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A.C. sen Scheiters Hauffen die Verfolgung in Asien und in 170 Gallien entbrante

Der parthenische Bericht aus den Provinken, die Ungerechtigkeit der Statthalter, samt der Freyheit so die Abrvefenheit des Käyfers ihrer Unart machte, sind als fo viel Beförderungen dieser Verfolgung anzusehen. Ans toninus aber ist nicht gånglich zu entschuldigen, weil wie mercken, woru ihn der Aberglaube verleiten können, samt der m) schlechten Meynung, so er selber von den Christer hegte. So wissen wir auch, n) daß die Christen ihce Schutz-Reden nicht umsonst an ihm übergeben, und daß unterschiedliche zu seiner Zeit, Märtyrer.wordent sind.

Noch ehe das Trauer - Gahr wegen des Verus Tod zu Ende war , verhenrathere Antoninus feine Toche ter Lucille, des Verstorbenen Wittbe, an einen schlechten o) Edelmann Pompejanus, welchen seine gross fe Verdienste der höchsten Ehre würdig machten. Er iar trett , redlich, fapffer, ernsthafft, wohlversucht, una diese Tugenden wurden, welches nicht allezeit geschicht, durch eine allgemeine Hochachtung begleitet. Dis vers mochte den Kanser ihn allen Groffen vorzuziehen, als: welcher folche Tugenden höher als Reichthum und Adel fchåkete. Die junge Käyserin Lucille, so wohl als ihre Mutter Faustine, waren mit dieser Parthey anfånga lich nicht zu frieden , funden fich aber bald, als fie vers nahmen, daß ihrem Rang und Hoheit nichts dadurchy abgehen solte. Faustine dachte, fie verlohre nichts

weil m) Vide Marcum Aurelium libr. XI. n) Vide Apologiam Il. Justini, quæ in cditis Codicibas malo prim,

mainfcribitur. Item, Athenagoræ Legationem pro Chrim Hianis,quæ oblata ell Marco, poliquam lolus imperio præc

fet , quibus adde Eusebiuna, o) Capitolinus. 6. 20.

weil ihre Tochter nach wie vor Kayserinne blieb, und L119 A.C.

Käuferinne , cille, welche gernenach ihrer Fantasey leben wolte, trøstes 170 te sich damit, daß sie vielmehr einen Diener als Mann ehligen solte.

So bald der Käyser sich der Sorgfalt vor seine Tochter entladen hatte, brach p) er zu Vollendung des Krieges wider die jarcomannen auf; welche durch die Quaden, Sarmater, Wenden, und andere Völcker verstárcket, hochmüthiger als jemahis erschienen, und den Rómern das Ansehen dieses Krieges erschrocklicher, als die Zeiten Dannibals und der Cimbrer machten. So zogen gach die Römer anfänglich unterschiedliche maht den Kürgern ; daher diejenige Schlappe , welche dem Römischen Reiche fast den Verlust der Stadt Aquileja gekoster hårte, hieher zu ziehen ist; wie sie denn durch fols gende Umstånde begleitet ward : Es lebte zu der Zeit ein Lügen-Prophet Alexander, dessen Leben q) Lucianus. beschrieben hat; diefer ward bamahlen faft für einen Gott gehalten, und ivar so frech, daß er dem Käyser folgende

Weissagung zuschickte:
Wenn du zwo Lowen wirft im Donau Strohm

versencken,
Und wenn viel Specerey an seineni Ufer brennt;
So wird der Feinde Wjacht durch deinen Sieg

zertrennt,
Und GOtt wird dieser Welt den Füssen friedeni

schencken Antoninus gehorchte dieser Weissagung, entwes ber aus Aberglauben, oder sich des Muths der Foldas ten zu bedienen, welchen ihnen diese Propheceyung gcs

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macht p) Capitoliuus in Marco, cap: 17.

Lucianus in Pseudomante.

A C. macht hatte. r) Die Löwen wurden in den Fluß geworfe 171 fen, zusamt vielen Blumen, Kräutern und Specereyen ;

die Löwen schwummen auf die andre Seite, und wurden von Den Feinden erschossen ; Hierauff ging das Gefechte an, worin die Römer über fünff und zwankig tausend Mann einbůsseten, nachdem sie von den Barbaren biß unter 4quileja verfolget waren, welches-jene auch würs den erobert haben, wenn der Käyfer nicht ber Zeiten die zerstreuete Armee wieder zu Stande gebracht hätte. Dieser Verlust aber, munterte vermittelst des Käysers klugen Veranstaltungen, die Tapfferkeit der Römer dera gestalt auf, daß sie die Feinde zum andern mahl angriffen, und endlich aus Pannonien verjagten.

