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bahrkeiten abzuziehen; und nicht allein der daraus ents A.C. stehenden Verschwendung und Untergang vieler Şamis 175 tien vorzubeugen, sondern auch hiemit denen Römern die Gelegenheit zu vieler daraus erwachsenden einheimis fchen Feindschafft und Streit abzuschneiden. Demnach fekte er die Besoldung derer Comödianten auf einen måss figen Fuß. y)

Die Land: Strassen und Gassen der Stadt, ließ er ausbessern. Er schaffete die Unordnungen ben den of fentlid)en Auctionen, und die Unbilligkeiten des unmäßia gen Wuchers ab. Er milderte um ein merckliches das Gefeß vom zwanzigsten Pfennig, welchen die Fremde ber Hebung einer Erbschafft zurück lassen muften ; wies wohl Trajanus vor ihm bereits daran gedacht hatte. Auch verordnete er, daß die Kinder ihre verstorbne Müts ter erben folten, ob sie gleich kein Testament hinterlassen hätten. Die Ausländer welche in Rom nach einer Würde strebeten, muften nicht nur Italien vor ihr Var terland erkennen, sondern auch den dritten Theil ihrer Baarschafften in Land-Güther stecken ; Dis milderte Antoninus biß auf den vierten Theil. z)

Dem Rath bewieß er alle ersinnliche Ehre. Er unterwarff dessen Urtheil viele Sachen, die sonst vor die Kayserliche Band gehörten ; Er verstattete demselber das End-Urtheil ohne fernere; Appellation , und machte gemeiniglich die Armsten unter denen Raths-Herren zu Tribunos, das ist Zunfftmeister , oder zu rediles, das ist Bau-Herren. Er brachte keinen in den Rath, ohs ne Uebereinstimmung aller , und ohne vorhergegangener genauen Untersuchung. Hatte etwa einer unter ihnen das Leben verwirckt, so erkante er die gange Sache selber ges:

nau, yj Capitolinus c. 11. &c. 2) Vid, Digesta I. 1. Tit. IX. 12. de Sepatoribus.

4.C. nau , trug sie alsdenn dem Rathe vog, und wolte nicht 171. daß das Römische Volck eine Hand bey sothanen Hans deln haben solte.

Allen Raths-Versammlungen wohneteer, wo moga lich perfdhnlich ber, und hätte er auch deswegen von ana dern Orten erst sollen in die Stadt reisen. Viele Stáda te wurden von ihm mit besondern Präsidenten versehen, welche er aus ihren Raths-Veriwandten, zufolge der herrlichen Gewohnheit des Augustus wehlete; welcher glaubte, baß die Majestät eines Käyfers , darch Hochans sehung und Auffrichtung vieler hohen Obrigkeitlichen Würden, nicht allein selbst erhöhet, sondern auch durch die aus fothaner Veranstaltung fliessender auffmercksas men Handhabung der Gerechtigkeit, über alle massenbes. festiger würde. a)

Diese Verehrung der Vornehmen, hinderte ihm. an der Sorgfalt vor die Beringen nicht. Vielmehr achtete er auch die aller Niedrigften feiner Vorsorge nicht unwürdig; und folten es auch nur Klopfechter oder Seil-Tänker gewesen seyn. Unter diesen befahl er des nen ersten , nicht mehr mit scharffen Gewehr , sondern mit abgebrochenen , oder auch mit Floretten zu fechten; und denen Seil-Tänkern hieß er Betten unterlegen, um der Gefahr ihres Falens, vorzubeugen, an deren statt man ihnen nach der Zeit HängesMatten, oder gewisse dazu verfertigte Meße untergebreitet hat. b) Diese Sorgfalt des Käyfers; hatte keine Neigung zu solchen lappischen Spielen zum Grunde, weil er in seinen Bea trachtungen zu verstehen giebt, daß er ein feind aller Gauckler gewesen : Sondern weil das Römische Volce zu dergleichen Zeit-Vertreib gewohnet war , veranlasses

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a) Capitolinus 20. &c. b) Dio, loco citato & Capitolinus cap. 12.

te den Antoninus feine Menschen-Liebe, diefe Luft, fo A. C. wenig als es seyn konte, blutig zu machen.

172 Er gab auch um diese Zeit scharffe Gefeße , wieder die Entweihung der Gråber. Und verordnete, daß die Arme auf gemeine Kosten folten beerdiget werden. Seis ne sonderbahre Leutseligkeit aber bezeuger unter andern folgende Begebenheit : Es hatte sich žužom eine DiebsRotre zusammen gethan, des Vorsakes sich mit der Bürs ger Guth zu bereichern. Ihr Anführer war auf allers len Gelegenheit dazu bedacht. Dannenhero stieg er im Gefilde des partis auf einen daselbst befindlichen Feis gen-Baum, nachdem er dem Volck zuvor durch verschies Dene Weisfagungen das Maul auffgesperret hatte. Úna ter andern hatte er ihnen eingebildet, daß der Welt Ende vor der Thür fen ; und daß, nachdem man ihn von dies fem Feigen: Baum würde gesehen haben herab fallen, und in einen Storch fich verwandeln, alsDenn in kurßen ein vom Himmel fallendes Feuer die Welt aufreiben würde.

