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A. G. Reife in Syrien innen ; war auch nicht wenig froh, eine 175 Gelegenheit gefunden zu haben, diefen Menschen auf die

Seite zu bringen, deffen anderweitige Verdienste ihm ein
Dorn in den Augen waren ; darum that er solches zu den
Zeit, feinem Mit - Regenten Antoninus in folgendem
Schreiben fund. t)

Capius trachtet, wie mich düncket, nach dein Kaiserthum! wie denn gewiß ist, daß er schon zu unsere Baters Zeiten, mit dergleichen Bedancken schwanger gegangen. Ich bitte euch, habt ein Auge auf ihn. Es misfället ihm alles was wir beyde thun; under bringet grorres Geld zusammen: Er spottet unser beyder Lust zuin Studierent; und heifset euch, die alte rungelichte Philosophie , mich aber den wollús stigen Narren. Sehet temnach, was zu thun rev. Ich hasle den Menschen nicht. Aber nehs inet indes euer und euerer Kinder wahr! damit ihr samt ihnen nicht dereinst bereuet, daß ihr euren Völckern einen Menschen vorgestellet, welchen die Soldaten gerne sehen und hören.

Antoninus war zu großmüthig, folches alfobald ju glauben; und fchrieb dergleichen Argwohn theils der Eifers sucht, theils der fonderbaren Feindfchafft des Verus ju, wie aus folgender Antwort zu erfehen.

Ich habe euren Brief gelesen, welcher mehr argwöhnisch, als kayserlich, ja unserm Regis ment unanständig ist. Hat Got dem Cafe siys das Reich bestimmt, wer wirds hindern? Ihr wisset daf euer Groß-Vater Badrianus A.C.

3hc 8) Vulcarius ia Calljo, cap. 1.& 13,

1753 zu sagen pflegte: Viemand kan seinen

lachfolger aus dem Wege råumen. Strebt er aber wider GOttes Willen nach dem Reich; folaft ihn selber ins Netzlauffen, ohne uns einis ger Grausamkeit theilhafftig zu machen, wie tan ich aber einen Menschen schuldig erkennen, welchen niemand anklaget, und von demn the felbst das Zeugniß gebet, daß ihn die Soldaten lieben? So pflegen auch Unterthanen gemeis niglich zu glauben, es geschehe tenen Personen zu nahe, welche man als Beleidiger der Majes ftat zur Straffe zieht. Erinnert euch abermal, was badrianus auf solchen Fall zu sagen pflegte: Die Kayser sind hierin unglücks lich, daß man ihnen nicht eher glaubet, wenn sie vorgeben, es werde ihnen nachs gestellet, bis daß ein jeder siehet, daß sie find ermordet worden! Domitianus hat dis Wort zu erst geredt, doch hab ich es lieber als des Badrianus anziehen wollen; weil die Neden der Tiyrannen nicht so viel gelten, als was die frommen Fürsten sagen.

Last demnach denCasins seine Schwachs heiten haben, wenn er nur ein tapfrer General, strenge, und dem geineinen Wesen nůžlich ist. Denn daß ihr schreibet, ich pou meiner Kinder Beftes wahrnehmen? so wünsche ich, daß meis

ne

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A. C. ne Kinder zu trümmern gehen, daferne Cafis 175 us mehr verdient geliebt zu werden als sie; Ja

es lebedieser Avidius, so er dein gemeinen Wes sen nützlicher seyn kan, als die Kinder des Ans toninus! u)

Doch gleichwohl war der Käyser auf seiner Suth; und der Ausgang gab zu erkennen, daß Verus von der Absicht des Čaßius recht geurtheilet hátte. Es war der Tugend Eigenthum, das Beste von andern zu gedens den.

