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Mars. Ihre Mutter wurde wegen ihres Gelübdebruches ertränkt. Die Kinder ließ Aemulius gleich nach ihrer Geburt in einer Mulde in den Tiber werfen. An den Wurzeln eines Feigenbaums blieb die Mulde hängen. Hier fand sie eine Wölfin. Sie nährte die Kinder, bis sie vom Oberhirten Faustulus aufgefunden wurden!

Nach der Wilkinasage wurde Sigurd, Sohn des Siegmund, in einem Metglase im Flusse ausgesetzt, von einer Hinde großgezogen und von Mimer aufgefunden?

Ein Beispiel dafür, wie solche mythische Motive mit vollem Bewußtsein geschichtlichen Persönlichkeiten angehängt wurden, bietet Stratonike, die Wiedererbauerin des Tempels von Hierapolis und Gattin des Seleukos und dann ihres Stiefsohnes Antiochos. Die Erzählung überträgt die Züge der Ištar - Semiramis auf die Königin, und offenbar soll auch der Name an Ištar anklingen '.

2 Mos 2, 15.

Moses flieht nach Midian. Die eigentlichen Motive der Flucht haben wir uns an der Sinuhe-Geschichte veranschaulicht, S. 298. Moses war gewiß bereits damals eine politische Persönlichkeit, vgl. 2 Mos II, 3. Er kommt nach Midian (s. S. 387) zu Jethro, der am Horeb als kohen (= arab. kâhin) an einem Heiligtum seines Amtes waltete innerhalb einer Organisation, die wir uns ähnlich wie die des Stammes der Koreischiten am Mekka-Heiligtum vorstellen dürfen. Die Geschichte führt uns in minäisches Kulturland, in ein Gebiet, auf dem später das Nabatäerreich und dann die römische Provinz Arabia Peträa blühten. Der Kultus in jener Gegend zeigt, wie wir sehen werden (S. 433), viel Verwandtschaft mit dem späteren israelitischen Kultus. Vielleicht war er das Bindeglied zwischen den Hebräern in Kanaan und den Hebräern in Gosen. Zu Babylonien und Ägypten meldet sich jedenfalls als drittes Kulturzentrum, das seine Einflüsse auf Israel geltend macht: Arabient.

Das nordwestliche Gebiet, einschließlich der Sinai-I lalbinsel, das den Schauplatz der Exodus-Geschichte bildet, war in jener Zeit von minäischer Kultur mindestens in demselben Grade beherrscht, wie heute von der islamischen Kultur. Bis kurz vor der mosaischen Zeit gehörte es zur ägyptischen Macht

1) Ein vor kurzem entdecktes Wandgemälde in Pompeji stellt den Mythus anschaulich dar.

2) Weitere Beispiele BNT 31. Dort sind auch S. 28 f. Beispiele für das Motiv der Ernährung des Bringers des neuen Zeitalters durch die Himmelskönigin aufgeführt.

3) S. Winckler, Gesch. Isr. II, 227f.; mein Kampf um Babel u. Bibel + S.35.

*) Zum Folgenden vgl. Nielsen, Altarabische Mondreligion, Straßburg 1904. Das Buch bietet wertvolles Material und enthält viele anregende Gedanken, leidet aber an Mangel historischer Kritik. Der Text der Überlieferung wird ohne Quellenscheidung und Kritik übernommen.

sphäre, wie die Inschriften von Meghâra und Jarbut el hadam zeigen. Die Ägypter holten hier Malahit (mafkat); sie nennen die Bevölkerung die Mentu. Bereits die ältesten bekannten Pharaonen, wie Snefru, Chufu (Cheops), ferner Csertesen II. und Amenemhat III. erwähnen das Gebiet als ihre Interessensphäre. In den für uns in Betracht kommenden Zeiten schweigen die Inschriften über diese Gegend, nur Ramses II. in einer MegháraInschrift erwähnt sie gelegentlich. Wenn Moses nach Midian ging, so überschritt er als politischer Flüchtling die Machtsphäre des Pharao, wie einst Abraham (S. 328 f.) die Grenze des Reiches Hammurabis überschritt, als er nach Kanaan zog. Die ägyptische Herrschaft war durch den Einfluß der südarabischen Handelsstädte abgelöst, die ihren Einfluß bis zu den Philisterhäfen geltend machten. Das Alphabet der sog. Harra-Inschriften, das südarabischen Einfluss zeigt, und die sog. Lihjan-Inschriften bezeugen südarabische Kultur in Nordwestarabien 1

