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Jes 13, 21. Bocksgeister in der Wüste. Wortspiel mit ausein; die Wüste ist Sitz der Dämonen, s. S. 432 und 453 vgl. BNT zu Mt 4 S. 94 f., Mt 12, 43 (ib. 99 f.), Offbg. 17, 2 f.

Jes 14, 4ff. Die Verwandtschaft der biblischen Unterweltsbilder in Jes 14 und Ez 32, die in meiner Erstlingsschrift 1886: „Babylonischassyrische Vorstellungen vom Leben nach dem Tode, unter Berücksichtigung der alttestamentlichen Parallelen dargestellt“ unter allgemeinem Widerspruch behauptet wurde, ist jetzt allgemein anerkannt. Schwally, der in seinen „Vorstellungen vom Leben nach dem Tode“ meine Schrift ignorierte und nur innerjüdische Entwicklung anerkannte, sagt später OLZ 1900, Sp. 17: „Ich schreibe jetzt fremden Kreisen einen viel größeren Einfluß zu ....

in die biblischen Scol-Vorstellungen sind babylonische Züge hereingekommen.“ Vgl. jetzt mein Hölle und Paradies bei den Babyloniern AO I, 32.

Jes 14, 4 ff. Das Lied bezieht sich auf ein bestimmtes für die Geschicke Judäas entscheidendes Ereignis. Der Tod Sargons, des Eroberers Samariens, der Judäas Hoffnungen getäuscht hatte, kommt zunächst in Betracht'. Budde denkt an den Tod Sanheribs. 2 Kg 19, 21--28, wo der baldige Sturz Sanheribs vorausgesagt ist, erinnert allerdings in manchen Zügen an das Lied. Jes 14, 12–15: Der König ist als Helal ben Šahar gleich dem strahlenden Morgenstern, der als Abendstern (Lucifer) in die Unterwelt hinabgesunken ist. Der Mythus von der Höllenfahrt trägt hier statt der Sonnen- oder Mond-Motive (S. 32 ff.) die Motive der Venus als Abendstern, wie S. 110 besprochen wurde. Zum Vergleich des Königs mit dem Sterne S. S. 166. Die Mondsichel ist hier wohl kaum gemeint (so Winckler F. II, 388, Zimmern KAT 3 565); der Mythus würde übrigens auch dann der gleiche sein. Die Farben des Liedes erinnern an den Etana-Mythus? S. zu 5 Mos 30, 12; 32, 11 und vgl. 2 Mos 19, 4.

Jes 14, 13 Berg der Versammlungi, s. S. 558. 565. Jes 14, 23, s. S. 270 Anm. 3.

Jes 14, 28 ff. Frene dich nicht, Philistäa, daß serbrochen ist der Stab, der dich schlug (Salmanassars Tod); denn aus der Wurzel wird cine l'iper hervorgchen und seine Frucht cine seflügelte Schlangi sein. Sargon wird mit einem mythischen Drachen verglichen ?.

Jes 19, 18, s. S. 313. Jes 23, 1. 12, s. S. 261.

Jes 20, 1. Die einzige Stelle, an der Sargon erwähnt wird, der Eroberer von Samarien (722—705, S. Abb. 174). Er heißt Sarukin arků, ,,der andre" zur l'nterscheidung von Sargon I., dem Gründer von Babylon (s. S. 290). Wenn er sich (Cyl.-I. 45,

1) Oder Sanherib? S. S. 526. Zum Folgenden ZAW II, 12 ff.
2) Jensen KB VI, 101 ff. — 3. S. Winckler OLZ 1902, 385 f. - Krit. Schr. III, 9.

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KB II, 47) seiner 350 königlichen Vorfahren rühmt, so will er sich als Bürger eines neuen Weltzeitalters darstellen, s. S. 71'.

