Begharden und über deren Verhältnis zu der Sekte vom freien Geiste ist im Laufe der letzten Jahre in erfreulicher Weise durch die Veröffentlichung einer Anzahl von wertvollen zeitgenössischen Berichten bereichert worden 1. Angesichts der fast in allen Aktenstücken zutage tretenden Voreingenommenheit der kirchlichen Behörden, welche zeitweilig den ganzen Stand der

in

1) Vgl. Wattenbach, Über die Sekte der Brüder vom freien Geiste, in den Sitzungsberichten der Berliner Akademie 1887, Stück 29 (Geständnisse des Johann und Albert von Brünn um 1335-1345 und des Johannes Hartmanni von Aschmansteten bei Erfurt vom Jahr 1367), ferner J. v. Döllinger, Beiträge zur Sektengeschichte II, 403, wo ein Bericht über die , fratres de altissima paupertate“ zu Metz, die 1334 zum Teil verbrannt wurden, mitgeteilt wird; unter ihren Glaubensartikeln begegnet auch die Verwerfung der Todesstrafe und des Eides, was vermuten lässt, dass auf die Metzer Begharden der Einfluss der Waldenser, die in Metz frühzeitig verbreitet waren, sich geltend machte wenn anders die Berichterstattung verlässig ist. Die „articuli haereticorum Beghardorum“ bei Döllinger II, 702 sind ein Fragment aus der Determinatio des Albertus Magnus (Preger, Geschichte der deutschen Mystik I, 466, Nr. 63 ff.), die Strassburger Artikel der Sekte vom freien Geiste, ebenda II, 389 ff., sind bereits früher von Charles Schmidt in Ilgen's Zeitschrift für hist. Theologie XXII (1852), S. 247 ff., die von Döllinger daran angereihten pantheistischen Sätze bei Preger a. a. 0. 1, 469 ff. gedruckt; desgleichen war das Verhör des „ Begharden“ Johannes Hartmanni (Döllinger II, 384 ff.) bereits vorher von Wattenbach (vgl. oben) bekannt gemacht. Das von Döllinger II, 704 aus einer Handschrift von St. Gallen mitgeteilte Stück über die Beginen zeigt, wie schwer dieselben zum Anschluss an die Bettelorden zu bewegen waren, obwohl für die Verfolgten dieses der einzige Weg der Rettung war. Die wegen Verfassens eines ketzerischen Buches 1310 zu Paris verurteilte Hennegauerin Margaretha Porete, deren Prozess neuerdings Lea (History of the inquisition II, 575 ff.; vgl. Fredericq, Corpus documentorum inquisitionis Neerlandicae, p. 155 ff.) veröffentlichte, war, wie es scheint, Mystikerin, gehörte aber dem Beginenstande offenbar nicht an.

ihrer überwiegenden Mehrzahl doch gewiss • recht harmlosen Beginen und Begharden unter die Anklage der Pflege pantheistischer Ketzerei stellten, wird freilich auch durch diese neuen Quellen die Klarstellung der thatsächlichen Beziehungen jener Halbmönche und Halbnonnen des Mittelalters zu den Schülern Amalrich's von Bena nur in recht beschränktem Masse ermöglicht'. Volles Licht wird auf jene Verhältnisse erst fallen, wenn wir einmal eine eingehende Darstellung der Geschichte und lokalen Verbreitung der Beginen- und Beghardenvereine und ihrer Zusammenhänge mit den Bettelorden, welche dringend not thut, besitzen, auch über die Organisation ihrer Konvente durch die Bekanntgabe von deren Hausordnungen besser, als dies jetzt der Fall ist, unterrichtet sind.

Im Folgenden vermag ich nach dieser Richtung nichts Neues zu bringen, sondern nur die, allerdings ziemlich beschränkte, Zahl der polemischen Traktate gegen die Beginen und Begharden durch zwei Findlinge, die mir in einer Handschrift der Pfarrbibliothek zu Michelstadt im Odenwald ? aufgestossen sind, vermehren. Der erste Traktat, dessen Wortlaut ich in der Beilage mitteile, hat einen bayerischen Inquisitor zum Verfasser, der, wie es in dem Traktate heisst, in Gegenwart eines bayerischen Herzogs zu Cham in der Oberpfalz über einen Begharden zu Gericht sass; die Abhandlung wird wohl dem Ende des 14. oder dem Anfang des 15. Jahrhunderts angehören 3. Was wir