Es ist Hoffnung vorhanden, daß uns Inschriften von Ma'in, wie sie Ed. Glaser gesammelt hat, einst über jene Gegenden im 2. Jahrtausend Aufschluß geben. Aus dem Ende des 2. vorchr. Jahrtausends stammen 70 von Euting zwischen Petra und Medina gefundene kleinere Inschriften, die in minäischer Schrift und Sprache abgefaßt sind. Sie beweisen die politische Abhängigkeit vom südlichen Mutterlande und die Herrschaft minäischer Kultur und Religion in Nordarabien für die ,, Minäer von Musr“ (Ma'ân Musrân), wie sie in den südarabischen Inschriften genannt werden. Wir werden die gleichen Zustände für die Verbindungsstraßen zwischen Ägypten und Palästina voraussetzen dürfen.

2 Mos 3, 1 (E). Moses hütet die Schafo Jethros, des Priesters von Vidian. Es wird sich um die Opferherden des minäischen Priesters handeln?. Er wäre dann Tempelhirt. Eine Bama, die in jener Gegend erhalten ist, stellt Abb. 152 dar.

Horeb und Sinai als Gottesberg. Der Gottesberg (har ha -elohîm) heißt bei E Horeb 2 Mos 3, I; 17, 6, wo in einer Art Glosse der Wunderfels ,,der Felsen

1) S. Hommel, Aufs. u. Abh. 230 ff.; Winckler F. III, 367 ff.; Weber MVAG 1901, iff. Die Sinaihalbinsel gehörte zu dem geographischen Begriff Meluhha (Nord- und Westarabien, im Gegensatz zu Magan, das Ostund Südarabien bezeichnet).

2) Nielsen 1. c. 132. Das folgt aber nicht aus dem Weideplatz am Horeb. Die Geschichte will wohl sagen, das Moses unversehens an die heilige Kultstätte der Väter kommt.

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am Horeb“ heißt1. Ebenso hat das Deuteronomium den Namen Horeb (zu 5 Mos 33, 2 s. sogleich).

Sinai heißt der Berg in den alten poetischen Stücken 5 Mos 33, 2 („Jahve kam vom Sinai her“; Parallelglied: ,,er glänzte auf von Se'îr“) und Ri 5, 4f.: „Als Jahve auszog aus Seir (Parallelglied: Edom, s. S. 371), da wankte vor ihm der Sinai.“ Vgl. Ps 68. Auch J nennt den Berg Sinai (zu Sinai bei P s. später); 2 Mos 19, II, 18 (Jahve fährt vom Sinai herab), 34, i ff.

Wo suchen diese Überlieferungen den Gottesberg? Es stimmt m. E. alles zu der Gegend von Kadeš Barnea. Hier ist Seir-Edom-Gebiet. Dazu passt die Angabe vom midianitischen Gebiet (22727 2 Mos 3, 1; Midian zu Mușr gehörig, s. S. 413) und auch die Angabe 2 Mos 3, 18 „drei Tagereisen weit“, wobei an gute Heerstraße zu denken ist.

Auch die Reise Elias' nach dem Gottesberge Horeb i Kg 19, 8 bietet keinen Widerspruch. Die 40-Zahl ist MotivZahl, sie ist zu beurteilen, wie die 40 Jahre bei P. Elias ist nach dem 1. Tage der Wanderung totmüde. Die alten Stellen 5 Mos 33, 2 und Ri 5, 2 ff. machen es überdies gewiß, daß Elias in die Edom-Se'ir-Gegend wandert.

Die späteste Quelle P spricht allein von der ,,Wüste Sinai“. Die Stationenwanderung zum Gottesberg wird hier in die fernere Gegend, in den Süden der Sinai-Halbinsel, verlegt. Daran knüpft dann die spätere Tradition an, die als Sinai den Serbal (seit Eusebius; für das höhere Alter der Tradition sprechen die zahlreichen Inschriften in diesem Berggebiet) und den Dschebel Musâ (seit Justinian) bezeichnet. Die Verlegung in fernere Gegend entspricht der Vorliebe der späteren utopistischen Geographie, die aus dem nahal Musri den Nil, aus ‘eber hannahar das Euphratgebiet gemacht hat *.