Jes 22, 5—7. Das Orakel gegen Hizajón konnte früher unmöglich richtig erklärt werden, da die Völkernamen nicht bekannt waren. Es heißt: ,,Jahve, der Herr der Heerscharen, bringt in kriegerische Aufregung (das Wortspiel ist nur gefähr übersetzbar) im Tale Hicajón Kar und Suti? vom Gebirge her und Elam erhebt den Köcher und Aram besteigt die Pferde und Kir erhebt den Schild und alle die Straßen werden voll von Streitwagen und Reitern, und Sôt (die Suti) besetzt das Tor." Ķir 3 ist das Land Kares, das Arrian neben Sittakene (= Suti, identisch mit Jamutbal) nennt. Beide Bezirke liegen in der Ebene Jatburi, die zwischen Tigris und Gebirge liegt und an Elam angrenzt. Die Aramäer erscheinen Ez 23, 23 in derselben Umgebung unter der assyrischen Bezeichnung Pekód, d. i. Pakůdu.

Jes 22, 21 ff., s. S. 566.

Jes 24, 21 ff. Weltgericht und Segenszeit (vgl. zu dieser Stelle bereits S. 179). Jahve besiegt die heidnischen Könige und das Heer ,,der Höhe" (merôm), das sind die Sterne, zu denen nach V. 23 Mond und Sonne gehören. Er besiegt also die Gewalten, unter denen die Welt (der Orient) bisher gestanden hat, die heidnischen Könige und die astrale Götterwelt. Das Ende wird sein, daß Jahve ihre Herrschaft stürzt, sie einsperrt (!) und von Zion, dem Weltenmittelpunkt aus das Regiment antreten wird + Jahve ist hier genau so vorgestellt wie Marduk. Wie Marduk die Tiâmat und die Götter einer feindlichen Welt besiegte, so besiegt Jahve die Gewalten der bisherigen Weltordnung. Der Kampf wird in den gleichen Formen gedacht.

Für das Verständnis des Begriffes Jahve Șebaoth ist dann die Stelle besonders wichtig. Die „Heere der Höhe" 01-27 xas V. 21 sind die heidnischen Astralgötter. Jahve nimmt ihnen die Herrschaft ab und wird in seiner Weise Jahve Sebaoth „Jahve der (Sternen)-Heere“ (vgl. Ps 148, 2, wo das Heer des Merôm Jahve's Heer, seine Engelwelt, geworden ist). Die Poesie betrachtet die Sterne als himmlische Kämpfer, s. S. 474.

Jes 27, 1 (Jahve's Sichelschwert), s. S. 101 Inm. 1; 179. Jes 30, 3, s. S. 278 Anm. 2. Jes 30, 7, s. S. 180 Anm. 1. - Jes 30, 26, s. S. 340. Jes 30, 33, s. S. 321. Anm. 1.

1, Er nennt auch seinen Vater nicht. Motiv der unbekannten Herkunft? Vgl. S. 408 ff. Dann war er vielleicht nicht l'surpator.

?) " ist für uns zu lesen, s. schon Delitzsch, Paradies 240.

3; Lesefehler für Kor s. zu Ez 23, 23 nicht Kutû, wie Delitzsch, Paradies S. 240 will, s. zu Am 9, 7 und meinen Art. Kir in RPTh.

*; V. 236 ist ein hinzugesetztes Liederzitat; das Vorhergehende spricht mit alten Worten und Begriffen.

Jes 34, 14. Lilit ist identisch mit der babylonischen Dämonin lilitu (Maskulinum lilû, daneben ardat lili, „Magd des lilů"). Man erklärte früher die biblische Lilit, die auch in den hebräischen und aramäischen Zauberschalen oft vorkommt, meist als Nachtgespenst von 5-3 Nacht. Da aber assyrisch lîlâtu Abend bedeutet (hebr. ist 33, Nacht), so kann nur hebräische Volksetymologie an ,,Nachtgespenst“ denken. Die rabbinische Literatur fast lilît bestimmt als Nachtgespenst auf, das besonders in der

Freitagnacht und in der Neumondsnacht die Kinder gefährdet und den Gebärenden gefährlich ist 1. Auch der Hymnus VR 50f., der die Wirkungen der aufgehenden Sonne schildert, daß die Sonne die ardat lilî vertreibt, spricht für Nachtgespenst. Von der Magd des Lilû heißt es einmal, dass sie ,,durch ein Fenster auf einen Menschen hin huscht“. Vielleicht ist an geflügelte Dämonen zu denken?

