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vom Leiden des Erretters ausgesprochen wird. Wie Tiamat und Marduk, Set und Typhon stehen sich Schlange und Weibessame (vgl. Adapa als „Menschheitssame“ s. S. 97. 167) gegenüber. Das Paradies wird verschlossen. Der Drachentöter wird das Paradies und damit den Zugang zum Lebensbaum zurückerobern. In der Bildersprache der Apokalypse ist das Gesamtbild deutlich zu erkennen. In den Urgeschichten sind die Züge verblast.

3, 17: Verflucht sei die Erde; durch deine Arbeit (in Mühsal) sollst du sie nutzbar machen. Statt baʻabureka „um deinetwillen" ist wohl ba-'abod-ka zu lesen, Sept. £y rois čoyous gov. ,,In Mühsal“ beissabon ist vielleicht Glosse. Während bisher der Natursegen von selbst sich einstellte im goldenen Zeitalter, muß jetzt die Erde mühsam bearbeitet werden 1. akalu ,,nutzbar machen“, „den Nießbrauch haben“, t. t. z. B. im Cod. Hamm. 13a, 1: adi baltat ikal „ihr Leben lang soll sie (die Schenkung des Mannes) nießnutzen“, 15a, 13. 57. 73.

3, 24: ,,Und er liek vor dem Garten Eden die Koruben sich lagern und die Flamme des hin und her sich bewegenden Schwertes, zu bewachen den Weg zum Baume des Lebens.

Es ist an Gestalten zu denken, wie sie in den Torlaibungen und an den Terrassen der Paläste und Tempel stehen, und an die vor den Toren lagernden ägyptischen Sphinxe. Insbesondere werden die menschen- und adlerköpfigen Genien unserer Vorstellung zu Hilfe kommen, die wir zur Rechten und Linken vom Lebensbaum finden ?. Sie stehen oder lagern hier vor dem Paradiese, am Eingang zur himmlischen Welt. Bei Ez if. sind die Kerubim die Träger des Thronwagens, in der Apokalypse 4, 6 sind sie die Thronträger.

Einen inschriftlichen Beleg für das entsprechende babylonische Wort kirûbu können wir nicht beibringen; vgl. jedoch Hommel, Grundriß 276, Anm. I, und 324 (gud-dub karûbu:). Lenormant wollte das Wort auf cinem Amulet in der Collection de Clercq gelesen haben (s. KAT ? 39). Ich habe durch eine Korrespondenz mit Mr. de Clercq vor Jahren festgestellt (s. Roscher, Lex. Art. Nergal), daß in diesem Falle bei dem genialen Lenormant der Wunsch der Vater der Entzifferung war. Der babylonische kirûbu treibt trotzdem noch allenthalben sein Wesen.

Die Flammi des hin und her sich bewegenden Schwertes.Es ist das Schwert, das später der Drachenkämpfer führt und

) 5, 29 bestätigt Lamechs Wort diese Auffassung; 8, 21 „ich will die Erde (um des Menschen willen nicht mehr verfluchen“ ist „um des Menschen willen“ vielleicht Glosse auf Grund der Lesung ba'abur 3, 17. S. hierzu Winckler F. III, 389 ff. 2) Vgl. oben Abb. 65-67.

das als „zweischneidiges“1, d. h. auf beiden Seiten geschliffen, mit beiden Händen gefaßt und nach rechts und links geschwungen wird (das liegt vielleicht in dem mithapeket, sofern es zum Schwertmotiv gehört) ?.

Es scheint aber noch eine andere Vorstellung hineinzuspielen, die im vorliegenden Texte verwischt ist. Das flammende Schwert hat hier keinen Träger; die Phantasie muß zu Hilfe kommen, die es einem Kerub in die Hand gibt, etwa wie 4 Mos 22, 23ff. der Engel mit gezücktem Schwert Bileam entgegentritt. Beim Zugang zum Paradies bez. zur himmlischen Welt erwartet man aber nach dem orientalischen Weltbild noch ein zweites Hindernis: die Feuerlohe 3. Sure 72, 8 heißt es: „Wir rührten den Himmel an und fanden ihn voll von Wächtern und Feuerbrand". Man denke ferner an die ,,Waberlohe", durch die der Retter Siegfried hindurch muß. Das Wort son, bei dem der überlieferte Text an Schwert denkt, könnte in der Tat auch Gluthitze bedeuten 4. Neben den Kerubim würde dann „ die Flamme des lodernden Feuers“ den Zugang zum Lebensbaum versperren.

