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Fehler gebe, und Schiba Rutren (Siva Rudra, der indische Satan) stand an der Spitze derer, die diese Meinung aussprachen. Allein Vasista behauptete, daß sein Schüler Atschandira tadellos sei. Hierauf ward Rutren, der keinen Widerstand erträgt, sehr zornig, und versicherte die Götter, daß er ihnen bald die Fehler dieses Fürsten zeigen werde, wenn sie ihm denselben überliefern wollten. Vasista nahm die Herausforderung an, und es ward ausgemacht, daß derjenige, dessen Behauptung falsch sein würde, dem andern all die Verdienste abtreten sollte, die er sich durch eine lange Reihe von Büßungen erworben. Nun wurde Atschandira das Opfer dieses Streites. Rutren prüfte ihn auf alle Art, brachte ihn in die äußerste Armut, beraubte ihn seines Reiches, ließ seinen einzigen Sohn hinrichten, und nahm ihm seine Gemahlin. Dieser Unglücksfälle ungeachtet beharrte der König so standhaft in der Übung aller Tugenden, daß die Götter selbst, die diese Prüfungen über ihn ergehen ließen, unfehlbar darunter hätten erliegen müssen. Und sie belohnten ihn auf sehr freigebige Weise. Sie schenkten ihm auch seine Frau wieder, und erweckten seinen Sohn. Darauf trat Rutren dem Vergleiche gemäß alle Verdienste, die er sich zu eigen gemacht, an Vasista ab, und dieser machte dem Atschandira ein Geschenk damit. Der überwundene Rutren ging ärgerlich davon, und fing wieder eine Reihe von Büßungen an, um sich womöglich einen Vorrat neuer Verdienste zu erwerben.“

* Wenn die mythologisierende Erzählungsform das Charakteristikum orientalischer, also auch biblischer Erzählungsweise ist, wird man diese Form vor allem in Stücken wie in der Hiobdichtung erwarten können. Sie würde vor allem in den Namen und in den Zahlen zu suchen sein. Man sucht sie im Namen Hiob (Ijjob babyl. ajjâbu der Feind). Man sucht sie ferner in den sieben Söhnen und drei Töchtern vor der Versuchung und ebensoviel nach der Versuchung, in den sieben Tagen und sieben Nächten der Freunde (2, 13), in der 140 = 2 X 70 Jahre währenden Lebenszeit nach der Versuchung. Charakteristisch sind die Namen der Töchter: Keren Happuch, Jemima und Kezia. Die Sept. übersetzen den ersten Namen Kéoas Ajai. Jeias, sie fanden also eine mythologische Anspielung in dem Namen: Amalthea mit dem Füllhorn' (hebr. heißt das Wort sonst „Schminkhorn"); Jemima „die Tageverlängernde“? Kezia „die (den Lebensfaden Kürzende"? Dann würden also die Namen eine Anspielung auf den orientalischen Typus der drei griechischen Parzen enthalten. Vielleicht hängt es mit dieser mythologischen Anspielung zusammen, wenn der Targum ihre Mutter Dina í = Dike, Nemesis?) nennt. Ebenso muß den rabbinischen Juden bekannt gewesen sein, daß die Freunde Hiobs mit der Mythologie der Unterwelt in Verbindung gebracht werden; der Midrasch zu Koh f. 100d sagt: „Von Hiobs Freunden wird nicht gesagt, daß jeglicher aus seinem Hause oder aus der Stadt herzugekommen, sondern aus seinem Ort“, d. h. im Hinblick auf AG 1, 25 Judas ging an seinen Ort': die Hölle. Diese letztere Notiz ist vielleicht geeignet, die Wincklersche Behauptung zu stützen, der einen von der Bibel unabhängigen Mythus von Hiob (Ajjûb) und seinen drei, ursprünglich zwei (wenn Hiob mitzähltı Freunden in Nabigha II findet (s. MVAG 1901. 144 ff., F. III, 44). Wir würden dann von unserm Standpunkt aus

1. Also eine astralmythologische Anspielung; Amaltheia ist Gestirn!

annehmen, daß die Darstellung des Hiob-Lehrbuches die Geschichte des Helden mit Zügen des im Unglück (in der Unterwelt) sitzenden, aber schließlich befreiten Jahrgottes ausgestattet hat. * Hi 1, 1.

