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schen Stadt findet sich zweimal das Relief eines Kindes, das in beiden Händen aufsteigende Schlangen würgt, deren Leib auch von den Tatzen der beiden Löwen umkrallt wird, s. Abb. 151.

Unweit der Obelisken steht auf freiem Platze mit dem Ausblick auf den Berg Hor ein Doppelaltar, das besterhaltene deutliche Beispiel einer bâmâ. Der Hauptaltar (des Dusares)

hat einen in den Felsen gehauenen Umgang und diente zu

Brandopfern. Der Nebenaltar (der Allat) weist Einrichtung für

Spendeopfer auf. Vor den Altären liegt ein großer in den Felsen gehauener Hof mit einer Steinplatte in der Mitte und mit erhöhten Sitzgelegenheiten in Form eines Trikliniums an

den drei freien Sei

ten, s. Abb. 153. Abb. 154: Schlangenmonument (Petra).

4 Mos 21, 4ff. Nach einer Originalphotographie von Dr. Fr. Jeremias.

Im Süden von Petra, auf dem Wege nach dem Berge Hor, also in der Gegend, in deren Nähe die Geschichte von der ehernen Schlange spielt, erhebt sich eins der merkwürdigsten Monumente Petras. Auf einem gewaltigen Sockel in Würfelform windet sich eine riesige Schlange um einen Steinkegel. Der Unterbau enthält ein Grab. Zur Schlange, s. S. 417 und Abb. 154.

4 Mos 22, 5. Pethor, das am Flusse (nahar) liegt, die Heimat Bileams. Mit Marquart 1 nehmen wir an, daß unter dem Flusse

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1) Fundamente der israelitischen und jüdischen Geschichte, vgl. Winckler KAT 3 148.

der nahal Mușri zu verstehen ist, die Südgrenze von Judäa, die durch Mißverständnis zum „Bach Ägyptens“ geworden ist. Das Pitru der Keilinschriften, z. B. bei Salmanassar II., KB I, 133, das in Mesopotamien am Sagur, einem Nebenfluß des Euphrat, liegt, kann nicht als Heimat Bileams gedacht sein.

von

Bile am. Für die Erforschung der Beziehungen zwischen der heidnischen und israelitischen Erlösererwartung ist die Gestalt Bileams hoher Bedeutung. Sein Auftreten in der Geschichte Israels hat seine Analogie im Auftreten des Simon Magus in der Apostelgeschichte'. Die jüdische Theologie kannte die Beziehungen, s. Dillmann, 2. St. Er gilt als einer der Repräsentanten der feindlichen Macht (dunkle Welthälfte, Drache) bei der Befreiung aus Ägypten. Darum sind in der Legende Jannes und Jambres, die Zauberer Pharaos, Söhne Bileams (s. 2 Tim 3, 8)?. Die Rabbiner nennen ihn ,,den Bösen“ (322A), vgl. 2 P 2, 15, Jud 11, Apk 2, 14 (vgl. 6 und 15 die Übersetzung Nizólaos), wo die Tradition in der Namengebung nachwirkt. Auch die Gestalt des Armillus ist eine Wiederholung Bileams". Wir heben noch folgende charakteristische Züge hervor:

Bileam ist im orientalischen Sinne als Myste gedacht, für den Jahve nicht nur als Gott Israels Geltung hat, sondern der in das Geheimnis der Gottheit eingeweiht ist, 23, 3 ff., 23, 30.

Boten mit Geschenken holen den berühmten Zauberpriester aus seiner Heimat, 22, 7.

Unterwegs begegnet ihm der mal'ak Jahve's mit dem gezückten Schwert, 22, 23, vgl. hierzu S. 219 und Jos 5, 13 ff.+

Sieben Altäre zum Opfer von 7 jungen Stieren und 7 Widdern werden bereit gestellt; zur 7 s. S. 59.

Im ekstatischen Zustande (24, 16f. zeigt, wie wir uns die prophetische Ekstase auch

denken haben) empfängt er Gesichte und Weisungen.

Der Gegensatz von Fluch und Segen 22, 6 entspricht den beiden Seiten des Kreislaufs, vgl. den Segen und Fluch auf Garizim und Ebal S. 386, die Segen- und Fluchformeln auf den babylonischen Urkunden, 2. B. am Schluss des Cod. Hammurabi.

sonst

zu

1) Die patristische Literatur betont die Verwandtschaft, worauf schon Gfrörer in seinem Buche über das „Urchristentum“ hinwies.

