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Jos 10, 5 ff. verstecken sich die fünf Könige in der Höhle bei Makeda (Höhle Unterwelt). Josua ließ sie hervorholen, auf Pfähle stecken und ihre Leichen bei Sonnenuntergang in die Höhle werfen, die mit großen Steinen verschlossen wurde. „Dort liegen sie bis auf den heutigen Tag.“ S. hierzu und zur Variante des Siebenschläfermythus S. 362.

Auch der ,,Steinregen", der 10, 11 zu Hilfe kommt, gehört zu den typischen Erscheinungen beim Drachenkampf. Vgl. S. 362. Winckler F. III, 207. Sure 67, 5: „Wir haben den untern Himmel mit Leuchten geschmückt (Sternschnuppen), um die Satane damit zu steinigen'.“ Es ist an Meteorsteine zu denken. Ebenso bei der Feuerflut Apk 16, 21. *

Jos 5, 13 ff. wird eine Vision berichtet, in der Josua bei Jericho den ,,Anführer des Kriegsheeres Jahve's“ mit gezücktem Schwert" sieht. Er soll die Schuhe ausziehen, denn er steht

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Abb. 162: Skulptur aus Suêda im Hauran. Veröffentlicht von Clermont-Ganneau, Études d'arch. orient. I, 179.

auf heiliger Stätte. Die Erscheinung ist dieselbe wie in der Bileamsgeschichte 4 Mos 22, 23 (s. S. 219 und 459). Wie es scheint, ist der Eingang zum Wohnsitz Gottes gemeint, wie bei der Vision Mosis am Horeb, s. S. 416. Der Engel mit dem gezückten Schwert (vgl. auch i Chr 21, 16, wo in der Variante zu 2 Sa 24 der Engel mit dem Schwert den Altar zu bauen befiehlt dort, wo später das irdische Abbild des himmlischen Wohnsitzes stehen soll) würde dann zu den S. 219 besprochenen Vorstellungen vom verschlossenen Paradies gehören.

* Jos 6, i ff. Die Eroberung Jerichos. Zur Prozession mit der Lade s. S. 444.

Siebenmal wandert die Prozession in Mekka um die Kaaba. Zur 7- Zahl S. 59f. Einzelne Motive, wie der rote Faden 2, 18 (vgl. den roten Faden bei Serahs Geburt i Mos 38, 28) in Rahabs Hause, bei der Eroberung selbst das Uinblasen der Mauern sind noch nicht gedeutet. Der Name Jericho wurde volksetymologisch wohl als „Mondstadt“ verstanden. Da sie hier die feindliche Macht verkörpert, so ist

1) Vgl. Sure 15, 5 ff. Nach der arabischen Sage stiegen sie in den Tierkreis und teilten den Zauberern die Geheimnisse des göttlichen Willens mit. an das Motiv des Kampfes gegen den Schwarzmond zu denken (vgl. das Blasen am Neumondstage des 7. Monats 3 Mos 23, 24 und zum Jobel nach 7 x 7 Jahren). Das gleiche Motiv (nur Kopie?) zeigt die Geschichte des Pseudo-Messias bei Josef. Ant. 20, 8, 6, der vom Ölberg aus die Mauern Jerusalems durch sein Wort stürzen will. Auch der Name Rahab (Drache, s. S. 1781.) scheint Motivname zu sein. Der rote Faden deutet auf das Drachenmotiv (s. S. 138, 370 Anm. 6). Ihr Geschick spiegelt die Wendung der Dinge wieder: mit der Eroberung Jericho's bricht die neue Zeit an.

Rahab wird im Umschwung der Dinge mit herübergezogen in die neue Zeit'. *

Jos 6, 26. Wenn er ihren (der Stadt) Grund legt, so koste es ihn seinen Erstgeborenen, und wenn er ihre Tore cinsetzt, seinen jüngsten Sohn. In diesem poetischen Stück (vgl. 1 Kg 16, 34) liegt eine Erinnerung an Bauopfer? Der religionsgeschichtliche Grund des Bauopfers ist: die Gottheit wohnt in der Schwelle (vgl. S. 419) 3. In Mutesellim (Megiddo) fand man jüngst ein Gerippe, das direkt in die Mauer eingemauert war.

