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einem Aufstand, an dem Affyrien vermutlich nicht unbeteiligt war, ge. tötet von dem Statthalter Nabusumufin. Nachdem dieser 2 Monate und 12 Tage König gespielt hatte, stürzte ihn Ulinzir II., bei den Gries chen Chinziros genannt. Er huldigte dem Großkönig in der Stadt Sapia, mit ihm Mardukbaliddina von Bitjakin. Die babylonische Chronik berichtet darüber :

„Als Tiglatpilesar in das Land Urfad hinabgezogen war, wurde Bitammukan der Garaus gemacht und Ulinzir gefangen genommen. 3 Jahre übte Ulinzir die Herrschaft über Babel aus. Tiglatpilesar bestieg in Babel den Thron ^).“

Das herrliche Land am untern Euphrat und Tigris war durch die andauernden Kriege weit und breit verwüstet, die Städte verbrannt, die Palmenhaine abgehauen, die Kanäle vernachlässigt; aber die afsyrischen Hofschreiber fragen nichts danach und singen des Königs Coblied in der alten Weise:

„Palaft Tiglatpilefars, des großen Königs, des Königs der Dölter, des Königs von Ulfyrien, des Königs pon Sumer und Akkad, des Königs der vier Weltgegenden, des starken Helden, der unter dem Beistand Usurs, seines Herrn, die Wohnstätten derer, die ihm nicht zu willen waren, gleich Töpfen zerschmiß, sintflutgleich überwältigte und den Winden preisgab; des Königs, der im Namen Usurs, Samas und Marduts, der großen Götter, umherzog und vom Meer Bitjafins) bis zum Berg Bitni ) im Osten und vom Weltmeer bis nach Musri ), von Nord bis Süd die Länder unterwarf und beherrschte."

„Den Ukinzir, den Sohn des Umukkan, schloß ich in der Stadt Sapia, seiner Königsstadt, ein; viele seiner Mannschaften tötete ich vor seinen Toren. Die Palmenhaine vor seiner Burg hieb ich ab und ließ auch nicht eine Palme übrig, alle seine Städte zerstörte ich, verbrannte sie mit Feuer. Das Land Bitsilan, das Land Bitammukan und das Land Bitsahalli verwüstete idą gleich einem Sturmflut. hügel. Den Tribut des Belesys, Sohnes des Dakkuri, des Nadin von Cantamat, Silber, Gold, Edelsteine empfing ich. Merodachbaladan, Sohn des Jakin, der König des Meeres (Meerlandes), der zur Zeit meiner Pöniglichen Vorfahren vor feinent derselben erschienen war noch ihre füße geküßt hatte, der Schrecken der Majestät Aurs, meines Herrn, warf ihn darnieder; er erschien in der Stadt Sapia vor mir und füßte meine füße. Gold, der Staub seines Landes, in großen Mengen, ein goldnes Trinkgefäß, in Gold gefaßte Steine, Edelsteine, das Erzeugnis des Meeres ), Gewänder von Berom, viele Spezereien von allerlei Urt, Ochsen und Schafe empfing ich als seinen Tribut.“

Bei dem ersten Einfall Tiglatpilesars in Syrien regierte noch Menahem als Israels König zu Samaria. Er erfaufte von Phui Schonung für Thron und Leben für 1000 Zentner Silber '); denn dieser war mit Babylonien beschäftigt und mit den Uramäern „vom Ufer des

1) E. Schrader, 9. d. W. 1887, S. 592.
2) Persischer Meerbusen.
3) Viell. Damawand, der höchste Berg im pers. Elburus-Gebirg.
4) Mittelmeer.
5) Nicht Uegypten, sondern ein Teil von Arabien.

6) Die Vermutung E. Schraders, damit seien Perlen gemeint, liegt sehr nahe, da noch heute der perfische Meerbusen, an den das Meerland ftößt, reich an Lagern ron Perlenmuscheln ift.

7) 2. Kön. 15, 19.

Tigris und des Surapi bis zum Uknifluß, der am Gestade des untern Meeres ift“, die er fortführte und andre Völker in ihr Land verpflanzte.

Im Jahre 740 oder 739 v. Chr. unterwarf Tiglatpilesar den nördlichen Teil von Syrien und Phönifien, die sich „in Treulosigkeit zu Azriau gehalten“ hatten, wie die Annalen berichten. Sie hatten sich nämlich mit Usarja oder Usija, dem König der Juden, verbunden, der nicht zu den unterworfenen und tributpflichtigen Vasallen des Westlandes gehörte. Sonst hätten ihn die Annalen gewiß als solchen gefennzeichnet, der seine Treue gebrochen habe.

