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daß sie dieselben in Unordnung brachten; worauff viele A.C. ihrer Bundsgenossen ihre Volcker zuruck berieffen, die 109 Uhrheber der Empórung tódteten, und um Friede bas ten. g)

Hieben hätte es Verus gerne berwenden tassen, und feine Schnsucht nach den Römischen Lustbarkeiten vers anlassete ihn, den Antoninus mit folgenden Gründen zu bereden: Kanst du , sprach er, auch eines grössern Vortheils gewärtig seyn, als dis Anecbieten uns in die Bånde giebet ? Oder wilt du die Feinde bifs zur Verzweiffelung treiben,und ihnen dadurch Ger legenheit geben, unsere Schwiche zu erkennen: last uns vielmehr ihre Unwissenheit und Schrecken zu unsern Jugen anwenden, und denen selben ebe Gelegenheit zur Flucht als zur Kache geben. Aber Antoninus, der die Absicht seiner Nede kante, gab zur Antwort : das man sich auf dieser Barbaren Worte nicht verlassen könte ; und daß sie sich stelleten, als wolten sie wieder zu ihrer Pflicht kehren, damit sie nur das ihnen obschwebende Ungestům des Krieges von sich abwenden möchten. Man müsse sich ihre itige Zerrůttung zu Nuke machen, und ihnen nicht Zeit laffen, sich abermal zu verfammlen, und stårcker als die Różnifche Armee za werden ; alfobald beorderte er das Krieges - Heer zum Auffbruch.

Bende Käyfer giengen über die Alpen, verfolgtert A.C. die Feinde, schlugen fie zu unterschiedlichen mahlen, 170 umd kamen ohne grossen Verlust zurück. Auch hättenz fie den Rest des Winters zu Aquileja zugebracht, wenn die Pest sie nicht gezwungen hátte, sich von dannen mit der Ärmee zu zicheil h). Auf dieser Feise, ward Veo

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g) Capitolinusin Vero c.9. b) Idçın ibidema,

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rus vom Schlag gerühret, und starb zu Altinum. 170 Sein leichnam ward nach Romgeführet, und vom 2ns

toninus aufs prächtigste beståtiget. Es kommt allers dings mit unsers Käyfers Weisheit, und mit seiner Lies be der Unterthanen überein, sich nicht über den Hintritt eines lasterhafften Mit - Regenten zu betrüben. Doch

steht es dahinob er, wie ein gewisser Geschicht-Schreiber berichtet, in der öffentlichen

Raths-Versammlung gefas get habe : Daß der Parthische Krieg ohne reinen guten Xath nicht so wohlwürde abgelauffen seyn, und daß er zwar bisher die Käyserliche Gewalt mit einem Wollüstler getheilet, binkünfftig aber im Sinn båtte, allein, und auf eine ganz andere Weise zu regieren. i) Ich sehe Antoninus zu klug und zu bescheiden vor dergleichen Reden an.

Ohne Zweiffel war dieses die Erfindung seiner Feinde, um dadurch ihrer Låsteriing eine Farbe angus streichen, als ob der Käyser dem Vecus zuvor gekominen, und sich durch einen ihm beygebrachren Gifft, ausser Gjes fahr geseket håtte, von demselben hingerichtet zu werden; oder daßer seinen Leib-Arkt vermocht, ihn durch übermäss siges Aderlassen aus dem Mittel zu räumen : Denni sotha: ner ungegründeter Argwohn, schickt sich auf unsern ans toninus nicht. So kan es auch wohl fenn, daß man die Ursach seines Todes mit gleichen Fuge auf die Faustis ne schiebet , als welche sich solcher Gestalt an ihm, wegen Offenbarung der mit ihr gepflogenen Gemeinschafft, solte gerochen haben.

Gewiß ists, daß die Rache gereikter Damen heims lich um sich greifft, und kan es also wohl seyn, daß der Tod des Verus , (wie die Meisten davor halten) ein Werck seines eignen Weibes k) der Lucille geivesen. A.C. Denn diese fahe die Liebe ihres Gemahls, ju der Fabia 170 seiner leiblichen Schwester, mit scheelen Augen an ; und solches um desto mehr, weil diese unverschämte Nebena Liebe ihr nicht so wohl ihren Mann, als den gebührenden Respect entzog. Sie wolte dannenher den vermeynten Schimpff ihrer Verachtung, lieber mit ihrem Gemahl, als mit ihrer Schwiegerinn sterben sehen, weil diese lekte: re durch jenes Ableben desto langer gequälet werden kona te', wenn sie von dem Gipffel ihrer hochmüthigen Einbila dung, in einen Abgrund der Verachtung fallen würde, fo bald die Stüke umgeriffen, welche ihren Stolk so hoch erhaben hatte, daß sie nicht gescheuer, sich der Käyferin gleich zu schåßen