Jos 7, 21. Der babylonische Mantel. Zeugnis für babylonische Kultur im vorisraelitischen Kanaan. Die übliche Erklärung als babylonische „Mode“ entspricht nicht orientalischem Wesen, am wenigsten im Altertum.

Achan eignet sich aus der Jahve geweihten Beute einen babylonischen Mantel, zweihundert Sekel Silber und eine fünfzig Sekel schwere „goldne Zunge“ an. Es handelt sich wohl um ein abgewogenes Metallstück, an deren Stelle später geprägte Münzen traten, vgl. S. 369.

Jos 7, 26. Die Aufhäufung von Steinen gehört noch heute bei den Arabern zur Herrichtung des Grabes. Die nachträgliche Vermehrung des Haufens gilt als Ehrung + der Toten.

* Jos 8, 18 und 26. Die ausgestreckte Lanze stellt ein Drachenkampf-Motiv dar, und zwar Mond-Motiv, s. S. 105 und Abb. 161. *

Jos 8, 29, vgl. 10, 26f. Der Delinquent wird an einen Baum gehängt bis Sonnenuntergang. Kreuzigungsstrafe?

^) Das Geschlechtsregister Mt i hebt sie gleich Thamar und Ruth hervor, was sehr beachtenswert ist. Kimchi teilt eine Tradition mit im Kommentar zu Josua, nach der sie Josuas Gemahlin wurde; vgl. auch die Hervorhebung der Hure Rahab“ Hbr 11, 31.

2) Vgl. zum Bauopfer Sartori, Zeitschr. f. Ethnol. 1898, I, 53; zur Stelle Kuenen, Onderz. ? 233, Winckler, Krit. Schristen II, 12 f.

3) Anders Stucken, Astralmythen 184: Die Leiche soll den Dämon abhalten; er sieht, daß hier die Arbeit schon getan ist. So deuteten auch wir das Blut an den Türpfosten, s. S. 419f.

+) S. Holzinger z. St., Wellhausen, Reste arab. Heidentums 80.

S. 432.

I ff.

Sept.: Éri fúlov didúuov. Der Gehenkte gilt als Weihopfer vor der Gottheit 1 Jos 8, 30 ff., s. S. 386. Jos 8, 32 (steinerner Gesetzes-Codex), s.

Jos 8, 33 (die Aufstellung von je 6 Stämmen auf Ebal und Garizim), S. S. 386. Jos 10, 1 (Adonisedek), S. S. 362. Jos 10, 1 (Besiegung der fünf Könige, Steinregen), s. S. 466 f. – Jos 10, 26f. (Pfählung), s. zu 8, 29.

Jos 13, 3 zu den Hafenstädten s. die Karte Nr. II, Kanaan in der Amarna - Zeit.

Jos 15, 41 Bet-Dagon, der Stadtname, der auch bei Sanherib neben Joppe erwähnt wird (Bit-Daganna, KB II, 93) und wohl identisch ist mit dem heutigen Bêt-Değân südöstlich von Joppe, enthält den Namen des philistäischen Gottes Dagon?. Ri 16, 23 erwähnt ein Opferfest für Dagon in Gaza, 16, 24 Gesang zu Ehren Dagons, nach i Sa 5, i ff. hat er einen Tempel in Asdod. Da der Name auch in den Amarna-Briefen vorkommt?, andererseits in Südbabylonien im Namen des alten Königs Išme-Dagan von der Dynastie von Isint, so ist erwiesen, daß es sich um eine kanaanäische Gottheit handelt, deren Namen die Philister nach ihrer Einwanderung vorgefunden und zur Bezeichnung eines ihrer Hauptgötter übernommen haben, so wie sie für ihre weibliche Gottheit den Namen ‘Aštoret, ‘Aštart mit den Phöniziern gemeinsam haben (1 Kg 11, 5 vgl. mit i Sa 31, 10). Nach Cod. Hamm. (Einleitung 4, 28) war Dagon die Gottheit, die in Hammurabis Volk oder Stamm besonders verehrt wurde; Hammurabi sagt, er habe die Wohnstätten am Ud-kib-nun-na der Botmäßigkeit Dagons, seines Erzeugers, unterworfen. Weiteres zu Dagon s. zu i Sa 5, Iff. S. 483.

