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nennen.Und es entspricht das auch dem, was wir aus der orientalischen Weltanschauung heraus, innerhalb deren der Kultus entstanden ist, erwarten müssen. Es ist also ein kultisches Gerät, das einen himmlischen Mikrokosmos darstellt (s. S. 44 ff.). Klostermann hat mich davon überzeugt, daß es sich in der Symbolik des Kultus bei der Lade zunächst nicht um den Thron selbst, sondern um den Schemel des Thrones handelt 1 2 Mos 24, 10 erblicken Mose und seine Gefährten auf dem Berge den Gott Israels auf seinem Thron: „Zu seinen Füßen war ein Pflaster aus Saphir und wie der Himmel

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zur Zeit der größten Klarheit.Wenn der Bericht von der Vision vollständig wäre, so hätten wir eine Beschreibung des göttlichen Thrones auf dem Berge, dem der Thron im ’ohel moʻed entspricht. Dem geschilderten Fußgestell entspricht die kapporet der Lade. Ein entsprechendes Kultgerät ist die Deckplatte (raķîa') der Merkaba, die als Thronwagen Gottes von Norden her kommt bei Ezechiel, vgl. Ez 1, 22: Über den Häuptern der Tiere war ein Gebilde wie cine raķîa', glänzend

1) Klostermann I. c. S. 73. Vgl. Ps 132, 7: „Laßt uns in seine Wohnung eingehen, vor dem Schemel seiner Füße niederfallen; brich auf, Jahve, nach deiner Ruhestätte, du und deine mächtige Lade.“ Ez 43, 7: „Hast du gesehen die Stätte meines Thrones und die Stätte meiner Fußsohlen?" i Chr 28, 2 erscheint die Lade als „Schemel der Füße“ Jahve's (V. 18 nennt die Keruben, die das Adyton im Tempel decken, merkaba, wie Ez i der Keruben-Thronwagen Gottes heißt).

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wie Kristall." In diesem Zusammenhange ist übrigens sehr zu beachten, daß die Chronik die Kerubim, die im Tempel die Ladedecken, merkaba nennt (1 Chr 28, 18). Die Quelle des Chronisten kennt den Zusammenhang zwischen dem Throne Gottes, der Lade und dem göttlichen Thronwagen bei Ezechiel 1.

Aber wenn auch der Deckel der Lade als Untersatz des Thrones gilt, so ist das doch

Manill nur pars pro toto. Die Verzierungen der Lade sind die des göttlichen Thrones. Und

Abb. 142: Heiliger Schrein vom ägypt. 2 Mos 25, 22; 4 Mos 7, 89 kommt Götterschiff. (Ohnefalsch-Richter, die Stimme Gottes von der

Kypros, Bibel und Homer). ,,Deckplatte" her, zwischen den Keruben hervor. 2 Mos 25, 20 werden Keruben-Gestalten als Thronträger an dem Deckel der

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Lade angebracht: „Es sollen die Kerube ihre Flügel nach oben (gegen die Deckplatte hin) ausgebreitet halten, indem sie mit ihren Flügeln die Deckplatte überdecken, während ihre Gesichter ein

2) Daß die Rabbinen den Zusammenhang zwischen dem Thronheiligtum Gottes auf dem Sinai, dessen irdisches Abbild doch das Zeltheiligtum sein soll, und der Merkaba mit den vier Tieren kannten, beweist die S. 452 Anm. 1 herangezogene interessante Stelle aus Schemot Rabba. ander zugekehrt sind; cins gegen das andre 1 sollen die Gesichter der Kerube gerichtet sein.Die Kerube sind als Thronträger gedacht wie bei der Merkaba Ezechiels. Vielleicht behält auch Klostermann mit seiner Annahme recht, daß es sich um vier Kerube handelt (zwei Keruben, jeder mit doppeltem Gesicht).

