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wart, Zukunft. Alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes. So also soll man uns ansehn, als Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes.“

Jesus vertritt den Geist Gottes auf Erden! Wenn er sagt

Joh. 6,16: „Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat"

Und an anderer Stelle

Matth. 24,35: ,,Der Himmel und die Erde werden vergehn, aber meine Worte sollen nimmermehr vergehn“, ... so bedeutet das für seine Anhänger sowohl als auch für seine Gegner: Das Wort Gottes, welches Jesus mit seiner Person vertrat, steht geschrieben am Anfang aller Dinge und wird nimmermehr vergehn.

Man hat die Bewegung, welche Jesus in seinem Volk hervorgerufen, eine sehr „kleine“ genannt! Halten wir uns daran und bleiben wir bei dem „Senfkorn“, mit welchem Jesus das Himmelreich vergleicht, so berührt uns das merkwürdige Wort: „Ehe denn Abraham ward, bin ich“ (Joh. 8,58)

heute besonders mächtig. Denn wir kennen jetzt die Zeit, welche , vor Abraham"*) war, in ihren primitiven Anfängen!

Wir haben in der ersten Folge unseres Buches (1904) bereits von Eridu und dem ,, ersten Menschen“ gesprochen bei Gelegenheit der „Busse“ in Ninive, und haben gesagt, dass unser Thema freilich unerschöpflich sei, haben versucht, aus einigen wenigen lehrreichen Sätzen der alten Welt eine endlose geistige Anregung darzustellen. Doch hat

uns dabei einen Mangel an Logik vorgeworfen und von anderer Seite wurden wir unverständlich befunden!

Möchte es uns gelingen, diesmal den Fehler wieder gut zu machen! Und so bitten wir unsre freundlichen Leser, mit uns Quelle zu treten, aus welcher die Niniviten schöpften, und die aus dem alten Eridu, diesem „Senfkorn“ unter den Kultstätten des alten Orients, noch heute voller Leben fliesst.

man

an die

*) Siehe hierzu auch: , Abraham als Babylonier und Joseph als Aegypter“, von Hugo Winckler.

Wie wir aus der Parabel Adapa und der Südwind ersehen, wurden im alten Eridu die beiden Gottheiten Anu der Himmel, Himmels-Gott, und Ea, der Erden-Gott heilig gehalten.

Im Lichte dieser beiden Gottes - Begriffe wandelte der erste Mensch", *) und wir tun am besten, bier mit einem uralten Schöpfungsbericht, deren es in der Keilschriftliteratur mehrere Fragmente aus verschiedenen Zeitaltern gibt, zu beginnen : **) 1. Ein heiliges Haus, ein Götterhaus, war

an reinem Ort (ašri ellim) noch nicht

geschaffen, 2. ein Rohr nicht hervorgesprossen, ein

Baum nicht geschaffen, 3. Ziegel nicht gelegt, ein Unterhaus nicht 4. ein Haus nicht gemacht, eine Ansied

gebaut,

*) 1. Folge (1904), S. 25, 27-28.

**) Siehe A. Jeremias: Das Alte Testament im Lichte des alten Orients. Mit 145 Abbild. und 2 Karten. Leipzig, J. C. Hinrichssche Buchhandl. 1904. Und: Assyrisch - babylonische Mythen und Epen, von P. Jensen, 1. Hälfte.

lung nicht erbaut, 5. eine Ansiedlung nicht gemacht, Gewimmel

noch nicht vorhanden, 6. Nippur nicht gemacht, Ekur *) nicht

gebaut, 7. Uruk nicht gemacht, E-ana **) nicht

gebaut, 8. der apsů ***) nicht gemacht, Eridut)

nicht gebaut; 9. für heilige Häuser, für Götterhäuser war

die Stätte noch nicht gemacht; 10. die Länder allesamt waren noch tâmtutt) 11. das Feste der Insel war Wasserfluss: ttt) 12. da wurde Eridu geschaffen, Esagila**)

erbaut,

*) Bêls Heiligtum. **) Anus Heiligtum. ***) „Der Ozean“, Eas Sitz.

+) Eas Haus. #t) Meer, das Urchaos. ttt) Es gab noch keine Insel.

*+) Eas Reich.

13. Esagila, welches inmitten des Ozeans

der Gott Ungal-dul-azag bewohnt.*)

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Gott Ungal-dul-azag ist Marduk von Eridu, dessen Wohnung Esagila später nach Babylon verpflanzt wurde.

Wir befinden uns jetzt aber noch in dem Zeitalter, welches Abraham

war, in welchem sogenannte Stadtkönige über Teilgebiete Babyloniens regierten. Man kann hier zurückrechnen bis um 3000 v. Chr., vielleicht auch noch weiter in eine graue Vorzeit hinein

denn es tritt uns gleich mit den ersten keilschriftlichen Nachrichten bereits eine hohe Kultur entgegen, die eine Vorzeit bedingt.

Die kleinen Kultzentren von Lagasch, Akkad, Erech, Ur, Isin, Larsam und dem anfänglich noch nicht hervorragenden Babylon bilden jene uralte Kulturwelt, die bis in ansre Zeit als grundlegend angesehn wird.

*) Marduk von Eridu. Siehe hierzu A. Jeremias' Darlegungen in: Das Alte Test, im Lichte dos alten Orients.

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