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lich. 8. Wenn jemand eine frau nimmt und sie ihm Kinder gebiert, und seine frau ftirbt, und er eine zweite frau nimmt, die ihm auch Kinder gebiert; wenn dann der Mann stirbt, so sollen vom Vermögen des Vaterhauses zwei Drittel die Söhne der ersten und ein Drittel die Söhne der zweiten frau erhalten, ihre Schwestern".

Der Reft ift wieder unleserlich ).

Nach den Gesetzen Hammurabis (Saß. 162) fällt bei dem Tod der Mutter ihre eingebrachte Mitgift den Söhnen zu. Stirbt der Mann vor ihr, so erhält sie das im Ehevertrag vorgesehene Geschenk und gebraucht das vorhandene Vermögen für sich und die Kinder. Ist aber nichts ihr zugesichert, so erhält sie neben ihrer Mitgift von dem Vermögen des Niannes noch ein Kindesteil. Eine Urkunde betreff folcher Vermögensteilung veröffentlicht Bezold ?):

„Einen Sklaven namens Unasamaskalama und dazu zehn Sekel Silber dem Sinisamas. Zehn Sekel Silber und noch zehn Sekel Silber dem Sinmuballit, seinem Bruder, und fünfzehn Sekel Silber hat tamassu, ihre Mutter, dem Taribum gegeben. Niemals werden auf irgend etwas, was Lamassu oder ihr Sohn Sinistar öder ihr Sohn Upilili oder Amatadad oder ihre Tochter Madgimilistar besitzen oder erwerben werden, Sinisamas oder sein Bruder Sinmuballit oder sein Bruder Tari: bum irgend welchen Anspruch haben. Mit ihrem Einverständnis ist dies schriftlid aufgefeßt, sie werden teine Ungiltigkeitsklage anstrengen. Sie schwuren bei den Göttern Sin und Samas und bei dem König Hammurabi vor Kistiurra, dem Vors sitzenden, Ubupiam, dem Sohn des Jsmili, Úpilsin, dem Sohn des Siniddina; Sinja. muttu, dem Sohn des Appa; Siniris; Igmilsin, Sohn des Samasturam; Sinuzili

, Sohn des Sinistar; Upilmartu, Sohn des Kistiurra. Im Monat Udar des Jahres, in dem König Hammurabi für die Göttinnen Jstar und Nannai den Tempel Etur: kalama wiederherstellte."

Wie das Erbrecht war auch das übrige Privatrecht in beiden Ländern so weit ausgebildet, als es das jeweilige Bedürfnis, das Eigentum, der handel und Verkehr der Untertanen zu sichern, erforderte.

Mochten die Herrscher von Usiyrien auch sonst gewalttätig sein, jo vergriffen sie sich doch nicht leicht an dem Eigentum ihrer Untertanen. Vielmehr ließ König Sargon II. die Grund- und Bodenrechte der Einwohner von Haran aufzeichnen und ordnen; und bei Besiedelung der Stadt Magganubba gab er Geld für die zur Anlage eines Festungsgrabens gebrauchten und enteigneten Grundstücke gemäß den Preistafeln der Kataster; aber den Bürgern , die kein Geld annehmen wollten, gab er ein dem enteigneten Grundstück gleidywertiges anderes Grundstüd.

Auch das Eherecht erfuhr schon in alter Zeit eine vielseitige Aus: bildung, zumal es sich hier nicht allein um das Verhältnis von Mann und frau, sondern auch noch um die Nebenfrauen oder Kebsweiber handelte. Die Grundlagen für spätere Bestimmungen gaben die sumerischen Hausgeseße und Hammurabis Gesebessammlung.

Wird auch jede Ehe nach diesem Gesetz durch einen schriftlichen Vertrag zwischen dem Bräutigam und dem Vater der Braut geschlossen,

1) 1.. ». IV, S. 321, verglichen mit H. Windler. 2, B. u. Y., S. 77.

so ist die Wertschäßung des Eheftandes bei den Babyloniern und Affyrern doch sehr gering. Mährend in Israel Ehescheidungen nicht häufig waren "), ist es hier umgekehrt. Dazu kommt die Vielweiberei und in Affyrien noch die Möglichkeit, daß ein Mann selbst seine Hauptfrau vertaufen oder zu schwerer Arbeit vermieten kann. Dazu werde der folgende Vertrag verglichen:

