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A. Ç. mit allerhand Rauchwerck, Balfam, Kråutern, Früche : 161 ten , and Specereyen umstreuet , weldie wohlriechende

Kostbarkeiten, von allerhand Völckern und Städten eins gefandt , hier zusammen gehåuffet lagen, um, mit diesem legten Geschenck, ihren vormahligen Käyser zu verehren. Die Ritter renneten indes mit ihren Pferden um diese

Pyramide in schönster Ordnung, alles nach dem Taet, und Schall, gewisser kriegerischen Klang-Spiele. Dis Turnieren ward mit einem Wagenrennen beschlossen, worauff Jünglinge in gestickten Purpur-Rocken Tassen, deren Angesichte aber mit solchen Masquen verdeckt was ren, welche die eigentliche Gestalt der berühmtesten Róa mifchen Helden, wie auch der verstorbenen preiswürdigs sten Känser vorstelleten.

Nach geendigtem Ritter Spiel, naheten fich die benden Kayser der Pyramyde, und zündeten das im uns fersten Behåltniß zusammen getragene Brenn-Holtz mit Fackeln an, ihrem Erempel folgen die Bürgermeister, die Raths-Herren, und die übrigen Edelen, biß alles durch eine schnelle Brunst verloderte, und die ganke Gegend mit deni lieblichen Geruch so vieler entzündeten Specereya en erfüllet ward; da sich denn mitten aus solcher Flamme ein Adler , von dem Gipffel dieses Flamm-Gebåudes einpor schwang, von welchen der Pobel die Meynung hes gete, daß er die Seele des Verstorbenen in Den Himmel trůge. Von der Zeit an ward dem Verstorbenen göttlis che Ehre angethan, und nunmehro der feelige Antonis nus benahmet.

n) Diese Ceremonien wurden von beyden Kaya sern, mit zierlichen Leich-Reden beschlossen, sie bestimms ten ihrem vergotterten Vater einen Hohen > Priester, aus seinen eigenen Verwandten, sie richteten ihm übers

dem

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*) Capitolinus in Marco. 8.& in Pio, 13.

16.

dem eine gange Priesterschafft auf, fienannten selbige nach A. C. seinem Nahmen, die Aurelianer, und endigten das gan Be Leich-Begångniß mit einem Fechter-Kampff.

Es schien als wäre die Menschlichkeit mit dem frommen Pius , ju Feuer und Kohlen worden, weil furß nach seiner Beståttigung aus allen Provinken, von Priester,Weisen, Vågten,

Bittschrifften an den neus en Käyfer einlieffen, um eine Verfolgung wider die Chris sten anzustellen. Man klagte, daß sie sich unter der gelin, Den Regierung Sadrianus , und Antoninus Pius sehr vermehret håtten ; p). Man tichtete ihnen abscheuliche Lasteran, inan beschwärzte sie als die Úrheber allgemei: ner Plagen, und man verfahe sich ihrer Ausrottung zu unserm Käyser. Allein, Antoninus wolte seinen Vors wesern an Gütigkeit und Gerechtigkeit nichts nachgeben; widersette sich demnach diesem Blutdurstigen Begehren, und schrieb zur Vertheidigung der Christen an die allges meine Versammlung Asiens, so eben damahls zu Ephes sus gehalten ward , folgenden unvergleichlichen Brieff, welchen und der Eusebius als ein Zeugnis von 2ntonio mus grosmüthigen Tugenden auffgehoben hat: q)

Ich bin versichert, die Götter werden fels ber dazu sehen, daß die Christen für ihren Augen nicht indgen verborgen seyn. Soifts temnach nicht euer Werck, sondern derer Götter, Sorge zu tragen, daß böse Leute nicht unges strafft bleiben. Berfolget ihr dieselben als Beråchter eurer Bötter, so werdet ihr sie das

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durch p) Vide Justini Martyris Apologias. a) Eusebius Hiltoriæ Ecclel. Libr. IV. cap. 13. ACC HOA Justinus

jn calco Apologiæ I.

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A. C. durch in ihren Sinn stårcken ; weil ihnen der 161

Tod wird lieber als das Leben fesyn, solange sie in der Meynung stehen, daß sie für ihres GOta tes Ehre sterben. Sie werden daturch eure Ueberwinder, daß sie den Tod weniger als die Doubringung eures Befehls achten.

Klaget ihr über das vielfältige Erdbeben, so fich noch tåglich eräuget? Lieber , Mellet eine Vergleichung an, wie ihr oder sie sich in dieser gemeinen Noth betragen? Jener Bertrauen auf Gott verınehret sich mit der Gefahr, ihr aber lasset so fort den Muth fincken. Ja ihr vergeset dabery nicht allein Gottes und seines Dienst6, sondern ihr verfolget noch dazu diejenigen bis zum Tode, die nicht unterlassenGOtt zu verehren und anzubeten.