Der leichtgläubige PÅbel hörte diese Weissfagung mit Verwunderung und Schrecken an. Das Volck lieff tåglich Hauffen weisezu den Feigen-Baum, undgaa ben durch die Entfernung von ihren Wohnungen, obged dachten Dieben Gelegenheit ihre Häuser zu besuchen. Endlich erschien der erschreckliche Tag dieser verkündigten Verwandelung; Der Betrüger fiel vom Feigen-Baum; ließ einen versteckten Storch aus seinem Busem lauffen, und verlohr sich selbst unter die Menge des umstehenden Volds. Jederman erstaunete über dis neue Wunder ; and meinte er fåhe den Himmel schon in vollem Feuer; fogar daß Rom mit Getůmmel und Unordnung erfül. let ward. Der Käyser wird hievon benachrichtiget, und låst nach verfügter nöthiger Anstalt, den feinen Prophes

A.C. ten vor sich kommen, verspricht ihm Gnade, so er dert 571 Handel entdecken würde; und da er alles bekant hatte, lachte der Käyser herklich, und hielt ihm fein Wort. c)

Die Uleppigkeit der Römer, kam grösten Theils,von dem unordentlichen Wesen ihrer Weiber her ; Diese bes mühete sich Antoninus zu samt der wilden Jugend einzus schrencken, vielleicht unwissend, ob sein Hauß felber Uns theil an diesem Verderben hätte. Wenigstens erhellet aus denen Briefen, welche er an seine Faustine , furt vor ihrem Ende geschrieben, daß der Ståyser die Unords nung seiner eigenen Gemahlin entweder nicht gewust

, oder sich nicht habe

ivollen mercen lassen. Doch traue ich das lektere ehe feiner Klugheit zu, und glaube, daß er durch dies fe heilsame Verordnung, feine Faustine zu aller erft båns digen, und andern zum Erempel machen wolen. Die heilsame Absicht wolte ben dem unverschämten Weibe nichts verfangen, und es erhellet hin und wieder aus un fers Käyfers Betrachtungen, daß dieses müsse fein gróftes Hauß Creuk gewesen seyn.

Seine Freunde bezeugten hierüber ihr Mitleiden, und als einer die Frenheit nahm, dein Kånfer zu rathen, daß er sid) von seiner Gemahlin, wegen ihrer Liederlich. keit scheiden möchte ! "soll der liebreiche Herr geantivore tet haben: d) Somást ich auch den Braut Schas wieder geben! Antoninus erinnerte sich, daß er von ihren Vater das Känserthum bekommen, und wolte felbst lieber eine ungerechtigkeit vertragen, als an dem Kinde feines Wohlthåters, einer Unerkäntlichkeit fchuldig wers Den. Und abfonderlich weil Faustine, ihrem Herrn e) am meisten zu liebkosen wuste, wenn sie ihm am ungetreuTen war ; ließ sich der Käyfer diese ihre ausserliche Gefale 4:G. ligkeit, von einer Entschliessung abhalten, welche mit der 17! Ehrerbietung, so er auch nach dem Tod vor ihrem Vater Antoninus Pius bezeugte, in ihm selbst einen heimlicher Streit erregete. Derowegen entschloß er fich mit der wiederhohlten Betrachtung zu stårcken, daß ein Unara tiger sich selbst beleidige; und wolte durch angeregte gute Verordnung versuchen, ob seines Weibes so wohl, als ander Romerinnen böfe Sitten, durch heilsame Gea feke zu båndigen wären?

ften c) Capitolinus cap. 13. d) Capitolinus in Marco. pag. 84 c) Vids Antoninum librol, ad fe ipfum

Sadrianus f) hatte schon zu feiner Zeit verboten, fich keiner Sánfften, Gutschen, oder Pferde in den Städa ten zu bedienen. Dieses Verboth verneuete Antonis wus mit angehängter fchweren Straffe ; denn er wolte richt zugeben, daß man solche Dinge als etwas Gemeis mes brauchen folte, welche Cesar und Auguftus durch ihre Triumphe, von dem gemeinen Gebrauch abgesondert hatter

Er wuste auch, daß es der Fürften gröfter Fehlec. und Schaden fey, wenn sie folchen Leuten eine Obriga Feitliche Würde anvertrauen, die es nicht verdienen. Dannenhero fchlug er dergleichen unverdiente Ansus chungen freymüthig ab. Davon kan folgende Antwort jaugen, welche er einer berüchtigten Persohn gab , als dieselbe ihn um eine gewisse Bedienung ansprach: Xechtfertiget euch zuvor mein Freund, von der übeln Dachtede, fo jederman über euch ergeben låst! und als jener verfekte : Ich finde gleichwohl wiele Obrigkeitliche Persohnen, die nicht besser sind als idy. Nahm der Kåpfer solche Freyheit nicht un. gnädig auf, sondern bemühete sich daß man ihm binkünffe

tig f) Spartianus in Adriano, cap. 29. & Capitoliaw in Marco

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