„Siegel des Mannutiarbael, Eigentümer der verkauften Gattin Belikut, die Gattin des Mannufiarbael. Erworben hat sie Zarpi, die frau des Präfekten. für ein einhalb Mine Silber nach dem Gewicht von Karchemis hat sie sie von Mannufiarbael gekauft. Der volle Preis ist berichtigt, dieses Weib ist bezahlt und getauft. Rüdkehr und Klage sind nicht zulässig. Wer in den zukünftigen Tagen zu irgend welcher Zeit aufsteht und von Mannufiarbael oder einen Söhnen die Klage der Richtigkeit gegen Zarpi, die frau des Präfekten, anstrengt, der soll zehn Minen Silber, eine Mine Gold in den Schatz des Bottes Minib, der in Ninive wohnt, legen und den zehnfachen Kaufpreis der Besitzerin zurüdgeben. Dann mag er seinen Rechtsstreit anstrengen, aber die Sache bekommt er nicht. Willensfreiheit und Ruhe für hundert Tage, dies ist die Obliegenheit für alle Jahre.“

Folgen die Namen von elf Zeugen . den 27. Ab im Jahre des Limmu Marlarim, des Tartan von Kommagene. Vor Usurbanipal, dem König von Affyrien ?).

Zu der leichten Scheidung und dem frauenverkauf in Affyrien kommt in Babylonien der Greuel, daß jede Frau oder Mädchen sich wenigstens einmal in ihrem Leben im Tempel der Istar öffentlich preisgeben muß ), und der Hohn, daß auch die Eunuchen verheiratet waren.

hat der Vater des Mädchens vom Bräutigam den Kaufpreis (babyl. tirhatu, hebr. mohar) erhalten, so zieht die Tochter mit oder ohne Uussteuer (Mitgift, babyl sariktu, hebr. schilluach; Er. 22, 16. 1. Kön. 9, 16) in das Haus ihres Mannes. Einen bezüglichen Vertrag teilt H. Windler 4) mit:

„Bunene-abi und Belisunu kaufen Samasnur,die Tochter des Jbisan, daß Buneneabi eine frau, Belisunu eine Dienerin an ihr habe.“

Einen rätselhaften Vertrag teilt Peiser mit *):

„Das ist. Ziria sprach zu Iddinamarduk: Sieben minen Silber, drei Sklaven und Hausgerät. dazu drei minen Silber . . wenn ich sie dir mit meiner Tochter Jnaisaggilramat werde gegeben haben, werden die Gläubiger deines Vaters Beschlag darauf legen." Jddinamarduť sprach zu Ziria: „Unstatt der Mitgift, die ich werde genommen haben, (sollen als Sicherheit dienen) Ubartum und ihre drei Kinder, Nanakisianni und ihre zwei Kinder.“ ' Und er ließ seine ganze habe in Stadt und Land gerichtlich aufnehmen und übertrug sie an seine frau Jnaisaggilramat."

Herodot erzählt eine nach seiner Ansicht sehr vernünftige Sitte der Babylonier, die inschriftlich freilich noch nicht bestätigt ist: „Die freien mannbaren Töchter werden dort öffentlich an den Meistbietenden per tauft, das Geld aber, das für die Begehrten einkommt, wird dazu derwendet, den nicht begehrten Haßlichen eine Mitgift zu geben )." Solcher Mädchenverkauf mag auf dem Land vorgekommen sein, schwerlich aber in den Städten; oder wir hätten hier ein Beispiel von Sozialismus, dem man in Babylonien sonst nicht begegnet.

1) J. Jeremias, M. u. H., S. 12. 2) Na J. Oppert, 3. f. U. 1898, S. 267. 3 u. Jeremias, A. Č. O., S. 37, 322. 4) H. G. B. S. 25. 5) 3. f. 2. 1888, S. 76.

Wie der Schluß wurde auch die Scheidung der Ehe urtundlich voll. zogen. Wir haben einen solchen Vertrag aus der Zeit des Königs Sinmuballit don Babel:

„Samasrabi hat die Naramtum aus der Ehe entlassen. Ihre habe führt sie mit fick fort. Ihr Entlassungsgeld hat sie erhalten. Wenn ein freier die Maramtum heiratet, wird Samasrabi feine Klage führen. Mit Unrufung von Samas, Malfat, Mardut und Sinmuballit hat sie gesprochen.“

Es folgen die Namen von zehn Jeugen.

Bei der Scheidung wurde wie auch in andern Ehesachen die frau anders behandelt wie der Mann; für sie war die Scheidung erschwert, während der Mann nur den gezahlten Kaufpreis, in Wirklichkeit den eingebrachten Malshaß zurüdgibt und ein Geschenk hinzufügt, auch ein Kindesteil, wenn die Kinder alle erwachsen sind. Streitet aber die Ehefrau mit ihrem Mann, so muß eine Untersuchung eingeleitet werden. hat sie recht, so geht sie mit einem Geschenk in ihres Vaters Haus zurüd; hat sie unrecht, so bestimmte das Geset, daß sie ins Wasser geworfen werde ?). Das Geschenk (babyl. nudunu) hebr. neden) wird auch in der Schrift erwähnt).

