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Rómer aus; nebst acht tausend Mann seiner besten Trups A:C: pen, welche mehrentheils wieder die rebellirenden Bris 175 tannier gebrauchet wurden.

Der Käyser handelte mit allen diesen Våldern scharff, oder gelinde, nachdem er sie urtheilete zur Ruhe oder Unruhe geneigt zu seyn. Daß also die Länder der Marcomannen, Cuaden und Sarmater, Dem Rd, mischen Reich als Provinken damahlswåren einverleiber worden, wenn die Zeitung von der Rebellion des Caßius, welcher sich in Syrien zum Käyser aufgeworffen, bey dies fen Barbaren nicht die Hoffnung zur Freyheit verneuet Håtte. Denn weil sie diese ungerner verlieren, als ihr gegebenes Wort brechen wolten, nöthigten sie den Kåna fer, ein grosses nachzulassen, und neue Friedens-Traca taten mit ihnen aufzurichten, welche Dem Reich ber weis tem nicht so vortheilhaftig als die ersten waren. Auch scheinet dieses wohl die Ursache zu seyn, warum diese Fries dens-Artickel, p) in dem Bericht, welchen er gewohnter massen, hievon an dem Rath ergehen lassen, sind anges führet worden.

Das ungebührliche Unternehmen, sich vom Kån ferthum Meister zu machen, hätte durch niemand ats Durch diesen Caßius können ausgeführet werden. Et allein besaß alles was dazu von nöthen war. Die in 21ta menien , Arabien, und Egypten von ihm befochtene Siege, hatten ihm ein grosses Ansehen bey den Soldaten errvorben. Er war beydes standhafft , und verwegen; unverdrossen in der Arbeit, unbändig in der Lust; ein Verschwender des Seinigen, und begierig nach dem Guth anderer Leute ; Er hing den Mantel nach dem Winde; und war wie es die Gelegenheit erheifchte, ents

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weder p) Vide Capitolinum in Marco, cap.24. Vulcatium , in Callie

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A.C.

weder gelind, oder streng , gottloß , oder fromm ; So 175 hatte er überdem Durch eine langwierige Bemühung, feie

nen von Natur sehr schlauen und listigen Kopf, zu den als lerfeinesten Råncken so geschickt gemacht, daß es ihm keine Mühe kostete, feine lasterhafte Neigungen zu verbees 'gen, und Tugenden blicken zu lassen, davon er nid)ts an, ders als den Schein besaß. q)

Die Krieges-Zucht hatte er infonderheit auf solchen Fuß geseket, daß er nicht die geringsten Fehler überfah, daher er sich selbst wegen solcher strengen Aufsicht, den ana dern Warius zu nennen pflegte. Hatten die Soldaten ih. ten Wirth nur etwa bestohlen, so musten sie ohne Gnade sterben. Wie er in Teutschland commandirte, begab sichs, Das etliche Compagnien Ausiliar-Völcker, ein Corpo von drey tausend Sarmatern, in ziemlicher Unordnung ohne weit der Donau antraffen; nachdem sie nun diefe Feinde angegriffen, und gånßlich aufgerieben hatten, ließ Caßius alle Hauptleute dieser Compagnien , gur Belohnung ihrer

Tapferkeit, ans Ercuk henden, vorgebende, daß sie nicht ohne feinen Befehl hatten schlagen sollen ; sintemal fie ja nicht wissen können, ob die geschlagenen Feinde nicht etwa eine Finte gemacht, um der Römischen Armee eine groffe Schlappe anzuhången?

Diese Grausamkeit erregte damahls einen Aufstand im Lager. Caßius aber als er den Lermen der rebellis fchen Soldaten vernahm , gieng ihnen gang entblösset entgegen, und redete die frechen Anführer, mit drohendem Angesicht und diesen Worten an : Ermordet euren General , ro ihr dürffet ! und thut zu eurer Vera wegenheit, noch diese Schandthat!

Die Soldaten , welche sich nicht eher zu fürchtert pflegen, als bis sie sehen daß man sich vor sie nicht fürch.

tet 9) Vulcatius in Callio, cap. 3.

tet ; erschracken über solche Entschlieffung, und den Feing A.'c. den entgieng die Hoffnung, eine Armee zu überwinden, 175 ben welcher auch die Ueberwinder mit scharffer Straffe angesehen wurden, daferne ihr Sieg nicht rechtmäßig gewesen war.

