Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

reichen Beutezügen ersah. Dagegen waren andre schwache Nachbarn froh, unter den schüßenden Flügeln eines so starken kriegerischen Volkes Frieden zu finden.

Andere Gelehrten wie fr. Hommel") weisen nach, daß Assur ur: sprünglich eine Landschaft war, die zwischen Südpalästina, Aegypten und dem nordwestlichen Arabien lag, also Edom noch in sich schloß; und das ein Teil seiner Einwohner etwa um 2000 v. Chr. nach dem Bergland auswanderte, das von dem Oberlauf des Tigris und dessen Nebenflüssen durchströmt wird.

Aber diese Ansicht, die wohl mit den Nachrichten der hl. Schrift zu vereinigen wäre, stimmt nicht mit den Nachrichten der K. S. überein, die uns Assur als einen sehr alten Patesistaat erkennen lassen, wie im folgenden Abschnitt weiter auszuführen ist.

Den guten Eigenschaften des assyrischen Volkes standen schwere Caster gegenüber. Die Affyrer waren ein grausames, blutgieriges Volt, voll von Lüge und Gewalttat, dazu sinnlich, hochmütig, listig, verräterisch, voll Verachtung gegen ihre Feinde. Wenige Völker des Altertums haben in so unverschämter Weise wie sie das Recht des Stärkeren gegenüber dem Schwächeren geltend gemacht und mißbraucht. Sie zerstörten und verbrannten die Städte und Dörfer, die auf ihrem Kriegspfade lagen, schonungslos. Ihre Einwohner wurden getötet oder weggeschleppt und zu Sklaven gemacht, die Anführer derselben öfters lebendig eingemauert oder ans Kreuz geschlagen, geschunden und gepfählt und auf allerlei Weise gefoltert und mißhandelt. Trok ihrer mannigfaltigen Bildung blieben die Affyrer, was ihre Sitte angeht, Barbaren.

Ihre Könige liebten es, wie viele Inschriften bezeugen, von ihren Taten ein großes Rühmen zu machen und nicht immer nach der Wahr. heit. So prahlt einer von ihnen betreff seiner Feinde:

„Ich füllte mit ihren Leichnamen die Schluchten und Gipfel der Berge. Jch enthauptete sie und frönte mit ihren Köpfen die Mauern ihrer Städte.“

Ein anderer läßt berichten:

die seit undenklichen Zeiten sich niemals einem feinde unterworfen hatten. Ich maß mich mit ihren Herren auf dem Berg Ugouma, ich züchtigte sie, ich besäte den Boden mit ihren Leichen gleich wilden Tieren. Ich nahm ihre Städte ein, ich führte ihre Götter hinweg. "Ich gab ihre Städte den flammen preis, ich verwandelte sie in Ruinen und Schutt, ich legte ihnen das schwere Joch meiner Herrschaft auf. Jo bragte in ihrer Gegenwart dem Gott Asur, meinem Herrn, meinen Dank dar.“

Ueber die Behandlung von Aufrührern berichtet eine andere Inschrift:

'„Jch erschlug von ihnen einen aus je zweien. Jd baute eine Mauer vor den großen Toren jener Stadt, ich ließ die Uufrührer (chinden und bededte diese Mauer mit ihrer Haut. Einige wurden lebendig darin eingemauert, einige wurden längs derfelben auf Pfähle gesteckt. Ja häufte ihre Köpfe in der form vort Kronten an und ihre durchstochenen Leiber in der Form von Laubgewinden.“

1) u. u. U., S. 277.

Das alte Testament !) nennt neun Provinzen Affyriens: Dina, Perlien, Apharsach ?), Tarpal, Erech, Babel, Susan, Dahar und Elam.

1) Efra 4, 9.
2) Urb kisati bedeutet die vier Weltgegenden.

Dritter U-bschnitt.
Die Herrscher in beiden Reichen.