* Die Lade als Kasten und die mit Keruben geschmückte kapporet? als Thron bez. Thronschemel haben einen logischen Zusammenhang, der in der mosaischen Kult-Symbolik nicht mehr zu erkennen ist. Hier ist die Lade der heilige Schrein für die Gesetztafeln. Sofern die Lade zum Throne gehört, stellt sie im altorientalischen Mythus von der Erlösererwartung den Kasten dar (bez. das Schiff, Schiff der Isis, Arche der Sintflut), in dem der zukünftige Retter geborgen wird. Nachdem die Wasser (Winterzeit) durchschifft und die Gefahr überwunden ist (s. die Beispiele S. 409 ff.), tritt er die Herrschaft an. Der Retter entsteigt dem Kasten und der Kasten wird zum Thron, auf dem der Bringer des Weltenfrühlings sitzt. S. 409 wurde bereits auf Apk ii, 19; 12, iff. hingewiesen. Der Seher sieht die Lade (zipotós, wie Sept. zu 2 Mos 27, 21; 39, 35 etc.) im Heiligtum. Dann hat er die Vision von der Geburt des Sonnenkindes, das vom Drachen bedroht und im himmlischen Heiligtum geborgen wird. Ist der Thron, auf dem er Apk 12, 5 sitzt, die II, 19 gezeigte Lade im himmlischen Heiligtum? Die junge Quelle würde dann wieder einmal die Zusammenhänge deutlicher zeigen, wie die alten Berichte. Aber auch die religiöse Phantasie der alten biblischen Erzähler kannte vielleicht die Zusammenhänge. Die Lade heißt 'arôn, wie i Mos 50, 25 die Kiste, in die der Leichnam Josephs gelegt wird, dessen Gestalt mit den Motiven des Errettermythus (Tammuz-Osiris) ausgestattet wird (s. S. 386), und ebenso ist wohl der Leichnam Jakobs, der 40 Tage balsamiert und 70 Tage beklagt wird (1 Mos 50, 2) und um den man siebentägige „Ägyptertrauer“ auf der Hadad-Tenne hält (1 Mos 50, 10f., s. S. 400) im 'arôn aufgebahrt zu denken. 'Arôn entspricht also der Tammuz-Osiris-Lade. Der volkstümliche Mythus verkörpert die Erlösererwartung in Osiris und Tammuz. Darin liegt ja auch der Sinn der Osiris - Tammuz- Marduk - Motive, die wir in den Erzählungen fanden. Am deutlichsten fanden wir das Motiv des verfolgten und geborgenen Erretters in Mosis Kindheitsgeschichte. Wie das Apk 12 geborgene Sonnenkind tritt er nach seiner Errettung als Drachenkämpfer auf (Befreiung aus Ägypten, s. S. 180). Aber Moses ist doch nur ein Heros, der im Auftrag Gottes handelt. Der Retter ist Gott selbst. Daß er der Erlösergott ist, ist der Sinn der Offenbarungen am

*) „gegen die Deckplatte“ haben wir in den ersten Teil des Satzes verlegt. So fällt die unnatürliche Haltung vornüber auf die Lade gebeugt weg Das „gegen die Deckplatte hin“ bezeichnet m. E. nur die Richtung zur Deckplatte von der Seite her, vgl. Abb. 143.

2) Für das Verhältnis von Lade und Thron wäre die Frage von Wichtigkeit, ob die kapporet als Deckel der Lade oder als Aufsatz auf die an sich schon oben verschlossene Lade gilt. Nach 2 Mos 25, 17 ff. bildet sie ein gesondertes Stück, dessen Anbringung besonders befohlen wird; 2 Mos 26, 34; 31, 7 etc. wird sie auch als etwas Besonderes erwähnt.

unsrer

Horeb-Sinai. Darum liegt es sehr nahe, daß die Symbolik des Kultus am Sinai an die Requisiten des Erlöser-Mythus anknüpfte. Die von Gott mit göttlicher Einsicht begabten Künstler (S. 435) werden an die OsirisTammuz-Lade gedacht haben, als sie die Lade, den heiligen Schrein für die steinernen Tafeln, herstellten. Die Voraussetzung Ansicht ist natürlich die, das Jahve selbst für den Israeliten die Züge des heidnischen Osiris - Tammuz trug. Das ist auch sehr verständlich; denn in den Tammuz-Osiris - Mythen sind religiöse Realitäten verborgen: Erwartung eines göttlichen Erlösers. Das Volk wird freilich gröbere Verbindungslinien gesehen haben. In der reinen Jahve-Religion war nur das Symbol. übriggeblieben, das in feinen Konturen die poesievollen Formen des Mythus zeigt. Mit aller Reserve möchte ich die Frage aufwerfen, ob an Stellen wie 2 Mos 34, 23"; Mal 3, 1; Ps 114, 7 ’Adon direkt dem phönizischen Gottesnamen Adonis (= Tammuz) entspricht. Um Jojakim soll (Jer 22, 18) nicht geklagt werden: hoj adôn (Adonis als der Hinabgesunkene, dessen Auferstehung und Sieg man erwartet, s. S. 83 ff). Hingegen klagte man so um Josia, den man als Erlöser betrauerte und wiederersehnte, s. S. 91. Es wäre wohl denkbar, daß man den Errettergott, der im Heiligtum sich offenbart, mit dem gleichen Namen angerufen hätte.