Es war ein Mann im Lande l'ș. Das Land Lș, das man von alters her im weiteren l'mkreise von Damaskus sucht, ist geographisch noch nicht festzustellen. Im Sinne des Erzählers spielt die Geschichte jedenfalls auf arabischem Boden. Das beweist der Überfall sabäischer Horden 1, 15. Auch die ,,Chaldäer“ I, 17 können in ihren ostarabischen Ursitzen gedacht sein. Der Name Us liegt wahrscheinlich in den Keilinschriften vor in dem Gentilicium l'ssai!

Hi 1,5. Hiob lich sie (jeine Kinder nach ihren Schmausereien) reinigen. Friedrich Delitzsch, Hiob z. St. denkt an die Reinigung durch den Priester, „,durch einen mullilu oder ešippu“, wie der Babylonier sagen würde. Das Verbum kadâš ,,reinmachen“ ist auch im Babylonischen ein kultisches Wort.

Hi 1, 6. Die Göttersöhne kamen, bei Jahre su crscheinen, und es kam auch der Satan in ihrer Gesellschaft. Göttersöhne sind Götter, vgl. Ps 82, 6 wie Menschensöhne = Menschen. Die Ausdrucksweise ist allgemein semitisch. „Vater“ bezeichnet die Überordnung, „Sohn“ die Unterordnung? Es ist hier an eine göttliche Hofhaltung gedacht, wie 38, 7. Unter den Söhnen erscheint der Satan als ,,böser Gott“, wie Nergal, der Höllengott, in der göttlichen Hofhaltung des EriškigalMythus 3. Es handelt sich auch hier zunächst um die Gegensätze im Weltall und Kreislauf: Herrschaft in der Oberwelt und in der Unterwelt, Licht und Finsternis. Aber der Dualismus ist hier religiös überwunden. Der Herr der finstern Gewalten steht im Dienste Gottes. Der Kampf ist auf das sittliche Gebiet übertragen. Der Satan ist hier „Widersacher" und ,,Ankläger" Hi 1,6ff. vgl. Sach 3, 1 f.4. Sodann muß mit Zimmern KAT 3 S. 461 darauf hingewiesen werden, daß in dem babylonischen Gedankenkreis vom Gerichtsverfahren zwischen Gottheit und Mensch dämonische Gestalten erscheinen, die die Rolle des „Verklägers“ 5 und ,,Bedrängers“ spielen. In Zimmerns

1) S. Friedr. Delitzsch ZKF 2, 87 ff.

2) Vgl. auch b'ne labî Löwen 4, n und die benoth jaanah Straußen 30, 29.

3) S. hierzu mein Hölle und Paradies AO I, 3 ? und s. hernach zu 2, 7.

+) Natürlich hat er auch die Eigenschaften der bösen Geister. Nach 2, 7 kann er mit Krankheit schlagen, wie der babylonische gallû und andre Begleiter des Nergal.

B) Vgl. das Gerichtsverfahren Da 3, 8.

.אכל קרצא 4 der Syrer nennt den Satan Mt

Hi 2, 4.

Ritualtafeln ist vom ,,Bedränger des Sünders“ (šadiru sa bel arni) die Rede; unter den 14 Helfershelfern des Höllengottes Nergal erscheint ein Dämon šarabdû, der II R 32, 56 in engster Verbindung mit âkil karse „Verleumder" genannt wird?, und

4 . Aber nicht um Entlehnung der Satansgestalten handelt es sich, sondern um gemeinsame Weltanschauung.

Marti, Komm. zu Sach 3, if. sagt: „Da eine frühere Existenz einer solchen Gestalt des Satans unerwiesen ist (Hiob halte ich auch in seinen Anfangskapiteln für später als Sach 1—8) ..... ist anzunehmen, daß Sacharja diese Gestalt selbst gebildet hat.“ Das ist ein charakteristisches Spezimen der von uns bekämpften literarischen Entlehnungstheorie.

Hi 1, 6 ff., s. S. 171 Anm. 4.

Hi I, 15. Delitzsch, Hiob z. St. weist auf den von ihm Wo lag das Paradies“ S. 302 f. übersetzten Brief K 562, der einen räuberischen Überfall der nordarabischen Mas'äer auf den Stamm Nabaiât meldet: Einer von ihnen entrann und kam herein nach der Stadt des Königs“.