Unser Käyser hatte ben keiner bessern Gelegenheit in diesem Jahr seine Freygebigkeit bezeugen können, und an niemand besser als an die Soldaten anlegen, so sich in dieser Schlacht verdient gemacht hatten. Dannenher ist es glaublich, daß die Münze dieser Zeiten, hieher gea höre, auf welcher eine stehende Figur, in der einen Hand das Horn des Üeberfluisses, und in der andern, die Tafel hålt, worauff deren Nahnen angezeichnet wurden, die mit solcher Käyserlichen Freygebigkeit solten begnadiget werden: zum Denckmahl, daß der weise Antoninus, die rechte Zeit zu belohnen, und zu straffen wisse.

Er war aber noch mit obgedachten Krieg beschäfftia get , als die Iohren in Egypten fielen, und durch die Hirten diefes Landes, welche fo gut als Straffen-Kaua ber waren, verstärcker, unter Anführung eines Priesters, und eines andern, Nahmens Ifidocus, s) eine Rida mische Befaßung auffhuben. Sie verkleideten sich alle als Weiber, naheten sich der Stadt, unter dem Vors

wand

r) Baronius, ad Annum Chrifti 171, $) Dio Callius, & ex co Xiphilinus in Marco Aurel, lib, ozi

wand, dem in der Vestung commandirenden Officier et: A. C was Geld einzuhåndigen, welcher darauff als er sich hat: 17,5 te berücken lassen, mit seiner gangen Befakung ermordet ward. Dureh diesen Anfang wurden die Rebellen dera gestalt gehärtet, daß sie einen der Gefangenen opfferten, und ihren Auffstand über deffen noch rauchenden Einges weide, mit einen theuren End beschwuren.

Sie schlugen auch die Römische Armee, zu unteri schiedlichen-mahlen, und hätten ohne Zweiffel die Stadt Alexandria erobert, wenn nicht Antoninus ben Zeiten den t) Caßius aus Asien zurück beruffen, wieder diese Hirten zu fechten. Dieser hatte zwar nicht Volcks ged nug solche Rebellen anzugreiffen, welche sich unter ihrein sehr tapffern Anführer überaus hartnäckig wehreten, doch warer so glücklich, einen Zwiespalt unter ihnen zu era regén, dessen er sich zu ihrer groffen Niederlage zu bedies nen wuste,

Denen Wyobren in Spanien ging es nicht besser, denn die Kayserlichen Generals rieben ihrer eine große Menge auf, und verpagten den Rest. Unterdeffen fuhr Antoninus fort, die Nordischen Rebellen zu paaren zu treiben, welche er durch tägliche Vortheile zwang, die vorgeschriebene Friedens-Bedingungenreinzugehen; mors auff er denn wieder nach Rom kehrete, und die gewohna lichen Gelübde seiner zurück gelegten zehn-jährigen Regiea rung bezahlete, wie solches abermahl die Münzen diesec Zeit bekräfftigen.

Zu dieser Zeit trieb die Liebe der Gerechtigkeit, den Käyfer zu einer befondern Vorsorge vor die Unmůndia gen Kinder. Denn er verordnete einen Ober-Vora: mund, welcher allen Unmündigen ihre Vormünder 39 prdnen, und alle Sachen so die Vormundschafften betrafa

fen

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1) Capitolinus c. 21. & Vulcatius, in Caffio, C. G.

A.C. fen, schlichten folte, zu dem Ende veränderte er das Ges 171 feß, welches nur allein denen Minderjährigen Vormåns

Der zucignete, im Fall sie wahnwitzig, oder liederlich was ren; und wolte, daß sich solches insgemein über alle Una mündige erstrecken solte. u)

Erließ in allen Provinken ein allgemeines Geschlechts Register aller Eingebohrnen auffrichten, woselbst sich ein jeder seiner Abkunfft erhohlen konte; Er setzte denen weits lâuffigen Processen gewisse Schrancken, und verboth die Ehen der nahen Bluts-Verwandten. En folcher Abe sicht erkannte erdie Ehe einer gewissen Persohn, die ihren Vettern gehenrathet hatte, für unrechtmäßig, doch aber legitimirte er die aus derselben Ehe bereits gebohrne Kins der. Der Befehl welchen er diefer vornehmen Persohn hierüber zuschickte, findet sich annoch, und verdienet hier eingerückt zu werden: x)

Beydes die langen Jahre welche ihr mit eus cene Vetterim Ebestandzugebracht, und die Zahl curer Kinder, bewegen uns zum Titleiden. So willen wir auch, daß diefe eure Ebe durch eure Grosmutter sey gestifftetworden, da ihr wegen eus rer Jugend unserer Gelege nicht kundig waret. In Erwegung solcher Ursachen nun, erkennen wir die aus dieser eurer vierßigjährigenskbe erzieltenKins der , voc ro echt und ehelich, als wenn sie aus einein rechtmäßigem EherBette entsprossen wären.

Er hemmete die Verschwendung, durch Abschafa fung vieler unnöthigen Ausgaben. Er verminderte die Zahl der öffentlichen Schauspiele, um auf solche Art die Gemüther des Volcks, von dergleichen thòrichten Luste

bahra a) Capitolinus l.c. cap. 9. 10. ?) Digefia, libr. 23. Tit. 11. 57. Marcian in lib. 2. de Adultia

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