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und Zraber hat nicht Capius, sondern ihr A.C. überwunden! Es ist wahr, er hat in diesein 175 Kriege viel gethan, aber wisset ihr nicht, daß euer Friartius Verus Theil an allen seinen Siegen hat?

Dieücicht bereuetCaßius zu dieser Stunde sein frevelhaftes Beginnen, nachdem er verfichert worden ist, das ich noch im Leben bin? Ich kan mir kaum einbilden, taf er solche Unbilligkeit würde vorgenommen haben, dafern er nicht sicher gegläubet hatte, daf Antoninus gestorben siv). Aber er foul sich eines bessern beJinnen, sobald er höret, daß wir nach Orient im Aufbruch find! Schamen fou er sich vor mich, und vor euch soll ersich fürchten.

Bielleicht entlcibet er sich selbft aus Angst? vielleicht macht sich ein ander an ihm, in Meynung mir durch seinen Mord einen Dienst zu thun ? Aber liebe Gesellen! diese That würde mir die größte Belohnung meines Sieges rauben; und Roin würde durch keinen Meus chelmord verherrlichet werden! Meine gröfte Lust fou seyn, dem Ulberwundenen zu vergeben, und die Gesetze der Freundschaft an denije: nigen auszuüben, der als Feind Treu und Glauben gegen mir gebrochen hat.

Scheinet euch dicle Entschliessung unglaublich ? mennet nicht, daßalles Gute gåntzlich aus der Welt geschieden ser ; und daß alle

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Mensch

A C. Menschlichkeit aufgehört habe. Es sind noch 175 hin und wieder, wenige Überbleibfel der alten

Tugend! Jeunmöglicher euch dieses vortdiñt, je mehr verlanget mich euch solches mit meinein Erempel zu beweisen. Und aus diesem wohl überstandenen Unglück, wil ich diesen Bortheil ziehen, euch zu zeigen, daß man auch die einheimischen Kriege zu seinem Nutzen, und Erbaua ung anwenden könne! z)

So redete Antoninus mit den Soldaten, und ließ einen Bericht gleiches Inhalts an den Römischen Rath ergehen; welcher den Caßius so fort für einen Feind des Vaterlandes erklårete, und seine Güter zum Nuken der Stadt einzog, weil der Käyfer vor sich nichts davon haben wolte. Commodus langete indeffen im Lager an, ward auch zum Tribunus, oder Zunftmeister gemacht; der Kana fer veranstaltete alles zum Feldzug, er entwarf die Wege so die Völcker ziehen solten, und begab sich selbst nach Stas lien, um die Kayserin nebst seinen Kindern abzuholen, un. ter Wegs aber schrieb er vom Berg Albus aus, folgender massen an seine Faustine. a)

Wiewohlhat Verus es getroffen, als er mir damahl. schrieb, Cafius stündenach dem Käyserthum? Ohne Zweifel habt ihr vernoms men, was die Wahrsager ihni verkündiget has ben. Ich warte eurer bey den Berge Albusi um daselbst, so Gottwil, weiter mit euch zu

reden. z) Xiphilinus ex Dione. pag. 277. a) Capitolinus in Marco.cap. 24. Vulcatius in Cassio cap. 7.

Lampridius in Commodo. cap. 2.

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reden. Lebet wohl, und fürchtet euch nicht.b) A. C. Hierauf bekam er von der Faustine diefe Antwort: 175

Ich werde morgen nach dem bestiinmten Ort aufbrechen. Liebet ihr eure Kinder, lo Thonet nichts diese Rebellen auszurotten. Beys des die Heerführer und Soldaten brauchen zu große Freyheit. Und fie werden euch endlich unterbråcten, im Fall ihr selbigenicht bey geia ten deinůthiget.

