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A.C. erste mahl, daß Rom fich gefallen ließ , von zweyen Häus 161

ptern regieret zu werden, da es vormahls fast alles Blut seiner Bürger gekostet hatte, ehe es sich entschliessen kona te, einem einßigen zu gehorchen.

m) An eben diesem Tage, nahm arcus Aure. lius , seinem Vorweser zu Ehren, den Nahmen anto: 'ninus an gab denselben auch seinem Mit- Regenten, und vermåhiete ihme anbey seine Tochter Lucille : Zu Bezeugung aber der Freude über diese Heurath, legten sie beyderseits eine gute Summa, zum Unterhalt vieler neus gemachten Bürger, zusammen. Die Barde muste vor ihnen durch die Musterung gehen, worauf ein jeder Gemeiner, mit so viel als fünff hundert Reichs-Thaler, und die Officiers nach Proportion reichlich beschendet. wurden.

Hierauff hielten die beiden Känser ihrem verstors benen Pflege:Vater ein kostbares Leich-Begångniß ; fie lieffen ihn in des Käyfers Badrianus Grab beysekzen; fie verordneten Feyer-Tage zur Trauer, und schritten hers nach zu den Ceremonien der Vergotterung, welche folgens der Gestalt verrichtet ward:

n) Man goß ein wächsernes Bild in Lebens-Grösse, welches der Verstorbenen gang åhnlich sahe, man legte solches, als das Ebenbild des Francken Kaysers, auf ein Helffenbeinernes mit güldenen Gestücke bekleidetes Bette, diefes mard am Eingang des Kayserlichen Pallasts, pråchtig, und hoch auffgeführet. Zu dessen lincken faß der ganke Römische Rath, in langen schwarzen Trauers Kleidern , zur Rechten, alles vornehme Frauenzimmer, ohne Puß und Geschmeide, gank schneeweiß angerhan. So hielt mans fieben Tage, in welcher Zeit, unterschieds

liche

m) Capitolinus in Marco. p.45. & Salmafius in Notis, D) Vide Herodianum de Severi funere.

liche Perkte sich hinein zu dem Trauerslager begaben, als a C.. wolten sie an dem Krancken ihre Kunstversuchen, die aber vor alle ben ihrer Rückkehr klagten ; daß es sich mit dem Pas tienten dergestalt verschlimmere, daß keine Hoffnung Des Lebens übrig sey.

Zulekt, nachdem dieselben sein Absterben verfündis get hatten, trigen die jüngsten Rathos Verwandten, zu: samt andern Edelen, gedachtes Bett auf ihren Schultern durch die heilige Strasse, hin auf den alten Marckt, was felbft die Römische Obrigkeit gewohnt war ihre Aemter nieder zu legen. An benden Seiten dieses Marekts siung den auffgeführte Bühnen, deren eine das Shor junger Edel-Knaben, die andere , ein Chor junger adelicher Mågdchens trug, so das Lob des Verstorbenen mit Klago Liedern besungen.

Nach geendigter Trauer-Music, trugen oberwehns te Edelen das Bette oder Trauer-Lager hinaus vor die Stadt, auf das Gefilde des Martis , in dessen Mitte ein hölgernes Gerüst, drey Stockwerck hoch, in Form einer Pyramide auffgeführet war. Das unterste Stockroerce war viereckt, gleich einem kleinen Zimmer, inwendig mit allerhano Brenn Holz angefüllet, auswendig mit gülds nen Stücken umhangen, und mit Helffenbeinern Staz tuen,

Säulen, wie auch raren Schilderenen ausgezies ret. Das andere Stockwerck auch viereckt; aber etwas enger, war auf eben diefelbe Art behangen, und gezieret, ausgenommen, daß es an allen vier Seiten eine Deffs nung hatte. Ueber dieses Stockwerck stund Das fühmales re dritte ; das Uebrige stieg eines über das ander so eng in die Höhe, biß es endlich in eine Spiße zusammen lieff.

Das Helffenbeinerne Bette mit dem wächsernen Bilde, wurden in das zweyte Stockwerck gesekt, und

6.2

mit

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A.C. mit allerhand Rauchwerck, Balfam, Kråutern, Frůcha 161 ten, und Specereyen umstreuet, welche wohlriechende

Kostbarkeiten, von allerhand Völckern und Städten eins gefandt , hier zusammen gehåuffet lagen, um, mit diesemn leßten Geschenck, ihren vormahligen Kårser zu verehren. Die Ritter renneten indes mit ihren Pferden um diese Pyramide in schönster Ordnung, alles nach dem Taet, und Schall, gewisser kriegerischen Klang-Spiele. Dis Turnieren ward mit einem Wagenrennen beschlossen, worauff Jünglinge in gestickten Purpur-Röcken Tassen, deren Angesichte aber mit solchen Masquen verdeckt was ren, welche die eigentliche Gestalt der berühmtesten Roa mischen Helden, wie auch der verstorbenen preiswürdig, sten Kayser vorstelleten.

