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A.C. macht hatte. r) Die Löwen murden in den Fluß geworfe 171 fen, zusamt vielen Blumen, Kräutern und Specereyen ;

die Löwen schwummen auf die andre Seite, und wurden von den Feinden

erschossen ; Hierauff ging das Gefechte worin die Römer über fünff und zwankig tausend Mann einbůsseten, nachdem sie von den Barbaren biß unter Aquileja verfolget waren, welches.jene auch wůru den erobert haben, wenn der Käufer nicht ben Zeiten die zerstreuete Armee wieder zu Stande gebracht hätte. Dieser Verlust aber, munterte vermittelst des Käysers klugen Veranstaltungen, die Tapfferkeit der Römer dera gestalt auf, daß sie die Feinde zum andern mahl angriffen, und endlich aus Pannonien versagten.

Unser Käyser hatte ben keiner bessern Gelegenheit in diesem Jahr seine Frengebigkeit bezeligen können, und an niemand besser als an die Soldaten anlegen, so sich in dieser Schlacht verdient gemacht hatten. Dannenher ift es glaublich, daß die Münße dieser Zeiten, hieher gea höre, auf welcher eine stehende Figur, in der einen Hand das Horn des Ueberfluisses, und in der andern, die Tafel hålt, worauff deren Nahmen angezeichnet wurden, die mit solcher Käyserlichen Freygebigkeit solten begnadiget werden: zum Denckmahl, daß der weise Antoninus, die rechte Zeit zu belohnen, und zu straffen wisse.

Er war aber noch mit obgedachten Krieg beschafftia get , als die riohren in Egypten fielen, und durch die Hirten diefes Landes, welche fo gut als Straffen-Raua ber waren, verstärcket , unter Anführung eines Priesters, und eines andern, Nahmens Ifidorus, s) eine Rida mische Befakung auffhuben. Sie verkleideten sich alle als Weiber, naheten sich der Stadt, unter dem Vora

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wand

r) Baronius, ad Annum Christi 171. $) Dio Cassius, & ex co Xiphilinus in Marco Aurel, lib. 63

wand, dem in der Vestung commandirenden Officier et A.C; was Geld einzuhåndigen, welcher darauff als er sich hat: 17,5 te berücken lassen, mit seiner ganßen Befäßung ermordet ward. Durch diesen Anfang wurden die Rebellen dera gestalt gehårter, daß sie einen der Gefangenen opfferten, und ihren Auffstand über dessen noch rauchenden Einges weide, mit einen Theuren End beschwuren.

Sie schlugen auch die Römische Armee, zu untera schiedlichen-mahlen, und hatten ohne Zweiffel die Stadt Alexandria erobert, wenn nicht Antoninus ben Zeiten den ) Caßius aus Asien zurück beruffen, wieder diese Hirten zu fechten. Dieser hatte zwar nicht Volcks ges nug folche Rebellen anzugreiffen, welche sich unter ihrem sehr tapffern Anführer überaus hartnäckig wehreten, doch war er so glücklich, einen Zwiespaltunter ihnen zu era regen, Deffen er sich zu ihrer groffen Niederlage zu bedies nen wuste.

Denen Wohren in Spanien ging es nicht beffer, Denn die Kayserlichen Generals rieben ihrer eine grosse Menge auf, und versagten den Rest. Unterdeffen fuhr Antoninus fort, die Nordischen Rebellen zu paaren zu treiben, welche er durch tågliche Vortheile zwang, die vorgeschriebene Friedens:Bedingungeneinzugehen; mors auff er denn wieder nach Rom kehrete, und die gewohna lichen Gelübde seiner zurück gelegten zehn-jährigen Regiea rung bezahlete, wie solches abermahl die Münzen dieser Zeit bekräfftigen.

Zu dieser Zeit trieb die Liebe der Gerechtigkeit, den Käyfer zu einer befondern Vorsorge vor die Unmůndia gen Kinder. Denn er verordnete einen Ober-Vora mund, welcher allen Unmündigen ihre Vormünder 34 ordnen, und alle Sachen so die Vormundschafften betrafa

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fen 1) Capitolinus c. 21. & Vulcatius, in Caffio, c. G.

A.C. fen, schlichten folte, zu dem Ende veranderte er das Ges 171 fer, welches nur allein denen Ninderjährigen Vormüns

der zueignete, im Fall sie wahnwißig, oder liederlich was Cen; und wolte, daß sich solches insgemein über alle Una mündige erstrecken folte. u)

Erließ in allen Provinßen ein allgemeines Geschlechto Register aller Eingebohrnen auffrichten, woselbst sich ein jeder seiner Abkunfft erhohlen fonte ; Erfekte denen weits låuffigen Processen gewisse Schranchen, und verboth die Ehen der nahen Bluts-Verwandten. In folcher Abe ficht erkannte erdie Ehe einer gewissen Persohn, die ihren Vettern geheyrathet hatte, für unrechtmäßig, doch aber legitimnicteer die aus derfelben Ehe bereits gebohrne King der. Der Befehl welchen er dieser vornehmen Persohn hierüber zuschickte, findet sich annoch, und verdienet hier eingerückt zu werden: x)

Beydes die langen Jahre welche ihr mit eus teni Vetterim Ebestand zugebracht, und die Zahl cucer Kindet, bewegen uns zum Jitleiden. So willen wir auch, daß diefe eure Ebe durch eure Grosmutter sey gestifftet worden, da ihr wegen eus rer Jugend unserer Gelege nicht Eundig waret. In Erwegung solcher Ursachen nun, erkennen wir die aus dieser eurer viergigjährigenskhe erzieltenKins der , vor so echt und ehelich, als wenn sie aus einein rechtmäßigem Eher Bette entsprossen wären.

