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Bei diesen Worten darf man nicht daran denken, daß Nina seine leibliche Mutter ist; sie will sagen, daß ihr Sohn für sie und ihren Gottesdienst sorgt, wie Vater und Mutter für ihre Kinder sorgen. Echt orientalisch.

Nach Gudeas Zeit famen die kleinen babylonischen Herrschaften in die Gewalt der Kassu, Kaffiten oder Kossäer, die nach E. Schrader in Gen. 2, 13 und 10, 8--12 mit dem ägyptischen Kusch verwechselt werden. Wieder eine Anklage gegen die hl. Schrift ohne allen Grund. Die erste Stelle bezieht sich auf die Cage des Paradieses, die heute nidit mehr zu kontrollieren ist; die zweite Stelle versteht Schrader nicht, weil er Nimrod für einen Babylonier hält, während die hl. Schrift ihn für einen Sohn von Kusch erkennt, und wer berichtet sonst noch von Nimrod? Uebrigens sind die Kuschiten in Aegypten und die Kassiten in Babylonien ohne Zweifel verwandte Völker. Das geben schon ihre Namen an die hand, wie auch fr. Deliksch festhält. Vermutlich bildeten sie mit den Sumero-Akkadiern ursprünglich ein Volk.

Der erste König aus diesem Stamm war Gadda oder Gandas, Herr von Babel. Bekannter ist sein Sohn.

Agumfafrime, d. i. Ugum der jüngere, der um 2400 v. Chr.) regierte. Als feine Ahnen bezeichnet er selbst Jsi oder Uffi, Ugumrabi, Abigu, Tassigurumas, von denen nur der erste König genannt wird. Er nennt sich den glänzenden Sproß des Sukamunu oder Nergal, König der Kassu und der Akkadier, auch von Padan und Alman, König der Guti ?), König der vier Weltgegenden. Die Bilder des Marduk und der Zirbanit, die in das Cand Khani *) weggeführt waren, brachte er nach Babel zurück und stellte den Tempel des Bel wieder her. Davon berichtet er in einer ansehnlichen Inschrift:

„Agumfafrime, Sohn des Taffigurumas, erlauchter Sproß des Sukamunu, berufen von Anu und Bel, Ea und Marduk, Sin und Samas, ein gewaltiger Held der Istar, der Königin, bin ich. Als die großen Götter mit ihrem erlauchten Mund Marduk, dem Herrn von Esagila und Babylon, die Rückkehr nach Babylon geboten ... da dachte ich und wandte mein Untlitz, Marduk nach Babel zu holen, und befragte den Gott Samas durch ein Lamm des Opfers@auers und sandte nach dem fernen Land Khani; und sie ergriffen die Hand Marduks und der Zirbanit. Nach Esagila und Babel führte ich sie zurück. Im Hause des Samas, im hinteren Gemad, stellte ich sie auf und ließ Handwerker sie hinsegen. Vier Talente vorzüglichen Goldes gab ich her für ein Gewand des Mardul und der Zirbanit, dazu Berg. fristall, kostbaren strahlenden Stein, und besetzte damit die Oberfläche des Gewandes ihrer großen Gottheit und hohe Hörnermützen, wie sie zu der göttlichen Würde gehören."

„Und den Drachen, das Reittier seiner Gottheit, umgab ich mit Gold und stellte ein taamtu auf und brachte in dem andern Tempel auf seiner Brust kostbare Steine an."

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D) Hommel u. a. setzen ihn nach Hammurabi.
2) Nad H. Windler, Urmenien.
3) Später mat acharri, mat martu oder Khatti, das Westland gen.

Das taamtu erinnert an das babylonische Tiamat, die vornehmste Gottheit der Sumero-Akkadier, wie auch heute bei den Chinesen der Drache überall verehrt wird. Sonst erscheint der Drache nicht als Reittier Marduks, der ihn besiegt hat. Wir dürfen in dieser Vereinigung vielleicht ein Stüc Union zwischen der Religion der Kassiten und der semitischen Babylonier erkennen.

