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er denen übrigen Geschafften entziehen fonte , auf die Welt Weisheit zu wenden. Der Käyser Antoninus Pius felbst, trug nicht wenig ben, ihn in dieser Liebe zur

Weisheit zu befestigen. Dein zu geschweigen, daß er ihm mit feinem eigenen Erempel ruhmwürdigst vorleuchs tete, verschrieb er noch dazu vor unsern Marcus Aures lius von Athen, den sehr berühmten Stoicker, Apollonis us von Chalcis, und wie vortheilhafft desselben Gesello schafft diefen jungen Prinken gewesen fer, wird uns ans toninus selber sagen. b)

c) Es wird dem Leser nicht unangenehm seyn, den Sinn dieses Weifen, sammt des Känsers Antoninus Pius Verstand, aus folgenden Verlauff zu entdecken: Sobald dieser Apollonius zu Rom angelanget war, ließ ihm der Käyser wissen, er möchte nach Hofe kommen, so wolte man ihm seinen fünfftigen Discipel fo fort anvera trauen. Der Stoicher ließ antworten: Es Påme den Schüler zu, sich zu den Lehrmeister, und nicht den Lehrmeister sich zu den Schüler zu verfügen. Der Käyser verfekte auf folche Antwort mit Lachen: Ich sehe wobl, es koster dem Apollonius mehr rjúpe, don seinem

Quartier nachofezu geben als von Athen nach Xom zu reisen! und schickre so fort den Marcus Aurelius zu ihm.

d) Um dieselbe Zeit verlohr dieser Prink feinen Hoffmeister, dessen Tod ihn über die masse bekümmerte; fo gar, daß er wieder Gewohnheit fich der Thrånen nicht enthalten konte; welches, als es ihm von denen Hofflingen Scherz-Weise auffgerůcket worden, hat der Käyfer geantwortet : Lieber vergönnet ihm ein

Mensch b) Libro I. S. VIII. c) Capitolinusin Pio. cap. 10. d) Capitolinus in Pio,

Menfch zu seyn; denn weder die Philosophie, noch das Kdyserthum, beben die Bewegungen der Ges můtber auf!

e) Er vermählte sich mit der Faustine, im andern gahr feines zweyten Bürgermeister-Amts. Diese Prins kelfin war von einer vollkommenen Schönheit, aber gar zu galant oder leichtfertig ihren Ehe-Herrn glücklich zu machen. Sie trat in die Fusstapffen ihrer Mutter, und bekümmerte sich nicht so wohl die Weisheit ihres Geniahls zu verehren, als von folchen Persohnen vereha ret zu werden, die auf ihren schönen Leib einen hohen Preiß feketen. Sie gebahr den Marcus Aurelius eine Tochter im ersten Jahr ihres Ehestandes, ju eben der Zeit, da er mit dem Tribunat, und mit dem Titel eines Proconsuls beleget ward, die gemeiniglich mit der KäysersWürde verknüpffet waren.

Doch hieben blieb es nicht ; fondern der Rath fůgs te zu dieser Ehre eine andere, die man den Augustus Weyland zu Gefallen erbacht, nach der Zeit aber denen Käysern zu schmeicheln, vergrössert hatte. Es fielen vors mahis keine Rahts-Schlüsse, ohne vorher gegangenen Vortrag des Wort habenden Bürgermeisters. Dies fes Rechts begaben sich damahlen die Bürgermeister, dem Augustus zu Gefallen ; also daß fic ihm durch eis nen besondern Sdyluß berechtigten, dem Rath tåglich nach eigenen Belieben, es sey worin es wolle, selbst eis nen Vorschlag zu thun. Wer einmahl sein Recht vers giebt, weiß hernach keine Maaß zu halten, wenn ihm eis ne blinde Gefälligkeit zur Dienstbarkeit eilen heist. So ging es mit dieser Sache. Dem Augustus war zuges ftanden, våglich einen Vortrag zu thun, und dieser ein. kige Vorschlag, ward nach und nach auf zwo, dren, vier ; und zu Jarcus Aurelius Zeit, bis auf fünffe erweitert. Diese Freyheit war von so wichtiger Folge, daß sie allein fåhig war, alle Raths: Versammlungen und Schlüsse unnük zu machen. Wiewohl Marcus Aurelius

vier;

.) Capitolinus in Marco p. 44.

sich dieser Authoritåt nicht bediente, seine Macht zu vergrössern, sondern vielmehr die Freyheit dadurch zu befördern, und die Glückseeligkeit des Volds, zu vers mehren. f)

Wie groß aber fein Ansehen bey dem Käyser war, so misbrauchte er dessen nimmer; Und weil Antoninus Pius keinen beförderte , der ihm nicht vom Marcus Aurelius vorgeschlagen war, fo befließ er sich allezeit fole cher Leute, welche die ledigen Aemter mit Ruhm bekleis deten. g) ge höher ihn aber der Käyser hielt, je grösser, ward hinwieder seine Ehrerbietung gegen dessen Majes ståt ; fo gar, daß keine Privat-Persohn ihn mit gróffer

Ehrerbietung håtte begegnen können. És Tchien, als wüchse seine Liebe gegen denselben, mit den Zeiten, denn, in ganger drey und zwanzig Jahren, die er in seinem Pallast zubrachte, verließ er ihn nimmer, hat auch in als fer solcher Zeit, nicht über zwo Nächte von demselben ents fernt, geschlaffen.