1. Urzeit. Die erste Geschichte Chaldäas schrieb ein Priester des Osiris in dem ägyptischen Abydus, woher er Abydenus genannt wird, unter Benukung der Werke des Berosus, der zur Zeit des Königs Antiochus Soter um 270 v. Chr. ein Priester des Bel zu Babel war und dessen Tempelarchive venußen konnte. Nach der übergeistreichen Entdeckung des Engländers f. Cope Whitehouse ist Berosus nur eine Personifikation von Brejchit

, dem ersten Wort der hebräischen Bibel! Von seinen drei Büchern baby lonischer Geschichten sind uns nur Brudystücke bei Josephus, Eusebius, Syncellus u. a., in griechischer Sprache geschrieben, erhalten worden. Nach ihm regierten vor der großen Flut zehn chaldäische Könige.

1. Alorus, ein Hirte aus Babylon, regierte 185 Jahre.
2. Alaparus, Sohn des Alorus, regierte 55%2 Jahre. Er wird

von einigen mit Adapa verglichen.
3. Amelon oder Alamlon aus Pautibilla, regierte 24072 Jahre.

Amelu bedeutet im assyrischen den Menschen. 4. Ummenon aus Dautibilla, ein ummanu oder Werkmeister, re

gierte 222 Jahre. 5. Umegalaros aus Pautibilla, regierte 333 Jahre. 6. Daonus aus Pautibilla, regierte 185 Jahre. 7. Evedoranchus aus Pautibilla, regierte 333 Jahre. Von ihm

teilt H. Zimmern 1) eine Inschrift aus der Bibliothek Usur

banipals mit, die nach wenigen Äenderungen also lautet: „Enmeduranki, den König von Sippar, den Liebling des Anu, Bel und Samas in Ebabbara, beriefen Samas und Ramman in ihre Gemeinschaft. Samas und Ramman auf goldnem Chron (lehrten ihn) Oel auf Wasser zu beschauen, das Geheimnis Unus, Bels und Eas, die Tafel der Götter, die Omentafel des Geheimnisses von Himmel und Erde; den Zedernstab, den Liebling der großen Götter, gaben sie in seine Hand. Er selbst aber, nachdem er solches empfangen hatte, lehrte es feinen Söhnen. In Sippar und Babylon brachte er den Göttern reichliche Opfer und lehrte seinen Söhnen, Oel auf Wasser zu beschauen, das Geheimnis Anus, Bels und Eas, die Tafel der Götter, die mentafel des Geheimnisses von Himmel und

U) K. A. T., S. 533.

Érde, den Zedernstab, dert Liebling der großen Götter, gab er in ihre Hand
Weise, der Wissende, er bewahrt das Geheimnis der großen Götter; er läßt seinen
Sohn, den er liebt, auf die Tafel und den Tafelstift von Samas und Ramman schwö-
ren und läßt ihn lernen „wann der Wahrsager“ ... der Qelkundige aus uraltem
Geschlecht, ein Sproß des Enmeduranti, des Königs von Sippar, der die heilige
Omentafel hinstellt

, den Zedernstab erhebt .... ein Geschöpf der Ninharjag, aus priesterlichem Geschlecht, von reiner Abstammung, anch selbst an Wuchs und Körper. massen vollkommen, darf vor Samas und Ramman der Stätte des Wahrsagens und des Orakels jich nahen ... Ein Wahrsagersohn von nicht reiner Abstammung, oder der an Wuchs und "Körpermassen nicht vollkommen ist, der spitzäugig ist, der zerbrodzene Jähne, einen verstümmelten finger hat, der entmannt ist, an Hautkrankheit leidet, der darf nicht die Satzungen des Samas und Ramman beobachten, nicht herannahen zum Orakel des Wahrsagedienstes; dem eröffnen sie nicht den geheimnisvollen Ausspruch, geben ihm nicht in die Hand den Zedernstab, den Liebling der großen Götter."

Es ist selbstverständlich, daß dieses Schriftstück, das die Götteranbetung mit der Bederwahrsagekunst und allen Bestimmungen über die notwendigen Eigenschaften eines Priesters in die graue Vorzeit rüdt, nicht aus der Zeit des vorsintflutlichen Königs Enmeduranki stammt, dessen Namen H. Zimmern die Bedeutung „Oberpriester" zuschreibt, sondern aus viel späterer Zeit.