Faustine fonte ihrer Zusage wegen der plóklichen Kranckheit ihrer Tochter nicht nachkommen, fondern mard gezwungen zu Rom zu verweilen, von wannen sie folgenden Brieff an ihren Gemahl schrieb:

Bey dem Auffstand desCelsus, erinnerte meine Mutter Faustine, ihren Geinahl Ans toninys, zuvor Mittteiden mit den Seinigen zu haben, und alsdenn nuit andern. Dennes kan kein Kdyfer fromm genannt werden, der nicht vor rein Weib und Kinder Sorge trågt. Ihr wisset das Alter unsers Sohnes des Com modus. Unser Schwieger-Sohn pompes janus ist beydes ein Freundling und betagt. ilrtheilet demnach selbst wie es mit dem Cas fius und seinem Anhang anzufangen sey,

Schonet der Verråther nicht, die weder euer noch meiner noch unfrer Kinder würden verschonet haben, dafern ihnen ihrAnschlag:ges fungen wires Jh will euch ohne Berzug fots

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gen.

b) Vulcatius in Callio, cap. 9

A. C.

gen. Die Kranckheit unsrer Fadille verhin175 dert mich eud zu formianum zu begegnen;

doch hoffe ich es sou gewiß zuCapua geschehen. Dortige gute Lufft, wird inir und meinen Kins dern wohl zu statten kommen. Schicket doch bitte ich, euren Artt Soteridas gen formis anum, denn ich habe gar kein Vertrauen zum Sositheus, weil er nicht mit Kindern 'uinjugehen weiß.

Calphurnius hat mir eure Briefe fåñtlich wohl versiegelt eingehandiget. Solte ich genöthiget werden långer hie zu verweilen, werde ich selbige mit nachsten beantworten und zugleich unsern getreuen Cecilius init schicfen, welcher euch niúndlichen Bericht von dem was ich der Feder nicht anvertrauen tan, abs statten fou, nemlich was des Capius Frau, Kinder, und Schwieger-Sohn, hiesiges Orts von euch lagen.c)

Dem schlauen Caßius war nicht verborgen, daß boshafftige Unternehmungen einer geschrinden Hins ausführung vonnöthen haben. Dannenher sparete er. weder Kunst noch Mühe, Griechenland auf seine Seite zu bringen, um sich durch felbige Länder den nächsten Weg in Stalien zu báhnen. Diefem feinem Vorhas ben versprach er eine nachdrückliche Beförderung, durch das Ansehen und Beredsamkeit des Berodes zu mege zu bringen, darum vergaß er nichts, denselben zu gewinnen, und die zwischen ihn und dein Antoninus vor Zeit

ents

c) Vulcarius in Callio. c. 10.

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entstandene Zwistigkeiten sich zu Nuß zu machen. Als A. C. lein Becodes hatte weder die Geduit des Caßius Vor: 175 schläge zu vernehmen, noch feinen Brieff durchzulesen, achtete felbigen auch keiner andern Antwort werth, als folger:

Berodes dem Caßius.

DU RASEST! d) Anderweit war Caßius nicht glücklicher; denn er konte keinen einßigen wichtigen Ort auff seine Seite bringen, und was sich ber ihm einfand, war verlauffes nes und verschuldetes Gesindel. Solcher unglückliche Fortgang schmáhlerte fein Ansehen bey den Soldaten, wie er denn auch ohngefehr drey Monach

nach vorbemels ten Auffstand, als Käyfer, mehr in Hoffnung, denn in der That, ermordet ward. Sein Kopff ward dem 2ns toninus überbracht, wie er sich nod) 211 Formianum auffhielt, der über den Tod seines Feindes gar nicht fros lockete, wie folgende Antwort an seine Faustine aus: weifet :

Du sorgest billig meine Faustine! vor deinen Mann und Kinder. Solches ersehe ich aus deinem jüngsten Schreiben, worin du mich zur Rache wider den Avidius und seinem Ans hang reitzest. Doch will ich seiner Kinder, reis nes Eidams, und seines Weibes schonen; auch an den Rath schreiben, daß der Bann wider selbige nicht zu strenge verfasset werde. Nichts machet einen Käyser beliebter als die Gelins

digs d) Die gantse Antwort / war in einem einzigen Griechis

schen Wort begriffen : Maávn. Philoftratus in vitam
Herodis.

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