Dieser Caßius ist der erste gewesen, welcher denen Ueberlâuffern die Hände, oder die Kniescheiben hat abs nehmen lassen, und den Soldaten, keine andere Victus alien erlaubet mit zu führen, als Speck, Biscuiten, und Eßig. Er musterte feine Truppen alle Woche, berahe ihr Gewehr und Kleider, und erercirte sie selbst; fagend, daß es eine Schande fey, daß sich die Fechtet, und nicht vielmehr die Soldaten, åben folten, als welche desto mehr zur Arbeit gewohnt wurden, je mebr man sie dazu anhielte. Absonderlich verbot er den Ueberfluß, und die Weichlichkeit. Fand er aber dessen einen schuldig, fo mufte er den gangen Winter campiren. Diese feine Strenge veranlassete den ang toninus, das Commando der unter dein Vecus in Sye rien Durch die Wollust gang erweichten Legionen , deine Caßius zu vertrauen, wie solches der folgende Brieff auss weiset, welchen der Käyser an einen seiner Generals: Pers fonen hierüber geschrieben hat:r)";

Ich habe demCáfius dieLegionen unters geben, welche die unmäßigen Lüfte Syriens und Daphne gang erweichet hatten ; und welche unser Cesonius Vectilianus , in der Wotlust und warnen Bädern fastersoffen vors gefunden hat. Ich weiß ihr werdet ineine Bahibitigen, wenn ihr bedencket, daf unser Capius, nicht weniger strenge als seine Vors

fah1) Vulcatius in Calfio , cap. 4. 5. 6.

A.C. fahren dieses Nahmens ist. Dergleichen Ges 175 nerals dienen den verdorbenen Soldaten! nach

dein Ausspruch jenes alten Boeten :)

Die scharffe Krieges-Zucht und alte Strengigkeit

Verseßt ein Kanserthum in Ruh und Sicherheit. Machet demnach Anstalt, daß meine Armee an dem Nothdůrfftigen keinen Mangel leide. Denn ichbin versichert, sie wird anderweitig nicht zu kurtz kommen, wo ich anders den Caf siys kenne.

Die Antwort dieses Generals, kan das Wesen des Caßius, und seinen Kuff noch weiter offenbaren, drum verdienet sie auch gelesen zu werden:

Sie haben wohl gethan, daß sie die Siyris schen Legionen dem Cafius anvertrauet. Denn es dienet denen durch die Griechische Wollust erweichten Soldaten, nichts so sehr, als ein strenger General. Dieser wird ihnen die warmen Bader in kurtzein kalt inachen, und ihren Balsam, Blumen, und wohlries

chende Specereyen, aus den Händen reissen. Das Proviant ist bereits angeschafft. Und nichts mangelt der Armee unter einem solchen Anführer. Wo die Mäfigkeit regiert, da bes darf man nicht viel!

Dieser so strenge Caßius, war nichts bestoweniger aus Syrien gebürtig; und ein Sohn des Beliodorus, der wegen seiner Beredsamkeit erst des Käyfers Kadrig anus Secretarius , und nachmahlen Statthalter in

Egys s) Ennius,

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£gypten ward. Weil aber das Glück, die Meynung a. C. der Menschen nicht verändern kan, giebt es ihnen die Kün: 175 heit ein , diefelbige zu verkappen. Dannenher auch Cap fius durch die Gervogenheit des Glücks verblendet, ihm so fort tråumen ließ, er entstamme von dem alten Caßius, der žu seiner Zeit sich wider den Cårar empóret hatte. Hie brauchte man seiner Meinung nach nicht viel Beweiß ; weil die Gleichheit des Nahmens schon mehr als den drita ten Theil ausmachte.

Doch war es ihm nicht genug, sich dessen Nachi kömmling zu nennen, sondern er wolte auch ein Erbe feia nes Sinnes werden, indem er ihm selbst einen tödtlichen Haß wider den käyferlichen Nahmen einbildete, öffters Tagend : Daß ihm der Käyser:7ahme desto uners träglicher schiene, weil er unauslöschlich bliebe, und sich in der Petron desjenigen, der ihn schiene abzuschaffen, abermal von neuen hervor tbåte. Er wolte demnach, wie ein zweyter Cabius, die Komis sche Republick auffrichten, wober er sich offters dieses Wunsches vernehmen ließ : GÓtt flebe nur der gus ten Parthey zur Seiten, so soll ein Caßius, dem Xómischen Wesen die alte Freybeit wieder geben!

Caßiusgieng bereits in seiner Jugend, mit solchen Gedancken schwanger, und sein unmäßiger Ehrgeik, wäre fchon zu Zeiten des Antoninus Pius in öffentlichen Auffruhr ausgebrochen, wenn die vernünfftige Anführung des Heliodorus , folch tollfühnes Beginnen nicht

gedämpfet håtte, als welcher hoffete, daß sein Sohn mit dem Älter murs de klůger werden. Caßius ftellete fich zwar, als nehme er die gute Lehren feines Vaters init Gehorsam an, biß dieser Zwang sein freches Unternehmen mit der Zeit so feurig machte, daß er sich nicht mehr enthalten fonte es zu äussern. Der Käyfer . Verys word es am ersten bey seiner

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