Und der Satan antwortete Jahve und sprach: Leib um Leib!Das Sprichwort entspricht dem ius talionis, wie wir es in der biblischen Thora und in den Gesetzen Hammurabis fanden, s. S. 425f. Hi 2, 7.

Der Aussatz kommt hier vom Satan, wie in Babylonien von Nergal. Im Eriškigal-Mythus zieht Nergal mit sieben und sieben Helfershelfern nach dem Tore der Unterwelt: Blitz, Fieber, Gluthitze usw. sind ihre Namen. Daneben erscheint Namtar, „die Pest“, als besonderer Bote der Unterwelts-Göttin.

Hi 3, 3. ,,Siche da (Sept. idov) cin Mann!", Begrüßung bei der Geburt des Hiob. Lea nennt ihren Sohn: Reu-ben (seht, ein Sohn!); bei Sept. und in den alten Onomasticis steht Reu-bel (seht, ein Herr!). Man grüßt gleichsam den Aufgang eines glückverheißenden Sternes. Hi 3, 8 (die Tagverflucher) s. S. 178.

So läge ich nun und rastete, wäre gestorben und hätti Ruhe" (Si 22, II; 30, 17 vgl. 46, 19). In einem assyrischen Briefe klagt ein Mensch, daß er die Gunst des Königs verloren habe und nun im Elend schmachten müsse, und er sagt: „Ich beuge mein Haupt zu den Toten; Leute, die tot

Hi 3, 13

1) Beiträge zur babylon. Religion 115, 19.
2) S. Jensen zu KB VI, 77. 79.

sind, haben Ruhe“ IV R2 46 (53) Nr. 2, 16ff. Hier wie dort die gleiche pessimistische Resignation. Vgl. auch Hi 17, 16.

Hi 5, 1, s. zu 33, 23 f.

Hi 7, 9. Was zur Unterwelt hinabstieg, kehrt nicht wieder (Si 30, U). Im Anfang der Höllenfahrt der Ištar heißt die L'nterwelt „das Haus, dessen Betreten nicht wieder hinausführt, der Pfad, dessen Hinweg nicht zurückführt."

Hi 7, 12. ,,Meer und tannîn“ (die Erde als Drache, s. S. 136 Anm. 7) poetisch als mythische Ungeheuer gedacht.

Hi 9, 9 s. zu 38, 31 ff. Die ,,Kammern des Südens" sind irgendein großes Sternbild des südlichen Himmels, oder sie bezeichnen die Ea-Abteilung der Ekliptik 1

Hi 1o, 21. Bevor ich hingehe und nicht wiederkehre ins Land des Dunkels und der Finsternis.Vgl. To 4, 10: Barmherzigkeit rettet vom Tode und läßt nicht in die Finsternis eingehen.Die Höllenfahrt der Ištar sagt von der Unterwelt: „Das finstere Haus, dessen Betreter dem Lichte entrückt ist, da Licht sie nicht schauen, in Finsternis sitzen." Vgl. auch Hi 16, 22 und 17, 16 (Riegel der Unterwelt) und 38, 17 (Tore).

Hi 11, 8, s. S. 176. Hi 18, 5, s. S. 362.

Hi 15, 28. Es ist an den Kriegsgebrauch zu denken, der eine Stadt als Ödland erklärt. So erging es Jerusalem unter Nebukadnezar.

Hi 18, 13 f. heißt der Herrscher des Totenreiches Erstgeborner des Todes, König der Schrecken. Die gehobene Sprache ist mythologisch. Nergal hat ähnliche Epitheta.

