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A. c. ne Kinder zu trümmern gehen, daferne Capis 175 us mehr verdient geliebt zu werden als sie; Ja

es lebe dieservidius, so er dein gemeinen Wes sen nützlicher seyn kan, als die Kinder des Ans toninus! u)

Doch gleichwohl war der Käyser auf feiner Suth; und der Ausgang gab zu erkennen, daß Verus von der Absicht des Caßius recht geurtheilet hatte. Es war der Tugend Eigenthum, das Beste von andern zu gedens den.

Die Liebe der Unterthanen gegen dem Antoninus, machte dem Caßius die Vollziehung seines Vorhabens schwer ; und wie geneigt ihm die Egypter und Syrer schienen , wäre er doch der Orten so weit nicht kommen, so er sich nicht des falschen Gerüchts von dem Tode des Antoninus bedienet hatte. Ja man giebet vor, daß er diese Zeitung selber ausgesprenget, und daß Faustine, dent Åbgang ihres Durch Kranckheit und Beschwerden abgematteten Gemahls befürchtende, die verloschene Ehrs fucht des Caßius soll aufgeblasen , und ihm ihr Ehes Bette mit dem Reich angetragen haben; um sich also bey der kåys ferlichen Würde desto gewisser zu erhalten. Es ist aber nicht glaublich, daß Faustine so gar falsche Rechnung machen können, angesehen die Zufführung des Caßius fie fattfam rechtfertiget.

Dem sen wie ihm wolle, Caßius machte diese Zeis tung von des Kansers Absterben, mit einer tief-verstelle ten Betrübniß fund, mit dem Zusaß, daß die Armee in Pannonien, weil sie den Commodus zur Regierung jujung befunden, ihn an dessen Statt zum Kårser ernens net håtte . So viel war genug fich in dieser Würde in Orient zu befeftigen, wie er denn auch, nach Befeßung der A. C. besten Plåge mit seinen Creaturen, aller Länder von Sy4 175 tien biß an den Berg Taurus, sich in kurkem Meister machte. Schrieb auch zu gleicher Zeit folgenden Brieff an seinen Sohn, welcher damahls Commendant in Ales fandria war:: x)

Drient

w) Vulaarius in Callio, cap. a.

Elendes Reich, welches Leyte in seinem Schoolse heget, die Reichthums genug haben, und dennoch mehr begehren! Gewiß, nars cus Antoninus ist ein frommer Mann, wola cher dergleichenLeate leben låffet, damit ergnadig heille, deren Lebens-Arter selbst nicht billiget. Wo ist der Capius, dessen Nahmen wir bisher umsonst führen? wo ist der Mars cus Cato ? wo die strenge Zucht unserer Vorfahren? Sie ist mit ihnen gestorben, und man suchet futet sie umsonst bis auf den heutigen Tag! Antoninus philosophiret ; Er redet von der Gelindigkeit ; von der Natur der Seele ; von demi was gerecht, und anständig ist ; aber uin das gemeine Wesen bekümmert er sich nicht. Da siehest du, daß man Feuer und Schwerdt gebrauchen müsse, das Regiment wieder auf den alten Fuß zu seten.

Wie solte ich solche Statthalter dulden, wo sie anders Statthalter zu nennen sind, wels chemeynen, der Rdinische Rath und Antonia nus, haben ihnen die Provinten darum zu vera

f

wals Vulcatius in Caffio.cap. 7. Capitolinus in Marco. cap. 24. Xiphilinus in Antonino, cap. 276.

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A.C. walten anvertrauet, daß sie sich bereichern und 175 nach ihrem Gefallen leben solen? Du bast oh

ne Zweifel gehöret, welch ein Bettler der Obriste von der Guarde unsers Antoninus; dreis Tage vor seiner Beförderung gewesen, und wie reicher ito sey? woher meynest du hat er diese Schaşe gezogen, als aus dem Eingeweide der Republict, und aus dem Vermogen ihrer Eins wohner ? Doch, last sie immerhin reich seyn, sie sollen mit ihren Gütern in furtzem das gemeine Schat- Hauß füllen! GOtt stebe nur denen Gerechten bery, so sollen die Caßianer der Res publick die alte Freyheit wieder geben! y)