Nach geendigtem Ritter Spiel, naheten fich die beyden Käyser der Pyramyde, und zündeten das im uns fersten Behåltniß zusammen getragene Brenn-Holt mit Fackeln an, ihrem Erempel folgen die Bürgermeister, die Raths: Herren, und die übrigen Edelen, biß alles durch eine schnelle Brunst verloderte, und die ganke Gegend mit den lieblichen Geruch so vieler entzündeten Specerey, en erfüllet ward ; Da sich denn mitten aus solcher Flamme ein Adler, von dem Gipffel dieses Flamm - Gebäudes einpor schwang, von welchen der Póbel die Meynung hes gete, daß er die Seele des Verstorbenen in den Himmel trüge. Von der Zeit an warb dem Verstorbenen göttlis che Ehre angethan, und nunmehro der seelige Antonis nus benahmet.

n) Diese Ceremonien wurden von beyden Kaya sern, mit zierlichen Leich-Reden beschlossen, sie bestimms ten ihrem vergotterten Vater einen Hohen > Priefter, aus feinen eigenen Verwandten, sie richteten ihm übers

dem *) Capitolinus in Marco. 8. & in Pio, 13.

16.

dem eine gange Priesterschafft auf, fie nannten selbige nach A.,C. seinem Nahmen, die Aurelianer , und endigten das gana ke Leich-Begångniß mit einem Fechter Kampff.

Es schien als wäre die Menschlichkeit mit dem frommen Pius , zu Feuer und Kohlen worden, weil kurz

nach seiner Beståttigung aus allen Provinken, von Priester, Weifen, Vögten, Bittschrifften an den neu: en Käyfer einlieffen, um eine Verfolgung wider die Chris sten anzustellen. man klagte, daß sie sich unter der gelino Den Regierung Hadrianus , und 2ntoninus Pius sehr vermehret håtten ; p). Man tichtete ihnen abscheuliche Lasteran, inan beschwärzte sie als die Urheber allgemeiner Plagen, und man verfahe sich ihrer Ausrottung zu unserm Käyfer. Allein, Antoninus wolte feinen Wors wesern an Gütigkeit und Gerechtigkeit nichts nachgeben; widerfekte sich demnach diesem Blutdurstigen Begehren, und schrieb zur Vertheidigung der Christen an die allges meine Versammlung Asiens, so eben damahls zu Ephes sus gehalten ward , folgenden unvergleichlichen Brieff, welchen uns der Eufebius als ein Zeugniß von Antonio nus grosmüthigen Tugenden auffgehoben har: 9)

Ich bin versichert, die Götter werden fels ber dazu sehen, daß die Christen für ihren Aus gen nicht mögen verborgen seyn. So ifts temnach nicht euer Werck, sondern derer Götter, Sorge zu tragen, daß böse Leute nicht unges strafft bleiben. Verfolget ihr dieselben als Deråchter eurer Bötter, To werdet ihr sie das

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durch p) Vide Justini Martyris Apologias. g) Eusebius Hiltoriæ Ecclel. Libr. IV. cap. 13. DCC son Justinus

in calco Apologiæ I.

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A. C. durch in ihren Sinn starcken ; weil ihnen der 161

Tod wird lieber als das Leben fesyn, solange sie in der Meynung stehen, daß sie für ihres Bot: tes Ehre sterben. Sie werden darurch eure Ueberwinder, daß sie den Tod weniger als die Doubringung eures Befehls achten.

Klaget ihr über das vielfältige Erdbebeny To fich noch tåglich eråuget? Lieber, Mellet eine Vergleichung an, wie ihr oder fier sich in dieser gemeinen Noth betragen? Jener Bertrauen auf Got verinehret sich mit der Gefahr, ihr aber lasset so fort den Muth sincken. Ja ihr vergesset dabery nicht allein Gottes und seines Dienste, sondern ihr verfolget noch dazu diejenigen bis zum Tode, die nicht unterlassenGOtt zu verehren und anzubeten.

Ihr wisset, wie viele Statthalter an unsein gottseligen Vater wegen dieser Secte ihren Bes richt ergehen lassen, welche aber uñerzu den Bes scheid erhielten; gedachten Leuten keinen Vers druß zu machen, es sev deñ daß sie etwas wider Das Reich vornehmen. Dannenher ertheile ich, jufolge seiner Verordnungen, allen denen, die von dieser Sache an mich etwas.gelangēlassen, hiemit gleichen Bescheid. Solte aber dem unges achtet, sich jemand unterstehen, bloß aus der Ursache sie zu belästigen, weil sie Christen sind, befehle ich hiemit, daß die Verklagten, ob sie

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