Ihr wisset, wie viele Statthalter an unsein gottfeligen Vater wegen dieser Secte ihren Bes richt ergehen lassen, welche aber uñerzu den

Bes scheid erhielten , gedachten Leuten keinen Vera druß zu machen, es sey den/daß sie etwas wider das Reich vornehmen. Dannenher ertheileich, jufolge seiner Verordnungen, allen denen,

die von dieser Sache an mich etwas.gelangēlassen, hiemit gleichen Bescheid. Solte aber dem ungeachtet, sich jemand unterstehen, bloß aus der Ursache sie zu belustigen, weil fie Christen sind, befehle ich hiemit, daß die Dertlagten, ob fie

A. C.

gleich Christen befunden werden, losgelassen;

161 die Klåger aber ernstlich gestraffet werden.

Dieser Brieff ward zu sepbefus, in der öffentlichen allgemeinen Versammlung von gank Alfien verlesen. Solchem Befehl ward nachgelebet ; und das gante Nos mische Reich schwebte in einer stillen Ruhe. So gar glücklich war der Anfang der Regierung unsers Kan, sers, und so geruhig alle tånder, daß man håtte meynen können, der gelinde Geist des Pius wäre in feine bende Nachfolger geflossen, da doch gleichwohl die Naturen dies fer beyden Käyfer fo unterschiedlich als ihre Angesichte waren. r)

Denn Marcus Antoninus war standhafft und bescheiden ; ernsthafft und freundlich; gnädig und ges recht; gelinde gegen andere streng gegen fich felbft; unempfindlich gegen eiteln Ruhm, unveränderlich in seis nem Vornehmen. Er bedachte zuvor was er that, und richtete es bald ins Werck ohne Hefftigkeit oder Eigens finn. Er war ein Feind der Ohren-Blåser ; fromm oh, ne Scheinheiligkeit, måßig in allen Dingen ; gleichmús this Meister von sich selbst. Gehorsam der Vernunfft; unfähig

aller Verstellung ; fleißig auf seiner Huth wis der die Eigen- Liebe ; weder ungedultig noch unruhig; schnell zu vergeben alle Beleidigungen wider seine eigene Person, aber unerbittlich, wenn die Nothwendigkeit, (Das war das allgemeine Beste) ihn zwang zu straffen. Seine Geseke waren gleich vor jedermann, und er ließ seinen Unterthanen eine gånkliche Freyheit. Seine Absicht war immer das gemeine Beste , nie feine eigene Luft, Vortheil, oder Ehre. Kurk, fein ganzes Trach: ter. gieng dahin , sich der Regierung GDttes zu unters werffen, denen Menschen Gutes zu thun, die Gerechtigs

Feit

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5) Capitolinus, loco citato.

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A. C. keit zu handhaben, und die Wahrheit alleweg zu reden. 161

Dahingegen besaß Lucius Vecus keine einzige von diesen Tugenden. Er war weder in der Liebe noch im Zorn fein felbst måchtig. Und seine gråste Tugend war, daß seine Laster nichts viehisches genug hatten, ihn zum

Tyrannen zu machen. Diese Unterschiedlichkeit der. Neigungen, konte man in den ersten Jahren nicht mercken: weil theils die Ehrerbietung, theils die Dances. bahrkeit gegen seinen Bruder ihn vermochten, alle Tücke in seiner Gegenwart zu verbergen. Er stellete sich viela mehr, als wolte er ein Nachfolger der. Weisheit des Antoninus werden ; ja er wuste sich in alles so zu schis chen, daß man håtte fagen sollen, Tiarcus Antoninus regiere gank allein ; denn Verus hatte vor ihm so viel Ehrerbietung, als ein Abgeordneter vor seinen Princis pal, oder ein Statthalter vor den Käyfer. Aber wie es schwer ist die Laster im Zügel zu halten, wenn der Zwang verschwindet ; also verlohr dieser Pring keine Gelegenheit, diefelben allenthalben wo er freye Hände hatte, blis den zu lassen.

zu Ende dieses ersten Fahrs seiner Regierung, ward Commodus gebohren. Únd die Natur schien fich bey der Geburt eines Pringen zu bewegen, welcher bereinst ihr Schand-Fleck werden solte. s) Als die Mutter noch mit ihm und seinem Bruder als Zwillinge schwanger gieng, traumete ihr , sie gebåhre stvo Schlans gen, deren die eine einem abscheulichen Ungeheuer åhns lich war. So ward mit Commodus dem Römischen Volck mancherley Unglück gebohren : Die t) Ciebce ůberschwemmete ein grosses Stück der Stadt. Sie ertráncete Vieh, und Länderenen , und verursachete theure Zeit. Die beyden Käyfer kamen diesem Uebel

durch

s) Lampridius in Commodo. 1) Capitolinus in Marco.

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