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gestalten getragen. Abb. 145 S. 444 zeigt babylonische tragbare Throne in einer Götterprozession. Abb. 143 (Keruben aus Dendera) illustriert uns die 2 Mos 37, 9 (vgl. §. 439 f.) vorgeschriebene Flügelstellung der Keruben. Abb. 144 zeigt einen ägyptischen, heiligen Mysterienkasten, auf dem Schiff stehend. *

Der Bau des Heiligtumes bedeutet gewissermaßen einen kultischen Wiederaufbau des himmlischen Gottessitzes auf Erden, der nach der Vollendung des Weltenbaues errichtet wurde und der mit der Vertreibung aus dem Paradies verschlossen wurde. Die Erscheinung am Horeb zeigte Moses den mit Dornen und Waberlohe umzäunten Gottessitz (s. S. 416). Klostermann hat gezeigt, wie der Redaktor der Erzählungen, der Verfasser des Pentateuchs, auf die Zusammenhänge hat hinweisen wollen. Der Bau dauert nicht sieben Jahre, wie der salomonische Tempel, nicht sieben Tage, wie der Weltenbau, sondern sieben Monate? Den sieben Schöpfungswerken entspricht die siebenmalige Formel: „wie Jahve Mose befohlen hat“3. Die Fertigstellung des Materials 2 Mos 39, 32 wird mit Worten begleitet, die ausdrücklich an i Mos 2, if. erinnern. Und wie Gott am Ende des Werkes befriedigt ist (1 Mos I, 31) und Segen austeilt (1, 28; 2, 3), so segnet Moses 2 Mos 39, 43 die Baumeister. i Mos 2, if.: So wurden vollendet | 2 Mos 39, 32: So wurden sämtliche

der Himmel und die Erde mit Arbeiten für ’ohel moʻed vollendet ihrem ganzen Heer. Und Gott und die Israeliten taten ganz, wie vollendete am 7. Tage sein Werk, Jahve Mose befohlen hatte das er gemacht hatte.

taten sie. 1 Mos 1, 31; 1, 28; 2, 3. Und Gott sah, 2 Mos 39, 43. Als aber Mose wahr

daß alles, was er gemacht, sehr gut nahm, dass sie nunmehr die ganze sei .... Da segnete sie Gott und Arbeit getan hatten wie Jahve besprach zu ihnen Und Gott fohlen hatte, so hatten sie getan segnete den 7. Tag.

da segnete sie Mose. Zu dem Verhältnis der Urim und Tummim zum Baum des Lebens und Baum des Erkennens s. S. 450.

Im’ohel moʻed ist die Lade mit dem Keruben-Deckel also die Stelle, an der man sich Jahve gegenwärtig denkt. Als i Sa 4, 3 ff. die Lade Jahve's Sebaoth, der auf Kerubim thront, in ihr Lager

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1) I. c. S. 93
2) S. Klostermann I, 162 ff. II, 93.

3) 2 Mos 40, 19. 21. 23. 25. 27. 29. 32. Dieser siebenmaligen Formel muß ein siebenmaliges göttliches Gebot entsprochen haben (vgl. 2 Mos 25, 1; 30, 11. 17. 22; 31, 1. 12; 40, 1). Ebenso sieben Schnitte bei Anfertigung des Priestermantels 39, 1. 5. 7. 21. 26. 29. 31; sieben Abschnitte bei der Erzählung über die Priesterweihe und die erste Opferhandlung der Priester, s. Klostermann 1. c. II, 95.

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