Der damahlen in Cappadocien commandirende General Martius Verus , welcher grossen Theil an de3 Caßius Armenische Siege hatte, benachrichtete Antos ninus von des Caßius Vorhaben. "Der Käyser bes forgte,er möchte sich unter der Hand seines Sohnes Coms modus bemächtigen ; Drum fandt er nach Xom, und ließ ihn zu sich holen. Der Armeeverhelete er die böse Zeitung aus Orient, solang er konte ; So bald er aber merckte daß sie ruchtbar ward, und unter den Soldaten einige Bes wegung verursacheté , berieff er sie zusammen, und redete sein Kriegs-Heer also an:

Ich bin hie, liebste Mittgesellen ! weder mich zu entrüsten, noch zu klagen. Dann was nútet es, wider die Versehung zúrnen, und sich aufflehnen wider einen alwaltenden GOtt?

doch

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'Vulcatius in Callio. cap. 13,

.

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doch ist es einem unrecht leidenden vergönnet A.C. sich zu beklagen ! Jeneś wieder fåhret mir. 175 Beschwerlich ists, wenn ein Krieg aus einem andern gebohren wird. Noch elender, wenn ich gar in einem einheimischen Krieg mich muf verwickelt rehenjam allererschrocklichsten aber, ist es zu erfahren, daß weder Treu noch Glaube mehr bey den Menschen ist ; und daß miein bester Freund, dein ich viel zugetrauet; den ich nie beleidiget; dem ich nicht die geringste Gelegenheit gegeben, sich wider mich empöret, und mich wider Willen und Permuthen in einen gefährlichen Krieg ziehet ! Wo wird hinfort die Tugend sicher, und die Freundschaft ungekrånctet bleiben, dafern ich leiden soll

, daß inir dergleichen Unrecht wiederfährt? Ist denn alle Reðlichkeit gestorben, und

keine Aufrichtigkeit mehr unter den Menschen Kindern?

Somich etwandis Unglück allein tråfe, wolte ich inich nicht sehr darum beküinmern, weil ich weiß,daß ich nicht unsterblich gebohren bin : da es aber ein öffentlicher Aufstand ist; mercket ihr wohl daß wir mit einander zum Krieg gereitet werden, und daß die Gefahr uns allegilt.

Wolte Cafius nur zu mir kommen, so wolte ich in eurer Gegenwart mit ihm die Saa che abthun; ich wolte vor dein Rath zu Rom mit ihm rechten ; ja ich wolte ihm ohne Blut

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bers

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A.C. vergiessen das Kårserthum abtreten, wenn ihr 175 urtheilet, daß dem gemeinen Wesen mehr mit

Capius als mit Antoninus gedienet sey. Denn das gemeine Wesen ists, dessen Wohlfart mir auf dem Herten lieget, welche mir so viele Reisen, solange Beschwerden, und so unverdroffene Mühe gekostet hat. Das gemeine Beste ifte, Tomich so lang von Roin entfernet, so inich mein Frånckliches Alter mit tausend unbequemlichkeiten zubringen macht; ja welches mir weder Zeit lisset cine Mahlzeit in Friede zu essen, oder die Ruhe, eine Nacht ungestört zu schlafen.

Da es aber nicht zu vermuthen, liebste Mittgesellen! dafCafius auf mein Wort sich getraue vor euch zu erscheinen nachdeni er sein Wort und Zusage so treulof gebrochen hat; so ists vonnöthen, das ihr wacker seyd, und euch erinnert, daß die Cilicier, die Syrer, die £gypter , und die Juden, denen Römern nimmer überlegen gewesen sind, auch hinkünftig nicht überlegen seyn werden, wenn sie auch so viel stårcker waren, als sie itzo sopwacher sind als wir.

Capiys felbst, wie tapfer, und wie wohl versucht er ist, wird euch auch nichts anhaben: maskan ein Adler ausrichten, wenn er schücha terne Tauben, und der Löwe, wenn er flüchtis ge Hinden in den Streit führet? die Parther

und

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