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mäen). Das pompejanische Bild zeigt vielmehr, daß es sich um einen traditionellen Zug sagenhafter Ausschmükkung des,,weisen Königs" handelt 1.

i Kg 4, 7 ff., s. S. 41.

I Kg 5, 9ff. schildert die Weisheit Salomos: größer als die Weisheit aller, die im Osten wohnen und alle Weisheit Ägyptens. Und sie kamen aus allen Völkern, um die Weisheit Salomos hören?. S. 508 werden wir

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) Winckler, Geschichte Israels II, 248: „Das Salomonische Urteil im Streit der beiden Weiber ist natürlich als eine Erzählung anzusehen, deren Erfindung nicht judäischem Geiste gebührt, sondern in allen Ländern des Orients seit Jahrtausenden in Umlauf war, wenn wir sie auch noch nicht anderweitig belegen können.“ Unser Bild bietet den gesuchten Beleg. Zu dem Bilde selbst vgl. Overbeck, Pompeji 58+. 652. Für die von den italienischen Gelehrten mit Recht angezweifelte biblische Erklärung sei erwähnt Victor Schultzes Aufsatz im „Daheim“ 1883, Nr. 5, S. 72.

2) Nach dem Bericht 10, 23 ff. brachten sie Huldigungsgeschenke: Man denkt an Mt 2, wo die Magier ihre Gaben dem neuen Könige bringen. Der Sinn der SalomoErzählungen ist: Salomo ist

Abb. 168: Wandgemälde aus Pompeji, Pygmäen-Szene. „Salomonisches Urteil."

wir die tyrische Überlieferung finden, die im Widerspruch hierzu zeigen will, dass Hiram weiser war als Salomo. Die Spruchdichtkunst und Fabeldichtkunst ist Gemeingut des alten Orients. Leider bietet die Keilschriftliteratur bisher wenig Material auf diesem Gebiete. Auch die Edomiter waren durch Dichtkunst berühmt, vgl. Jer 49, 7; Ob 8.

i Kg 5, 13. Libanon. Das Gebirge Libanon (assyrisch Lab-na-na) war den Babyloniern seit den ältesten Zeiten vertraut. Von den Gebirgszügen des „Westlandes“, die Gudea erwähnt: Sub-sal-la (KB III, I S. 35), Ti-da-num (ib. S. 37) bezeichnet das letztere (vgl. II R 48, 12: Tidanu, Tidnu = Amurru) wohl den nördlichen Libanon. Seit der Libanon unter Tiglatpileser (vgl. S. 500 f.) zum assyrischen Machtbereiche gehörte, holte man von hier das Bauholz, wie es zuvor schon die Ägypter getan hatten (s. Abb. 104, S. 302). Nebukadnezar hat im Wadi Brissa im Libanon eine Straße bauen lassen, die Zedern herabzubringen. Felsenreliefs im Wadi Brissa und am Nahr el Kelb stellen ihn dar, wie er „mit reinen Händen die Zedern bricht“ 1. Der Amanus (Am-a-num) war damals wohl schon ziemlich abgeholzt. Er wird auch schon von Gudea als das Gebirge, von dem er die Zedern holt, erwähnt, und er gilt als šad erini, Zederngebirge, in der Eponymenchronik bis ins 8. Jahrhundert ?

i Kg 6, 29, s. S. 196.

i Kg 7, 15. 21. Die beiden Säulen entsprechen den Obelisken an den außerisraelitischen Tempeleingängen. Insofern der Tempel den Gottessitz widerspiegelt, stellen sie die beiden Wendepunkte des Tierkreises dar 3. Die beiden Säulen heißen Jakin (rechts) und Boas (links).

i Kg 7, 23. Das eherne Meer, von zwölf Rindern getragen, diente nach 2 Chr 4, 6 vgl. 2 Mos 30, 18f. zur Waschung

der erwartete Erretter, und er wird als solcher begrüßt (vgl. Ps 72). Mt 2 hat dieselbe Tendenz im Sinne der Erfüllungsgeschichte. Der große Erretter-König im Westlande ist erschienen, s. BNT 50 ff.

1) Vgl. zu dieser Abholzung S. 515 Anm. 2. Die Nebukadnezar-Inschriften samt den Bildnissen jetzt veröffentlicht von F. H. Weißbach, Die Felseninschriften Nebukadnezars II., Leipzig 1906.

2) Vgl. Winckler KAT 3 190.