Die Liebe der Unterthanen gegen dem Antoninus, machte dem Caßius die Vollziehung seines Vorhabens Ichiver ; und wie geneigt ihm die sEgypter und Syret i schienen , wäre er doch der Orten so weit nicht kommen, so er sich nicht des falschen Gerüchts von dem Tode des Antoninus bedienet hatte. Ja man giebet vor, daß er diese Zeitung selber ausgesprenget, und daß Faustine, den Abgang ihres Durch Kranckheit und Beschwerden abgematteten Gemahls befürchtende, die verloschene

Ehrs fucht des Caßius soll aufgeblasen , und ihm ihr Ehes Bette mit dem Reich angetragen haben; um sich also bey der kåys ferlichen Würde desto gewisser zu erhalten. Es ist aber nicht glaublich, daß Faustine so gar falsche Rechnung machen können, angesehen die Aufführung des Caßius sie fattfam rechtfertiget.

Dem sén wie ihm wolle, Caßius machte diese Zeio tung von des Känsers Absterben, mit einer tief-verstelle ten Betrübniß fund, mit dem Zusak, daß die Armee in Pannonien, weil sie den Commodus zur Regierung zu jung befunden, ihn an dessen Statt zum Käyser ernens net håtte. So viel mar genug fich in dieser Würde in

Drient ) Vulaarius in Callio, cap.a.

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Orient zu befestigen, wie

er denn auch, nach Befeßung der A. C. besten Pläße mit seinen Creaturen, aller Lånder von Sys175 rien biß an den Berg Taurus, sich in kurßem Meister machte. Schrieb auch zu gleicher Zeit folgenden Brieff an seinen Sohn, welcher damahls Commendant in alles fandria war:: X)

Elendes Reich, welches Leute in seinem Schoose heget, die Reichthums genug haben, und dennoch mehr begehren! Gewiß, arcus Antoninus ist ein frommer Mann, wels cher dergleichenLeate leben låsset, damit er gnadig heisle, deren Lebens-Art er selbst nicht billiget. Wo ist der Capius, dessen Nahmen wir bisher umsonst führen? wo ist der Mars cus Cato ? wo die strenge Zucht unserer Vora fahren? Sie ist mit ihnen gestorben, und man juchet fie umsonst bis auf den heutigen Tag! Antoninus philosophiret ; Er redet von der Gelindigkeit ; von der Natur der Seele ; von dem was gerecht, und anständig ist ; aber uin das gemeine Wesen bekümmert er fich nicht. Da siehest du, daß man Feuer und Schwerdt gebrauchen müsse, das Regiment wieder auf den alten Fuß zu seben.

Bie! solte ich solche Statthalter dulden, wo sie anders Statthalter zu nennen sind, weldemeynen, der Röinische Rath und Antonia nus, haben ihnen die Provintzen darum zu vera

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wals *) Vulcatius in Callio. cap. 7. Capitolinus in Marco. cap. 24.

Xiphilinus in Antonino, cap. 276.

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A.C. walten anvertrauet, daß sie sich bereichern und 175 nach ihrem Gefallen leben sollen? Du hast oh

ne Zweifel gehöret, welch ein Bettler der Obris Ste von der Guardé unsers Antoninus, dreij Tage vor seiner Beförderung gewesen, und wie reicher ito Fey? woher meynest du hat er diese Schåße gezogen, als aus dem Eingeweide der

Republice, und aus dem Vermogen ihrer Eins wohner ? doch, last sie immerhin reich seyn, sie sollen mit ihren Gütern in furtem das gemeine Schat-Haus füllen! GOtt stehe nur denen Gerechten bery, Po sollen die Caßianer der Res publice die alte Freyheit wieder geben ! y)

Der damahlen in Cappadocien commandirende General artius Verus , tvelcher grossen Theil an de3 Caßius Armenische Siege hatte , benachrichtete Antos ninus von des Caßius Vorhaben. Der Käyser bes sorgte,er möchte sich unter der Hand seines Sohnes Coma modus bemachtigen; drum fandt er nach Xom, und ließ ihn zu sich holen. Der Armee verhelete er die böse Zeitung aus Orient, solang er konte ; So bald er aber merckte daß sie ruchtbar ward, und unter den Soldaten einige Bes wegung verursachete, berieff er sie zusammen, und redete fein Kriegs-Heer also an :

Ich bin hie, liebste Mittgesellen ! weder mich zu entrusten, noch zu klagen. Dann was nútet es, wider die Versehung zúrnen, und sich aufflehnen wider einen alwaltenden GOtt?

doch y) Vulcatius in Callio. cap. 13,

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