zu

1) So wenig ich die Wichtigkeit der von Wattenbach mitgeteilten Bekenntnisse der beiden Brünner Ketzer, Johann und Albert, verkenne, so möchte ich denselben doch ein rückhaltsloses Vertrauen nicht schenken. Es ist doch gewiss recht auffallend, dass Johann volle zwanzig Jahre in der strengsten Askese in demselben Beghardenkonvente in Köln zugebracht haben will, um dann durch die Vorsteher des Hauses unter die „Vollkommenen“ aufgenommen zu werden, deren Leben in nichts weiter als einer Kette von Unthaten und Frivolitäten besteht, welche ihren Konventsgenossen doch schwerlich lange ein Geheimnis bleiben konnten. Die Annahme liegt nahe, dass man von den beiden Begharden weitgehende Geständnisse, vielleicht mit Hilfe der Folter, deren Anwendung den böhmischen Inquisitoren um 1350 anheimgestellt wurde (Tadra, Cancellaria Arnesti im Archiv für österreichische Geschichtsforschung LXI, 330 und 338), erpresst hatte und dass Johann diese Aussagen auch nach seinem Eintritt in den Predigerorden, um sich nicht blosszustellen, aufrecht erhielt. Jedenfalls wäre es bedenklich, aus diesem Zeugnisse verallgemeinernde Schlüsse auf den Zusammenhang zwischen den Begharden und den freien Geistern“ zu ziehen.

2) Auf die Handschrift, die ich früher bereits für meine „Waldensia“ (Zeitschrift für Kirchengeschichte X, 328f.) benutzen konnte, hatte Herr Oberkonsistorialrat Dr. Sell in Darmstadt die Güte, mich aufmerksam zu machen.

3) Nach den Mitteilungen von Döllinger II, 378 f. hat der Inaus den neuerdings bekannt gemachten Quellen über die in den Beginen- und Begbardenhäusern beobachteten asketischen Ordensregeln erfahren, finden wir in diesem Traktate durchweg bestätigt; namentlich tritt in ihm die früher so ganz verkannte Tendenz des Beghardentums, durch Aufgabe jedes Eigentums und durch die Enthaltung von körperlicher Arbeit dem Beispiel Christi zu folgen, bedeutsam hervor. Als letztes Ziel jener Askese wird auch hier die Lösung des „Vollkommenen“ von dem Banne der Sinnlichkeit und zugleich von der Verpflichtung, den sittlichen Gesetzen nachzukommen bezeichnet, ohne dass jedoch ein sicheres Urteil darüber ermöglicht würde, ob jene Angabe auf beobachteten Thatsachen oder nur auf einer Schlussfolgerung des Berichterstatters beruht.

Der zweite Traktat erhebt solche weitgehenden Anklagen gegen die „Lolharden" nicht. Er findet vielmehr das Verwerfliche des Beghardentums ganz ausschliesslich in dessen Anspruch, gleich den Bettelmönchen im Stande der freiwilligen Armut zu verharren, welche Anmassung der Verfasser in ausserordentlich breiter Argumentation als ketzerisch zurückweist 1. Darin trifft der Traktat, dessen Wiedergabe sich nicht verlohnt, mit der von mir früher besprochenen „Materia contra boghardos“ des Dominikaners Mülberg zusammen, der in seiner überaus heftigen Polemik gegen die Baseler Beginen dieselben doch nirgends mit der Sekte vom freien Geiste zusammenbringt. Dem in dem zweiten Michelstadter Traktate ausgeführten Thema, dass die freiwillige Aufgabe des weltlichen Besitzes nur wirklichen Ordensleuten gestattet sei ș, hat zu Anfang des 15. Jahrhunderts der

2

quisitor „Martinus, presbyter ex Bohemia“, um 1370 die Begharden in verschiedenen deutschen Landschaften, u. a. in Strassburg, verfolgt. Es ist dies wohl Martin von Prag, der z. B. 1391 in Würzburg, um dieselbe Zeit in Regensburg über Waldenser zu Gericht sitzt. Man ist versucht, denselben mit dem 1391 in Erfurt gegen die Waldenser auftretenden Martin von Amberg zu identifizieren (vgl. meine „, religiösen Sekten in Franken“, S. 23). Vielleicht dürfen wir auch die Michelstadter Aufzeichnung mit diesem Inquisitor in Verbindung bringen.

1) Der Traktat steht auf fol. 238 a---242b der Michelstadter Handschrift. Er beginnt: Quoniam, ut ait Boecius, beatitudinem diverso tramite mortales conantur adipisci, mentibus enim hominum, ut inquit, veri boni naturaliter inserta est cupiditas etc., und endigt: aliqui dicunt, quod eciam renunciacio Petri fuit affectualis et non realis, scilicet renunciavit usui, non dominio, ut patet, quia post resurreccionem Christi reversus est ad laborem et statim intravit navem piscando, ex quo concluditur, ut tactum est. Auf unseren vielleicht nur unvollständig kopierten Traktat folgt ein „, Tractatus contra Feymeros“.

2) Zeitschrift für Kirchengeschichte VII (1885), S. 511 ff.
3) fol. 238b heisst es von den Lolharden“: occasionem sui

« ͹˹Թõ
 »