3) Ost und West oder Nord und Süd, je nach der Orientierung, S. 23 ff. Asurb. Rm. II, 41f. bezeichnet der assyrische König die beiden Obelisken des Tempels in Theben als manzaz bâb E-kur, Pfosten des Tempeltores. manzaz = hebr. 1173 2 Mos 12, 7 (Standort der Gottheit) für die Türpfosten, die religiös dasselbe bedeuten, s. S. 419. Vgl. auch S. 419 die Masseben.

für die Priester. Man hat mit Recht darauf aufmerksam gemacht", daß die zum Waschen unbequeme Konstruktion auf eine ursprünglich symbolische Deutung weist. Das Gerät wird wie der eherne Altar, den die Chronik 2 Chr 4, 2 an dieser Stelle hat, im Auslande gegossen (Hiram von Tyrus) und wie andere Tempelgeräte nach „babylonischem“ Muster. In den babylonischen Tempeln werden ebenfalls ,,Ozeane“ aufgestellt?.

i Kg 7, 27 ff., vgl. Jer 52, 17 ff. MekÔnah, ein kultisches Gerät zur Aufnahme des Weihkessels. Sie ist mit Löwen, Rindern und Palmen verziert. Hommel vergleicht damit ein auf Cypern gefundenes Bronzegerät, das acht geflügelte Sphinxe als Zierrat zeigte 3 und weist die Verwandtschaft mit dem minäischen Kultusgerät makânat nach. Auch an den Mi 1, 13 erwähnten heidnischen Kultuswagen von Lakiš ist zu erinnern.

1 Kg 7, 29, s. S. 196. i Kg 9, 11b 12 ff. Salomo als Vasall Hirams, s. S. 507 ff. 1 Kg 9, 16, s. S. 314. 1 Kg 9, 24, s. 1 kg 10, 10. 1 Kg 9, 26, s. S. 380.

i Kg 1o, i ff. Königin von Saba. Die Geschichte illustriert das 5, 9ff. Gesagte an einem Beispiel. Sie ist sagenhaft ausgeschmückt mit Farben des späteren südarabischen sabäischen Reiches, das Juda weit entrückt war, Ps 72, 104, und im Rufe märchenhafter Pracht stand, Ps 72, 15. Aber auch für später sind südarabische Königinnen nicht bezeugt. Für die salomonische Zeit könnte eine der Königinnen des nordarabischen Reiches Aribi in Betracht kommen, wie sie von Tiglatpileser III. und seinen Nachfolgern erwähnt werden.

Winckler KAT 3 150. 237 ist geneigt, den historischen Kern in der ägyptischen Königstochter (nach Winckler von Mușri, s. oben S. 263) zu suchen, deren Palast 1 Kg 9, 24 erwähnt wird und die eine wichtige Rolle im Leben Salomos gespielt hat. Vgl. auch Weber MVAG 1901, 23f.

Das Rätselraten fügt 2 Chr 9, I ff. hinzu. Das Rätselraten ist dem ganzen vorderen Orient eigentümlich. Daß nach den

1) Benzinger, Könige S. 48.

2) Z. B. von Urnina KB III, 1, 13, von Agum - kakrimi KB III, 1, 43 vgl. I R 3, Nr. XII, 1, 17, das sind Wasserbecken, in denen gewiß Weihwasser zu Waschungen aufbewahrt wurde, s. S. 200 und S. 196 den Weihwasser-Brunnen im Marduk-Tempel. Der Ritualtext IV R 23 redet von einem bronzenen Becken mit zwölf bronzenen Göttern (vgl. hierzu Hommel, Aufs, u. Abh. II, 229).

3) Abb. 180 S. 535. Hommel, Aufs. und Abh. II, 222 ff. Das Bronzegerät zuerst veröffentlicht und besprochen von Furtwängler, Münchener Ak. der Wiss. II, 1899, S. 411.

*) Mt 12, 42: „vom Ende der Welt“.
5) Vgl. Winckler KAT57. 150.

Quellen des Menander von Ephesus Hiram von Tyrus weiser im Rätselraten war, erwähnten wir schon in andrem Zusammenhange. Das verrät deutlich den Sinn dieser Arabeske der Gestalt Salomos. Die Semiramis der jüdischen Sage ist auch Rätselraterin 1

1 Kg 10, 15. Die pahót sind ,,Statthalter“ ?, assyrisch pahâtu, Provinzpräfekt (abgekürzt aus bèl pahâti ,Herr der Provinz“).

i Kg 10, 18 ff. (Salomo's Thron) s. Nachträge. 1 Kg 10, 28, s. zu Ez 40 ff. i Kg 1o, 28 vgl. 2 Chr 1, 16 f., s. S. 260. - 1 Kg 11, 4 ff., s. S. 379; 409. i Kg 11, 5 und 23 vgl. 2 Mos 23, 13, s. zu 1 Mos 38, 14 ff. $. 381.

i Kg 11, 7. Salomo baut in der Nähe Jerusalems (nach II, i auf dem Ölberg) Kultstätten für die Götter der Moabiter und Ammoniter. Diese Paganisierung ist eine Folge der politischen Ereignisse. Eroberungen werden durch Wegführung der fremden Götterstatuen und Kultstücke besiegelt. 2 Sa 5, 21 wurde ein solches Vorgehen von David berichtet. Die Jahve-Volksreligion sah im Widerspruch zur reinen Jahve-Religion, die das mosaische Bundesbuch fordert und die Jahve's Herrschaft über die ganze Welt und über alle Völker feststellt, in den Göttern der Heiden reale Mächte, Landesgötter, die mit dem Geschick ihrer Territorien untrennbar verbunden sind. Salomo wird in Zeiten, in denen sein religiöses Leben nicht auf der Höhe stand, dieser Volksreligion nahe genug gestanden haben (der Deuteronomiker sagt: „als Salomo alt geworden war").