2) Auch mit Laban, „der Jakob vernichten wollte“, gilt er als identisch im jer. Targ. zu 4 Mos 31, 8.

3) Die jüdischen Toledoth Jesu (s. die Ausgabe von Krauß) machen Jesus zu einem Messias-Zerrbild, dem dieselben Züge anhaften wie Bileam im jer. Targum zu 4 Mos 31, 8 (Luftreise mit Hilfe der schwarzen Kunst etc.)

+) Beim redenden Esel ist daran zu erinnern, daß der Esel das Tier des friedebringenden Messias ist im Gegensatz zum Roß des Eroberers (z. B. Bukephalos Alexanders), vgl. Sach 9, 9. Beim festum asinorum im Mittelalter ist der redende Esel Verkündiger des Messias.

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Zum Charakter Bileams als eines Repräsentanten der Unterweltsmacht und der dunklen Hälfte des Kreislaufes stimmt es, daß er zugleich Verkünder der neuen Zeit ist?.

Es liegt im Wesen dieser mythologischen Erlösergestalten, die ja eine Hälfte des Kreislaufs repräsentieren, daß sie zugleich Verkünder der neuen Zeit sind. Nach der zitierten Targum-Stelle, die den Bericht über die Bileams-Sprüche weiter ausführt, hat er alle Schicksale des erwarteten Erlösers vorausverkündigt. Die Embleme des von Bileam verkündig

ten Erretters 4 Mos 24, 17 (Stern u. Zepter) bezeichnen ihn als eine königliche Himmelserscheinung, die das goldene

Zeitalter bringen

wird, in ähnlichem Sinne WANAOMBOS

wie der „Löwe aus Juda,

der den Herrscherstab Abb. 155: Sekel des Bar - Kochba.

zwischen den Füßen hat“,

s. S 37 Anm. 2 und 397 und beachte das Sternbild des Löwen, der den Regulus (Königsstern) zwischen den Füßen hat?. Es erscheint mir nicht ausgeschlossen, daß der berühmte Bileamsspruch dem erwarteten Erlöser im voraus das Horoskop des aufgehenden Regulus stellt. Auf alle Fälle ist an eine Gestirnerscheinung im Osten zu denken. Im Osten kündigt sich das Erscheinen des Erretters an liv åvaroni, Mt. 2, 2, s. BNT 50 ff.). Als Sternenkönig im Sinne des Bileam - Spruches gab sich unter Hadrian, eine Zeitlang geschützt durch den großen Akiba, Bar Kochba (d. h. Sternensohn) aus 3, s. Abb. 155, ganz im Sinne der jüdischen Erlösererwartung. 4 Mos 22, 4 (Moabiter statt

Abb. 156: Spätägyptisches Kalenderbild Midianiter?), s. S. 366 Anm. 1.

nach Richter, Pliantasien des Altertums, Taf. I. 4 Mos 24, 22 da wird Assyrien dich gefangen führen. Es sind nicht Syrer gemeint. Die Ausführungen KAT ? 156f. sind hinfällig. Es handelt sich um eine späte Stelle und um eine Drohung, die für jede beliebige Zeit gelten konnte.

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1) Nach einem der Hauptaxiome der orientalischen Weltanschauung: Umkehr ins Gegenteil auf den Höhepunkten der Entwickelung, vgl. S.24. 26.

?) Die Gegner (finstre Macht) sind 24, 18 historisch determiniert als Moabiter und benê - šet. Vielleicht sind mit letzteren die S. 569 besprochenen Suti gemeint.

3) S. Klostermann in R Pr Th 3.