Auch hier irren sich die asiyrischen Hofschreiber; denn Asarja lebte gar nicht mehr zu dieser Zeit, da er bereits 758 v. Chr. zu seinen Vätern versammelt war ). Auch berichtet die Schrift nichts davon, daß Asarja oder sein Sohn Jotham mit den Affyrern gekriegt hätten. Wohl aber berichtet sie von Ahas, daß er bei Tiglatpilesar Hilfe gegen Damaskus suchte. Jedenfalls kann der Urikki von Kui, der unter den tributpflichtigen Vafallen Affyriens genannt wird, nicht Usija von Juda sein. Das Cand Kui, später Kilikien genannt, war schon von Salmanassar II. unterworfen worden. Die Inschrift fährt fort:

19 Bezirke der Stadt Hamath samt den umliegenden Städten, die am Meer des Sonnenuntergangs belegen sind, die in ihrer Treulosigkeit zum Azriau abge. fallen waren, schlug ich zum Gebiet von Offyrien; meine Statthalter setzte id; über fie)."

Eine andre Inschrift berichtet:

„19 Bezirke von Hamath, 19 feste Städte, darunter Ninive und Siannu, fügte der König dem Gebiet von Affyrien zu, nachdem er 30 000 ihrer Einwohner weggeführt hatte.“

Hamath h. Hama wurde im J. 743 tributpflichtig. Sein Hauptgöße hieß Amisa 9).

Uuch von der Königin Zabibe von Saba empfing Phul Tribut, seßte in Aribi seinen fapu, eine Art ständigen Gesandten ein, unternahm dann einen Feldzug in das Land Dimeska, d. i. Damaskus, und gegen Resuunnu vom Land der Imerisuiten, d. i. Rezin von Syrien, und gegen Menihimme vom Land der Samarianer, d. i. Menachem von Israel. Ansehnlich war der Ertrag dieses Beutezuges:

„Gold, Silber, Blei, Eisen, Elephantenfelle, Elfenbein, buntes Tuch, Terebinthenholz, viele Kostbarfeiten, den Schatz eines Königreiches, fette Lämmer, deren Wolle farmoisinrot war; Pferde, Maultiere und Kamele empfing ich.“

Ein König von Assyrien fonnte alles gebrauchen für sich und seine beutehungrigen Krieger.

734 v. Chr. unternahm Tiglatpilesar einen zweiten Feldzug gegen Israel, dessen König Petahja durch Dekah ermordet worden war Der

1) 2. Kön. 15, 7.
2) So E. Schrader.
3) 2. Kön. 17, 30.

Königsmörder aber wurde von Hosea erschlagen. Die Inschriften be. richten über diese Vorfälle in Samaria nicht in gleicher Weise. Die eine sagt:

„Sie stürzten Defaha ihren König, und setzten Uusia ... über fick." Aber anderes las E. Schrader aus einer arg beschädigten Tafel:

„Das Land Bitomri, das ferne ... die Gesamtheit ") seiner Bewohner samt ihrer Habe führte ich nach Affyrien ab; Defah. ihren König, tötete ... den Hosea bestellte ich ... über sie. 10 Talente Gold, 1000 Talente Silber samt ihren ... nahm ich von ihnen in Empfang."

Ist hier, wie der Zusammenhang an die Hand gibt, zu „tötete" „ich" zu ergänzen, so wäre die Ermordung des Pekah auf Veranlassung Tiglatpilesars geschehen, es sei denn daß Dekahja und Petah hier verwechselt sind. Den Hosea erkannte der Öroßtönig als Herrn von Israel