Hi 24, 18f. soll nach Delitzsch BB 14, S. 39 und 70 den Gegensatz zwischen einer heißen wasserlosen Wüste, welche für Frevler, und einem Garten mit frischem klaren Wasser, welcher für die Frommen bestimmt ist, enthalten und „die willkommene Brücke schlagen zu der neutestamentlichen Vorstellung von der glutheißen, wasserlosen, qualvollen Hölle und dem Garten, der für den Orientalen ohne Wasser, ohne reichlich fließendes lebendiges Wasser undenkbar ist“. Wir müssen mit Cornill dieser Auslegung widersprechen. Überhaupt ist Delitzsch im Irrtum, wenn er 1. c. S. 41 annimmt, daß das Trinken klaren Wassers im Seol als Belohnung für die ganz Frommen“ bezeugt sei. Klares Wasser wünscht man allen Verstorbenen der frische Wassertrunk ist das Ideal jedes Orientalen. Die Inschrift der in Babylon gefundenen Tonkegel, die als Lohn für die pietätvolle Behandlung des Sarges das Trinken klaren Wassers im Hades versprechen, bezeugen keine Unterscheidung von Hölle und Paradies. Wer einen Verstorbenen verflucht, der wünscht ihm, daß sein Totengeist vom Wasser ausgeschlossen sein möge; wer

1) So Hommel, Aufs. und Abh. 432.

Hi 33, 6,

einen Toten segnet, wünscht, daß er viel klares Wasser im Hades trinken möge. Daher die Libationen auf den Gräbern und die Brunnenanlagen in den babylonischen Totenstädten. Ich hatte in der 2. Auflage meines „Hölle und Paradies“ (AO I, ") dies ausdrücklich gegen Delitzsch geltend gemacht und wiederhole meinen Einwand, nachdem Delitzsch im „Rückblick und Ausblick“ 1904, S. 4 jene m. E. verhängnisvolle Schlußfolgerung als besonders bedeutungsvoll abermals hervorgehoben hat.

Hi 24, 21, s. S. 342 Anm. 6. Hi 26, 12 f., s. S. 178. s. S. 167

Hi 33, 23 f. vgl. schon 5, I, der Fürsprache-Engel. Die Vorstellung vom himmlischen Fürsprecher liegt im Adapa-Mythus vor, wo Tammuz und Gišzida bei Anu für Adapa bitten, KB VI, 1, S. 97 ff., in den Busspsalmen, und oft auf den religiösen Darstellungen der Siegelzylinder, vgl. Abb. 36 S. 101 und Zimmern KAT3 419 f.

Hi 37, 18, s. S. 174.

Hi 37, 22. Aus dem Norden kommt das Gold." Das Gold ist nach orientalischer Vorstellung „Dreck“ der Höllel. Wenn die Herkunft des Goldes hier mit dem Weltbild zusammenhängt?, wäre der Süden zu erwarten. Aber in andrer Beziehung ist der Norden, der nach Hi 26, 7 oben ist, erklärlich? Vom Norden her kommen Geister des Verderbens Ez 9, 2, die Jahve sendet und in deren Mitte der Schreiberengel ist, der die Frommen aufschreibt Der Nordpunkt der Ekliptik ist der kritische Punkt. der Todespunkt des Tammuz. Am Nordtore sitzen Ez 8, 14 die Weiber, die den in die Hölle gesunkenen Tammuz beweinen. Am Nordtore des Tempels stellen die Judäer das ,,Eiferbild“ auf Ez 8, 5 ff.

) S. 216 Anm. 4.

2) Delitzsch Hiob, zu 37, 22 identifiziert irrtümlich den Sitz des Goldes und den Götterberg. Wenn der Arallû II R 51, i šad hurâși heißt, so ist an das Höllen-Innere des Berges gedacht.

3) Die Rabbinen stellen sich vor, daß die Erde vom Himmel umringt ist, der Norden aber frei ist. Vgl. Herrschensohns hebräisch geschriebenes „Buch der 7 Weisheiten“ S. 4 und 12: „Baba bathra 2, 25 b heißt es: Der Himmel liegt um die Erde wie Aksadra (drei Seiten umringt, die Nordseite nicht); das erklärt man so: dort ist kein Himmel; d. h. dort ist es offen, der Himmel hat ein Loch.“ An andrer Stelle wird erklärt, daß dort in dem Loch die Wohnung ist für die bosen Dämonen; Sturmwind, Geister, Šedim, Blitze, Dämonen kommen von dort. Vgl. hierzu auch bei Hommel, Aufs. u. Abh. 267 den Nordwind - Dämon mehû.

*) S. z. St. Der ,,siedende Topf“, der Jer 1, 13 ff. von Norden kommt, darf hier vielleicht auch erwähnt werden.

b) In der Kabbala ist übrigens ; D3 zuweilen Beiname Gottes, S. Knorr v. Rosenroth, Kabbala denudata I, 666.

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