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semitischen Kultur, die von der „kanaanäischen"? Wanderung mitgebracht wurde, deren Hochflut im 3. Jahrtausend Vorderasien überschwemmte. Daß diese Kultur noch fortlebte, beweist u. a. 2 Kg 5, 18, wonach der Kult von Damaskus der Gottheit Rimmôn galt, das ist der babylonische Rammân, in dem die Hettiter ihren Tešup erkanntena.

Vom 16. Jahrhundert an begegnet Damaskus als eine der syrischen Städte in ägyptischen Inschriften. In den kanaanäischen Briefen des Archivs von Amarna tritt ,,Dimašķi im Lande Ubi" (vielleicht Hoba i Mos 14, 15) nicht sonderlich hervor. Nach der biblischen Überlieferung war die Gegend zu Davids Zeit dem Staate Juda untertan. Zu Salomos Zeit (um 950) wurde Damaskus Sitz eines aramäischen Königtums durch Rezon, einen Offizier des Königs von Aram-Şoba, der als Führer einer Freibeuterschar Damaskus besetzte. i Kg 11, 23 ff.: ,,Rezon war Israels Widersacher, so lange Salomo lebte.“ Der eigentliche Begründer der damaszenischen Macht ist Benhadad 885–843. 1 Kg 15, 18 werden seine Väter genannt: Țab - Rimmôn und Hezjon; letzteres wohl irrtümlich für Rezon?. Benhadad 4, der Israel unter Ba’esa und dann wieder, nachdem es sich an Tyrus angeschlossen hat, unter Ahab unterworfen hat, tritt den Assyrern machtvoll entgegen.

Der erste König der limu-Liste, von der S. 499 die Rede war, ist Tukulti - Ninib I. (889-884), der sein Bild in der Grotte an der Euphratquelle (S. 500 Anm. 6) neben das Tiglatpileser I. meißelte. Auf ihn folgt Asurnașirpal III. (884 – 860). Er sichert Mesopotamien, kämpft gegen die in Mesopotamien ansässigen Aramäer, vor allem in der Gegend von Harran gegen Bit-Adini (d. i. b’ne 'Eden der Bibel), überschreitet den Euphrat, kämpft gegen die Hettiter, deren Reste sich allmählich um Gargamiš gruppieren, und bahnt der assyrischen Macht den Weg zum Mittelmeer. Es gelingt ihm zunächst die Unterwerfung des nördlichsten der Aramäerstaaten: Patin. Er besiegt

') S. S. 2 Anm.
2) Vgl. Abb. 45. Zur entsprechenden aramäischen Gottheit s. Anm. 4.
3) So mit Klostermann; s. Gesenius - Buhl s. v. gir?

4) So MT, LXX vios ’Adeo, assyr. IM-'idri. Das Gottesideogramm im ist Adad oder Ramman oder Bir zu lesen. Vielleicht ist Bir in Belehnungsurkunden Be-ir neben Adad genannt, s. KAT: 134) die dem „kanaanäischen“ (s. S. 113) Ramman und Adad und dem hettitischen Tešup (s. S. 113) entsprechende aramäische Gottheit. Aus der biblischen Überlieferung hat man irrtümlich zwei Benhadad herausgelesen.

den Fürsten Lubarna und macht seine Stadt Aribua zum Mittelpunkt einer assyrischen Kolonie. Damit steht er an der Nordgrenze des zu Damaskus haltenden Hamath. Aber er vermeidet den Kampf mit Damaskus, zieht vielmehr südwärts am Meer entlang und läßt sein Bild am Nahr el Kelb einmeißeln'. Tyrus und Sidon bringen ihm Tribut.

Sein Nachfolger Salmanassar II. (860-825) nimmt den Kampf mit Damaskus auf, ohne wesentlichen Erfolg trotz mächtiger Anläufe 2 Seine Annalen berichten von seinem Zuge im 6. Regierungsjahre (854). Er unterwirft Aleppo (Halman). Weiter südlich traten ihm unter Führung Benhadads („syrischhamathensischer Städtebund“) die Streitkräfte von Damaskus, Hamath samt denen des Hatti-Landes (allgemeine assyrische Bezeichnung für Syrien) und der Meeresküste am Orontes bei Karkar entgegen. Ahab von Israel (a-ha-ab-bu matu sir-'i-la-ai) sei mit 2000 Wagen und 10000 Leuten beteiligt gewesen. Der assyrische Großkönig meldet, er habe in furchtbarer Schlacht gesiegt und den Orontes mit Leichen wie mit einer Brücke gedämmt. In Wirklichkeit ist er am weiteren Vordringen gehindert worden. Auch 849 und 846 sind seine Angriffe erfolglos. Die assyrische Politik suchte nun Damaskus zu isolieren. Wir werden die weiteren Geschicke des Staates Damaskus im Verlauf der Geschichte Israels zu verfolgen haben.