Daß man später unter der „Flamme des zuckenden Schwertes“ den „Blitz“ verstanden hat, dürften die Zusätze zu Daniel II (Susanna, Kautzsch, Apokr. S. 188f.) zeigen, wo der Engel des Herrn „mit dem Schwert“ angekündigt wird (II, 59), während er bei dem Strafvollzug (II, 62) Feuer mitten durch die in die Schlucht Geworfenen schleuderte (damit ist doch wohl der Blitz gemeint).

Thureau - Dangin weist in der Revue d'hist. et de litt. rel. I, 146 ff. auf eine Stelle der Inschrift Tiglatpilesers I. (col VI, 15, S. KB I, 37): Nach der Zerstörung der festen Stadt Hanusa errichtet Tiglatpileser auf der Ruinenstätte einen „ehernen Blitz“ und schreibt darauf eine Verherrlichung seines Sicges und eine Warnung vor Wiederaufbau der Stadt. „Ein Haus von Ziegelsteinen errichtete ich darauf und stellte jenen Blitz aus Kupfer darinnen auf.“

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) Vgl. Apk 1, 16 (hier bildlich für Zunge des Weltenrichters, der das vernichtende Urteil spricht) mit 2, 12, wo es der Kämpfer gegen den in Pergamon thronenden Satan (2, 16!) trägt.

?) „Schwert, das nach allen Seiten schlägt“, „haue hierhin, haue dahin“ in 1001 Nacht, das „hauende Schwert“ des Siegfried, Theseus usw. S. hierzu und zum Folgenden (Waberlohe) Winckler F. III, 392 f.

31 S. 28 u. Ö. Darf an den brennenden Dornbusch erinnert werden, der 2 Mos 3, 2 die Gottesnähe anzeigt?

*) Horeb (Sonne) neben Sinai (Mond) s. Winckler F. III, 308 vgl. oben S. 23 Anm. 1.

Siebentes Kapitel.

Die Urväter.

i Mos 4, 17 ff.: Die Kainiten. i Mos 4, 25f., 5, Iff.: Die Sethiten.

Daß in den Ahnentafeln zwei Varianten einer Überlieferung vorliegen, hat neuerdings allgemeine Zustimmung gefunden. H. Zimmern 2 vermutet, das zu den beiden Varianten von zehn Urvätern und sieben ,,Weisen"3, als welche ja die ,,erfinderischen Urväter" in i Mos 4 in erster Linie erscheinen, bereits im Babylonischen der Prototyp vorliege in der Zehnzahl der Urkönige und in der Siebenzahl der Offenbarungsmittler.

Das folgende babylonische Material kommt in Betracht:

1. Die Babylonier erzählen ebenfalls von Geschlechtern ,vor der Flut“. Sie reden von Zeiten vor der Flut“ und eine Liste von Namen altbabylonischer Könige V R 44, 20a trägt die Überschrift: „Dies sind die Könige nach der Flut." Im GilgamešEpos ist von Königen die Rede, „die von uralters das Land beherrschten", und von der Stadt, ,, die uralt war", als die SintAut hereinbrach. Der Text der „Weltkarte“ Abb. 9 (S. 16) nennt den Helden der Sintflut Ut-napištim als einen der Könige, die vor der Flut regiert haben. K 4023 werden magische Anweisungen auf „Aussprüche der alten Weisen vor der Flut“ (ša pi abkalle labirûti ša lam abûbi) zurückgeführt

Ausdrücklich wird für diese Zeit schriftliche Tradition behauptet. Asurbanipal sagt, er habe ,,Steine aus der Zeit vor der Flut" gelesen. Berosus berichtet, wie S. 47 besprochen wurde, von Tafeln, die der babylonische Noah vor der Flut in Sippar verbarg und deren Inhalt nach der Flut von seinen Kindern unter den Menschen verbreitet wurde.

1) Zuerst Buttmann, Mythologus 1828 I, 1709. Vgl. Budde, Die bibl. Urgeschichte 90 ff.

2) KAT 541.

3) Zehnzahl und Siebenzahl bei den Urvätern und Urkönigen bei Agyptern, Phöniziern, Persern, Indern, Chinesen, s. Lueken, Die Traditionen des Menschengeschlechts, 148 ff. Hier genügt sicher nicht „Völkeridee" zur Erklärung

+) S. mein Izdubar-Nimrod 1891, S. 37; vgl. oben S. 64.
5) Vgl. KAT : 537.
6) Lehmann, Samaššumukin II. Tafel XXXV, Z. 18.

Listen von Urkönigen und nähere Aufschlüsse über die Weisen der Urzeit haben sich in den bis jetzt zugänglichen Keilschriftquellen nicht gefunden. Jedoch darf die Liste der zehn Urkönige bei Berosus nach den Erfahrungen, die wir mit seinen übrigen Berichten gemacht haben, als zuverlässig gelten'. Einige bestätigende Spuren sind gefunden. In einem Mythenund Epen-Katalog? werden die Weisen genannt, denen die alten Legenden in den Mund gelegt werden, und von denen einige als vorsintflutliche Weise gelten dürfen. Ihre Namen stimmen zum Teil mit den Namen bei Berosus überein.

