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über die Feinde ringsum: Moab, Ammon, Aram 1 bêt Rehob und Soba (die nördlichen und nordöstlichen Nachbarn Israels) und über Davids Siege (über die Moabiter 2 Sa 8, 2, über die Philister „vom Gat bis zum Meer“ 8, 1 []), über Hadad‘Ezer von Soba (2 Sa 10) und seine Verbündeten: Bêt-Rehob, den König von Ma'aka (= Gešur) und das Volk von Tôb (vgl. Ri 11, 3. 5) werden den wirklichen Verhältnissen entsprechen. David hat das Ostjordanland von den eindringenden Aramäern befreit. Darum huldigt ihm Toʻu von Hamath?.

Für die Geschichte Salomos sind wir nicht allein auf die biblischen Berichte angewiesen. Wie oft in der orientalischen Geschichte folgt auf den Eroberer der große Bauherr. Was die Bibel von Salomo berichtet, erzählt Menander von Ephesus, dem die tyrischen Annalen des Melậart-Tempels zur Verfügung standen, von Hiram, dem Zeitgenossen Salomos, und von seinem Vater Abiba'al. Wie Salomo Jerusalem, so haben die beiden Tyrus durch Bauten verschönt. In den Fragmenten Menanders, dessen , hellenische und barbarische Geschichte“ den Schriften des Berosus von Babylon und Manetho von Ägypten gleich zu achten wäre, wird Salomo erwähnt, und zwar im Sinne einer tyrischen Polemik wider die spätbiblische Ausmalung der Weisheit Salomos. Salomo ist weise im Rätselraten, Hiram aber ist weiser 3! In einer andern wichtigen Beziehung wird die biblische Erzählung zugunsten Hirams wirklich zu korrigieren sein. i Kg 9, IIb muß Salomo zwanzig Orte in Galiläa an Hiram abtreten und Geldzahlung leisten; 11, 5 huldigt Salomo dem Kult der Aštoret von Tyrus. Beides verrät die Tatsache, daß Salomo Vasall von Tyrus wart. Auch die gemeinsamen Handelsunternehmungen werden als Leistungen anzusehen sein, die Salomo von Hiram auferlegt worden sind. Hiram hatte keinen Hafen am roten Meer und brauchte Salomos Hafen Eşiongeber. Nach i Kg 9, 27 mußte Salomo Schiffe und Mannschaft stellen. Die wenigen Leute, die Hiram hinzuführte, werden wohl Aufseher gewesen sein”.

1) So statt Edom zu lesen mit Winckler, Gesch. Isr. I, 143; zum Folgenden vgl. II, 206 ff.

2) S. oben S. 507.
3) Vgl. hierzu S. 495 f.
*, Winckler KAT 3 237.

5) i Kg 9, 28 und 10, 22 werden Gold, Elfenbein, ķôph-Affen (nach Ed. Glaser ist kôphîm Weihrauch) und Neger als Waren genannt. Wenn auch Ophir arabischer Hafen war, handelt es sich doch gewiß um afrikanische Waren, s. KAT 3 239, Niebuhr OLZ 1900, 69.

an

Die Reichsteilung Der Untergang des Davidischen Reiches wurde nach dem Tode Salomos besiegelt. Die „Teilung des Reiches“ war aber gewiß nicht nur die Folge innerer Kämpfe. Auswärtige Mächte haben sicherlich ihre Hand im Spiele gehabt.

Zunächst hatte der Pharao Šošenk Interesse der Schwächung des mächtigsten der syrischen Staaten. Nach Zeiten der Schwäche, wie wir sie im Papyrus Golenischeff bezeugt finden, begann sich Ägypten wieder um die Frage der Vorherrschaft in Kanaan zu kümmern. Die Verheiratung Salomos mit der Tochter des Pharao Psusennes II., des letzten Herrschers der tanitischen Dynastie, für die ein besonderer Palast gebaut wurde, hat politischen Hintergrund". In der Geschichte Jerobeams, des Sohnes Nebats, der am Hofe des Pharao erzogen wurde und der nach einer Überlieferung, die Sept. zu i Kg 12, 24 vorliegt, mit einer Schwägerin des Pharao verheiratet wurde, finden wir die Spuren der bekannten ägyptischen Politik, Thronaspiranten verbündeter Staaten heranzuziehen. Auch die Abhängigkeit Salomos von Tyrus wird unter ägyptischer Beihilfe zustande gekommen sein. Die Herrscher am Nil und am Euphrat liebten es, wenn kleine Vasallenstaaten in Abhängigkeit untereinander gerieten. Das vereinfachte die Tribut-Erhebung. Unklar bleibt noch immer die Stellung Rehabeams. Aus i Kg 15, 18 f. wissen wir, daß er sich auf Damaskus gestützt hat?. Wie es scheint, hat er die tyrische und damit zugleich die ägyptische Oberhoheit abschütteln wollen, indem er Anschluss suchte an den Widersacher, den Gott einst seinem Vater Salomo erweckt hatte" (1 Kg 11, 23). Damaskus hatte gewiß bereits bei den Kämpfen zwischen Jerobeam und Rehabeam hinter den Kulissen mitgewirkt und war tertius gaudens bei der Teilung des Reiches. Die Hegemonie unter den Kleinstaaten des Westlandes“ ging auf Damaskus über. Mit der Unterwerfung Israels gewann Damaskus überdies einen zu allen Jahres

