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toninus genant. Seine Wafe Annia Galeria Faus stina, war an dem Kayser Antoninus

Pius, vermåhlet. Soviel weiß man von dem våterlichen Herkommen dieses Käyfers. Seine Mutter Domitia Čalvilla , führete ihre Abkunfft von einem Könige der Salentiner, Nah mens c) alennius ; Sie war eine Tochter des Cala

; visius Tullus , -zwenmahligen Bürgermeisters. Und sein mütterlicher Groß-Vater Catilius Severus, war gleichfals gedoppelter Bürgermeister, und Commendant von Rom.

d) Von diesen Ahnen ward Marcus Aurelius Antoninus, gebohren; und zwar zu Rom, auf dem Bers ge Celius, am 25. Aprill , als sein mütterlicher Großa Vater zum andern mahl Bürgermeister war. Erma im 872. Jahr, nach Erbauung der Stadt Rom, wels ches ohngefehr mit dem 125. Jahr, nach der Geburt Christi, übereintrifft. Nach seinem Groß-Vater ward er anfänglich Catilius Sevetus, genant. Der Kaya fer adrianus aber, hieß ihn, wegen seiner sonderbaren Liebe zur Warheit innius Verißimus, e) Er selbst nahm mit den männlichen Jahren seines Vaters Nah, men, Annius Verus an ; biß er durch Versekung in die Aurelische Familie, und Äuffnehmung an Kindes Statt, durch den Käyser Antoninus Pius , hernach Marcus Aurelius ist genant worden.

f) Er verlohr seinen Vater in der zartesten Kinds heit, und ward daher im Haufe seines Groß-Vaterners zogen. Dieser war in seiner Aufferziehung so forgfältig, daß er denfelben, fo bald er aus dem Frauenzimmer ges

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noms c) Casaubonus in Capitolinum. 1.c. d) Capitolinus. I. c. c) Dio Cassius, & cx co Xiphiliaus, io Adriano. p. 267. Edit.

Stephani. fj Anconinus , libr. 1. 9:4. &c.

nommen ward, mit einem , wegen seiner Tugenden bes rühmten Hoffineister verfahe ; auch sonsten vor ihm die geschicktesten Lehr-Meister auserwehlete. Euphorion, lehrete ihn lesen; Geminus , ein treflicher Comediant, unterrichtete ihn in der Zierlichkeit der Ausrede. Ano dron, folte ihm die Music, und Erdmeß-Kunst beybrins gen. Alexander, trieb mit ihm die Griechische Spras che ; und Trosius, Aper, Pollion, nebst Eutychius Proculus, aus Africa, das Latein. Die Griechischen Redner , Annius Marcus, Caninius Celer, und es rodes, nebst dem Lateinischen Cornelius fronto, uns terwiesen ihn.

Doch fein männliches , und Warheit s liebendes Gemüth , Fonte sich bey diesen Kleinigkeiten nicht lange auffhalten; dannenhero begaber sich ben Zeiten, zu höhern und nöthigern Wissenschafften. Unter allen gefiel ihm der Stoicker Wesen, und Lehre. Da wurden ihm, g) Sertus von Gerone, ein Enckel des Plutarchus Junius Rufticus, Claudius Jarimus, Cinna Cas tulus, die geschicktesten Stoicker felbiger Zeit zugeorde net. Shnen allen aber , ward noch ein Weiser der Peripathetischen Secte, Nahmens Claudius Severus, beygefügt.

h) Antoninus bezeugte eine sonderbahre Neigung gegen seine Lehrer ; weil er wuste , wie hoch die zu schår

j Ben find, welche denen zarten Gemüthern das Bild Der Tugenden einprågen. Seine Dancbarkeit gieng weiter , als bis an ein geneigtes Andencken: sintemahl er dem fronto und Rufticus, Ehren-Såulen vom Rath ausgebeten, auch nachgehends den Julius Proculus,

zur

8) Eutropius , Historiæ Romanæ, libro IIX. c. 6. Capitolinus

jn Marco.p. m. 41. b) Capitolinus in Marco.p.m. 42.

zur BürgermeistersWürde erhaben hat. Und als die

Dürfftigkeit des Legten, dieser Würde schiene im Wes ge zu stehn, hat er die erforderte Unkosten aus seinen eis genen Mitteln hergeschossen. Den Mann aber hielt er To werth, daß er ihn, so offt er feiner gewahr ward, mit einem Kuß verehrte, auch noch ehe,

als den Obristen seis ner eigenen Leib-Wache, zu grüssen pflegte. Doch; dennoch fahe er die flüchtigen Güter der Erden, als eine gar zu leichte Belohnung vor die unvergånglichen Schås Re der Tugend an. Drum wolte der Käyfer mit eigner Hand bezeugen, was er seinen Lehrmeistern schuldig fer. i) In solcher Absicht seset er ihre Nahmen an das Haupt feines unvergleichlichen Buchs, um durch diese rare Frucht seiner güldenen Betrachtungen zu zeigen, wie edel die Sprößlinge gewesen, welche ihre treue Anfüh. rung in feiner Seelen gepflanket hatte.