Phönizien, insbes. Tyrus 3. Solange die altorientalische Kulturwelt in Dunkel gehüllt war, wurde die Bedeutung Phöniziens auf Grund der klassischen Nachrichten weit überschätzt. Das 50 Meilen lange Küstenland, im Rücken vom Libanon begrenzt, konnte keine selbständige Kultur hervorbringen, auch nicht aus eigner Macht das Meer beherrschen. Die ,,Phönizier“ gehören der gleichen Völkerschicht an, die Babylonien mit Semiten bevölkerte und das Niltal mit den Hyksos, Kanaan mit den Amonitern, Moabitern, Edomitern und zuletzt Israel. Sie bilden den ersten Vorstof dieses Völkerzuges, der von hier aus nach der nordafrikanischen

*) Nr. 4 der am Felsen (S. 501 Anm. 3) zu suchenden assyrischen Monumente.

2) Die Texte zum folgenden KT?, S. 14 ff.

3) Literatur: Pietschmann, Die Geschichte der Phönizier 1889; Fr. Jeremias, Tyrus bis zur Zeit Nebukadnezars; v. Landau in Ex or. lux I, 4 und AO II, 4; Winckler in AO VII, 2 (Die Euphratländer und das Mittelmeer), ferner KAT: S. 126 ff. und Auszug aus der Vorderasiat. Geschichte S. 74 ff.

Küste vordrängte. Aber sie fanden bereits Kulturstaaten vor, von deren Geschichte wir nichts wissen. Sargon bez. seinem Sohne Naramsin gehorchten die Könige der Meeresküste und 32 Städte, s. S. 291.

In der Amarna - Zeit finden wir an der Mittelmeerküste selbständige Städte, keinen Ansatz zu Staatenbildungen. Aber es wohnt eine einheitliche Bevölkerung bis nach Gaza. Das Schreiben eines Königs Zimrida von Sidon und Briefe von Abimilki von Tyrus finden sich im Archiv von Amarna. Karte II zeigt die in den Amarna-Briefen erwähnten Städte. Dann sind die Städte der Reihe nach unter hettitische oder assyrische Oberherrschaft gekommen. Tiglatpileser, der die Hettiter-Ansprüche bis zum Karmel übernimmt, schlägt sein Quartier in Arvad auf. Als die Assyrer um 1100 hier auftauchten (S. 500 f.), leisteten ihnen die phönizischen Städte keinen Widerstand. Der Gegensatz zu Damaskus trieb sie vielmehr zu den Assyrern.

Die Königsstädte nördlich vom Karmel liegen in fast symmetrischer Entfernung: Arvad (Aruada, Tripolis), Gobal (Gubla), Beerột (Berunu, Beirut), Sidon (Şiduna), Tyrus (Şurru), Akka (Ptolemaïs). Südlich vom Karmel tragen die Städte ebenfalls phönizischen Charakter, obwohl sie unter israelitischem und philistäischem Einfluß stehen: Dor und nicht weit davon Migdal - Aštoret (Stratonsburg, Stratonos Pyrgos), der einzige Hafen, der für Israel und Juda in Betracht kam?, Jaffa (Japu, Joppe). Von hier an erstreckt sich seit dem 14. Jahrhundert das philistäische Gebiet.

Arvad, ebenso Sidon und Tyrus lagen nach den Inschriften ursprünglich auf Inseln? Sidon muß irgendwann die Vorherrschaft gehabt haben. Der einheimische Name der Phönizier ist Sidonier (die Könige von Tyrus nennen sich Könige der Sidonier; Sidon ist, die Mutter Kanaans"). Auch bei Homer heißen die Phönizier Sidonier, und das A. T. bezeichnet mit Șidonim die Staatenbildung, die Tyrus und Sidon vereinigt. Gemeint ist aber wohl nur die Südgruppe von Beirut an. Die

1) Vgl. Stratonike Ištar, s. Kampf um Babel und Bibel ' S. 35.

2) Wenn Josia dem Pharao Necho entgegentrat, so erwartet man, daß er ihn hier an der Landung hindern wollte. Deshalb könnte sehr wohl, wie Winckler annimmt, Megiddo (Schlacht bei Megiddo 609.8, Tod Josias) Mißverständnis für Migdal sein.

3) Als Zimrida von Sidon den König von Tyrus belagert, heißt es in einem Amarna-Brief: „er hat kein Wasser zum Trinken und kein Holz zum Heizen.“

beiden Teile des Küstengebietes zeigen bis heute dialektischen Unterschied. Eine gewisse Isolierung zeigen Gobal und Arvad, deren Bewohner in den Inschriften wie selbständige Völker erscheinen.

In den Zeiten des Staates Israel - Juda hat Tyrus die Vorherrschaft. Als Zeitgenosse Davids erscheint Abi-ba'al (um 980), als Zeitgenosse Salomos Hiram I., der Cypern unterwarf und hier die Stadt Kart-hadašt baute. In den Fragmenten des Menander von Ephesus1 erscheint Hiram Israel - Juda gegenüber in derselben Stellung, wie später Benhadad von Damaskus.