Ähnlich verhält es sich mit der durch die ausländischen Haremsfrauen vermittelten Paganisierung, die der „Deuteronomiker“ 11, i ff. tadelt. Politische Bündnisse wurden im alten Orient allenthalben mit Heiraten bez. Sendung fremder Prinzessinnen in den Harem des befreundeten Herrschers verbunden. Daraus erklärt sich z. B. die Heirat Salomos mit der ägyptischen, die Verheiratung Ahabs mit der tyrischen Prinzessin Den fremden Frauen aber mußten Kapellen und Altäre für ihre Götter errichtet werden. Man kann sich denken, wie verwüstend dieser Umstand auf die religiösen Zustände Jerusalems eingewirkt hat.

i Kg 11, 29 ff. Der Mantel des Propheten wird in 12 Stücke zerrissen. Die Handlung stimmt zur kosmischen

2) Vgl. Fz. Delitzsch, Die Blumenrätsel der Königin von Saba in Iris. Farbenstudien und Blumenstücke, S. 115 ff. Zur babylonischen Rätselliteratur s. Jäger BA II, 274 ff.

2) Bei Jesaias, s. zu 41, 25, und bei Ezechiel 23, 6. 12. 23 finden wir daneben als höheren Rang die seganîm assyrisch šaknûti.

Symbolik, die mit den heiligen Gewändern verbunden ist und die S. 162 und 449 besprochen wurde 1. Der Mantel bedeutet den Kosmos bez. den Mikrokosmos des Königreichs oder, was in der Idee dasselbe ist, das Wissen und die Macht betreffs der Geschicke. Mit dem Mantel des Elias hat es die gleiche Bewandtnis.

Die Berufung Elisa's erfolgt dadurch, daß Elias seinen Mantel auf Elisa wirft. Was es damit auf sich hat, folgt aus der obigen Bemerkung zum Mantel des Propheten von Siloh. 2 Kg 2, 8. 14 teilt der zusammengerollte Mantel den Jordan (Motiv der Drachenspaltung), 2, 13 nimmt Elisa den Mantel des Elias auf, natürlich, um ihn künftig an Elias' Stelle zu tragen.

1 Kg 12, 11. Salomo hat mit Peitschen gezüchtigt, Rehabeam will mit Skorpionen züchtigen. In der bildlichen, wohl sprichwörtlichen Redensart steckt ein Motiv. Xerxes peitscht den Hellespont, treibt das Heer mit Peitschen in den Kampf; läßt es unter Peitschenhieben arbeiten, und läßt die bekränzten Soldaten unter Peitschenhieben über die Brücken des Hellespont ziehen. Her. VII, 35, 22. 56. 223, s. Mücke, Vom Euphrat zum Tiber S. 95; Ktesias 23 erzählt dasselbe. Was ist der Sinn? Zur Sache S. 509 Anm. 3.

Fünfundzwanzigstes Kapitel. Die politische Geschichte der Staaten Israel und Juda

im Lichte der Denkmäler.

Die Quellen. Der Staat Israel hat seine Geschichte inmitten des lebhaften Verkehrs der großen altorientalischen Kulturstaaten erlebt. Die biblische Überlieferung selbst bringt diese Beziehungen lebhaft zum Ausdruck. Die sog. Geschichtsbücher zeigen in ihrem jetzigen Zustande nicht mehr viel davon, da die Annalen (vor allem ,, das Buch der Kriege Jahve's"), die den Verfassern unsrer Königsbücher vorgelegen haben, zum größten Teil verloren gegangen sind? Den Verfassern unsrer Königsbücher kommt es

) Zu Ps 104, 2 (Himmel als Kleid Gottes) finde ich bei Gunkel, Ausgewählte Psalmen S. 258 aus dem Persischen zitiert: Yašt 13, 3 Jenen Himmel .... den Mazda um sich nimmt als ein Gewand, ein sternengesticktes, gottgewobenes."

2) Auch die Bücher der Chronik enthalten einen geschichtlichen Kern und sind für die Historie durchaus nicht wertlos. Wir werden wiederholt auf wertvolle Angaben der Chronik stoßen. Benzingers Kommentar hat das richtig erkannt. Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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