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Die gutige Nachfrage wird zwar mit dieser kleinen Arbeit beantwortet; aber id) muß bitten, dainit verlieb zu nehmen, weil ich kaum so viel Zeit gehabt, als von nóhten war, die Ueberseßung selber nachzusehen, und mit kurken Anınerckungen zu erläutern.

Vor Jahren hatte ich damit ansehnlichere Gedans chen, und das Leben des Kaysers solte durch viele Mún: Ben bewahret seyn.

Da gerichten aber Verhinderungen zwischen die Anschlage, und die zum Theil abgezeichnete Münzen wurden hernach durch die Langwierigkeit vieler Reisen jerstreuet.

Derohalben erscheinet der Redliche Antoninus vor diesmahl ohne folchen Schmuck, und sein Leben wird in der Ordnung vorgestellet, wie es Dacier zuerst

, und nach ihm Stanhope und Collier beschrieben haben.

Solches war genug; Antoninus Thaten mit seinen Lehren zu vergleichen, und sich an der tieffen Einsidit, aufrichtigen Tugend und Menschen-Liebe eines Heiden zu spiegeln. Erreichet meine gute Meynung diesen Zweck, so wird sich kein vernünftiger Christ daran ftofs fen, daß ein Heide wie ein Heide schrieb. Die Frage war nicht sowohl um Worte, als um gute Thaten, und es komt darauf an, wer am Menschlichiten handelt.

Dod, habe ich der Schwadyheit zum besten, was Offentlich anstößig war, mehrentheils mit kurzen Ans merckungen gezeichnet, und lebe der Hoffnung, Geneige ter Leser, daß die verstandige Lesung dieses schönen Buches, dich in der Christlichen Wahrheit starden, Dein wahres Gut befördern, und deine Bes kümmerniß erleichtern konné.

Lebe wohl!

Des

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*Oto

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As Römische Reich ward vor Cesare Ableben, A. C.

durch bürgerliche Kriege zërrůttet. Es feuffses I2I

te hernachmahls unter der Thorheit mancher Fürsten. Die Wolust des einen, erfüllete es mit Vers schwendung der Uppigkeit; und des andern Eigennuk, mit Ungerechtigkeit, und Geię. Kaum war ein Schats ten seiner alten Tugend übrig, als es unter 57ero, und Domitian, die Bitterkeit der grausamsten Tyranneren kostete.

Zuweilen ward die Finsterniß seines öffentlichen gammers, durch den Blick eines holden Gemüths une terbrochen, als és die füffen Früchte der Gerechtigkeit, Der Lindigkeit, und Tugend, unter wenig frommen Res genten genoß. Augustus , Vespasianus, Trajanus, Adrianus , famt dem Frommen Antoninus, folten Den Lauff der Laster, fo wohl, als den Untergang dieses machtigen Reichs, durch ihre Tugend hemmen, und die Denckmale der Abwechselung seines Verfals, und Auffs richtung feyn.

Allein Gott, der die Regenten giebt, nachdem er ein Land fegnen, oder straffen will, hatte den jarcus Aurelius Antoninus, vor andern ausersehen, des machtigsten Reichs, stårceste Stüße zu werden, und das vollkommenste Ebenbild der alten Tugend, denen Ros mern vorzustellen: Deswegen denn auch die raresten Eigenschafften feiner Vorwefer , dergestalt, durch den

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Slang

Glank seiner Vollkominenheiten verdunckelt worden find, daß die Nachwelt bekennen muß, jene , feyn vor diesen , nur als die Morgen-Röthe vor der Sonne, hers gegangen.

fürwahr, die Vorfehung GOTTES, bereitete die Weisheit dieses Käysers, als eine Brustwehr wider die Gefährlichkeit, seiner Zeiten. a) Rom war noch niemahls von so mancherley Ungestühm, zugleich bestårs met, und es war allerdings ein Antoninus vonnöthen, es zu retten.

Umsonst aber wirst du, die Arglistigkeiten der falfchen Staats-Wissenschafften , die Verstellungen, die Rånckevieler Höfe, in diesem seinem Leben, suchen: Denn ich beschreibe zwar, die Regierung eines grossen Käyfers, aber ich beschreibe zugleich das Leben eines Weifen, eines Fürsten, der schlecht und recht, frey und wahrhafftig, ernsthafft und gnädig, arbeitsam und ruhig, tapffer und friedlich, ehrlich, ohne Verstellung, gerecht, ohne Strens gigkeit, und fromm , ohne Aberglauben war. Eines Fürsten, sage ich, der sich selbst beherrschet, und der seinen Willen niemand unterworffen hat

, als der Billigkeit

, und der Vernunfft.

b) Das Herkommen Antoninus , ist nicht wes niger, wegen Alter des Geschlechts, als wegen des

Kuhms feiner Vorfahren, angesehen. Sein Vater Annius Verus, entstammete vom buma. Sein Želter - Vater war Prátor, und Raths - Herr ; Sein Groß-Vater dreymaliger Bürgermeister", und Coms mendant von Rom. Sein Vater starb als Prátor , und hinterließ zwey Kinder : Annia Cornificia , nebst Dem ännius Vecus, hernach Marcus Aurelius Ans

tonis

a) Aristides Orationein Regem. Tom. 1. Opp. Orat, IX. p. 108. b) Julius Capitolinus in Marco, cap. 1.

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