Dergleichen Merckmahle feines Fleisfes, feiner Treu , und Liebe ; befestigten die Wohlgewogenheit des Käyfers dergestalt gegen ihn, daß er denen Dhrenblåsern nie Gehör gab, welche ihm die Auffrichtigkeit unsers Marcus Aurelius wolten verdächtig machen. Denn, wie es auch der allerdeutlichsten und ungefärbten Tugend nicht an Neidern oder Nachstellungen fehlet, also fand auch triarcus Aurelius, am Kayserlichen Hofe Vers Jeumbber.

h) Una f) Salmafius in Capitolini Marcum, 8) Capitolinus in Pio,

h) Unter andern gieng einer, Valerius Omulus, einst mit dem Käyser spagieren ; und als er die Mutter Des Jarcus Aurelius , ohngefehr von ferne, in einem Garten,

vor des Apollo Bildniß, auf ihren Knien liegen sah, bließ er dem Känser diese Worte ins Ohr: Meynst Du nicht, daß die andächtige Lucille, dort von jeg nem Gott, deinen Tod erbitte, damit ihr Sohnala lein regieren moge? Diese Worte, so in dem Gemüth eines Tyrannen, Šifersucht und Rache, ja den Tod, beys Des der Lucille , und ihres Sohnes würden gerircket has ben, wurden von dem frommen Käyser grosmüthig vers achtet, weil er von der treuen Liebe feines Marcus äuren lius , eines bessern versichert war.

Vielmehr wårete die Eintracht dieser benden Hera ren bis an den Tod des Antoninus Pius, i) wels cher, als er zu Lorium erkranckte, und die Hoffnung zum Leben verschwinden fah, ließ er alle feine vornehmste Bedienten und Generale zu sich ruffen, bekräfftigte noch einmahl die Ernennung des Marcus Aurelius gur Reichs-Folge, berechtigte ihn dazu gank allein, ohne Des Vetus zu gedencken ;. und als der Tribunus zu ihm hinein kam, gab er ihm zu guter lekt Das Wort: die Gleichmüthigkeit ! anzuðeuten, daß er nunmehro gank geruhig stürbe, weil er einen solchen würdigen Nachfolger, hinterließ ; Er befahl die güldene Glückss Såule, welche zum Beweiß, des allgemeinen Wohle standes, in der Käyserlichen Schlaff-Kammer zu stehen pflegte, aus diesem seinem Gemad), in des Marcus Aus relius Zimmer zu tragen. Man findet diese Hands lung durch Münßen bekräfftigt, welche die allgemeine Hoffnung des Römischen Reichs an den Tag legen,

wie

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h) Capitolinus in Marco, p. 44.
i) Capitolinus in Pio, c. 12. & in Marco, c.7.

wie es sich unter der Regierung eines so klugen Monars chen,Glück, Henl, Wohlfarth, und Ueberfluß versprach. Áuf derselben Avers wird unser Marcus Aurelius zum erstenmahl Imperator, oder Käyfer genant , und auf Dem Revers, stehet das Bild des Glücks, mit einem Horn des Ueberflusses in der lincen, und mit einem Mers curius-Stab, in der rechten Hand. Die Ueberschrifft zeia get die grosse Hoffnung des Volcks, von dieses Känsers ges segneten Regierung, mit den Worten : FELICITĂS TEMPORUM. Die Glückseligkeit der Zeiten!

k) Es war ohngefehr im hundert ein und sechzigs A.C. sten Jahr nach der Geburt unsers Erlófers, von der Ers 161 bauung der Stadt Rom aber, im neun hundert undviers gehenden, als nach Absterben des Antoninus Pius, der Römische Rath, unsern Warcus Aurelius vermochte, die Regierung auf sich zu nehmen. Er hatte diefelbe nur einen Monath lang geführet, als er die erste Probe beydes feiner Erkäntlichkeit, Gehorsams; Freundschafft, und Ansehens, daditech blicken ließ, daß, ob er gleich bestima met war, allein das Regiment zu führen, er dennoch den Lucius Vetus, am sechsten Aprill desselben Jahres, zum Mit-Regenten ernenneté. Dannenher machte es ihn zum Tribunus, legte ihm den Nahmen eines Kåpa fers bey, und ließ sich also gefallen, seine Gewvalt mit dem, selben zu theilen. Und zwar mit solcher Eintracht, daß nicht allein die Müngen dieser Zeiten, die beyden Känser, als einander die Hände gebende, vorstellen, mit der Ums sehrifft : Concordia Augustorum ; sondern auch der Damahlige Redner, Aristides, diese Eintracht der gan Ben Welt, als ein Wunder anpreiset. 1) Dis war das

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erfte k) Eufebius & Capitolinus in Marco, 7 en die 1) Aristides, Orat. de Coocordia , ad Civitates Orät,

Gyzicena.

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