Die „zwei Weiber", die die rišʻah zwischen Himmel und Erde nach Babylonien tragen mit je zwei Storchflügeln, in denen Wind ist, gehören auch hierher, Sach 5, 9f. Babylonisch haben die lilîtu als geflügelte Wesen ihren Namen von lil, „Wind", assyrisch erklärt durch šâru, zaķīķu.

Jes 35, 5, s. zu 60, i ff. (Segenszeit). – Jes 37, 9, Abb. 188: Assyr. Dämon,

S. S. 262. vgl. Abb. 197.

Jes 37, 29, s. S. 547 Abb. 182. Jes 38, 10. Zu den Pforten der Unterwelt vgl. Hi 38, 17; Ps 9, 14; Mt 16, 18; Wei Sal 16, 13 (Apk 1, 18 ,,Schlüssel“). Vgl. 3 Mak 5, 50: ,,Gott möge sich derer, die schon an den Pforten der Unterwelt stehen, durch eine Erscheinung erbarmen."

Pförtner der Unterwelt werden in der Bibel nicht erwähnt, aber der griechische Übersetzer von Hi 38, 17b kennt solche; ebenso die späteren Juden, die Abraham zum Pförtner der Hölle machen, wie die katholische Legende den Petrus.

Jes 40, 26, s. S. 166.
Jes 39, I.

Die Gesandtschaft Merodachbaladans. Der historische Zusammenhang wurde S. 524 ff. besprochen. Über den Sinn der „Gratulation zur Genesung“ (šaʻal šulmi) s. S. 524 Anm. 4. Das Bild Merodachbaladans bietet Abb. 189.

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1) In ihren Haaren wohnen die Buhlteufel, weshalb Mephistopheles im Faust vor dem Haar der Lilit warnt. Vgl. Erubin 100b; Nidda 246.

2) Von den sieben babylonischen Dämonen heißt immer einer ilu, d. i. der summus deus der sieben (Planeten) bez. sein höllischer Gegenpart, vgl. die 6+ 1 in der persischen Lehre S. 148.

Jes 39, I und 7. Die Boten Merodachbaladans waren Eunuchen (s. Abb. 187). Der Prophet sagt, Nachkommen Hiskias würden als Eunuchen am babylonischen Hofe dienen, weil sich Hiskia mit den Eunuchen Merodachbaladans eingelassen hat.

Jes 40, 13; 55, 8f. Man vergleiche die entsprechenden Gedanken in dem babylonischen Liede IV R 60, s. S. 211, Z. 33 ff. Jes 4, 13. „Wer hat den Geist | IV R 60. Was einem selbst gut er

Jahve's ermessen und wer unter- scheint, ist bei Gott schlecht; weist ihn als Ratgeber?

was nach jemandes Sinn verächtJes 55, 8f. Denn meine Gedanken lich ist, das ist bei Gott gut?.

sind nicht eure Gedanken, und Wer verstünde den Rat der Götter eure Wege nicht meine Wege, ist im Himmel, den Plan Gottes, voll der Spruch Jahve's; sondern so viel Dunkelheit (?), wer ergründete ihn! der Himmel höher ist als die Erde, Wie verstünden den Weg eines so viel sind auch meine Wege höher Gottes die blöden Menschen. als eure Wege, und meine Gedanken als eure Gedanken."

Jes 41, 25. Die seganim ,,Statthalter“3 sind die assyrischen šaknûti, die als Stellvertreter des Großkönigs eingesetzten (šakânu) Verwalter der Provinzen.

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Jes 42, i ff. (Knecht Jahre's), s. S. 575f.