^) Da Salomo das bisher selbständige Gezer als Mitgift bekommt (1 Kg 9, 16 f.), so handelt es sich hier sicher um Ägypten, nicht um Mușri (wie Winckler in Helmolts Weltgesch. III, 197 will). Salomo hat seinen Rechtsanspruch auf Gezer beim Pharao geltend gemacht. Man kann sich den Vorgang durch ähnliche Prozesse in den Amarna-Briefen illustrieren.

2) Asa ist der zweite Sohn Rehabeams, Bruder, nicht Sohn (wie i Kg 15, 8 irrtümlich steht) des Abiam.

3) „Ich will euch mit Skorpionen züchtigen" (1 Kg 12, u), vgl. S. 497. Hinter der Forderung stand nicht nur Jerobeam, sondern gewiß auch Ägypten, vgl. S. 510.

zeiten brauchbaren Handelsweg nach den phönizischen Häfen, sowie durch die esdralonische Ebene nach den philistäischen Hafenstädten.

Nachdem sich Rehabeam in Sichem, wo er sich die Herrschaft über Nordkanaan bestätigen lassen wollte, geweigert hatte, bestimmte Regierungsmaßregeln seines Vaters zurückzunehmen (1 Kg 12), trat der sichemitische Nordbund in Aufstand. Ägypten mischte sich (1 kg 14, 25) zugunsten Jerobeams ein. Er plünderte Jerusalem und protegierte die Gründung eines Königtums, das Nordkanaan „von Bethel bis Dan“ und das Ostjordanland unter einem Szepter vereinigte und nur dazu bestimmt sein sollte, die Politik Ägyptens in Asien zu unterstützen?).

Damit war Jerusalem zu einem Stadtkönigtum herabgesunken, wie einst in der Amarna-Zeit. Rehabeams zweitem Sohne Asa scheint es gelungen zu sein, die Einmischung Ägyptens abzuweisen. Die Chronik weiß von einem Siege über den Kuschiten Zerah (2 Chr 14, 8 ff.). Er wird eine ägyptische bez. arabische Exekutionstruppe zurückgeschlagen haben. Dann sucht er Rückhalt bei Damaskus. Er sendet Tributgaben und erinnert (1 Kg 15, 18 f.) Benhadad an ein Bündnis, das sein Vater mit Benhadads Vater geschlossen habe. Er bittet um Hilfe gegen seinen Feind Baesa, den König von Israel, der Nadab, den Sohn Jerobeams, gestürzt hatte, und ersucht, das Bündnis aufzuheben, das zwischen Israel und Damaskus bestehe. Das heißt in Wirklichkeit: er unterwirft sich dem Herrscher von Damaskus als Vasall und tritt damit in die Stellung ein, die Israel bereits vorher hatte. Benhadad gewährt mit Vergnügen die Bitte, das heißt er übernimmt die Oberhoheit über längst begehrte Gebiete des Ostjordanlandes: Ijon und Dan und Abel-beth - Maacha und Kinneroth, samt dem ganzen Lande Naphtali: kg 15, 20. Damit erwirbt Damaskus den rechtlichen Anspruch auf diese Gebiete, und in deren Verfolgung zieht sie 733 Tiglatpileser ein, als er Damaskus zur assyrischen Provinz macht? Von jener Zeit an wurde Israel gezwungen,

1) Von Tyrus hören wir in dieser Zeit nichts. Die Notiz, nach der Abdaštoret (Apdaoraoros bei Menander von den „vier Söhnen seiner Amme“ ermordet war, zeigt, daß es durch Kämpfe im Innern beschäftigt war.

2) Von da ist Damaskus Schritt für Schritt vorgerückt. 1 Kg 20, 34 erfahren wir, daß Benhadad unter Omri weitere Städte besetzte und in dem neugegründeten Samarien Bazare (natürlich mit Privilegien für die Handelsartikel von Damaskus) eröffnet hat. Jedenfalls ist das der ausein stehendes Heer zur Abwehr von Damaskus zu halten. Dem Übergewicht des Heeres verdankt Omri, der Feldhauptmann, seine Erhebung zum Könige.

Israel und Juda bis zum Fall Samariens. Mit Omri beginnt ein neues Zeitalter für Kanaan. Er versucht eine Einigung von Norden her, wie sie einst David von Süden her geschaffen hatte. Einen urkundlichen Beweis für das Epochemachende seiner Erscheinung bildet der Umstand, daß die assyrische Diplomatie Israel mat Humrî, bît Humri(a) nennt 1. Wenn Juda bis zu den Zeiten des Jotam und Ahas in den assyrischen Annalen nicht erwähnt wird, so liegt das einfach daran, daß es Vasallenstaat Israels war. Wo Israel erwähnt wird, ist Juda stillschweigend hinzuzudenken.

