Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub
[ocr errors]

vier ; und zu Jarcus Aurelius Zeit, bis auf fünffe ernseitert. Diese Freyheit war von so wichtiger Folge, daß sie allein fåhig war, alle Raths. Versammlungen und Schlüsse unnůß zu machen. Wiewohl Marcus Aurelius sich dieser Äuthorität nicht bediente, seine Macht zu vergrössern, sondern vielmehr die Freyheit dadurch zu befördern, und die Glückseeligkeit des Volds, zu vers Mehren. f)

Wie groß aber fein Ansehen ben dem Käyfer war, so misbrauchte er dessen nimmer; Und weil Antoninus Pius keinen beförderte, der ihm nicht vom Marcus Aurelius vorgeschlagen war, fo befließ er sich allezeit fole cher Leute,

welche die ledigen Aemter mit Ruhm bekleis deten. g) ge höher ihn aber der Käyser hielt, je grösser, tard hinwieder seine Ehrerbietung gegen dessen Majes ståt ; so gar, daß keine Privat-Persohn ihn mit grösser Ehrerbietung håtte begegnen können. És schien, als wüchse seine Liebe gegen denselben, mit den Zeiten , denn, in ganßer drey und zwankig Jahren, die er in seinem Pallast zubrachte, verließ er ihn nimmer, hat auch in als ler solcher Zeit, nicht über zwo Nächte von demselben ents fernt, geschlaffen.

Dergleichen Merckmahle feines Sleiffes, feiner creu , und Liebe ; befestigten die Wohlgervogenheit des Kårfers dergestalt gegen ihn, daß er denen Dhrenbláfern nie Sehör gab, welche ihm die Auffrichtigkeit unsers Marcus Aurelius wolten verdächtig machen. Denn, wie es auch der allerdeutlichsten und ungefärbten Tugend nicht an Neidern oder Nachstellungen fehlet, also fand auch Marcus Aurelius, am Kayserlichen Hofe Vers leumbder.

h) UNA

f) Salmalius in Capitolini Marcum, 8) Capitolinus in Pio,

h) Unter andern gieng einer, Valerius Omulus, einst mit dem Käyser spaßieren ; und als er die Mutter Des jarcus Aurelius, ohngefehr von ferne, in einem Garten, vor des Apolo Bildniß, auf ihren Knien liegen fah, bließ er dem Käyser diese Worte ins Ohr: Meynft du nicht, daß die andächtige Lucille, dort von jes nem Gott, deinen Tod erbitte , damit ihr Sohnals lein regieren moge? Diese Worte, so in dem Gemüth eines Tnrannen, Eifersucht und Rache , ja den Tob, beya Des der Lucille, und ihres Sohnes würden gemircket has ben, wurden von dem frommen Kånser grosmüthig vers achtet, weil er von der treuen Liebe feines Marcus Aurej lius, eines bessern verfichert war.

Vielmehr wårete die Eintracht dieser beyden Hera ten bis an den Tod des Antoninus Pius, i) wels cher, als er zu Lorium erkranckte, und die Hoffnung zum Leben verschwinden fah, ließ er alle feine vornehmste Bedienten und Generale zu sich ruffen, bekräfftigte noch einmahl die Ernennung des Marcus Aurelius zur Reichs-Folge, berechtigte ihn dazu gank allein, ohne Des Vetus zu gedencken ;. und als der Tribunus zu ihm hinein kam, gab er ihm zu guter legt das Wort : die Gleichmüthigkeit ! anzubeuten, daß er nunmehro gang geruhig stürbe, weil er einen solchen würdigen Nachfolger, hinterließ ; Er befahl die güldene Glückss Säule, welche zum Beweiß, des allgemeinen Wohle standes, in der Käyserlichen Schlaff-Kammer zu stehen pflegte , aus diesem seinem Gemad), in des Marcus Aus relius Zimmer zu tragen. Man findet diese Hands lung durch Münzen bekräfftigt, welche die allgemeine Hoffnung des Römischen Reichs an den Tag legen,

wie

ܪ

.

h) Capitolinus in Marco. p. 44.
i) Capitolinus in Pio, c. 12. & in Marco, c.7.

wie es sich unter der Regierung eines so klugen Monare chen, Glůck, Henl, Wohlfarth, und lieberflußversprach. Áuf derselben Ayers wird unser Marcus Aurelius zum erstenmahl Imperator, oder Käyser genant , und auf Dem Revers, stehet das Bild des Glůcks, mit einem Horn des Ueberflusses in der lincken, und mit einem Mers ciriųs-Stab, in der rechten

Hand. Die Ueberschrifft zeia get die grosse Hoffnung des Volcks, von dieses Känsers ges segneten Regierung, mit den Worten : FELICITĂS TEMPORUM. Die Glückseligkeit der Zeiten!