Die Grenzen des Staates Israel-Juda?. Die natürliche Grenze im Norden bildet der 3000 Meter hohe Hermon und die tiefe Senkung des nahr-el-kasimije, der in seinem oberen Laufe Litani heißt (Eleutheros der Griechen). Im Osten grenzt die Wüste an. Ebenso im Süden. Für die Südgrenze kommt der Wadi es Seba in Betracht. Er ist der „Bach Ägyptens“ (nahal Misraim bez. Mușri) 3.

Der Eroberungsbericht Jos 11, 16 f. nennt auch wirklich als Nordgrenze die Senkung zwischen Libanon und Hermon: ,,Ba'al Gad in der Ebene (bebik'at) des Libanon unter dem Hermon“, vgl. 13, 5: „bis dahin, wo es nach Hamath geht“, das ist die Senkung zwischen Libanon und Hermon, durch die man nach Cölesyrien geht.

Dazu stimmt die Grenzangabe: von Dan bis Beerseba Ri 20, 1; I Sa 3, 20. Dafür kann man ebensogut sagen: ,,von dort, wo es nach Hamath geht, bis zum Bach Ägyptens (nahal Mușri)". Gemeint ist das nördlich von Galiläa, südlich vom Hermon gelegene Hamath. Die spätere Auffassung nahm dafür das syrische Hamath an und verlegte darum auch Soba in die Gegend nördlich von Damaskus statt südlich von Damaskus.

Mit der sprichwörtlichen Angabe „Beerseba bis Dan“ bez. nahal Mușri bis dahin „wo es nach Hamath geht“ ist auch die Begrenzung des Davidsreiches gegeben. Die Volkszählung 2 Sa 24, 5 ff. legt diese Grenzbestimmung zugrunde. Als 2 Sa 8 David Hadadezer von Soba und den Aramäer von Damaskus

1) S. 499.

2) Vgl. Buhl, Geographie Palästinas. Vor allem Winckler F. III, 249 ff., auch Nagl, Die nachdavidische Königsgeschichte.

3) Winckler nimmt den Wadi el Ariš als Südgrenze an, weil hier das bei Asarhaddon erwähnte Raphi liegt.

besiegt hat, bringt ihm Tou von Hamath Tribut (ša'al šulmi). Die Völker jenseits der Nordgrenze erkannten ebenso wie Philistäa, Moab, Ammon die Oberhoheit des Davidsreiches an.

Auch 1 Kg 5, 1 kann kein größeres Machtgebiet für Salomo in Anspruch nehmen. Die Stelle ist im Sinne einer späteren legendarischen Ausdehnung des Davidsreiches verdorben. Als das Volksleben vernichtet war, sah die Phantasie ein Davidsreich vom Nil (statt nahal musri) bis zum nahar haggadôl (als Euphrat gedeutet statt Eleutheros)'. Die Stelle lautet: (Salomo) herrschte über alle Könige vom [großen] Flusse (Eleutheros), über das Philisterland und bis zum 32 312; (der nahal Mușri ist hier zum Strom Ägyptens, zum Nil geworden).

Aber selbst Ez 47, 15-17 begnügt sich mit der wirklichen Ausdehnung, obwohl ein Idealbild gegeben wird. Die Nordgrenze bildet hier eine Linie, die vom Meere ostwärts über Hamath läuft. Und noch die Makkabäerzeit kennt die nüchternen Grenzen. I Mak 12, 24—34 bringt Jonathan ein Heer gegen Demetrios auf „und zog gegen sie in das Gebiet Hamath, denn er wollte ihm nicht Zeit lassen, sein Land zu besetzen.“ Er nimmt also das von Ezechiel geforderte Gebiet in Anspruch. Jonathan schlägt die Feinde, aber er verfolgt sie nicht, da sie den Fluß Eleutheros überschritten hatten" (d. i. Litani, nahr el kașimije). Er wendet sich gegen einen Araberscheich und kommt in das Gebiet von Damaskus (er hat also einen der vom Südabhang des Hermon hinabführenden Pässe überschritten).

1 Mos 15, 18: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben vom nahal Mușri bis zum nahar haggadól (d. i. Eleutheros, s. S. 506 und unten Anm. 1). So die ursprüngliche Meinung. 5 Mos 1, 7: Gehet hin zum Amoritergebirge (d. i. der Hermon und die südlichen Ausläufer des Libanon, also die Gegend von Hamath) und zu allen ihren Nachbarn (Glosse: in der Steppe und im Gebirge und in der Niederung am Meere und im negeb, in das Land der Kanaaniter) und zum Libanon bis zum großen Flusse (Glosse: dem Euphratfluß). Der ursprüngliche Sinn ist: sie sollen das Land bis zur Nordgrenze besetzen, bis dorthin, wo es nach Hamath geht?.

Die Bestätigung gibt Jos 1, 4: und den Libanon bis zum großen Flusse [Glosse: Euphrat!).

Salomo und Hiram von Tyrus. Für die Geschichte Sauls und Davids haben die Monumente nichts beizubringen. Die Angaben über Sauls Siege

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') Eleutheros soll gewiß irgend eine Wiedergabe des Beinamens „der Große (der Edle)" sein.

2) Die Erklärung Buhls, I. c. S. 65 ist damit hinfällig.

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