„Uuch schickte ich Handwerker zum Berg der Zedern und Zypressen, zu einem Schneeberg, dessen Duft schön ist; und ich ließ Türen von Zedernholz machen und stellte sie in den Gemächern des Marduk und der Zirbanit auf mit einer Schlange, einem Widder, einem Hund, einem fischmenjen, einem Ziegenfisch. Ein Schlangenbeschwörer reinigte Esagila; grosartige freudenfeste veranstaltete ich, Gps sdenke von Gold und Silber gab ich den Göttern von Esagila."

Eine spätere Nachschrift lautet:

„Dem guten König Agun, der die Gemächer des Mardul baute und die Kunstverständigen abgabenfrei machte, dem mögen Unu und Antu im Himmel Segen verleihen. Bel und Belit mögen ihm in Ekura '). sein Lebensschidial bestimmen. Ea und Damkina, die im großen Weltmeer wohnen, mögen ihm ein Leben langer Tage geben. Samas, der Herr Himmels und der Erde, möge die Grundlage des Thrones seiner Königsherrschaft für lange Zeiten festlegen.“ ....

Diese Nachschrift gibt die Schrifttafel Uhurbanipals, des Königs der Welt, des Königs von Assyrien, der auf Usur und Belit vertraut . . wer sie fortnimmt und seinen Namen für meinen Namen hinschreibt, den mögen Asur und Belit in Zorn und Wut niederwerfen und seinen Samen und seinen Namen im Lande vernichten“.

Von den Nachkommen dieses „guten Königs“ wissen wir nichts. Zu ihrer Zeit wurde Babylonien von Kudurnachunte, dem König von Elam, unterworfen. Der Name Elam bedeutet Hochland, assyr. Elamtu oder Jlamti, akkad. Nummaki; Jensen aber liest das Ideogramm Nimki und läßt es Oftland bedeuten. Seine alte Hauptstadt war Ansan. Kudurnadhunte nahm aus Erech das Bild der Rana und brachte es in seine

König Asurbanipal zurüd. Er läßt darüber inschriftlich berichten:

„Kudurnachunte, der Elamit, der feine Uhtung vor dem großen Namen der Götter hatte, der sich in verkehrtem Geist auf seine eigenen Kräfte verließ, hatte

tehrt. Aber die Tage wurden erfüllt, die Zeit der großen Götter kam herbei ... 2 ner, 7 foß und 15 Jahre (find dahin seit dem) frevel der Elamiten. Micb Usurbanipal, der großen, ihren Verehrer, sandten die großen Götter aus, um Elam niederzuwerfen."

So fromm sich hier der assyrische König auch ausspricht, tut er dem Elamiten doch unrecht. Sicherlich raubte dieser Eroberer fremde Götterbilder nicht aus Mangel an Ähtung, sondern weil er der Meinung war, diese Götter seien mächtiger, hilfreicher als seine eignen; also ihr Dienst vorteilhaft. freilich hatte er für diese Meinung einen schlech

1) Nach Jensen Kosm., S. 194 gleich Erde, aus der nach babylon. Vorstellung die Götter entsprossen sind. Dann nannte man ihre Tempel so, endlich den Gott ten Grund, wenn diese Gottheit doch seinen Feinden nicht geholfen hatte, aber einen guten Grund, wenn er seinen Sieg ihr zusdyrieb.

Die Berechnung, die Usurbanipal hier aufstellt, ist sehr wichtig für die Zeitbestimmung: 2 ner 1200, 7 foß 420 und 15 Jahre

1635 Jahre.

Das elamitische Reich erstreckte sich nach Eroberung Babyloniens und des Landes Khani vom persischen Meerbusen bis zum Mittelmeer, umfaßte also auch Palästina, das Eand der Åmoriter, in sich. Auf Kudurnachunte folgte Simtischilschať. Dessen Sohn war Kudur. lag a mar, d. i. Diener der Göttin Cagamar. Im A. T. wird dieser Name mit Kedorlaomor wiedergegeben). Unter dem Namen Cagamaru zählt ihn Asurbanipal zu den Göttern Elams. Die andern sind Susinał, Sumudu, Partikira, Ammankasibar, Uduran, Supak, husun, Ragibe, Sungura, Karsa, Kirsamas, Sudanu, Aipaksina, Bilala, Panintimri, Silagara, Napsa, Napirtu, Kindakarpu, eine stattliche Reihe von ilani und istarati, Götter und Göttinnen, die noch manchen König oder Königin von Elam in sich schließen mögen ?). Ihre Bilder nahm der klügere König von Assyrien nicht mit fort; denn er dachte wohl, wie sollten ihm die fremden Götter helfen, die ihr eignes Voll nicht aus seiner Hand erretten konnten.

