Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

A.C. Antiochia ; wofelbft die Kayserin in kurgem ein Leben and 166

fing, welches zu erkennen gab, daß sie Verus zum Ges mahl, und Faustine zur Mutter hatte. z)

Sobald Vecus mit den Barbaren fertig war, und denen Armeniern einen neuen König vorgestellet hatte, mard in denen Morgen-Ländern, die bisherige Unruhe durch einen allgemeinen Frieden gedämpffer. Das Vera gnügen über die Riegreiche Waffen der Römer, 30g sich biß gegen Niedergang, und dis war die Ursache, daß Kom feinen Antoninus auf denen in diesem 166sten Jahr nach Christi Geburt geprågten Münken, den Åre menischen Parthischen; ja den gråsten Käyfer nens men ließ, nachdem auf dem Revers das Bild des Fries dens, mit einem Delgweig, und Horn des Ueberflusses ausgedrůcket warb, den Reichthum alles Guten zu bes mercken, welchen das Reich durch den glücklich geendigs ten Krieg, hinführo unter seines klugen Käysers Regies

rung zu gewarten hätte. A.C.

Verus eilete nunmehro felbft nach Xom, die Eh, 109 re der Morgenkåndischen Siege mit Antoninus zu theis

len. Hieju ward ein öffentlicher Triumph berahmt, welchen bende Regenten etwa im Jahr Christi 167. ges meinschafftlich , über viel erlegte Feinde hielten. Da wurden sie bende Våter des Vaterlandes genannt, auch mit der Bürgerlichen Crone beschencket. Verus wegerte sich die Ehre allein zu geniessen, wolte auch so gar, daß Antoninus Söhne daran, durch Annehmung des Kayserlichen Tituls, Theil haben möchten. Doch war Antoninus zu bescheiden, den BersNahmen des Parthifchen länger als bey Lebzeiten seines Collegen zu brauchen; und ließ lich nach der Zeit nur Germanicus

nen:

z) Capitolinus in Vero 7.

2

nennen; weil jenes ein erborgter Kuhm, dieses aber der A: C. Preiß seiner eigenen Siege war. a)

167 Diese allgemeine Freude blieb nicht ohne allgemeis nen Verdruß, und die Triumpff-Lieder,'wurden bey vies len in ein Klag-Gethdne verwandelt. Verus und sein Gefolge brachten aus Morgenlande die Peft nach Rom, nachdem sie vorher fast alle Derter, wodurch sie gereiset waren, damit angestecket hatten. b)Ists dem Leser nicht unangenehm zu wiffen, woher diefelbe ihren Ursprung ges nommen hat, fo findet man davon folgende Nachricht in Den Geschichten.

Ais die Römischen Soldaten bey der Eroberang Babylons in den Tempel des Apolo , ihn zu plündern drungen, sollen sie unter der Erden ein güldenes Kåftgen gefunden haben, aus welchen ben Eröffnung ein gifftiger Dampffgebrochen, der alles endlich biß an die Gallischen Grenken , mit Seuche und Tod erfüllet har; wiewohl es glaublicher ist, daß diese Pest eine Folge derer Kranckheis ten gewesen ser, welche bey der Arnee des Caßius, nath seiner Wiederkunfft von der Ueberwältigung der Parther eingeriffen waren.

Es blieb aber bey der Seuche nicht. Denn die auf 168 jenseit des Rheins wohnende Deutsche rebelirten, bras den in Italien, und verheereten alles so weit sie kamen mit Seuer und Schwerdt. Diesem Schwarm warb pertis

[ocr errors]

der nachmahlige Käyfer, entgegen geschickt, ein Mann von sonderbahren Tugenden, welche bisher durch die Verleumdung seiner Misgónner, so gar waren bere důstert worden, das seine Treue dem gütigen Antonis nus, selber war verdächtig gewesen. c) Nunmehro

aber a) Capitolinus in Marco.c. 12. b) Capitolinus in Vero. 8. Ammianus Marcellinus l. 23. .) Dio Callius, & cx co Xiphilinus, in Marco. p. 271.

nar,

>

A. C aber war es Zeit, daß unser Käyser zeigete, daß er so wohl 108

gerecht als vorsichtig fen, indem er diesen ehrlichen Mann, Famt dem Pompejanus, als Generale nrider diese Feins De abordnete, um die Ehre soldies Krieges s Zugs durch gute Veranstaltungen sein eigen zu machen.

Pertinar fekte den gebührenden Preis auf fothane Stanserliche Zuversicht, und war bemühet, seine Klugheit, Treu und Muth in diesem Kriege dergestalt zu zeigen, daß dem Känser seine Wahl nicht gereuen möchte. Die Feinde wurden plóklich angegriffen, sie hielten Stand, und wehreten fich tapffer. Endlich wurden sie nach eia nem hartnäckigen Gefechte fast alle in die Pfanne gehauen, und man fand auf der Wahlstatt, viele bewaffnete Weia ber ihren entleibten Männern und Söhnen tod zur Seite liegen.