Wer hat es ihm, in einer so feltenen Danckbarkeit gleich; oder zuvor gethan ? die Menschen sind geneige zu glauben, daß sie ihre Tugenden von sich selbst befiken, und meynen, fie werden verdunckelt, wenn sie bekennen, dieselben von andern gelernet zu haben. triarcus Aus relius Antoninus , war ein geschworner Feind dieser Eigen-Liebe. Denner vergotterte seine Lehr-Meister fast; und nachdem er sie mit Ehre und Gütern überhauffet hats te, weil sie lebten, ließ er noch dazu ihre Bildnisse aus Gold verfertigen, da sie gestorben waren ; er fekte diesels ben unter die Hauß-Götter in seine Capelle ; er besuchte ihre Gråber; er beehrte felbige mit Opffern; und bestreuea te sie mit Blumen. k) Weil aber gute Thaten, die Früchte der a 4

Weiss 1) Antoninus , libro I. 9. 1. & fgg. k) Capitolinus, & Aristides, 1. c.

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Weisheit find; diefe aber nicht ohne Ausübung der Gerechtigkeit erlanget werden ; hat Antoninus die Wissenschafft der Rechte mit seinem übrigen Studies ren zum höchsten Nuk bes genreinen Wefens verbunden. Er jahe diese an, als die Quelle der Glückseligkeit eis nes Reichs, und befließ sich derselben mit größter Sorg. falt, wozu ihm der berühmteste Rechts-Gelehrte felbiger Zeit, L. Volusius klecianus, getreue Anleitung gab.

1) In feiner zartesten Kindheit, gewann er schon bie Gunst des Käysers Adrianus, dergestalt, daß er ihn nicht nur allezeit um sich haben wolte, sondern ihn auch (welches doch was ungewöhnliches) im sechsten Jahr seis nes Alters, zum Ritter schlug.

Eddienete bazumahl die Priester-Würde der edlen gugend, als die erste Staffel zu anderweitigen Ehrens Aemptern. m) Dannenher ward unser Antoninus, bereits im achten Jahr seines Alters , denen Saliern, (welche des Martis Priester waren) zugefellet; da lahe man ihn aber nicht mit der übrigen Jugend dieses Amt obenhin verwalten, oder nur bloß, als eine Thür zu fers neren Ehren, ansehen ; sondern er verrichtete alle daber borfallende Bedienung mit solchen Ernst', als hätte er beschlossen, immerhin ein Priester des Martis zu bleiben. Er war das Haupt dieses Ordens, und zugleich Capella meister. Erwuste alle, diein, oder aus denselben tras ten, nach denen gewöhnlichen Formeln, die er alle auss wendig hersagte, beydes einzuweihen, und abzudancken. So gar bekråfftigte er bereits in der zarten Jugend mit Erempeln diese feine schöne Lehre : Daß man nichts

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1) Capitolinus in Marco. p. 42, m) Capitolinusin Marco, p. 42.

masse obenhin verrichten, und obne Anwendung aller Regeln der Kunst. n)

o) Unter Verwaltung dieser Priesterschafft traff ihn die erste Andeutung des zukünfftigen Kanserthums, denn als die gesammten Salier einsmahls nach Gewohns heit Kränke auf das Chor ihres GOttes wurffen, deren etliche hie, etliche dort hången blieben , fiel der Krank des Antoninus , so gerade auf das Haupt des G Ben Bil des , als wäre er ihm mit Fleiß auffgeseket; da es doch nur allein denen Käysern vergonnet war, die Seule des Mars tis zu kröhnen.

D) Im XV.Jahr seines Alters , legte er den månns lichen Rock an ; und vermählte sich ju gleicher Zeit auf Gutbefinden des Hadrianus mit der Tochter des L: Cet jonius Commodus. Kurk hierauff ward ihm das Ries giment von Rom anvertrauet, weil die Bürgermeister abs wesend waren, auf den Berg Albo , die Lateinischen Feste zu begehen. Wobey er fich soehrbar und bescheiden auf: führete, daß man abnehmen konte , er fen zum Regiment gebohren. 9) Seiner Schwester Anna Cornificia, die den Vlumidius Quadratus geehliget hatte, über, ließ er sein ganzes Väterliches Erbtheil, mit Vergónstis gung sein Mütterliches gleicher Gestalt einzuziehen, das mit, wie er sagte, ihr Mann derselben nichts vorzuwerfa fen hätte.

r) Unter den ernsthafften Geschäfften pflegte er sich mit der Mahlerer zu erlustigen, welche er von

dem berühm. ten Mahler Diognetus gelernet hatte. · Doch überlas,

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n) Libr. II. §. V. &c. o) Capitolinus in Marco p. 421 p) Capitolinus in Marco p. 42, 9) Idem ibidem. 1) Idem ibidem.

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