Omri schließt sich an Ithobaal von Tyrus an. Die Verheiratung seines Sohnes Ahab mit Ithobaals Tochter Izebel hat politische Bedeutung. Und die politische Verbindung bedeutet Anerkennung des Kultus. Sie brachte den Kult des Ba'al von Tyrus nach Israel. Ahab konnte dann seinerseits wagen, gegen Damaskus in offene Feindseligkeit zu treten (1 Kg 20 ff.). Die nun folgenden Kriege, bei denen Israel jedenfalls durch Tyrus unterstützt wurde, bei denen auch Juda gelegentlich Heeresfolge leisten mußte, hatten wechselnden Erfolg, haben aber doch schließlich die Abhängigkeit Israels von Damaskus 2 nicht aufheben können, denn wir finden bald darauf Ahab beim Kampfe gegen Assyrien in der sicherlich erzwungenen Heeresfolge Benhadads 3.

Inzwischen war nämlich für den mächtigen Aramäerstaat Damaskus Gefahr heraufgezogen von seiten des assyrischen

bedungene Lohn für die Hilfe gewesen, die es dem Usurpator Omri bei seiner Thronbesteigung zuteil werden ließ. Omri hat dann als kluger Politiker versucht, durch Verbindung mit Tyrus der gefährlichen damaszenischen „Freundschaft“ ein Gegengewicht zu bieten.

1) Auch Jehu, der von Assyrern unterstützte Usurpator, heißt ,,Sohn von Omri“ (mar Humri).

?) Die kulturelle Überlegenheit des Reiches von Damaskus über Israel-Juda bezeugt Am 3, 12 und vielleicht auch 2 Kg 16, 10f., wo Ahas das Modell eines Altars von Damaskus nach Jerusalem schickt.

*) Ahab zieht mit Josaphat nach dem Jabbok 1 Kg 22, 3, um Ramoth Gilead den Händen der Damaszener zu entreißen. So weit also reichte gelegentlich die Machtsphäre von Damaskus! Die Freundschaft zwischen Josaphat und Abab bedeutet dabei nichts anderes als Vasallenverhältnis Judas gegenüber Israel.

Reiches. Die assyrischen Könige haben seit Asurnaşirpal als eines der Hauptziele ihrer Politik „den Zug nach dem Meere" angesehen, d. h. sie wollten freie Bahn für ihre Handelszüge und Kriegszüge nach dem Mittelmeer gewinnen. Zu diesem Zwecke mußte Damaskus überwunden werden, mit dessen Besitze zugleich die Verfügung über die kleinen Völker des Ostjordangebietes verbunden war. In Israel bildete sich bald eine Assyrien freundlich gesinnte Partei, die von dem mächtigen Reiche Befreiung vom damaszenischen Joche erhoffte.

Wohl noch unter Omri hat Israel zum ersten Male in seiner Politik unmittelbar mit Assyrien rechnen müssen. Von dieser Zeit an mußte man sich am israelitischen Hofe über die Vorgänge in Assyrien auf dem laufenden erhalten. Wir werden annehmen dürfen, daß sich jederzeit Sendboten Israels bez. Judas am Hofe von Niniveh aufgehalten haben. Die Geschichte von der Sendung Jonas gewinnt dadurch neues Licht, auch wenn sie nur historische Einkleidung einer didaktischen Schrift bedeutet. Wie entstand die Interessen-Verbindung zwischen Israel und Assyrien? Tyrus und Sidon hatten Asurnașirpal während seiner letzten Regierungsjahre auf nordphönizischem Boden Tribut zahlen müssen. Die phönizischen Städte werden das nicht ungern getan haben, solange sie unter dem Drucke des übermächtigen Damaskus zu leiden hatten? Bei den engen Beziehungen, die zwischen Tyrus und Israel damals bestanden, ist es mehr als wahrscheinlich, daß sich Omri der Tributsendung und Huldigung angeschlossen hat, wenn diese nicht in der Huldigung von Tyrus als seinem Oberherrn eingeschlossen war. Aber erst unter dem Sohne und Nachfolger des Asurnasirpal erwähnen die königlichen Tafelschreiber Israel ausdrücklich. Nachdem Salmanassar II. (860—825) Babylonien unter seine Oberhoheit gebracht hatte, rüstete er zum „Zuge nach dem Meere“, wie der assyrische „Eponymenkanon“ sagt.

Während Salmanassars Vater einen Zusammenstoß mit Damaskus vermieden hatte, trat ihm 855 in der Gestalt des Adad-'idri von Damaskus ein mächtiger Widersacher entgegen. Er hatte mit Irhuleni von Hamath ein Schutzbündnis geschlossen, dem auch Israel (mit Juda) sich anschließen mußte. Man nennt

) Vgl. S. 292 ff. und Abb. 96f.

2) Nach dem Fall von Damaskus wagen es die phönizischen Staaten, sich gegen Assyrien aufzulehnen.

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