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1.C. digkeit. Diese hat den Cåsar zusamt den 21uza 375 gustus vergdttért, und deinem Bater den Zus

nahmen des Frommen erworben. Håtte ich nach meinem Wunsch diesen Krieg vollenden mogen, po lebte Cafius noch diese Stunde. Sen übrigens gutes Muths!

• e) GOtt fan mich wohl betvahren; Und meine Redlichkeit, wird seinen Schuß erfahren! Unsern Pompejanus hab ich auf folgendes Jahr zum Burgermeister ernennet. f)

Etliche bewounderten diefe Gelindigkeit, andere taa delten dieselbe. Urb. als der Lektern einer die Frenheit mahm, den Antoninus zu fragen; was er mennete daß Caßius würde an ihm gethan haben, wann er wåre beym Leben blieben? bekam er folgende Antwort: Ich habe GOtt nie so gedienet , oder auf folche Art gelebet, daß ich båtte fürchten dürffen vom Caßius ubeti wunden zu werden! Auch fuhr er fort zu sagen, daß alle von ihren Unterthanen oder von den Rebellen entleibte Fürsten, durch ihr grausahmes Verhalten, oder andere Uebelthaten, sich dergleichen Haß zugezogen håtten.

Da hårete man ihn erzehlen, wie Caligula uid Blero die Urheber ihres eigenen Unglücks gewesen; wie Otho und Vitellius, nicht

Verstand genug gehabt zu regieren ; und wie Galba fich durch seinen Geiß felbft gestürket håtte. Er fügete hinzu: daß weder Augustus noch Trajanus, nadrianus oder Antoninus Pius, noch einige andere fromine Rånfer , von dergleichen res bellischen Gesindel, håtten können überwältiget werden,

wiervohi e) Horatius, f) Vulcatius in Callio, cap.7.&11,

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wiewohl deren eine grosse Zahl wider fie auffgestanden, A.C. die aber mehrentheils, phne der überwinder Vorbewust, 175 aus dem Wege geräumet wåren. Das Schreiben fo der Känser über diese Handel an den Rðinischen Rath ecs gehen ließ, war folgendes gnhalts. g)

Ihr habt euch gefallen lassen, in Absicht meines Sieges, den Pompejanus , meinen Endam in der Bürgermeister-Würde zu bes kräftigen, welche fein Alter längst verðienet hätte. Nunmehro aber bitte und beschwehre ich euch, daß ihr in Absicht des rebellischenCaf fius, eure gewöhnliche Strengigkeit mildern, und ineine oder vielmehr eure Lindigkeit nicht sogar beschimpfen wollet, daßum solches-Auf

: (tandes willen ein Mensch zum Tode verdams met werde. Vielmehr ruffet die Verbannes ten wieder, und setzet die Berjagten in den vdla ligen Genuß ihrer

Güther. Wolte Gott! ich könte vielen Verstorbea nen das Leben wieder schencken: weil ich an keis nem Käyser die Rache billige. Ich bitte euch vergebet des Capius Kindern, Frau und Eva dam! doch was schreibe ich vergebet? Sie haa ben nichts gethan! lasset sie in Ruhe, damit fie wissen, daß sie unter Antoninus Regies rung leben! Gebet ihnen ihre Güther, ihr Gold, Silber, und Mobilien wieder. Last fie reich seyn; laft sie ihre Tage in einer ungea

frånctg) Capitolinus in Marco c. 24. Vulcatius in Callio, cap.9.10.

A. C. Frånckten Sicherheit zubringen ; laft sie eine 175 vdllige Freyheit geniessen, und denn ein Dencks

mahl meiner Gnade, und eurer Gelindigkeit werden! 3st es doch eben keine grosse Gnade, wenn inan derer Berjagten Männer , Weib und Kindern die Freyheit schenckt. Drumm bitte ich euch, thut ihnen aus Liebe zu mir noch mehr gutes. Erldset sie vom Tode ; Befreyet sie vom Bann; Entreisset ihnen der Furcht; dein Schimpf ; ja allen Haß der Menschen! Kurtz, machet meine Zeiten so glücklich, daß alle und jede so sich der beleidigten majestät an meie ner Persohn schuldig geinacht haben, vor dismahi Gnade und Erbarmen finden!