Eine Erinnerung an die echte Ueberlieferung ist auch in diesem langen Gedicht vorhanden, die Erinnerung, daß ein Mensch, Henoch mit Namen, Gott besonders nahe stand, „und dieweil er ein göttlich Leben führte, nahm ihn Gott hinweg, und ward nicht mehr gesehen" '). Diejes kurze Schriftwort und das lange babylonisch-afi yrische Gedicht sind ein Vorbild für das ganze Verhältnis von echter und gefälschter Ueberlieferung.

8. Amempsinus, vielleicht gleich amelu fin d. i. Mann des Sin,

stammte aus Canaharis oder Caramba und herrschte 185 Jahre. 9. Ardates oder Otiartes, sumerisch Ubaratutu, herrschte 148

Jahre; auch er stammte aus Canaharis.
10. Xisuthros, Sohn des Ardates, regierte 333 Jahre.

Berosus berechnet also die Zeit der vorsintflutlichen Herrscher auf 2220 Jahre, der hebräische Tert des ersten Buches Mioseh gibt für die Zeit der zehn Patriarchen, Noah eingerechnet, 1656 Jahre, die Septuaginta aber 2242 Jahre.

In die Zeit nach der Sintflut setzt Berosus die erste hamitische Dynastie, 86 Könige von Babel, sehr freigebig mit 33 091 Regierungsjahren an. Was damit die 96 ,Semsföhne“ zu tun haben, die sich fr. Hommel ) aus dem A. T. ausrechnet, ist nicht leicht zu verstehen.

Die zweite Dynastie der Mieder oder Elamiter enthält bei Berosus 8 Könige mit 224 Jahren. Sie können, wenn die erste Dynastie in die

1) Gen. 5, 24. 2) Grundriß I, S. 184 2c.

[ocr errors]

Vorgeschichte verwiesen wird, auf die Jahre 2300--2076 v. Chr. an. geseßt werden.

Die dritte Dynastie, ll chaldäische Könige, herrschte dann 2076 bis 1983 v. Chr.

Die vierte Dynastie, 49 chaldäische Könige, herrschte 1983 bis 1525 v. Chr.

Die fünfte Dynastie, 9 arabische Könige, herrschte 1525—1280 v. Chr.

Die sediste Dynastie, 45 assyrische Könige, herrschte 1280 bis 754 v. Chr. Dazu kämen dann noch 18 einheimische Könige von Nabonassar bis Pabonedus 754 bis 538 v. Chr.

Wie auf die Namen so ist auch auf die Zahlen, die Berosus angibt, wenig Gewicht zu legen, auch wenn sie mit der Rechnung der Aegypter übereinzustimmen scheinen, die in 48 863 Jahren 832 Mondfinsternisse und 373 Sonnenfinsternisse beobachtet haben wollen, wozu man so lange Zeit gar nicht braucht.

So weit Berosus. Das Buch des Abydenus ist bis auf eine Er zählung verloren, die spätere Schriftsteller gelesen und uns aufgezeichnet haben"): „Es wird gesagt, daß die ersten Menschen, durch ihre Stärke und Größe über alle Maßen aufgeblasen, anfingen die Götter zu verachten und sich für erhabener zu halten. Angetrieben von diesen Gedanken bauten sie einen Turm von ungeheurer Höhe, der jeßt Babylon ist. Er hatte beinahe den Himmel erreicht, als die Winde den Göttern zu Hilfe kamen und das ganze Gerüst umstießen und es auf die Bauleute warfen. Seine Trümmer werden Babylon genannt; und die Menschen, die bis dahin eine Sprache hatten, begannen von da an auf Befehl der Götter verschiedene Dialekte zu reden."

Uehnlich erzählen Alerander Polyhistor und die armenische Ueberlieferung, alle in deutlicher Abhängigkeit von der griechischen Ueberfeßung des A. T.

2. Nimrod und die Patefi. Nach der hl. Schrift 2) war Chus (Kusch) ein Sohn Hams, dessen Sohn war Nimrod. Diesen Namen hörten die Semiten, wie mir Tcheint, aus dem sumero-akkadischen Nin marad, d. i. Herr von Marada, heraus. Er machte sich als ein Eroberer und „gewaltiger Jäger vor dem Herrn" bald zum Gebieter von Akkad, Babel, Chalne und

1) Vergl. Urquhart a. a. Q. I, S. 249 2c.

Gen. 10, 9-11.

« ͹˹Թõ
 »