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A. C.

A.C. cen lassen, wie im vorigen, und dadurch denen Liebhabern 164 seiner Tugend eine gedoppelte Hochschågung seiner Bes

ståndigkeit eingepråget hat. Ichachte die Beschreibung derselben unnöthig zu wiederholen, doch muß ich eine von dem nechstfolgenden Jahr, 164. nach Christi Geburth eins růcken, auf welcher, nach dem Vologesus und die Part ther von dem Caßio überwunden waren, unser Antonia nus Arnieniacus,oder der Armenische benahmet

wird. Der auf dem Revers sikende, und sich auf seinen Schild lehnende Gefangene, ist die Vorstellung des überwundes nen Armeniens, wie die Umschrifft zeiget; und andere Můnken dieser Zeit beweisen, daß unser Käyser wegen dies fes Sieges, einen öffentlichen Triumph gehalten habe

Es ist glaublich, daß die Tugenden des Antoninus 165 mehr Antheil an erwehnten Siegen im Orient gehabt

hau ben, als die Laster des Verus; Dannenhero hat das Rós mische Våld recht, seiner Tugend nicht weniger den Trio but des Lobes, als seiner Nient-Kammer den gebührenden Schoß zu entrichten. Caßius, wie gedacht der

Käyserliche General, war biß in Wiesopotamien und assyrien gee drungen, er hatte Seleucia erobert, und Ctesiphont jera stóhrt. Doch die Bescheidenheit unsers Antoninus ließ nicht zu , ihm selbst diesen Ruhm alleine beyjumessen, denn ich glaube, daß die auf einigen Münzen zwischen den Kries ges-Zeichen stehende Sigur, wo nicht bencaßius felbst, wes nigstens den Vecus vorstellen soll, anzubeuten, daß man theils der Eintracht der Soldaten, theils der Tapfferkeit ihres Heerführers, diefe Siege schuldig fey. So garwol beobachtete dieser Käyser die Grund-Regel der Gerechtige keit, daß er den Ruhm seiner Thaten mit seinen Dienern theilen wolte. Wäre die Tapfferkeit der Stayserlichen Generale nicht kråffriger gewesen, als die Aufführung des-Mit-Ren A.C. genten Verus, so håtte das Römische Volck nicht so offt 165 Gelegenheit gehabt, dem Antoninus wegen vieler Mors genländischen Siege Glück zu wünschen. Und wäre die Sanfftmuth unsers Kårfers nicht vorsichtiger, als die viehische Unbedachtsamkeit feines Bruders gewesen, so håtte die vorbemeldete Eintracht leicht einen Stoß, und Das gemeine Wesen darüber Schaden gelitten. Ålein Antoninus ůbersah die Leichtsinnigkeit des Vetus, und war bemühet, durch Vollziehung der Heurath mit Lue cille feiner Tochter, Deffelben únordentliche Lebens:Art zu hemmen. y) Er vertraute die schöne Lucille seiner Schwester an, um dieselbige nach Syrien zu führen, und er selbst begleitete sie biß gen Brundufium. Man saget , er sey gar willens gewesen init zu reifen, habe es aber anstehen lassen, so bald er gemerckt, daß der Args wohn des Volcks , diese Reise dahin deuten wolte, als gienge er nach Syrien, die Ehre selbst zu haben, alda den Krieg zu vollenden.

Bevor er von feiner Tochter und Schwester za Brundufium Abschied nahm, ließ er einen Befehl an die Käyserlichen Statthalter ergehen, diese durchleuchtige Reisenden nirgends-mit dem gewöhnlichen Gepränge zu empfahen, weil der bey folcher Gelegenheit vorfallende Auflauff des Volcks , vielen Menschen pflegte Ungelegena heit oder Schaden zu verursachen.

Vetus meinte, Antoninus fåme mit seiner Tochs ter ; und weil er besorgte., daß seine wüfte Lebenss Art Dem Kanser zu Ohren kame, Dafern derselbe zu tieff in Syrien gerieth, zog er ihm biß gen Ephesus entgegen. Doch kehrete er mit seiner jungen Gemahlin, wenig Tage nach vollzogenen Beylager, wieder gen

y) Capitolinus in Vero 4.

A.C; Antiochia; woselbst die Kayserin in kurkem ein Leben and 166

fing, welches zu erkennen gab, daß sie Vecus zum Ges mahl, und Saustine zur Mutter hatte. 2)

Sobald Verus mit den Barbaren fertig war, und benen Armeniern einen ncuen König vorgeftellet hatte, mard in denen Morgen-Låndern, die bisherige Unruhe durch einen allgemeinen Frieden gedämpffet. Das Vera gnügen über die Riegreiche Waffen der Römer, zog sich biß gegen Niedergang, und dis war die Ursache, daß Xom feinen Antoninus auf denen in diesem 166sten Jahr nach Christi Geburt geprägten Münzen, den 2r menischen, Parthischen; ia den gråsten Käyfer nens nen ließ, nachdem auf dem Revers das Bild des Fries dens, mit einem Delzweig , und Horn des Ueberflusses ausgedrůcket ward , den Reichthum alles Guten zu bes mercken, welchen das Reich durch den glücklich geendigs ten Krieg, hinführo unter seines Flugen Käysers Regies rung zu gewarten hatte.