Die Zusammenstellung mit Ea-Oannes weist Zimmern KAT: 358 wohl mit Recht ab. Die Vorstellung von Dagon als fischgestaltiger Gottheit, die als kühner Schluß aus dem verdorbenen Text von i Sa 5, 4 angesehen wird, bleibt aber doch wahrscheinlich. Nach Kimchi hatte er vom Nabel an Menschengestalt. Wenn Abarbanel eine Überlieferung kennt, nach der Dagon auch die Füße eines Menschen besessen habe, so ist

1) 2 Sa 21, 6: aufhängen 70's und 4 Mos 25, 4 017703 en „vor Jahve im Angesicht der Sonne“ kann nur als formales Rudiment eines Sonnenopfers verstanden werden. Wenn der Gekreuzigte vor Sonnenuntergang abgenommen werden muß, so hat das in dem historischen Falle seine Ursache am Festgesetz, aber im letzten Grunde liegt hier die Erklärung, s. BNT 22 f.

a) Jensen, Kosmologie 449 ff.; Winckler, Gesch. Isr. I, 216f.

3) Dagan - takala heißt ein Briefschreiber KB V, Nr. 215 f., vgl. ferner S. 322.

4) In der Mauer des südlichen Tempels von Mukajjar, s. KB III', S. 87; auch in Eigennamen auf dem Obelisk Maništusus.

darauf hinzuweisen, daß auch Ea-Oannes Menschenfüße unter dem Fischschwanz hat, s. Abb. 32 S. 96.

Jos 16, 6 f. (Janoah), s. S. 305 Anm. 3. Jos 19, 20 (Rabbith), s. S. 315.

Jos 19, 44. Eltheke wird von Sanherib erwähnt. Er hat Tamnâ (Timnah in v. 43) und Altakû zerstört und ist dann nach Ekron gezogen, um den vertriebenen Padî wieder einzusetzen.

Jos 20 (Asylrecht), s. S. 426 Anm. 2 und S. 375. Jos 24, 32, s. S. 386.

Dreiundzwanzigstes Kapitel.

Das Buch der Richter.

Die Israeliten sollen durch sophetim 1 regiert worden sein, ehe das Königtum eingeführt wurde. S. 463 ff. wurde gezeigt, wie die Verfassung nach der Niederlassung im Lande zu denken ist, je nachdem es sich um ländliches oder städtisches Gebiet handelt; daß die „Zwölfstämme“ unter einheitlicher Führung und Rechtsprechung durch zwölf Richter gestanden haben, ist nicht historisch. Die vorliegende Gestalt der Überlieferung behauptet auch in keinem Falle, daß die Stämme auch nur unter einem der Richter geeint gewesen wären. Jos 18, 2 scheint eine Organisierung von 5 Stämmen zu kennen. Dem Stamm Juda gehörte nach dem Signalwort „Juda ziehe voran“ Ri 1, 2 in der Theorie die führende Rolle. Die „Richter" werden historisch als heroische Volksführer aufzufassen sein, die im Kampfe gegen die Völker einzelne Stämme oder eine Gruppe von Stämmen geführt haben und Autoritäten in der Rechtsprechung waren (vgl. Ri 4, 5, wo Debora unter dem heiligen Baume Recht spricht). Die Zwölfzahl, die den zwölf Stämmen entsprechen soll, ist künstliches Schema, mühsam unter Heranziehung unbedeutender Gestalten (fünf

(fünf ,,kleine Richter“, Samgar 3, 31 ist überzählig) aus dem gewiß reichlichen Überlieferungsmaterial über Häuptlinge der Vorzeit hergestellt ?

