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welcher die drei erft en Evangelien enthalt.

DIVINITY SCHOOL

HHBRARY.
HARVARD UNIVERSITY

Stuttgart,

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V or red c.

Obgleich schon der Titel dieses Buch den Inhalt und die Tendenz deffelben init der erforderlichen Deutlichkeit anzu: geben scheint, so wird es doch nicht unzwedinäßig reyn, eis nige Bemerkungen vorauszuschicten, welche den Geist dieses Werks in seinen charakteristischen Zügen dem Leser noch deuts licher vor die Augen stellen und ihin schon von Porn herein angeben, was er hier zu erwarten hat.

Wer mit unserer eregetischen Literatur bekannt ist, der wird es wissen, daß dieselbe vorzüglich aus zwei Klassen Schrifs ten besteht. Die eine ist vorzugsweise bestimint für den ges lehrten Theologen, beschäftigt sich fast einzig und allein init der Erklärung des Grundtextes, und behandelt die genaue Darlegung, Erörterung und Begründung der fittlichen und religiösen Ideen der Schrift wenigstens nicht als Hauptsache. Die Werke, die zu dieser Klasse gehören, sind init einer Menge von philologischen und antiquarischen Bemerkungen angefüllt, liefern eine Fülle von verschiedenen Ansichten und Aus: legungen über einzelne Stellen, und sind ineistentheils ro weits läufig und zugleich an eigentlich praktischen Ideen so arm, daß der Geistliche weder Lust noch Zeit hat zuin gründlichen Studium derselben. Durch diese eigenthümliche Beschaffenheit geschieht es, daß das Leren der heiligen Schrift in ihrer Ursprache von sehr vielen Predigern fast ganz vernachläßigt wird. Auch der Vortrag der Exegese auf Universitäten ist durchgehends nicht fehr verschieden von der Art und Weise, wie dieselbe

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in den eben bezeichneten Werken betrieben wird, und gewiß nicht wenige Candidaten kehren von der Hochschule zurück, ohne daß sie in das innere Heiligthum der evangelischen Wahrheit eingegangen sind, und ohne daß sie die nöthige Fertigkeit sich angeeignet haben, die 'h. Schrift auf eine fruchtbare Weise vor dem Volke zu erklären und anzuwenden. Die andere Classe . eregetischer Schriften läßt sich auf die Erklärung des Grundtertes gar nicht ein, beschäftigt sich vielmehr ausschließlich mit der Auslegung des Inhalts und legt dabei großen Theils die lus therische Bibelübersetung zu Grunde. Werke dieser Art find die Schriften von Hezel, Dinter, Brand, De Wette, Lisko. Es springt indessen in die Augen, daß der praktische Geistliche, der sich nie vom Studiuin des Grundtertes für ents bunden halten darf, init dem Gebrauch dieser Bibelausleguns gen sich nie begnügen kann. Das vorliegende Buch soll nun zwischen diesen beiden Arten von Schriften die Mitte halten, und eine Erklärung der H. Schriftsteller liefern, welche sich zwar vorzugsweise mit der Darlegung und gründlichen Erörs terung der biblischen Grundideen beschäftigt, doch aber auch so viele kritische', gramınatische, historische und antiquarische Notizen beibringt, daß das Verstehen der Ursprache keinen weitern Schwierigkeiten mehr unterliegen kann. Zur genauern Einsicht in die eigenthümliche Beschaffenheit des Buchs mögen nun die folgenden Bemerkungen dienen.

1. Jedem biblischen Buche wird eine gedrängte Einleitung vorgelegt werden. Dieselbe wird sich aber nur mit solchen Gegenstär:ùrn befassen, welche für den praktischen Geistlichen entschiedene Wichtigkeit haben, alle aber bloß den Gelehrs ten vom Fach oder den Universitäts-Theologen interesfirenden Fragen, die init der amtlichen Thätigkeit eines Predigers in einein nur Tehr entfernten Zusammenhange stehen, entweder gänzlich mit Stillschweigen übergeben, oder wenigstens verbältnißinäßig nur kurz berühren. So wird sich das Vorwort gu den Evangelien nicht, wie dieß in den Einleitungen in's N. T. durchgehends der Fall ist, vorberrschend beschäftigen

mit der Entstehungsart derselben , mit jenen unsichern, ibre gegenseitige wörtliche Uebereinstimmung und theilweise Ab: weichung betreffenden, Hypothesen', obgleich es auch diesen Gegenstand keinesweges gänzlich bei Seite liegen lassen wird, sondern vielinehr mit dem Geiste, der in ihnen weht, ihrer geschichtlichen Glaubwürdigkeit, ihrer göttlichen Eingebung, kurz, mit solchen Sachen, die für einen jeden Lehrer des götts lichen Worts von einem nicht zu verkennenden hohen Ina terefle find.

2. Jedem einzelnen Abschnitte wird nebst einer speciellen Einleitung eine neue Tertübersetung beigegeben werden, durch welche der Herausgeber die Erklärung selbst wesentlich zu erz leichtern und zu unterstüten hofft. Diese Uebersetung wird die lutherische, die ja doch in Jedermann's Händen ist, nicht zum Grunde legen, vielmehr im strengen Sinne eine neue seyn, sich zwar so genau als möglich an den griechischen Grunds tert anschließen, jedoch nie so, daß durch ein solches wortgea treues Uebertragen der Genius der Muttersprache beleidigt wird. Nur dann verdient eine Uebersebung den Namen einer treuen, wenn sie beim Lesen denselben Total-Eindruc zurüd: läßt, welchen das Original selber hervorbringt.

3. Die Hauptsache des Buchs ist die Auslegung selbst. Vor allen Dingen wird sich der Verfasser damit beschäftigen, die jedein Abschnitte zum Grunde liegende Hauptidee, die ihn eben zu einem Abschnitte inacht, ausführlich zu erörtern, und seine verschiedenartige Brauchbarkeit zuin Volksunterricht ans schaulich zu machen. Nie wird der Lehrer belästigt werden mit einer weitläufigen Aufzählung der verschiedenen Ausleguna gen, nię init trockenen Untersuchungen über philologische , antiquarische Gegenstände, die ihn wenig küminern und nur von der Hauptsache abführen, nie, init weitschichtigen Erörteruns gen über unbedeutende Variationen; uur die Geist und Herz erhebenden und erquicenden Ideen des Evangeliums werden klar und bündig vor die Augen gerückt werden, auf daß er aus diesem unerschöpflichen Schaße sich herausnehine, was ihm

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