Jes 42, 43 (Könige werden, auf ihr Angesicht fallen und deiner Füße Staub lecken"), S. S. 216.

Jes 43, 1 ff., s. S. 132 Anm. 2. Ich rufe dich bei Namen v. I b bedeutet die

Neuschöpfung (Gegensatz: ich schuf dich, ich bildete dich vor der Geburt

Abb. 189: Merodachbaladan, v. 1). Es ist Parallelglied zu: König von Babylon, belehnt+ einen seiner ich erlöse dich.

Würdenträger mit Ländereien. Das Namennennung = Neuschöpfung ist, wurde S. 132 besprochen. Jahve ist Erretter (s) beim Gehen durchs Wasser und beim Gehen

4) S. Duhm, Jesaias z. St.; v. 1 ist soun zu lesen.
2) In bitterer Ironie gesagt,
3) Zum Lautübergang vgl. Sargon

Šarrukin.
*) malû katušu, s. S. 517 Anm. 2.

•) Vgl. die babylonische Aussage: „Marduk schuf die Menschen, sie zu erlösen“, s. S. 571f. Näheres BNT 106.

durchs Feuer Motiv der Wasser- und Feuerflut als der beiden Gegensätze im Kreislauf, s. S. 63 f. 249).

Jes 44, 25 vgl. Jer 50, 36 ist vom Wahrsagepriester die Rede. Wir lesen mit P. Haupt on (bab. barû „Beschauer“)?.

Jes 44, 28; 45, i ff. Cyrus wird als Erretter begrüßt. Er ist mein Hirte und soll all meinen Willen vollenden." In der Inschrift des Cyrus (BA II, 209 ff.) heißt es nach Schilderung des Elends, das in Babylonien herrscht:

Marduk faßte Erbarmen. In allen Ländern hielt er Umschau, musterte sie und suchte einen gerechten Fürsten nach seinem Herzen, ihn zu fassen bei seiner Hand. Kuraš, König von Anšan, berief er mit Namen, zur Herrschaft über die Gesamtheit des Alls tat er kund seinen Namen (vgl. S. 534 f.).

Sowohl unter den Babyloniern, wie unter den verbannten Judäern gab es eine Partei, die in Cyrus den Befreier sah. Beide haben Cyrus für ihre Sache gewonnen.

Bei der Einnahme von Babylon wurde der Tempel Marduks sorgfältig geschützt und sein Kult begünstigt:

„Der Herr, der in seiner Kraft die Toten erweckt, segnete sie freudig."

„Ob meines Wirkens“ (so läßt der Tafelschreiber Cyrus sagen), „freute sich Marduk, der große Herr, und segnete mich, den König, und Kambuzi’a meinen leiblichen Sohn, sowie mein ganzes Heer in Gnaden, während wir in Aufrichtigkeit vor ihm freudig priesen seine Gottheit.

Auch andre Kulte stellt Cyrus wieder her. Aber die Götter erscheinen ihm nur als priesterliche Diener Marduks. Am Schluß des Cyrus-Cylinders heißt es:

„Alle die Götter, die ich zurückgebracht habe ... . mögen für mich bei Marduk Fürsprache tun.“

Wir dürfen annehmen, daß Cyrus die Juden unter demselben Gesichtspunkte heimziehen liefs. Was Esr 1, 2 und 2 Chr 36, 23 ihm in den Mund gelegt wird, mag dem Gedanken nach wohl authentisch sein ?.

Bereits S. 534f. wurde auf die formelle Verwandtschaft mit der Begrüßung des Cyrus durch Deutero- Jesaias hingewiesen. Aber es handelt sich nicht nur um formelle Berührung.

Beide Begrüßungen, die babylonische und die biblische, ruhen auf der Anschauung, dass die Einsetzung des Königs vom

1) Haupt, Babyl. Elements in the Levitical Ritual, vgl. Zimmern KAT 3 589 f.

2. So Lindner RPrTh? Art. Cyrus. Zur Religion Zarathustra's, die damals auftauchte, s. S. 147 ff.

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