') 33, 6 „vom Berge Horeb“ gehört keinesfalls hierher. Die Konjektur, die die Worte in 33, 9 einfügt („So oft Moses zum Zelte kam, senkte sich die Wolkensäule herab vom Berge Horeb“) ist hinfällig, da diese fragmentarische Stelle ursprünglich gar nicht zu den Sinai- Erzählungen gehört, s. S. 442 f. Wir folgen Klostermanns Konjektur Pentateuch II, 448: pin : „Sie rissen sich ihren Schmuck ab, eilig machend das Herunterreißen.'

2) Ri 1, 16 (4, 11) redet von den Söhnen des Keniters (Stamm Kain!), des Schwagers Mosis (4 Mos 1o, 29 Hobab). Die Stelle wird zu į gerechnet. Dann wäre also auch nach J der Wohnsitz Jethro-Reguels nahe am israelitischen Gebiete zu suchen.

3) M. A. Levy in ZDMG 1860, 363 ff.; Lepsius, Denkmäler a. Ägypten u. Äthiopien VI, BI. 14-26. Die Inschr. b. Euting, Sinai-Inschr., Berlin 1891.

*) S. zu dem Thema und auch zum Folgenden Winckler F. III, 360 ff. * Der doppelte Name Sinai und Horeb wird im letzten Grunde auf eine kosmische Idee zurückzuführen sein. Der Gottesberg ist das Abbild des himmlischen Gottessitzes. Und dieser Gottesberg ist, wie wir S. 218. sahen, zweigipflig. Der kosmische Sinn würde mit Winckler 1. c. in den Namen zu suchen sein: Sinai, dem Mond entsprechend (Unterweltspunkt nach ägyptischer Rechnung), Horeb, der Sonnel (Höhepunkt des Kreislaufs in der heißen Region)?. Die gleiche kosmische Bedeutung hat Ebal und Garizim (s. S. 23). Sobald diese kosmische Betrachtung in Kraft tritt, wird die geographische Lage gleichgiltig. Vielleicht erklärt sich hieraus die zwiefache Überlieferung. Ebal und Garizim als Berge der Gottesoffenbarung lagen auch nicht für jeden Erzähler bei Sichem, wie 5 Mos 11, 30 zeigt, wo sie bei Gilgal-Bethel, also ebenfalls bei einer okalisierung des Gottessitzes (s. S. 374 f.) gesucht werden. *

Die Offenbarung aus dem brennenden Dornbusch 3, 2 ff. haben beide Quellschriften. Bei J verkündet Jahve's Engel, daß das Volk befreit werden soll. Bei E ruft Gott aus dem brennenden Dornbusch. Sie sollen ihm als dem Gott der Väter an diesem Berge huldigen.

3, 5: Tritt nicht näher herzu! Ziehe deine Schuhe aus, denn die Stätte, auf die du trittst, ist heiliger Boden." Es entspricht das nicht nur arabischer Sitte, die noch heute im Bereich des Islams herrscht. Šemot rabba zu 3, 5 sagt: Ebenso verrichten die Priester barfußs den Tempeldienst. Noch heute hat sich die Sitte beim Versöhnungsfest erhalten?

Der Dornbusch ist der Gottessitz. Er ist vom Gottesberge nicht zu trennen. 5 Mos 33, 16 (Mosessegen) wohnt Gott im Dornbusch. Das lodernde Feuer (labbat-eš mitok ha-sene) ist dasselbe wie die Waberlohe, die i Mos 3, 24 den Zutritt zum Gottessitz verschließt + Das Lebenswasser in diesem Paradies“ finde ich in dem „Wunderfelsen am Horeb“ 2 Mos 17, 6.

*) hrb wie 1 Mos 3, 24, s. S. 219 „Waberlohe“ (am Nordpunkt des Weltalls); zu hrb Gluthitze vgl. Stellen wie i Mos 31, 40. Zu dem Gegensatz Horeb-Sinai s. auch S. 23, Anm. 1. Oder ist Horeb in der Bedeutung „Trockner“ als abnehmender Mond im Gegensatz zu Sin als zunehmendem Mond zu fassen? Die beiden Mondphasen prägen den gleichen Gegensatz aus, wie Sonne und Mond in Opposition.