Der Ehebruch wurde, wie der 5. Saß der Hausgefeße berichtet bei den Sumeriern sterng bestraft. Auch nach den Gefeßen Hammurabis wird der Ehebruch bestraft, wenn die Uebeltäter auf der Tat ertappt waren, und zwar mit dem Tode beider. Auch hier“) wird schon der fall vorgesehn, daß der Ehemann seinem gefallenen Weibe verzeiht, der König aber den Ehebrecher begnadigt. Werden die beiden nicht auf der Tat betroffen, so foll sich die beschuldigte Ehefrau durch einen Eid oder ein Gottesurteil reinigen, indem sie in den fluß springt'). Uehnlich ist die Vorschrift, die das mosaische Gesetz ®) über Eiferopfer und Fluch wasser gibt; doch ist es nicht nötig, hierin ein Gottesurteil im gemeinen Sinn des Wortes zu erkennen.

Ein Ehevertrag aus der Zeit Nebukadnezars II. lautet:

„Dagilili, Sohn des Zambubu, sprach zu Hamma, der Tochter des Nergal. iddin, des Sohnes don Babutu, folgendermaßen: „Gib mir Latubasinni, deine Cochter, sie fout meine frau sein. hamma hörte ihn and gab ihm Latubasinni, ihre

1

1) Tiele a. a. O., S. 506.
2) H. G. B. § 138. 142.
3) Ezech. 16, 33.
4) H. O. B. § 129.
5) H. G. B. $ 131 u. 132.
6) Num. 5, 11-31.

Tochter, jur Ehë. Uber Dagilili gab freiwidig an Hamma den Staden Unailibifa. mör, der an eine halbe Mine Geld getauft wat, dazu ein einhalb Mine Geld fitt Latabasinni, ihre Tochter. Um Cage, wo Dagilili fick eine zweite frau nimmt, wird Dagilili eine Mine Geld an Latubasinni geben, und sie wird an ihren früheren Dit gehen."

Es folgen die Namen der Zeugen ").
Einen ähnlichen Vertrag hat Deiser veröffentlicht ?):

„Nabuachiiddin sprache zu Daliliffa also: „Gib mir deine Tochter Banatisagil, die Sängerin, daß sie meine fran werde.' Daliliffa hörte ihn und gab ihm seine Tochter Banatisagil, die Sängerin, zur Ehe. Wenn Zabuadiiddin die Banatisagil fortidt und eine andere nimmt, wird er ihr sechs Minen Geld zahlen, und sie wird in's afar simatu gehn. Wenn die Banatisagil mit einem andern hurt, soll sie durch ein eisernes Schwert getötet werden. Den Vertrag nicht anzufechten beteten sie mit Unrufung ihrer Götter Nabu und Mardut und ihres Herrn, des Königs Nabutudurusur.“

Ein andrer Vertrag lautet:

„Nabunadinachi sprack zu Samutin alfo: „Gib deine jungfräuliche Tochter Jnaisagilbanat meinem Sohn Uballitsugula zur Ehe. Sumutin hörte ihn und gab seine jungfräuliche Cochter Jnaisagilbarat an jenes Sohn Uballitsugula. Mine Geld, Latubaranu, Inasillibitinizig und Taslimu nebit Hausgerät gab er mit seiner Tochter Jnaisagilbanat an Nabunadinachi. Die Nanatilirat, stlapin des Sumukin, hat Sumutin an stelle von zweidrittel Mine Geld an Nabunadinachi ge. geben, eindrittel mine Geld ist (ungededt). Eine Mine Geld wird Sumutin dem Nabunadinaci geben, und seine Mitgift ist ausbezahlt. Je ein Schriftstüct nehmen sie.“

Diese Eheverträge sind nach mehreren Seiten hin lehrreich und, troßdem sie nach einer Vorlage gearbeitet sind, nach den Verhältnissen der Vertagschließenden mannigfaltig. Bald verheiratet der Vater, bald die Mutter die mannbare Tochter; in diesem zweiten Fall mag sie von der Mutter in die Ehe eingebracht worden sein. Bald wird eine Scheidung schon vor dem Eheschluß vorgesehn, bald eine Strafe für Hurerei festgeseßt. Es scheint nach diesen Verträgen, als habe es fich in Babylonien in vielen Fällen mur um Zeitehen gehandelt.