bestellte ihn selbst zum Unterkönig, nachdem er Jjon, Abelbeth. maacha, Janoah, Kades, Hazor, Gilead, Galiläa und das Land Naphthali ?) entvölfert hatte, indem er die Mehrzahl seiner Einwohner wie auch die von Syrien in die inneren Provinzen seines Reiches wie Bäume verpflanzte. Phul ist zwar, wie wir oben sahen, nicht der Erfinder dieser ebenso grausamen und, was den Erfolg betrifft, sehr zweifelhaften, ja zweischneidigen Maßregel, nach der bei einer Reihe von Vol. fern zu der allseitigen Plünderung der Wohnstätten und Verheerung des Landes die gezwungene Auswanderung hinzutrat; aber er hat sie häufig gebraucht. Es ist gar nicht zu verstehen, wie durch diese Maßregel, wie Tiele 3) meint, und auch H. Windler, die Einheit des Reiches gefördert oder wirtschaftliche Schädigung vermieden werden tönnte; dem mit dieser Maßregel, die ebenso unflug wie frevelhaft war, wurden ja nicht nur die unruhigen fremden Völker gestraft, die das affyrische Joch unwillig trugen, sondern, was sehr bedenklich war, auch die eignen Untertanen, die oft, ohne irgend Ursache dazu gegeben zu haben, in die eroberten, entvölferten, verwüsteten Gebiete gewaltsam verfekt wurden. Auf diese Weise wurde in mehreren Landstrichen eine Mischung der Bevölkerung erzielt, da von keinem der betroffenen Gebiete anzunehmen ist, daß es bis auf den lebten Mann entvölfert worden sei. Nur in einer Hinsicht bewährte sich die recht barbarische Maßregel, sofern es fich darum handelte, in einem bestimmten Cand weitere Empörungen zu verhindern. Sie mag auch dazu geholfen haben, nüßliche Handwerke und Künste zu verbreiten, wie man seit der Verpflanzung der Syrer und Israeliten in das Innere von Affyrien syrische und phönitische, d. i. hebräische Schrift auf assyrischen Verträgen und Gewichten findet; aber viel schwerer wiegen die Nachteile und Schäden, die diese Maßregel für

1) Man muß diese Inschriften nicht wörtlich nehmen. 2? 2. Kön. 15, 29. 3) Gesch. d. B. u. U., S. 249. B. u. B., S. 295.

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Afiyrien selbst hervorgebracht hat. Denn mit der gewaltsamen fortführung eines Volkes aus seiner Heimat schwindet die Heimatliebe, indem die alte wohl ausgeriffen, aber feine neue erzwungen werden kann. Es stirbt das Nationalbewußtsein, die Einheit des Voltes, die Anhänglichkeit an das fürstenhaus, die Treue gegen die Religion; und idy wage die Behauptung: Wie durch diese Völkermischung die 10 Stämme von Israel spurlos verschwunden sind, so ist in derselben Maßregel ein Hauptgrund für den späteren schnellen Verfall des assyrischen Reiches zu suchen.

Während wir oben fahen, daß es mit der Untermerfung von Babylonien nur langsam vorwärts ging, läßt Tiglatpilesar inschriftlich verkündigen (Fortsekung einer früheren Inschrift) :

„Kardunias brachte ich in Botmäßigkeit, dem Rasani vom Lande Kaldu legte ich die Leistung von Tribut anf. Dem Asur, der Serua, dem Bal, der Zirbanit, dem Nebo, der Tasmit, der Rana, der Herrin von Babylonien, dem Zergal und der Laz bradte ich glänzende Cammopfer in harsagkalama dar. Das Land Bithamban ), das Land Sumurru, das Land Bitbarena, das fand Bitzualfas, das Land Bitmatti, die Stadt Yliku vom Land Umlias, das Land Bitzaranzai, das Land Darsua, das Land Bitfapfi bis hin zur Stadt Zafruti von den dunkeln Medern 9 brachte ich nnter Botmäßiateit. Meine Statthalter feßte ich als Bezirksverwalter über sie, den Tribut des Stadtpräfelten von Medien bis zum Bifnigebirg nahm ich in Empfang."

Weiter läßt der Großtönig rühmen, wie er die Götter des unterjochten Philiftaas gleich Vögeln in Menge erbeutet habe; und welche Großtaten er gegen Sarduari, den Sohn des Lutipris, König von Urartu, der sich auch far tiffati nannte, ausgerichtet habe, den er in seiner Stadt Turuspa einschloß. Mit vielen andern Städten wurde auch diese Stadt zu Affyrien geschlagen und von einem Tartan 9) verwaltet.

Um die festen Städte des Landes zu beherrschen, wurde im Lande Ulluba die affvrische feftung Asuritisa gebaut und unter den Statthalter Rabbilul gestellt, ein andrer Teil wurde unter einen Tartan gestellt und der afsyrischen Provinz Rairi einverleibt. Eine Contafel aus Birs Nimrud berichtet ähnlich wie früher schon mitgeteilt ist:

„Die Dukudu“) warf ich wie mit einem Nets nieder, ihre Krieger tötete ich, ihre reiche Beute führte ich fort. Diese Pukudu, die Stadt Lahiru, die an der seite der birina der Stadt Hilimmu, die Stadt Dillutu, die an der Grenze des Landes Elam liegt, schlug ich zum Gebiet von Uffyrien; unter die Botmäßigkeit meines Beamten des Statthalters von Arrapha, stellte ich sie. Das Land (Volt) Cabdudu, so viel seiner war, führte ich fort; inmitten von Affyrien siedelte ich sie an. Das Land Kaldu warf ich einem Netze gleich nieder, die Krieger des Nabuusabsi

, Sohn des Silani, tötete ich in der Umgebung von Sarrabani ). seiner Stadt. Ihn selbst ließ ich vor dem Haupttor seiner Städte pfählen und zeigte ihn seinem Lande. Die Stadt Sarrabani eroberte ich mittels eines Walles und mit Belagerungswerkzeug.