2) Vgl. S. 334 Anm. 1. 3) S. Nathanael (Berl. Inst. jud. 1902, S. 79'.

4) Vielleicht darf an die Variante vom verlorenen Paradies erinnert werden, wie sie in Märchenform im Dornröschen vorliegt.

5) S. 199f., vgl. den Anfang dieses Abschnitts S. 415 f.

Die Offenbarung des Namens Gottes bezeichnet ihn als Ich will werden, der ich bin“, d. h. was Gott an sich ist, soll in den zukünftigen Geschehnissen offenbar werden, zunächst im Sinne der hier angekündigten Rettung. „Du sollst zu den Israeliten sagen: 0,1 hat mich su cuch gesandt."

Eine gewisse Analogie bietet die Geschichte der Entstehung des dodonäischen Orakels nach der Deukalion-Flut. Die Taubenpriesterinnen sagen: „Zeus war, Zeus ist, Zeus wird sein, o du großer Zeus“ (Zɛvs hv, Ζεις έστι, Ζευς εσεται, ώ μεγαλε Ζευς), Paus. Χ, 12, 1ο.

Ähnlich die von Plutarch de Is. et Osir. c. 76 überlieferte Überschrift des Tempels zu Sais: Εγω ειμι το παν το γεγονος, και ον, και έσομενον.

2 Mos 3, 16 s. S. 331; 3, 18 s. S. 325.

2 Mos 5, 5. „Es sind viele und ihr wollt sie feiern lassen.Winckler, OLZ 1901, 249 verbessert den Text gut in „faul ist das Volk“ (1997) statt 0277). Es wäre sonst kein Gegensatz. „Durch Arbeiten werden es doch nicht weniger; denn tot arbeitet sich kein Mensch im Orient.“

2 Mos 4, 2 erscheint der Hirtenstab Mosis als Schlangenstab (vgl. 7, 15 ff.). Es ist nicht der Wunderstab, den Moses v. 17 vgl. 20 bekommt (Stab Gottes). Zu dem letzteren vgl. S. 377. Hier zeigt sich zum ersten Male das Schlangensymbol, das als Symbolum der Gottheit in jenen Gegenden (vgl. das Schlangenmonument von Petra, S.458, die aufgerichtete Schlange 4 Mos 21, 8f., nehuštân 2 Kg 18, 4) bezeugt ist. Bedeutet die Verwandlung des Hirtenstabes Inaugurierung?

2 Mos 4, 14 (E) wird Moses „sein Bruder Aaron, der Levit" als Begleiter gegeben (vgl. 7, I und 4, 16: Moses ist Gott 2 und Aaron sein Sprecher, s. S. 410). „Der Levit“ ist hier Amtsname, und es ist sehr zu beachten, daß lawi' eine minäische Priesterklasse bezeichnet (S. 433). „Dein Bruder“ (ahika) muß nicht leibliche Verwandtschaft bezeichnen; an Stellen wie 4 Mos 8, 26 bezeichnet es den Priesterkollegen. Die Annahme, daß Aaron ein minäischer Priester ist, der Moses begleitet, ist nicht von der Hand zu weisen, wozu auch die Namensform stimmen

1) Wir stimmen Wellhausen zu, der mit Ibn Ezra 11" für 10x liest (s. Prockschl. c. S. 65). Aber es wird nicht grammatische Form sein (ann im Munde Mosis und 1998 im Munde Gottes); vielmehr stammt die Lesung aus u. E. aus einer Zeit, in der man bereits eine grammatische Form in dem Namen suchte. Die Aussprache des feierlichen Namens (s. S. 336) wird vielmehr Jehovah von jeher gewesen sein mit den Vokalen von 'Adonai ('Edonai).

2) Für die Bedeutung des „Gott sprach zu Mose“ ist das von Belang. Moses-Orakel sind Gottessprüche.

3) S. Nielsen, S. 138, den freilich die Quellen nicht kümmern. Die vom Redaktor benutzten Quellen vermischten bereits damit die andre Tradition, die bei J ausgeprägt ist, und die Moses und seine Familie mit Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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