Was das Vermögen der Eheleute betrifft, fo herrschte unter ihnen praktische Gütergemeinschaft für Schulden, die in der Ehe gemacht werden, müffen beide Ehegatten auffomnien ). Aber für Schulden, die der Mann ö o'r der Ehe gemacht hat, braucht die frau nicht aufzukommen, wenn sie sich darüber eine Urkunde hat ausstellen lassen “).

Die Kinder follen gegen ihre Eltern ehrerbietig und gehorsam sein. Dem Sohn, der seinen Vater schlägt, sollen beide Hände" abgehauen werden ")! Im Volfe Israel stand auch in diesec Hinsicht die Muffat dem Vater gleich ?). Daß der Vater über seine Kinder eine unumschränkte richterliche Gewalt habe, galt schon als festes Recht bei der alten Sumero-Akkadiern, die wir aus dem ersten Sag der Hausgeseße ersehn haben. Deren zweiter und vierter Saß beweisen ferner, daß in dieser alten Zeit die Mutter noch ihre alte Stellung neben dem Vater hatte, wie das in Israel auch später bewahrt worden ist.

1) K. B. IV, S. 187. 2) 3. f. U. o. 1888, S. 78. 3) H. B. B. § 152. 4 6. O. B. § 151. 5) H. 6. B. § 195.

Unter den Kindern wurden die Söhne, unter den Söhnen der älteste bevorzugt, wie bei den Römern aus dem major natu ein magister, aus dem minor natu ein minister wurde ?).

Zahlreich sind die uns erhaltenen Verträge über Annahme an Kindesstatt *), die Kauf., Zins- und Mietverträge. So heißt es in einem derselben:

Bilfasir, Sohn des Nadinu, Sohnes des Sagillai, sprach zu Nadinu, seinem Vater: „Jum Bitmarbani hast du mich gefandt, und Zunna habe ich zum Weibe genommen. Sohn oder Tochter hat sie mir nicht geboren. Bilusat, den Sohn det Zunna, meiner Frau, den sie dem Nitudu, Sohn des Nursin, ihrem früheren Mann, geboren hat, will ich als Sohn annehmen, wahrlich er soll mein Sohn sein. Bei der Übfaffung seiner Sohnschaftsurkunde sollst du zugegen sein, und unser Einkommen und unsre habe, so viel ihrer ist, verschreibe ich ihm urkundlich. Er soll der Sohn sein, der unsre Hände faßt.“ Nadinu stimmte dem Worte seines Sohnes Biltasir nicht bei, sondern schrieb eine Urkunde, daß für ewige Zeiten fein andrer sein Ein. kommen und Leistungen nähme, und band die Hände des Biltasir, indem er alio bestimmte: Wenn Nadinu das Zeitliche segnet, und nach ihm ein leiblicher Sohn des Bilkasir, seines Sohnes, geboren wird, soll dieser das Einkommen und die Leist

. nngen seines Vaters Nadinu in Besitz nehmen. Wenn ein leiblicher Sohn des Bil. fasir nicht geboren wird, fou Bilfafir" seinen Bruder adoptieren, Bilkasir wird einen andern nicht zum Sohn annehmen. Wenn jedoch sein Bruder (fich der Unnahme weigert), fol Bilfafir seine Schwester“ ...

Das weitere ist verwischt.

Auch Sklaven konnten adoptiert werden und hießen dann marbani, bei den Hebräern ben bajith oder julid bajith, Sohn des Hauses. Ein Vertrag dieser Art lautet:

„Die marbanuti, vor denen Satinsum . .,. und Balatu , ; . gegen einen über das Einkommen vor dem Stadtgott von Sarrabanu Klage erhoben

Balato hatte auf das Einkommen keine Hypothet auf ommen. Balatu sprach zu Sakinfum also: „Ja sehe, das Einkommen ist zu deiner Verfügung. Betr. der zehn Setel Geld, die ich an Susa für deine Rechnung gegeben habe, wohlan gib (mir diese). Namen der Zeugen. Um 25. Duzu im 27. Jahr des Königs Nabunaid. Es erfolgte Zustimmung, keine Weigerung."

Die marbanuti, die im bit marbani hausen, scheinen die Vormundschaftsrichter zu sein. Einen Erbvertrag, der wahrscheinlich auch vor dieses Gericht gehörte, um da bestätigt zu werden, teilt Feuchtwang

mit):

1) Spr. Sal. 30, 17.
2) fr. Hommel, Sem. V. u. S. I, S. 410.
3) K. B. IV, S. 239 u. 245.
4) 3. f. 4. 1891, S. 441.

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