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phische Stellen erwähnt, die die lärmende orientalische Trauersitte illustrieren, und die zugleich zeigen, daß die Einschließung der Frau im Frauenhause in nachexilischer Zeit bei den Juden ebenso Sitte war, wie im übrigen Orient:

2 Mak 3, 19ff. (bei Gefährdung des Tempelschatzes): „Die Weiber erschienen mit Trauergewändern angetan, unter der Brust gegürtet, in Menge auf den Straßen. Die Jungfrauen, die sonst nicht unter die Leute gingen, liefen, die einen an die Tore, andre auf die Mauer; einige

Fear lugten durch die Fenster." – 3 Mak 1, 18 ff.: „Die in den Gemächern verschlossenen Jungfrauen stürmten samt den Müttern heran, bestreuten das Haar mit Asche und Staub und

Abb. 207: Bauplan auf dem Schoße erfüllten die Straßen mit Wehklagen

einer Gudea - Statue. und Seufzen. Ja auch die, die sich ganz zurückgezogen hatten, verließen die zur Beiwohnung hergerichteten Gemächer und setzten die Scham beiseite und verführten in der Stadt ein unordentliches Laufen !.“

Ez 28, 2ff. Ein Gott bin ich, einen Göttersitz bewohne ich im Herzen der Meere. Es ist die Residenz in Tyrus gemeint; aber zugleich enthält das stolze Wort eine mythologische An

spielung auf Ea, der in dem kosmischen Eridu im Ozean thront, s. S.96f. Auch das spricht dafür, daß bei den Sprüchen Ezechiels, die vom Gottesgarten sprechen, an Eridu zu denken ist, s. S. 189 f. und Nachtrag zu S. 190.

Zu Ez 28, 13f. (Eden, Abb. 208: :

der Garten Gottes) s. S. 192; Maßstab auf dem Schoße einer Gudea-Statue.

197. Ez 31, 3 ff. Die Wunderzeder s. S. 194; 197.

Ez 36, 25 Und ich werde reines Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet. Anklänge an den Ea-Kult, vgl. S. 200. Ez 38, 1 ff. Gog (Magog) s. zu S. 254. Ez 38, 6, s. S. 253.

Ez 40 ff. Der Prophet sieht in der Vision den Plan des neuen Tempels. Ähnliche Vorgänge kennt auch die babylonische Literatur. Sie entsprechen ja der altorientalischen

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1) Die Stellung der Frau im israelitischen Orient darf nicht einseitig danach beurteilt werden, vgl. hierzu S. 536.

Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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Grundanschauung, nach der alles Irdische himmlischen Vorbildern entspricht, vgl. S. 48 ff. Eine der Inschriften Gudeas (Cyl. A) erzählt ein Traumgesicht: Gudea sieht eine göttliche Gestalt, zu deren Rechten der göttliche Vogel IM-GIG sitzt, während 2 Löwen zur Rechten und Linken lagern (vgl. 1 Kg 1o, 18 ff.). Sie befiehlt ihm, ein Haus zu bauen. Unter Lichterscheinungen treten himmlische Gestalten herzu mit Griffel und Tafel, die ihm den Bauplan zeigen. Vgl. die Statue Gudeas Abb. 206 f. Vgl. auch S. 235. Zur Stiftshütte nach himmlischem Vorbild s. S. 435. 444 Anm. 3.

Ez 47, i ff. (Paradies mit Lebensbaum und Lebenswasser), S. S. 200.

Daniel. Das Prophetenbuch ist wiederholt umgearbeitet worden. Der Grundstock in seiner ursprünglichen Form gehört in die Zeit des Exils 1; der hebräische Kanon stellt deshalb das Buch richtig hinter Ezechiel und Sept. vor Esra. Der Gegenstand der Weissagung ist die Erwartung der „Endzeit“, d. h. des goldenen Zeitalters für Israel. In den Formen und Bildern der altorientalischen Weltzeitalterlehre wird der Anbruch der neuen Zeit verkündigt. Die gegenwärtige Gestalt zeigt die Übertragung der Prophetie auf die Zeit des Antiochus Epiphanes und dient, zeitgeschichtlich angesehen, dem Nachweis, daß die Makkabäer-Zeit den Anbruch der Erlösung bedeutet (zu Judas Makkab als Erretter s. S. 474). Die Apokalypse des Neuen Testaments nimmt die danielischen Bilder auf in den Visionen, die die Errettung durch den erhöhten Christus in der Endzeit verkündigen.

Da 1, 7 Beltšaşar Beiname Daniels, bab. Balâțašu-uşur, d. h. ,,schütze sein Leben“? Da 4, 5 heisst es, der Name sei „nach dem Namen des Gottes Nebukadnezars“ gegeben. Das beruht auf einer Verwechslung mit Belsasar, d. h. Bel-šar-ușur, ,,Bel (Merodach), schütze den König". Sadrak ist vielleicht verstümmelt aus Marduk", Abednego aus Abednebo „Knecht Nebos". Misael Mēšak ist vielleicht künstlich angefügt; es ist sehr wahrscheinlich, daß Daniel ursprünglich in der Dreizahl inbegriffen war 4.