1) Weftmedien.
2) Die hellen Medier waren arischen, die dunkeln hamitischen Stammes.
3) K. B. II, 2, 7.
4) Aramäer, die in Südbabylonien eingedrungen waren.
5) Hauptstadt von Bitfilani.

55 000 Einwohner samt ihrem Besitz, seine Gefangenen, sein Hab und Gut, sein Weib, seine Tochter und seine Götter führte ich fort. Jene Stadt samt den Städten in ihrer Umgebung zerstörte, rerwüstete und verbrannte ich mit feuer, verwandelte ich in Hügel (von Schutt) und in Uckerland. Die Stadt Tarbasu, Jrballu nahm ich ein. · 30 000 Menschen samt ihrem Besitz, Hab und Gut und ihren Göttern schleppte ich fort. Die Städte alle richtete ich zu grunde, machte sie Sturmfluthügeln gleich."

Ebenso erging es Zakiru, dem Sohn des Saalli, der den „Eid der großen Götter" brach, dafür in Ketten gelegt und samt seinen Großen nach Assyrien gebracht wurde, dazu noch 50 000 Einwohner und ihre Götterbilder. Das Cand aber wurde zu Assyrien geschlagen.

• Indessen hatte die Nachricht von einem Bündnis zwischen Israel und Syrien, die beide unter assyrischer Botmäßigkeit standen und, nach dieser Seite hin sicher, nun gemeinsam über Juda herfallen wollten, den König Ahas von Juda, in K. S. Jachuhazi von Jahudaa genannt, veranlaßt, durch Geschenke Aliyriens freundschaft zu suchen "). Tiglatpilesar, für solche freundschaftsbeweise nicht unempfänglich, zog hierauf, da seine Mahnungen zum Frieden nicht beachtet wurden, gegen den unbotmäßigen König von Syrien, der bald in die Flucht geschlagen war. Die Inschrift berichtet:

„Wie eine Maus ging er in das große Tor seiner Stadt“) ein. Seine Ober. sten (fing ich) lebendig mit meinen Händen, ließ sie emporheben und sein Land (auf) Pfählen ansehen. 45 Lager“) von Kriegern sammelte ich (vor) seiner Stadt und schloß ihn ein wie einen Vogel im Käfig. Seine Unpflanzungen, Felder, Obstgärten und Wälder, die ohne Zahl waren, hieb ich nieder und ließ nicht einen übrig. hadara), das Haus des Rasunnu von dem Haus der Saimerisuiten, (wo) er ge. boren war, belagerte ich. 800 Leute mit ihrem Besitz nahm ich gefangen, ihre Ochsen, ihre Schafe führte ich hinweg. 700 Gefangene der Stadt Kurussa, der Stadt der Jrmaiten, 550 Gefangene der Stadt Metuna führte ich hinweg, 591 Städte von 16 Bauen des Landes Saimerisu zerstörte ich wie fluthügel."

Yach solchen Blut- und Schandtaten, deren sich dieser Herrscher gar noch mit Wohlgefallen rühmt, wurde Damaskus, die Hauptstadt von Syrien afiyr. Saimerisu, 733 oder 732 v. Chr. erobert und dem Erdboden gleich gemacht; die Einwohner, so viele oder wenige noch übrig waren, wurden nach Kir, einer Stadt Assyriens, verpflanzt.

Äuch den Tod Rezins von Syrien fand Rawlinson auf einer Tafel berichtet, aber diese Tafel blieb aus Versehn in Asien zurüd und ist bis heute nicht wieder gefunden worden.

Auf der großen Triumphinschrift von Birs Nimrud werden unter andern als überwundene Feinde genannt: Sanibu von Bitamman, d. i. Sanib von Ummon, Salamanu von Maab, d. i. Salman von Moab, der mit Israel kämpfte "), Mitimki von Askalon, Jauhazi, d. i. Joas

1) 2. Kön. 16, 5—10.
2) Damaskus.
3) Eine Abteilung von Soldaten.

4) Sonst in K. S. Hadarakka, in Sach. 9, 1 hadrach. Vergl. d. Verf. Pal. u. Syr., Š. 70.

5) hol. 10, 14.

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