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rieben. Ich fand meine Armee zu schwach ihan. C: nen den Kopff zu bieten. Und wie wir von ih="73 nen in die Enge gezogen waren, berieff ich die Christen, so sich in ziemlicher Anzahl bey uns funden. Ich redcte hårter mit sie, als ihre Tugenden verdienen.

Sie fingen den Streit nicht mit der ges wöhnlichen Lösung, oder mit den Schuß der Pfeile an, sondern mit Gott, welchen sie im Herten tragen. Drum ists unbillig, daß wir Telbige wie vormahls geschehen, vor Ohngötter halten. Sie wurffen sich auff die Erde, und beteten nicht allein für mich, sondern für mein gantes Heer ; mit folchem Nachdruck, daß fie uns durch ihr Gebet aus Durst uns Hungers: Noth gerissen.

Wir hatten in fünff Tagen kein Wasser gehabt, stunden mitten in Deutschland, und im Gesicht der Feinde. Nachdem

sie aber ihren GOtt angeruffen, fiel aus den Wolcken ein fühs ler Regen, und ein mit Feuer untermengter Hagel auf die Feinde. Ihr Gebet ward fers ner von dem Beystand eines unüberwindlichen GOttes begleitet.

Lasset demnach von nun an diese Christen in Ruhe, damit sie die Waffen ihres Gebets nicht wider uns gebrauchen. Denn es ist mein ernster Befehl, daß keiner solche Leute darum

anklaa

A. C. anklagen sou, weil sie Christen finde Handelt 173 jemand dawider, und es wird an dein Beklag

ten keine andere Schuld gefunden, als daß er ein Christe ist; so sou dieser frey ausgehen, und der Klåger lebendig verbrannt werden!

Ich will auch, daß dieser mein Befehl, durch einen augemeinen.Rath-Schluß beståts tiget, und auf dem Marckt des Trajanus of fentlich angeschlagen werden soll. So soll auch Derasius Pollio, denselben in alle übrigen Provintzen unsere Reichs verschicken. 2c:

i) Es sind einige, welche davor halten, die aanke mes litenische Legion, fen zum Andencken dieses Wunders, nach der Zeit die donnernde benahmet worden. Allein die Wahrheit der Geschicht, würde dadurch nicht kråfftis ger. Wir wissen, daß dergleichen Nahme, schon zu Zugustus Zeiten, wegen eines Donnerkeils, so sie zum Unterscheid auf ihren Schilden trugen, einer Legion fey gegeben worden. Die Sache braucht solches Zeugniso fes nicht; sonst könte man auch von der annoch zu Rom befindlichen Säule des Antoninus Pius, den regnens den Jupiter, als eine Beglaubigung berbringen.

Nach solchem Sieg ward Antoninus von der Ari mee zum fiebenden mahl als Käyfer begrüsset, welches er dazumahl geschehen ließ, ob er gleich zuvor dergleichen Chre nicht ohne Rath-Schluß annehmen wolte. Die Kanserin Faustine aber, welche sich vielleicht nach der frolichen Post ins Lager begeben hatte, ward mit dem Nahmen einer Mutter der Kriegesseere, beeha

1

ret.

i) Vid. Baronij Annales, ad A.C.176. & Pagi Criticam in cum

Scaliger in Eufebii Chronicon. p. 222, 223.

ret. k) Wie folches auch aus den Münßen zu ersehen; A. Co worauf Faustine zwischen etlichen Krieges-Zeichen siket, 173 und in dero rechten Hand die Welt-Kugel mit einem Vos gel Phònir hålt; das gleichsam verjůngte Glück des Römischen Reichs, nach Erlegung dieser gefährlichen Feinde, anzudeuten.

Die Nacht nach dieser glücklichen Schlacht , jog Antoninus feine Völcker von einem so gefährlichen Drt zurück ; besepte allenthalben die gelegenen Poften; und verschankte sich. Nachdem er aber der Armee eis nige Rastståge vergönnet, und zuverläßige Kundschaft von der feindlichen Bewegung eingeholet hatte, brach er nach gehaltenem Kriegs Rath auf, selben weiter zu ver, folgen.

Die Feinde hatten sich zwischen etliche Dörfer, auf jenseit eines Flusses gelagert, über welchen die ho mer Des Widerstandes der Schleuderer unerachtet seks ten, die Feinde angriffen, und nach einem harten Wis derstand in die Flucht brachten. Hie ward nun die gans Be Gegend mit Erschlagenen angefüllet , und der gråste Perdruß Antoninus hieber war, daß die Soldaten nicht ermüden wolten sich zu råchen. Viele wurden gefangen , und es wurden unterschiedliche Könige sammt, Weib und Kindern, in Ketten vor den Antoninus ges führet.