4 Mos 24,23 – 5 Mos 32,11 Bileams Spruch. Spuren des Etana-Mythus. 461

4 Mos 25, 4 (Aufhängen vor Jahve im Angesicht der Sonne), s. S. 470 Anm. 1. 4 Mos 25, 43 zu Jos 8, 29.

5 Mos 3, 9 Senîr (Ez 27, 5 Zypressen vom Senîr neben Zedern vom Libanon) ist Name für den Hermon, assyr. Saniru.

5 Mos 4, 19 S. S. 166. 5 Mos 6, 4-9 s. S. 419.

5 Mos 7, 14f. Motive der Segenszeit) s. S. 342 Anm. 6; 377 Anm. 2. 5 Mos 17, 3 s. zu 2 Kg 23, 5.

5 Mos 11, 29; 27, u ff. vgl. Jos 8, 30 ff. (die kultische Handlung von Ebal und Garizim), s. S. 23; 386. 5 Mos 11, 30, s. S. 416.

Abb. 157: Etana's Auffahrt. 5 Mos 17, 8 (Tor als Ort

Zylinder 89767 des Brit. Museums 1. des Gerichts) S. Abb. 136.

5 Mos 19, 15, s. S. 425. 5 Mos 20, 19 (Verbot des Bäumefällens) s. S. 515 Anm. 2 und Abb. 104. 5 Mos 21, 18 f., s. S. 425.

5 Mos 22, 5 (Männer in Frauentracht, Frauen in Männertracht) deutet auf Kultgebräuche im Dienste der mann-weiblichen Astarte, s. S. 112. Die moslemischen Knaben tragen bei der Beschneidung Mädchenkleider.

5 Mos 25, 12 s. S. 425 Anm. 5. 5 Mos 27, 24 s. S. 426 Anm. 2.

5 Mos 30, 12 setzt Bekanntschaft von Mythen voraus, die von der Erlangung eines ersehnten Gutes im Himmel (Etana,

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Adapa) oder jenseits des Meeres (Gilgameš) erzählen, s. zu 5 Mos 32, II; so Zimmern KAT 3 565f.

5 Mos 32, II vgl. 2 Mos 19, 4 zeigt das Motiv des EtanaMythus? In der Assumptio Mosis 10, 8 heißt es: ,,du wirst

1) Vgl. OLZ 1906, 479f.
2) S. Stucken, I. c. 7; Winckler OLZ 1901, Sp. 287

Krit. Schr. II, 64.

glücklich sein, Israel, und auf den Flügeln des Adlers (zum Sternenhimmel) emporsteigen“, s. Abb. 157 f. und Abb. 159, die Apotheose des Titus in der Wölbung des Titusbogens dar

stellend (vgl. Abb. 160); vgl. ferner die S. 221 Anm. 7 wiedergegebene Stelle der MithrasLiturgie, und zu Jes 14, 12–15.

5 Mos 32, 17 vgl. Ps 106,37, und S. 351. Sêdîm sind Dämonen (Sept. datuóvia). Hier, wie Ps 106, 37 (,, sie haben ihre Söhne den sêdîm geopfert“ vgl. v. 38 ,,den Göttern Kanaans") ist das Wort im allgemeinen Sinne für ,,Götter der Heiden" gebraucht, vgl. Sept.

zu Ps 96, 15: ,,Alle Götter der Abb. 159: Apotheose des Titus in der Wölbung

Heiden sind Dämonen.“ Das des Rundbogens am Triumphtor in Rom. sehr häufig erwähnte Dämonen

paar

šêdu lemnu und šêdu damķu (der böse und der gute šêdu) hat also nicht den Ausgangspunkt für die biblischen šêdîm gebildet? Wie Paulus 1 Kor 10, sind gewiß schon in Israel die Wissenden geneigt, hinter den heidnischen Göttern dämonische Gewalten zu suchen.

5 Mos 32, 49; 34, 1. Der Name des Berges, auf dem Moses starb, ist nach 5 Mos 34, I der Pisga auf dem AbarimGebirge. Einem kosmischmythologischen Motiv zuliebe nennt eine andere Hand 32, 49 den Berg Abb. 160: Ganymed, vom Adler getragen. Nebo ?. Nebo bedeutet

Griechische Gemme nach Richter, Phantasien

des Altertums, Taf. VII. 1) Wenn übrigens den bab lonischen šêdîm Opfer gebracht wurden, so folgt daraus nicht, daß es Totengeister sind, wie Zimmern KAT 3 461 f. annimmt. Die Anbetung ist vielmehr wie die der heutigen ,,Teufelsanbeter" in Armenien zu beurteilen: man opfert ihnen, um ihren bösen Einfluß zu brechen.

2) S. bereits S. 410.

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