Da I, 20 vgl. 2, 2 aššápim hängt mit babyl. âšipu Beschwörer zusammen; vgl. âšap bez. âšep Da 2, 10.

1) S. Winckler F. II, 435 ff., KAT? 334.
2) G. Hoffmann ZA II, 237: Balat-ša(r)-uşur.
3) Kohler ZA IV, 150.
4) S. Winckler F III, 47.

von

er

Da 2, 14 Ariok der ,,Oberste der Leibwache" (rab tabbahim) ist doch wohl der gleiche Name wie i Mos 14, babyl. ,,Eriaku".

Da 3, 5 (Musikinstrumente), s. S. 560f., vgl. auch Abb. 165. 175. 186.

Da 4, I Wahnsinn Nebukadnezars. Das Stück gehört wohl zu den Zügen, die ursprünglich sich auf Nabonid beziehen (vgl. KAT 3 S. 110). Er wurde in Temâ gefangen gehalten, während sein Sohn Belsazar das Regiment führte. Dann ist zu bedenken, daß die Babylonier die Melancholie der Gefangenschaft gern drastisch schildern, vgl. zu Hi 3, 13 ff. Der ,,Wahnsinn“ soll das Elend des Gefangenen schildern. Winckler macht OLZ 1898, 71 auf K 7628 aufmerksam: „Welches sind meine Vergehen, so [frage ich]; welches ist meine Sünde, so [klage ich); ein Ochse bin ich, Kraut fresse ich; ein Schaf bin ich, Gras (rupfe ich ab]." Da 4, 6ff. der Weltbaum. Die Stelle wird

den Gnostikern hervorgehoben!.

Da 4, 27, s. S. 286.

Da 5, I Belsașar. Die schlimmen Züge verdankt vielleicht einer Verwechslung mit Evil-Merodach. Während sein Vater in Temâ gefangen gehalten wurde, führte er die Geschäfte. In den Inschriften Nabonids wird ein Gebet Nabonids an den Mondgott wiedergegeben, in dem der Vater für Belsasar, seinen Erstgeborenen bittet: „die Furcht vor deiner erhabenen Gottheit laß in seinem Herzen wohnen, daß er nicht in Sünde willigen möge; mit Überfluß an Leben werde er gesättigt.“

Da 6, 10. Die Gebetsrichtung (Kibla) geht nach Jerusalem. So auch in der ersten Zeit des Islam; später gab hier Mekka die Gebetsrichtung an, s. S. 584.

Da 7. Zur Erklärung der vier Tiere werden wie Ez I die Astralgestalten der vier „Weltecken“ bez. die entsprechenden Sternbilder der Quadranten heranzuziehen sein. Vieles bleibt hier noch unklar. Wenn bei dem Menschen“ ein astrales Prototyp vorschwebt, so kann nur an Nebo, nicht an Marduk (gegen Zimmern KAT3 392) gedacht sein. Zu ,,Menschensohn“ zer amelûti, s. S. 9; 82; 168.

Da 7, 9ff. Mit dieser Vision ist eng verwandt Apk 4, 2 ff. 5, I ff. Inmitten der himmlischen Ratsversammlung thront Gott

1) S. Müller, Geschichte der Kosmologie in der griechischen Kirche

S. 291.

(„der Alte der Tage“)! Die Bücher sind aufgeschlagen, es wird Gericht gehalten und die Weltgeschicke werden bestimmt. Die aufgeschlagenen Bücher entsprechen dem Buch mit sieben Siegeln, das in der Apk vom ågvíov geöffnet wird. In der Vision der Apk steht im Hintergrund der Ereignisse der Kampf und Sieg des lovíov („Lamm“) gegen den Drachen.

Der Sieg ist durch die vernarbte Wunde angedeutet. Als Lohn für den Sieg erhält das ủovíov die Herrschaft über die Endgeschicke (Öffnung des Buches mit sieben Siegeln), und es wird ihm zu Ehren der Lobpreis angestimmt (s. Näheres BNT 14ff.). Die gleiche Situation liegt hier vor. Und zwar ist hier der Kampf selbst fragmentarisch angedeutet. Da 7, 11 ff. findet der Kampf statt. Hervorgehoben ist der charakteristische Zug, daß das Tier, bevor der Kampf beginnt, „hochfahrende Worte" spricht? Das Tier wird getötet. 7, 13 tritt der Sieger feierlich auf Der Menschensohn mit den Wolken des Himmels. Er wird vor den Thronenden gebracht und erhält die Leitung der Weltgeschicke: Macht, Ehre und Herrschaft werden ihm verliehen, und alle Völker und Nationen sollen ihm dienen; sein Reich soll niemals zerstört werden.