Durch diesen vortheilhafftigen Sieg ward 2nto: ninus, weder vor sich aufgeblasen, noch gegen seine Uns terthanen unbillig. Vielmehr schlug er dem siegreichen Krieges-Heere die Bitte um Vermehrung ihres Soldes mit folgenden Worten ab: Verlanget ihr mehr Geld? last es euch eure Eltern und Verwandten mit ih rem Schweiß und Blut bezahlen. Ich mag es iha nen nicht abpressen I weil ich bermableinst Gott, dem Richter der Fürsten, Davor Rechenschafft ges ben soll. So gar konte feine Standhafftigkeit und Weisheit, weder durch Gefahr , noch durch unzeitiges Nachsehen bewogen werden, die Schrancken der Billigs keit zu überschreiten. Und ich muthmasse, daß diese schos ne That des Käyfers Anlaß gegeben, das Bild der Ges rechtigkeit auf die Münzen dieses Jahrs zu prägen.

Die Nacht vor oberwehnten Treffen, hatte man einen Kundschaffer ohnweit des Lagers auffgegriffen; diesen führten die Soldaten zu den Käyser in sein Zelt.

[ocr errors]

Als er ihn nun selber befragen wolte, antwortete der Kerl: A. C. Wich frieret so hefftig, daß ich nicht ein Wort rey 168 den kan ; wolt ihr was von mir erfabren, rolasset mir zuvor Kleider reichen. Antoninus entrüstete sich über seine Frechheit nicht, sondern befahl, was er vers langt ihm zu geben.

Áuch that sich dazumahl ein Krieges-Knecht, durch folgendes tapffere Unternehmen hervor : Erhatte eben die. Wache an der Donau; wie er nun in der Nacht jenseit Des Flusses die Stimme etlicher vom Feinde gefangenen Rómer hörete,

warff er sich bewaffnet in den Fluß, schwamm hinůber, erlåsete feine Gesellen, und brachte sie glücklich zurück ins Lager.

Im folgenden Jahr erhub sich abermal ein Krieg, 169 welcher gefährlicher als alle vorige war. Diestreitbars sten Völcker unter den Teutschen, die arcomannen und Quaden, griffen zu den Waffen, und erfülleten Das Römische Reich mit Furcht und Schrecken. Die Pest hatte ein grosses Loch in der Römischen Armeegemacht, und man besorgte, fie möchte diesen fo tapffern als gewala tigen Feinden nicht gewachsen feyn. Nur állein Antos ninus war unverzagt; und verließ sich auf den Beystand des Himmels. Seine erste Sorgfalt zwar, war eine Furcht seiner Frömmigkeit ; wiewohl die Vollziehung als die Wirckung eines Heydnischen Aberglaubens angus sehen ist.

Er wolte wider for mächtige Feinde die Gótter zu Freunden haben. Deswegen wurden rund um die Stadt viele Proceßionen angeftellet. Die Bilder der Goken wurden fieben Tage lang mit einem besondern Dienst vers ehret. gadie gewohnlichen Ceremonien wurden mit vies len ausländischen Gebrauchen, und dazu verschriebenen Priestern verdoppelt.

Det

A.C.. Der Isis Dienstward wieðer hergestellet, ohnans 169 gesehen diese Göttin feit Augustus Zeiten, anzubeten

verboten, auch ihr Tempel vom Tiberius zerstöhret, und ihre Priester waren getödtet worden. So ward dec Nömische Aberglaube mit dem Egyptischen vermehret , und fo viel Opffer geschlachtet, daß die Spotter , deren Zunge kein Elend bindet, öffentlich darüber mit diesen Boiten lacheten: Der Käyser wird bey seiner siegs teichen Ruckkunfft im gangen Reich Eeine Rinder zum Danck-Opffer finden. d)

Hat aber dieser kluge Käyfer den Aberglauben von der Gottseligkeit zu entscheiten gewust, so glaube ich, daß er durch die vervielfältigte Ceremonien, das ganke Volc zur grössern Andacht auffmuntern wollen, unı desto mehr Gebet und Wünsche vor den gesegneten Fortgang des Krieges , und seine glückliche Wiederkunffi gen Himmel zu schicken.

Verus jivar wäre gern zu Rom geblieben, um feis rien Wollüsten defto ungehinderter nachzuhangen , wenn ibn Antoninus nicht vermocht hätte, mit ju Felde zu ges

3 hen, um deffen weibische Neigungen mit måunlichen Ges fchafften zu gerstreuen. e) Dannenher brachen bende Kayser auf, und nahmen

ihren Weg über Aquileja. Dhnweit von dannen, griffen sie die Marcomannen an, welche sich dafelbst gelagert, und jagten sie mit große fem Verlust aus ihren wohi befestigten Vortheil. Ben diesem Angriff blieb fucius Victorinus, mit einem grossen Teil der Garde , welche er anführte. f) Dem aber ungeachtet, verfolgten die benden Kanser den bereits befochtenen Vortheil, und drungen so tieff in die

Feinde,

daß d) Capitolinus c. 1 3. in Marco. c) Capitolinus in Vero cap. 9. f) Capitolinusin Marco 6. 14:

« ͹˹Թõ
 »