Ob Kudurlagamar und Kudurmabuk eine und dieselbe Person sind, wird einstweilen noch ungewiß bleiben. Er nennt sich König von Elam, Herr von Syrien, Vater des Candes der Umoriter oder des Westlandes, adda martu.

Mit seinem Sohn Eriaku der im U. T. 9) Urioch, asiyr. Uradsin oder Rimsin, d. i. Diener des Sin, heißt, erlosch das elamitische Herrschergeschlecht in Babylonien. Er wurde von Hammurabi, seinem früheren Vasallen, besiegt. Eine Kanephore oder Korbträgerin aus Ufadh am Tigris trägt eine Inschrift, die kundtut, daß diese Bildsäule von Kudurmabut und seinem Sohn Rimsin, König von Carsam, der Nana, der Herrin des Gebirges, der Tochter des Mondgottes, der Bewohnerin des Tempels Meurur, geweiht worden sei. Sie lautet:

Der Göttin Nana, der Herrin, die mit verschwenderischer Pracht geschmückt ist, die von Gnade überströmt, dem lichten Sproß des großen Himmelsgottes, ihrer Herrin, haben Kudurmabuk, der Vater von Emutbal, Sohn des Simtischilschak, und Rimsin, sein Sohn, der erhabene fürst von Nippur, der Pfleger von Ur, König von Larsam, König von Sumer und Åkkad, Ejaculla d. i. Haus der Herzensfreude oder Lieblingswohnung erbaut, aufdaß ihnen Leben zu teil werde, ihre Spitzen hoch aufgeführt, gleich einem Berge gefügt."

Den Schluß der Inschrift macht ein Gebet.

1) Gen. 14, 1: 2) K. B. II, S. 205. 3) Ben. 14. 1.

Unter der Herrschaft der Koffäer und Elamiter war das babylonische Volk, das nun nicht mehr in viele kleine Bezirke zerfiel, geeinigt und erstarkt. Das bezeugt schon die Aufzeichnung der sumero-akkadischen familiengeseke 1), die in dieser Zeit geschehn sein mag. Noch mehr aber tritt diese Tatsache ans Licht durch die erfolgreiche Erhebung gegen das elamitische Joch, die unter dem Semiten Hammurabi geschah. Mit

Schluß seiner Regierung wieder für Jahrhunderte in Dunkel gehüllt zu werden.

3. Die altbabylonischen Könige.

Hammurabi, König von Babylonien, herrschte etwa 2250 bis 2200 v. Chr. Er heißt im U. T. in der Uebersebung der Siebzig Umarphal, bei Luther nach Hieronymus Amraphel. Es ist aber nicht nötig, im hebräischen Tert das auslautende el zum nächstfolgenden Wort zu nehmen; denn wenn auch Amraphel nicht dem Namen Hammurabi entspricht, so kommt in den Keilsdriften neben dem Namen Hammurabi auch die Schreibweise Ammurapaltu vor, wodurch die hebräische Endung el vollkommen gerechtfertigt ist. früher las man sein Jeidien Hammuragas und seßte seine Regierung um das Jahr 1500 v. Chr. an; aber der König Pabumaid bezeugt ausdrüdlich, daß Hanimurabi 700 Jahre vor Burnaburias gelebt habe. Um dem Leser gelegentlich einen Begriff der Keilschrift zu geben, sei hier erwähnt, daß Hammurabi mit dem Zeichen Fisch (ha), Antilope (am,) Name (mu), Uebersdywemmung (ra), Wein (bi) geschrieben wird 2).