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2) S. hierzu meinen Artikel Oannes-Ea bei Roscher, Lexikon der Mythologie III, 577 ff. und dazu jetzt vor allem Zimmern KAT 3 530 ff.

2) Veröffentlicht von Haupt, Nimrod-Epos 90-92.

3) Vgl. oben S. 97. 166. Adapa ist Demiurg, Logos. Die spätjüdische Tradition macht Seth zum Messias. Die Gleichsetzung von Arûru und Adapa findet sich, wie ich nachträglich sehe, bereits bei Hommel, PSBA 1893, 243 ff.

*) S. meinen Artikel Oannes - Ea bei Roscher, Lex. der Myth. III, Sp. 587, Anm.

5) Vgl. aramäisch kainâjâ ,,Schmied“. Die Identifizierung von KainĶênan und Ammenon-ummânu stammt von Hommel. 6) S. oben S. 47.

*) Vgl. die Überlieferung der Pseudepigraphen, nach der Henoch wie Enmeduranki in alle Geheimnisse des Himmels eingeweiht wird. Er schrieb nach Sohar Chadasch fol. 35, col. 3 (zitiert nach Nork, Rabb. Quellen 272, Zur Charakteristik der Sohar-Literatur s. BNT 65) seine Wahrnehmungen in ein Buch; das ist nach der Sage das kabbalistische Buch Jezirah. Die 365 Lebensjahre des Henoch sind deutlich die Sonnenzahl!! Das jüdische Han û ka-(Henoch-)Fest ist Wintersonnenwendfest (24. Dezember), später mit einem historischen Ereignis (Tempelweihe) verknüpft. Jubiläen 4, 21: „Henoch war bei den Engeln Gottes

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,,Henoch wandelte mit Gott" 5, 24 (vgl. 17, i bei Abraham : Wandel vor dem Angesicht Gottes). Gemeint ist in Gemeinschaft mit Gott, wie Enmeduranki S. 47, der die himmlischen Geheimnisse empfing. „Weil er mit Elohim gewandelt war, verschwand er einst: Gott hatte ihn entrückt5, 24. Zur Entrückung des Henoch ist auch die Entrückung des babylonischen Noah mit Weib und Steuermann zu vergleichen. Berosus sagt ausdrücklich, sie seien ,,entrückt worden“ (yevéolai àqavn). Die babylonische Erzählung sagt, sie seien in die „Versammlung (puhru) der Götter“ gekommen und hätten „Leben“ erlangt: ,,Da nahmen sie mich, und in der Ferne an der Mündung der Ströme ließen sie mich wohnent." Dabei ist derselbe Ausdruck gebraucht (lekû), wie bei der Entrückung des Henoch und Elias (2 Kg 2, 3ff.), worauf Zimmern aufmerksam macht, und wie Jes 53, 8 bei der Apotheose des leidenden Erretters!

6 Jubiläen, und sie zeigten ihm alles, was im Himmel und auf Erden ist, die Herrschaft der Sonne, und er schrieb alles auf.“ Das heißt: sie führen ihn in die Geheimnisse des altorientalischen Weltbildes ein, wie es bei den Mysterien des Mithras geschieht. In der von Dieterich veroffentlichten Mithrasliturgie soll der Myste wie ein Adler (zu 5 Mos 32, II) den Himmel beschreiten und alles beschauen. Er wird selbst wie ein Wandelstern sein und den Weg der Götter sehen!

" So heißt ein „Weiser von Ur“, dessen ,,Geheimnisse“ (nişirtu – derselbe Ausdruck, den der babylonische Noah vor der Sintfluterzählung braucht ein noch unveröffentlichter Text mitteilt (Zimmern).

? Vater des babylonischen Noah. Tutu ist Marduk als Herr der Beschwörungen. Otiartes wird in Opartes zu korrigieren sein.

s, „Der Erzgescheite“, Beiname des babyl. Noah (Ut-napištim), Xisuthros ist die l'mkehrung. Er bittet in einem Epos (s. S. 2421 die Götter um Befreiung der Menschen von schwerer Heimsuchung, die ihr Frevel verursacht hat.

+ Wir führen noch zwei klassische Analogien zur Entrückung zur Gottheit an. Ganymed, der dritte Sohn des Troas, wurde wegen seiner Schönheit in Sturm und Wetter weggenommen, um Jupiter als Mundschenk vgl. S. 54. 1681 zu dienen. Vgl. ferner auch Il. XX, 233.

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