Werck

i) Capitolinus in Marco, c, 20,

Nach Beståttigung des Verus, war unsers Kaya fers erste Sorge, des Verstorbenen wollüstige Bediente, vom Hofe zu entfernen ; damit sie nicht etwa eine Pest in den Gemüthern der Römer erweckeren, die verderblicher als die leibliche Seuche wåre , fo fie aus Syrien mit sich gebracht hatten. Damit aber hiedurch' das Andencken feines Mit-Regenten nicht beleidiget würde, zerftreuete er felbige hin und wieder, und gab ihnen ansehnliche Aemter, welche zwar den Nahmen einer Belohnung bekamen, aber in der That nichts anders als eine ehrliche Verweia. fung waren. 1)

Indessen erregte die Unordnung und Frenheit des, Krieges, die Wuth der Henden wider die Christer, lo gar, daß fie des Kayserlichen Befehls ohnerachtet, dies felben.in den entfernten Provinßen zu verfolgen beguna ten. * Da ward der heilige polycarpus, Bischoff zu Smyrna, das erste Opffer ihrer Grausamkeit, mit dela € 3.

fen k) Capitolinus in Vero.c. 10. 1) Idem ibidem. * Vide Eusebii Hiftoriam Eccles..

A.C. sen Scheiters Hauffen die Verfolgung in Asien und in 170 Gallien entbrante

Der parthenische Bericht aus den Provinken, die Ungerechtigkeit der Statthalter, samt der Freyheit so die Abnvesenheit des Käyfers ihrer Unart machte, sind als so viel Beförderungen dieser Verfolgung anzusehen. Antoninus aber ist nicht gånßlich zu entschuldigen, weil wir mercken, woru ihn der Aberglaube verleiten können, samt der m) schlechten Mennung, so er selber von den Christen hegte. So wissen wir auch , n) dafi die Christen ihre Schuk-Reden nicht umsonst an ihm übergeben, und daß unterschiedliche zu seiner Zeit, Märtyrer.wordent sind.

Noch ehe das Trauer-Jahr wegen des Verus Cod zu Ende war , verhenrathete Antoninus feine Tocho ter Lucille, des Verstorbenen Wittbe, an einen schlechten o) Edelmann Pompejanus, welchen seine gross fe Verdienste der höchsten Ehre würdig machten. Et iar trett, redlich, tapffer , ernsthafft, wohlversucht, und diese Tugenden wurden, welches nicht allezeit geschichts durch eine allgemeine Hochachtung begleitet. Dis vers mochte den Kanser ihn allen Groffen vorzuziehen, als. welcher solche Tugenden höher als Reichthum und Adet fchåkete. Die junge Käyserin Lucille, so wohl als ihre Mutter Faustine, waren mit dieser Parthey anfangs lich nicht zu frieden, funden fich aber bald, als fie ver: náhmen, daß ihrem Rang und Hoheit nichts dadurchy abgehen solte. Faustine Dachte, fie verlohre nichts , weil ihre Tochter nach wie vor Käyserinne blieb, und Lus A.C. cille, welche gernenach ihrer Fantasey leben wolte, trøstes 170 te sich damit, daß sie vielmehr einen Diener als Mann ehligen solte.

weit m) Vide Marcam Aurelium libr. XI. n) Vide Apologiam ll. Justini, quæ in cditis Codicibasmalc pria,

ma inscribitur. Item, Athenagoræ Legationem pro Chrion Hianis,quæ oblata el Marco, poltquam folus irapcrio prací

fet , quibus adde Euscbiuna, o) Capitolinus.c. 20.

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So bald der Käyser sich der Sorgfalt vor seine Tochter entladen hatte, brach p) er zu Vollendung des Krieges wider die Marcomannen auf; welche durch die Cuaden, Sarmater, Wenden, und andere Vrícker verstárcfet, hochmüthiger als jemahls erschienen, und den Rómern das Ansehen dieses Krieges erschrocklicher, als die Zeiten Dannibals und der Cimbrer machten. So zogen auch die Römer anfänglich unterschiedliche maht den Kürgern ; daher diejenige Schlappe , welche dem Rónischen Preiche fast den Verlust der Stadt Aquileja gekoster hätte, hieher zu ziehen ift ; wie sie denn durch fols gende Umstånde begleitet ward : Es lebte zu der Zeit ein Lúgen-Prophet Alexander , deffen Leben q) Lucianus. beschrieben hat; diefer warð bamahlen fast für einen Gott gehalten, und war so frech, daß er dem Käyfer folgende

Weissagung zuschickte:
Wenn du zw9 Löwen wirst im Donau,Strohm

versencken,
Und wenn viel Specerey an seineni Ufer brennt;
So wird der Feinde Wjacht durch deinen Sieg

zertrennt, Und GOtt wird dieser Welt den fållen friedeni

schencken! Antoninus gehorchte dieser Weisfagung, entwes ber aus Aberglauben, oder sich des Muths der Coldas ten zu bedienen, welchen ihnen diese Prophecerung ges

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macht p) Capitolious in Marco, cap: 17. 9) Lucianus in Pseudomanto.

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