Inschriftlich nennt sich dieser König „Hammurabi, der mächtige König, König von Babilu, König der vier Weltgegenden, der Erbauer des Landes, dessen Werke Samas und Marduk wohlgefallen" oder „für die zukünftigen Tage hat es mit dem Griffel kundgetan Hammurabi, der mächtige König, der gewaltige, der Vernichter des feindes, die Sturmflut des Kampfes ?).

Herodot erzählt, daß um diese Zeit Sesortesen II. von Uegypten ganz Usien erobert habe ; aber bis Babylon ist er nicht gekommen, und ehe Hammurabi Babel zu seiner Residenz und Hauptstadt eines freien Königtums gemacht hatte, zog er als Umraphel von Sinear mit seinem Lehnsherrn, Kedorlaomor von Elam, und seinen Mitrasallen Urioch von Ellafar, d. i. Eriaku von Carsa, der auch Herr von Erech und Nisin war, und Tideal, d. i. Tudghula, König der Goim, gegen die Herren des Westlandes „zu streiten im Tale Siddim". Unter den fürsten dieses Landes wird Sineab, König der Stadt Adama, genannt, der in den K. S. Sanibu, König von Amman, heißt. Was aber den König der Goim, bei Luther „König der Heiden", betrifft, so ist der Vorschlag des Symmachus, statt goim gogim zu lesen und so einen „König der Skythen“ zu gewinnen, gänzlich überflüssig, da in einer Inschrift des Königs Usurbanipal das Volk der Goim ") neben Syrien genannt wird, die beide unter der Botmäßigkeit Elams ftanden.

1) H. Winckler, Gef. Hamm. 4. Uufl. 2) K. B. III, b, S. 91. 3) fr. Hommel, S. D. S. I, S. 301.

In diesen Krieg wurde auch Abraham, der Stammvater des hebräischen Volkes, verwickelt. Ungewisse Zeit vorher war er mit seinem Vater Tharah und mehreren Stammesgenossen aus Uru in Chaldäa ausgewandert, wo schon der Vater Hammurabis die dort wohnenden Nomaden bekämpft hatte ?), und als Haupt und Anführer eines Nomadenstammes, nicht als ein Mann der Religionspropaganda ?), mit seinen Herden gegen Nordwesten dem Strom der Flüsse entgegen gezogen. In Haran starb Tharah, und Abram - in K. S. kommt ein Uburamu vor 309, während ein Teil seines Stammes sich hier zu dauernder Ansiedelung niederließ, auf der alten Handelsstraße von Haran weiter nach Südwesten und fam über Damaskus ) in das Land Kanaan, das unter der Herrschaft Elams stand, aber sich häufig gegen diesen fremden Herrn auflehnte. Als Ubraham seinem Stammesgenossen Cot gegen die verbündeten Könige des Oftens und der Mitte Hilfe brachte, 30g er nicht allein, sondern mit ihm die Führer amoritischer Stämme Aner, Eskol und Mamre 5).

Es ist gar nicht zu verwundern, daß es den Hirtenstämmen in Babylonien um diese Zeit bange wurde wegen der Ernährung ihres Viehes; vielmehr werden wir bald wahrnehmen, daß grade jeßt die in Babylonien wohnenden Nomaden entweder zur Auswanderung gezwungen waren oder ihre Lebensweise aufgeben und Uderbauer werden mußten. Ein Teil dieses Zwanges wird auch durch den oben erwähnten Zug Sinmuballits gegen die Nomaden vorgestellt, die ihr gutes Recht mit den Waffen verteidigt haben werden.

Außerdem wird auch eine religiöse Bewegung innerhalb Babyloniens mitbestimmend auf diese Auswanderung gewirkt haben, wie 750 Jahre vorher auf die Auswanderung der Sumero-Åkkadier"); worauf später zurüdzukommen ist.

1) Tiele erfennt in Goim die fonst genannten Guti.
2) S. S.
3) Gegen u. Jeremias, U. T. O., S. 210.

Gen. 15, 2.
Gen. 14. 24.
Vergl. J. Jeremias, M. u. H., S. 5. H. Windler, Abraham a. B.,

S. 26.

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