Der Käyser rückte hierauf mit der Armee bis an den 174 fluß Granua , welcher die Quaden von den Gazygis Cohen Sarmaten den streitbarsten unter allen bars barischen Wäldern, scheidet

. Hinter diesen Fluß , war noch ein anderer, und die Sarmater hatten sich auf einer Ebene zwischen diesen beyden Flüffen gelagert. Die so genandte donnernde Legion mard porgus cominan.

Dirt;

b) Xiphilinus ex Dione pag. 276,

A.C. diert ; sie gieng über eine geschlagene SchifB-Brücke 174 und trieb die sich ihnen wiederfekende Satmater so weit

zurücke, daß man die Römischen Feid-Zeichen an dem Ufer des andern Slusses aufstecken konte. Als die gange Armee den Fluß paßiret war, stachy Antoninus zwischen diesem Flüssen ein Lager ab, und verschanste es, nachdem er zuvor denen Göttern geopfert hatte.

ga mitten unter allen Gefährlichkeiten unterlief Antoninus nicht getrost zu seyn; mitten unter denen Bes ichwerden des verdrieslichsten Krieges, ergekte er sich an den Gefeßen der Weisheit; und sudite die Ruhe seines Gemüths, unter fo vieler Arbeit und Mühe, nicht so wohl in Erquicfung feiner Sinnen , als in der Sinnligkeiten Ertódtung. Denn an diesem Ort hater das Erste Buch seiner schönen Betrachtungen geendiget, wie desselben Unterschrifft ausweifet , und hiemit der ganten Welt gea wiesen, daß er mitten im Streit und Sieg wider seine Feinde , aufnichts so sehr bedacht gewesen sey, als sich selbst zu überwinden. 1)

Die nunmehrschichterne Barbaren , schickten Ges fandten an den Käyfer, aber ihr Vortrag warb aus Ber: forge der Hinterlist, nicht gebilliget, sondern Antoninus ließ zugleich zum Aufbruch, und zur Schlacht blafen. Die donnernde Legion war abermal die erste, so im Anschauen des Käufers , über den andern Fluß rekete und die feindliche Reuterevy mit solchem Eifer angrif, daß sie 'in Unordnung, und endlich in die Flucht gerieth. Man verwüstete hierauf die ganze Gegend, und brachte eine groffe Menge Gefangene so wohl, als Beute zur sammen.

Die Einwohner aller umliegenden Lånder fuchten ber Antoninus Friede und Schuk. Er empfieng ihre

Geissel, Vide finem libril, meditationum Antonini.

Gjeiffel und nachdem er bezichtet worden, wie die Vornehms A. Co ften des Landes , an gewissen Dertern versammlet

waren, 1 74 sich Raths zu erholenzüberraschte er sie mit seinem Volck,che sie seines Anzugs waren inne worden. Diese unvermua thete Geschwindigkeit, nöthigte gedachte Volcker Fusfála fig zu werden, welche der Käyfer auch gnådig ansahe; und nachdem er ihre Abgeordneten ins Lager geschickt hatte, gieng er auf ihre zwischen Morast und Wåldern poftirte Armee loß, die nach einem sehr hartnäckigten Gefechte enda lich durch die Tapfferfeit der Römer überwunden, und mit solchem Ernst verfolger ward, daß die Soldaten ihre flüchtie gefeinde, auch mit angezündeten Fackeln in den Mocast und dicken Wäldern fucheten.

Antoninus that bey dieser Gelegenheit etwas, wels ches ihm mehrEhre bringt als alle Siege! Er begab sich in eigner Persohn in den Wald, gieng bis in den Schilff des Morastes, uns die dafelbst verkrochenen Flüchtige zuerreta ten, welche er auch nach seiner Gelindigkeit mit gnädiger Stimme einlud, daß sie hervor kommen, sich ergeben, wid, feiner Snade geniessen möchten.

Allein , ungeachtet aller bisher angeregten Vortheite wider diese Feinde, warein vollständiger Sieg vonnöthen, den Krieg mit Sicherheit zu endigen. Dieser aber war schwerlich über diese Barbaren zu erhalten, welche niemals ihre gange Macht ins Feld führeten, sondern allezeit eine ansehnliche zurück behielten. Antoninus

durch die fåte Jahrs-Zeit erinnert, sein Vorhaben zu beschleunigen, fåup mete nicht zu erforschen, wo etwa die gróste macht der Feinde sich auffhalten möchte; und so bald er hievon bes nachrichtiget war, ließ er sich weder durch die fcheinbarer Vorschläge der Feinde, noch durch die Beschwerlichkris Der Derter abhalten, dieselben anzugreiffen.

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