Er hemmete die Verschwendung, durch Abschafa fung vieler unnöthigen Ausgaben. &r verminderte die Zahl der öffentlichen Schauspiele, um auf solche Art die Seinůther des Volcks, von dergleichen thòrichten Lusto

bahra a) Capitolinus l.c. cap. 9. 10. 1) Digella, libr.23. Tit, 11. 57. Marcian, ia lib, 2. de Adultia

bahrkeiten abzuziehen; und nicht allein der daraus ents A.C: stehenden Verschwendung und Untergang vieler Şamis 178 tien vorzubeugen, sondern auch hiemit denen Römern die Gelegenheit zu vieler daraus erwachsenden einheimis fchen Feindschafft und Streit abzuschneiden. Demnach fekte er die Besoldung derer Comödianten auf einen måss sigen Fuß. y)

Die Land-Straffen und Gassen der Stadt, ließ er ausbessern. Er schaffete die Unordnungen ben den öfs fentlidsen Auctionen, und die Unbilligkeiten des unmaßic gen Wuchers ab. Er milderte um ein merckliches das Gefen vom zwankigsten Pfennig, welchen die Fremden ben Hebung einer Erbschafft zurück laffen muften; wies

; wohl Trajanus vor ihm bereits daran gedacht hatte. Auch veroronete er, daß die Kinder ihre verstorbne Müts ter erben folten, ob sie gleich kein Testament hinterlassen hätten. Die Ausländer welche in Rom nach einer Würde strebeten, musten nicht nur Jtalien vor ihr Vas terland erkennen, sondern auch den dritten Theil ihrer Baarschafften in Land-Gúther stecken ; Dis milderte Antoninus biß auf den vierten Theil. z)

Dem Rath berpieß er alle ersinnliche Ehre. Ec unterwarff dessen Urtheil viele Sachen, die sonst vor die Kayserliche Band gehörten ; Er verstattete demselben das End-Urtheil ohne fernerei Appellation , und machte gemeiniglich die Armsten unter denen Raths-Herren zu Tribunos, das ist Zunfftmeister, oder zu sediles, das ist Bau-Herren. År brachte keinen in den Rath, oha ne Uebereinstimmung aller , und ohne vorhergegangener genauen Untersuchung. Hatte etwa einer unter ihnen das Leben verwirckt, so erkante er die ganke Sache selber ges:

nali, yj Capitolinus c. 11. &c. 2) Vid, Digesta l. 1. Tit. IX. 12. de Sepatoribus.

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4.C. nau, trug fie alsdenn dem Rathe vor, und wolte nicht 171 daß das Römische Volck eine Hand bey sothanen Hans deln haben solte..

Allen Raths-Versammlungen wohnete'er, wo mögs lich persöhnlich bey, und hätte er auch deswegen von ana dern Orten erst follen in die Stadt reisen. Viele Stáda te wurden von ihm mit besondern Präsidenten versehen, welche er aus ihren Raths-Verwandten, zufolge der herrlichen Gewohnheit des Augustus wehlete; welcher glaubte, daß die Majestät eines Käyfers, darch Hochans sehung und Auffrichtung vieler hohen Obrigkeitlichen Würden, nicht allein selbst erhöhet, sondern auch durch die aus forhaner Veranstaltung Flieffender auffmerckjas men Handhabung der Gerechtigkeit, über alle massenbes feftiget würde. a)

Diese Verehrung der Vornehmen, hinderte ihm an der Sorgfalt vor die Geringen nicht. Vielmehr achtete er auch die aller Niedrigften feiner Vorsorge nichtunwürdig; und folten es auch nur Klopfechter oder Seil-Tänker gewesen seyn. Unter diesen befahl er des nen ersten, nicht mehr mit scharffen Gewehr, sondern init abgebrochenen, oder auch mit Floretten zu fechten; und denen Seil-Tänkern hieß er Betten unterlegen, um der Gefahr ihres Fallens, vorzubeugen, an deren statt man ihnen nach der Zeit Hänges Matten, oder gewisse dazu verfertigte Meke untergebreitet hat. b) Diese Sorgfalt des Käysers; hatte keine Neigung zu solchen täppischen Spielen zum Grunde, weil er in seinen Bea trachtungen zu verstehen giebt, daß er ein Feind aller Gauckler gewesen : Sondern weil das Römische Volck zu dergleichen Zeit-Vertreib gewohnet war , veranlassen

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a) Capitolinus 20.&c. b) Dio, toco citato & Capitolinus cap. 12.

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