*) Die Suffeten der Karthager, die als Inhaber der Exekutivgewalt bei den Karthagern gewählt wurden, haben den gleichen Namen; vielleicht besteht auch sachliche Berührung. Die Organisation ist im Orient allenthalben Ausfluß der gleichen Lehre.

?) S. Budde, Richter S. X, Winckler, Gesch. Isr. II, 115 ff.

Die Religion der sog. Richterzeit steht in einer Periode des Niedergangs. Die reine Jahve - Religion wird auch in dieser Zeit in kleinen Kreisen lebendig gewesen sein. Die Jahve-Volksreligion (s. S. 338), deren Spuren uns die Überlieferung zeigt, ist mit heidnischen Elementen stark durchsetzt 1. Der Kultus wurde an Heiligtümern betrieben, die an Gedenkstätten der l'rzeit oder über heidnischen Kultstätten (s. zu 6, 25 ff.) oder an Erinnerungsstätten großer Erlebnisse errichtet wurden. Sie werden als eine Art Filialen des Siloh - Heiligtums (S. 315) gegolten haben. Denn wir sehen an dem Beispiel von Ri 17, 10, daß brotlose wandernde Leviten sich um Kirchendienerstellen an solchen Heiligtümern bewarben. Mit Ephod und Teraphim wird abergläubischer Mißbrauch getrieben (8, 27; 17, 3; 18, 17 ff.; 18, 31 vgl. 18, 24). Der Kern der religiösen Gedankenwelt war auch zu dieser Zeit die Erwartung des Erretters. Das Lied der Debora preist den Errettergott, der vom Sinai her kommt. In die Geschichten Gideons und Simsons u. a. sind die mannigfaltigsten Motive vom Erretter, der die finstere Macht besiegt und den Frühling bringt, hineingeheimnist.

Ri 1, 16, s. S. 415 Anm. 1. Ri 1, 27 vgl. 5, 19 Taanah, s. S. 315 ff.

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Ri 3, 7ff. Othniel ersteht auf Jahve's Geheiß als „Retter“ (n) von der achtjährigen Tyrannenherrschaft des Königs von Aram Naharaim? Darauf hatte das Land vierzig Jahre Ruhe 3.

Wie alle folgenden Richtergestalten wird Othniel als Retter dargestellt: „Jahve ließ šophetim erstehen, die Israel erretteten aus der Gewalt ihrer Plünderer“, 2, 16, das ist das Thema aller Erzählungen. Die Retter werden mit bestimmten Motiven ausgestattet, die den Requisiten des orientalischen Mythus vom erwarteten Erretter entnommen sind. Die Motive werden in Namen und Zahlen hineingewoben, wobei oft genug der Zufall zu Hilfe gekommen sein mag, vor allem aber werden sie mit geeigneten Zügen der Volkssage verknüpft. Historische Tatsachen werden in jedem Falle zugrunde liegen. Wie weit Einzelheiten historisch sind, läßt sich nicht ausmachen.

1) Vgl. die Klagen Hoseas 9, 10; 10, 1; II, If.; 13, 5f.

2) Syrien, als Aramäerland nach spätern Bevölkerungsverhältnissen Aramäerland genannt. Der Fluß ist der Euphrat. Ägyptisch heißt das Gebiet Naharna. S. KAT 3 28f.

3) 3, 30 achtzig Jahre (2 X 401; 8, 28 vierzig Jahre; 13, 1 umgekehrt vierzig Jahre Notzeit, s. hierzu S. 86. 101.

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