Da 8. Charakterisierung der Länder durch einen Tierzyklus; Persien entspricht der Widder; Syrien entspricht der Steinbock (Ziegenbock), weil Alexander nicht als König von „Griechenland“, sondern von Syrien (das ist das für Juda in Betracht kommende Land) dargestellt wird. Der vordere Orient wie der ostasiatische kennen eine entsprechende Einteilung der Erde in zwölf Teile, die den Tierkreiszeichen entsprechen. S. 51 ist das Nähere besprochen. Aus Versehen fehlt dort eine

1) Der Namengebung liegt derselbe Gedanke zugrunde, der mutatis mutandis Saturn (Kronos), den Zeitgott (zu Kronos als Greis s. Chwolson, Ssabier II, 275 ff.), als summus deus bezeichnete. Auch der Senis der Karthager entspricht diesem Gedanken, s. Münter, Religion der Karthager S. 9. Die Alten kannten den kosmisch-astralen Sinn der Vision; die Astrologen stellten mit Vorliebe den himmlischen Greis dar, mit der Wage in der Rechten und dem Schicksalsbuch in der Linken.

2) Wie Tiâmat gegen Marduk s. S. 135 und vgl. Apk 13, 5 f.

3) In der Erkenntnis dieses Zusammenhanges liegt der Schlüssel zum Verständnis. Das wurde bisher übersehen.

*) „gleichwie ein Menschensohn“ beruht auf späterem mangelnden Verständnis des Erlöser-terminus, s. S. 96. Ebenso Apk 14, 14.

5) Verblaster Ausdruck statt Wettererscheinung? s. S. 139 (Rückseite des Labbu-Textes). Mt 24, 30; 26, 64 würde dann ebenso zu beurteilen sein.

Ho 1, 2.

Abteilung: Ägypten - Ibis-Wassermann (zwischen Syrien und Indien).

Da 9, 24 f., s. S. 224.

Hosea und Amos. Daß wir aus älteren Zeiten keine schriftlichen Prophetensprüche haben, beweist nicht, dass es vorher keine Schrift prophetie gab, s. bereits S. 498 Anm. 2. 2 Chr 21, 12 berichtet von einem Brief des Elias. Da er in die Ferne wirken wollte (auf Damaskus), war er auf schriftliche Aussprache angewiesen wie später Jeremias, der nach Babylon schrieb. Schriftliche Aufzeichnung wird immer bestimmte Anlässe gehabt haben. Die können auch früher vorhanden gewesen sein.

Was die religiöse Gedankenwelt anbetrifft, so ergänzen die beiden einander. Die Gerechtigkeit des richtenden (Amos), die Barmherzigkeit des liebenden Jahve (Hosea) bilden die beiden Seiten des mosaischen Gottesbegriffs (s. S. 422 und zu Jes 6 S. 565 f.). Es hat weder Amos die Gerechtigkeit Gottes, noch Hosea die Liebe Gottes entdeckt.

Huren weib und Hurenkinder als Ausgangspunkt der Prophetie von der künftigen Errettung. Es liegt hier ein höchst merkwürdiges Motiv der Erlösererwartung vor, das in das Bereich der Motive von der außerordentlichen, geheimnisvollen Geburt des Erretters gehört. Es liegt auf gleicher Linie mit der Hervorhebung von Gestalten wie Thamar und Rahab in dem Geschlechtsregister Jesu, s. S. 469 Anm. 1. Die Gegensätze berühren sich. Die jüdischen Tholedoth Jesu, die Jesus als Zerrbild des Messias und als Hurensohn darstellen, kennen das Motiv und verwenden es für ihre Travestie.

Israel wird lange ohne teraphîm bleiben. Wie kommen die teraphim (s. S. 376) hierher? Wird der Verlust der teraphîm dem Nationalitäts-Verlust wirklich gleichgesetzt? Oder ist das Satire? Zu ephod s. BNT III und vgl. S. 162.

Ho 5, 13. König Jareb, lies „König von Jareb“. Vielleicht eine arabische Landschaft, vgl. S. 265 Anm. 1; 277.

Ho 10, 14c ist Glosse. In Salman verbergen sich vielleicht die Salamier (s. KAT 3 152). Die Erklärung Schraders KAT? 440f., die an Abkürzung von Salmanassar denkt, ist unmöglich. Ho 12, 3, s. S. 370 Anm. 6. Ho 12, 12f., s. zu 5 Mos 32, 17.

Wo sind deine Seuchen, o Tod, wo sind deine Qualen, o Unterwelt: Aus der altorientalischen Totenwelt, dem Ort Nergals und Namtars, des Pestgottes, kommen alle Dämonen und Seuchen. Die Höllenfahrt der Istar" und der Mythus von Eriškigal geben lebendige Schilderungen von diesem Königreich der Schrecken.

Ho 3, 4

Ho 13, 14.

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