k) Es war ohngefehr im hundert ein und sechzigs A. c. sten Jahr nach der Geburt unsers Erlófers, von der Ers 161 bauung der Stadt om aber; im neun hundert und viera gehenden, als nach Absterben des Antoninus Pius, der Römische Rath, unsern Marcus Aurelius vermochte, die Regierung auf sich zu nehmen. Er hatte dieselbe nur einen Monath lang geführet, als er die erste Probe beydes feiner Erkäntlichkeit, Gehorsams; Freundschafft, und Anfehens, daditrch blicken ließ, daß, ob er gleich bestime met war, allein das Regiment zu führen, er dennoch den Lucius Vetus, am sechsten Aprill desselben Jahres, zum Mit-Regenten ernenneté. Dannenher machte e ihn zum Tribunus, legte ihm den Nahmen eines Kåpa fers bey, und ließ sich also gefallen, seine Gewalt mit dem, selben zu theilen. Und zwar mit solcher Eintracht, daß nicht allein die Münßen dieser Zeiten, diebeyden Kanser, als einander die Hände gebende, vorstellen, mit der Ums Fehrifft : Concordia Augustorum ; sondern auch der damahlige Redner, Aristides, diese Eintracht der gana Ben Welt, als ein Wunder anpreiset. 1) Dis war

das 6

erte k) Eufebius & Capicolinus in Marco, 7 dins *& . 1) Aristides, Orat. dc Coocordia, ad Civitates Aftz, Berat,

Gyzicenas

DATE

LIEFH

>

ROTHÉO

A.C. erste mahl, daß Rom sich gefallen ließ, von zweyen Haus 161

ptern regieret zu werden, da es vormahls fast alles Blut seiner Bürger gekostet hatte, ehe es sich entschliessen kons te, einem einzigen zu gehorchen.

m) An eben diesem Tage, nahm Marcus Aures lius , seinem Vorweser zu Ehren, den Nahmen Antos 'minus an, gab denselben auch seinem Mit- Regenten, und vermåhlete ihme anber feine Tochter Lucille : Zu Bezeugung aber der Freude über diese Heurath, legten sie berderseits eine gute Summa, zum Unterhalt vieler neus gemachten Bürger, zusammen. Die Barde muste vor ihnen durch die Musterung gehen, worauf ein jeder Gemeiner, mit so viel als fünff hundert Reichs-Thaler, und die Officiers nach Proportion reichlich beschencket ivurden.

Hierauff hielten die beiden Känser ihrem verstors benen Pflege-Vater ein kostbares Leich: Begångniß ; fie lieffen ihn in des Känsers Sadrianus Grab berseken; fie verordneten Feyer-Tåge zur Trauer, und schritten hers nach zu den Ceremonien der Vergðtterung, welche folgens der Gestalt verrichtet ward:

n) Man goß ein wächsernes Bild in Lebens-Grösse, welches der Verstorbenen gang åhnlich sahe, man legte solches, als das Ebenbild des Francken Kaysers, auf ein Helffenbeinernes mit güldenen Gestücke bekleidetes Bette, diefes mard am Eingang des Käyferlichen Palasts, prachtig, und hoch auffgeführet. Zu dessen lincken faß Der ganse Römische Rath, in langen schwarzen Trauers Kleidern, zur Rechten, alles vornehme Frauerzimmer, phne Pur und Geschmeide, gank schneeweiß angechan. So hielt mans sieben Tage, in welcher Zeit, unterschieds

liche

m) Capitolinus in Marco. p.45. & Salmafius in Notis, D) Vide Herodianum de Severi funere.

ز

[ocr errors]

liche Aerkte sich hinein zu dem Trauerslager begaben, als a C. wolten sie an dem Krancken ihre Kunstversuchen, die aber voi alle ber ihrer Rückkehr klagten ; daß es sich mit dem Pas tienten dergestalt verschlimmere, daß keine Hoffnung Des Lebens übrig sey.

Zulekt, nachdem dieselben sein Absterben verfündis get hatten , trugen die jüngsten Raths-Verwandten, zu: famt andern Edelen, gedachtes Bett auf

ihren Schultern Durch die heilige Strasse, hin auf den alten Marckt, wos felbst die Römische Obrigkeit gewohnt war ihre Aemter nieder zu legen. An benden Seiten dieses Marekts siung Den auffgeführte Bühnen, deren eine Das Chor junger Edel-Knaben, die andere , ein Chor junger adelicher Mågdchens trug, so das Lob des Verstorbenen mit Klago Liedern befungen.

Nach geendigter Trauer-Music, trugen oberwehr. te Edelen das Bette oder Trauer-Lager hinaus vor die Stadt, auf das Gefilde des Martis, in dessen Mitte ein hölgernes Gerüft, drey Stockwerck hoch, in Form einer Pyramide auffgeführet war. Das untershe Stockwerck war viereckt ; gleich einem kleinen Zimmer, inwendig mit allerhano Brenn-Holk angefüllet, auswendig mit gülds nen Stücken umhangen, und mit Helffenbeinern Stas tuen, Säulen, wie auch raren Schilderenen ausgezies ret. Das andere Stockwerck auch viereckt ; aber etwas enger, war auf eben dieselbe Art behangen, und gezieret ausgenommen, daß es an allen vier Seiten eine Deffs nung hatte. Ueber dieses Stockwerck stund das schmåles re dritte ; das Uebrige stieg eines über das ander foeng in die Höhe, biß es endlich in eine Spiße zusammen lieff

Das Helffenbeinerne Bette mit dem wächfernen Bilde, wurden in das zweyte Stockwerck gefekt, und

11110 .6.2

mit

« ͹˹Թõ
 »