Vecus eilete' nunmehro selbst nach Xom, die Eha 167 re der Morgenländischen Siege mit Antoninus zu theis

len. Hieju ward ein öffentlicher Triumph berahmt, welchen bende Regenten etwa im Jahr Christi 107. ges meinschafftlich, über viel erlegte Feinde hielten. Da wurden sie bende Våter des Vaterlandes genannt, auch mit der Bürgerlichen Crone beschencket. Verus wegerte fich die Ehre allein zu geniessen , wolte auch so gar, daß Antoninus Söhne daran, durch Annehmung des Käyserlichen Tituls, Theil haben möchten. Doch war Antoninus zu bescheiden, den Beys Nahmen dess Parthischen länger als bey Lebzeiten feines Collegen zu brauchen; und ließ dich nach der Zeit nur Germanicus

nens z) Capitolinus in Vero 7.

A.C.

nennen; weil jenes ein erborgter Kuhm, diefes aber der 4: €. Preiß seiner eigenen Siege war. a)

167 Diese allgemeine Freude blieb nicht ohne allgemeis nien Verdruß, und die Triumpff-Lieder, 'wurden ber vies len in ein Klag-Gethine verwandelt. Verus und sein Gefolge brachten aus Morgenlande die Peft nach Rom, nachdem sie vorher fast alle Derter, wodurch sie gereiset waren, damit angestecket hatten. b)Ists dem Lefer nicht unangenehm zu wiffen, woher dieselbe ihren Ursprung ges nommen hat, so findet man davon folgende Nachricht in Den Geschichten.

Als die Römischen Soldaten bey der Eroberang Babylons in den Tempel des Apolo , ihn zu plündern drungen, sollen sie unter der Erden ein güldenes Kastgen gefunden haben, aus welchen ben Eröffnung ein gifftiger Dampffgebrochen, der alles endlich biß an die Gallischen Grenken , init Seuche und Tod erfüllet har ; wiewohl es glaublicher ist, daß diese Pest eine Folge derer Kranckheis ten gewesen fer, welche bey der Arnee Des Caßius, nath feiner Wiederkunfft von der Ueberwältigung der Parther eingerissen waren.

Es blieb aber bey der Seuche nicht. Denn die auf 168 jenseit des Rheins wohnende Deutsche rebellirten, bras djen in Italien, und verheereten alles so weit sie famen mit Feuer und Schwerdt. Diesem Schwarin ward pertis nar, der nachmahlige Käyfer , entgegen geschickt, ein Mann von sonderbahren Tugenden, welche bisher durch die Verleumdung seiner Misgónner, so gar waren ver. důstert worden, das seine Treue dem gütigen Antonis nus, felber war verdächtig gewesen. c) Nunmehro

aber a) Capitolinus in Marco. C. 12. b) Capitolinus in Vero. 8. Ammianus Marcellinus I. 23. ) Dio Calius, &cx co Xiphiliaus, in Marco. p. 271.

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A.C. aber róar es Zeit, daß unser Käyser zeigete, daß er so wohl 168 gerecht als vorsichtig fey, indem er diesen ehrlichen Mann,

famt dem Pompejanus , als Generale wider diese Feins De abordnete, um die Ehre soldhes Kriegess Zugs durch gute Veranstaltungen sein eigen zu machen.

Pertinar fekte den gebührenden Preis auf fothane Stansečliche Zuversicht, und war bemühet, seine Klugheit, reu und Muth in diesem Kriege Dergestalt zu zeigen, daß dem Kányfer feine Wahl nicht gereuen möchte. Die Feinde wurden plôklich angegriffen, sie hielten Stand, und wehreten sich tapffer. Endlich wurden sie nach eia nem hartnäckigen Gefechte fast alle in die Pfanne gehauen, und man fand auf der Wahlstatt, viele bewaffnete Weis ber ihren entleibten Männern und Söhnen tod zur Seite liegen.

Durch diesen vortheilhafftigen Sieg warb Anto ninus, weder vor sich aufgeblasen, noch gegen seine Una terthanen unbillig. Vielmehr schlug er dem siegreichen Krieges-Heere die Bitte um Vermehrung ihres Soldes mit folgenden Worten ab: Verlanget ihr mehr Geld? last es euch eure Eltern und Verwandten mit ihs rem Schweiß und Blut bezahlen. Ich mag es iha nen nicht abpressen I weil ich dermableinst Gott, dem Richter der fürsten, Davor Rechenschafft ges ben roll. So gar konte feine Standhafftigkeit und Weisheit, weder durch Gefahr , noch durch unzeitiges Nachsehen bewogen werden, die Schrancken der Billigs keit zu überschreiten. Und ich muthmasse, daß diese schos ne That des Käyfers Anlaß gegeben, das Bild der Ges rechtigkeit auf die Münken dieses Jahrs zu prägen.

Die Nacht vor oberwehnten Treffen, hatte man einen Kundschaffer ohnweit des Lagers auffgegriffen; diefen führten die Soldaten zu den Kårfer in sein Zelt

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