Die Verlefung dieses Schreibens, ward mit Freuden angehöret , und von Frolocken und Seegens, Sprůchen begleitet. Ott erhalte dich, rief man, froms mer Antoninus! GOtt gesegne dich, gnädigster Antos ninus ! ja GOtt gesegne dich ! Du wilt nicht nach Vers dienst ftraffen; wir aber gedachten, es tåreunfre Schule digkeit? Befördere die Sicherheit deiner Kinder. Dei, ne gelinde Regierung wird durch keine boßhafftige Macht könnenverleßet werden. Wir fehnen uns alle dich zu fe's hen. Und wir wünschen deiner Weisheit, deiner Gedult; deiner Gelehrsamkeit, Deiner edlen Seele und deiner Uns schuld viel Gedeyen! Du überwindest die Feinde , und deis ne Widerwärtigen durch Erbarmen. Dit erhalte bich! 2. h)

Unterdessen segte der Käyfer feine Reife fort, nach

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Dem

h) Vulcatius in Callio.c. 10.

dem er das überbrachte Haupt des Caßius , nicht ohne A. Co Bezeugung einer empfindlichen Bewegung über deffen 175 . TOD, hatte begraben lassen. Brachte auch die Völs cker nebst der Drientalischen Armee bald wieder zum Gen horfam. In Egypten machte er den Anfang allen des nen Städten Gnade wiederfahren zu lassen, die etwa des Casius Parther ergriffen hatten, und ließ denen zu Alexandria eine feiner Tochter, gleichsam zum Geisfet Käyserlicher Huld. i)

Man ferrete eben ben seiner Ankunfft zu Pelusium des Serapis Fest; Woben viel Volck aus gank Egypa ten, als ben einer Gelegenheit zu vielen unmäßigen Lufts barkeiten, und ungeziemenden Ergåßungen fich einges funden hatte. Dannenhero geboth Antoninus dieses Sest hinkünfftig einzustellen , und nicht mehr öffentlich, sondern insgeheim Durch die Priester zu feyren. Erach. tete dabey das murren des Pöbels nicht, welcher alle Vera ånderungen in seinem Gottesdienst mit Unwillen ansies het , und die Schmåhlerung seiner Ergókung ungerne Vertråget.

Er reisete durch keinen Ort, wo er nicht die Tempel und Schulen besuchte. fand er einige Unordnung, so machte er andere Anstalten, redete mit jederman, unders innerte alle ihrer Pricht, also daß Antoninus an allen Drten wodurch er reisete, die Fusstapfen seiner grossen Weisheit hinterließ.

Seine erste Verrichtung ber seiner Ankunft in Spa rien war, daß er alle Papieren des Caßius verbrandte, um nicht ben Durchlesung derselben Anlaß zu bekommen, jemand zu hassen. Wiewohl einige vorgeben, artis us Verus habe dieses schon vorher aus eigenen Trieb verrichtet; wohl wissend, daß es dem Känser angenehm

fennt i) Capitolinus in Marco cap. 25. 26,

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A.C.

A.C. feyn würde. Man nehme es wie man wolle , ist dieses 175 ein rares Erempel der Liebe des Nächsten, an einem Heya

den, oder an einem Höflinge ; aller Gelegenheit vorbeus gen seinen Nächsten zu hassen, und mit seiner eigenen Ges fahranderer Wohlfarth in Sicherheit zu feßen. Håtte Martius Vecus den Antoninus nicht gekannt, oder auch geheimen Befehl zu dieser That gehabt, so hátt er sein eigenes Leben in Gefahr feßen können, indem er mit Wera brennung dieser Briefschaften, sich bemühete, feines Nácha sten Leben zu erhalten. k)

Das schmerzlichste aber was Antoninus wieder176 fahren konte, war der Verlust feiner Gemahlin Faustinen

welche nicht weit von der Berg Taurus schleunig starba Weil sich nun der Römische Rath vorstellere , das Ger müht des Käyfers fer wieder die Rebellische Parther des Caßius , durch Zureden eines unversöhnlichen Weibes sehr gereißet worden, vermeinten sie die Bitterfeit feinec Betrübniß durch ein hartes Verfahren wieder alle, die es mit dem Caßius gehalten hatten, zu lindern ; Adein der großmüthige Käyfer, hatte diese Entschlieffung kaum vera nommen, als er dem Raths-Collegio wissen ließ, daß feine Betrübniß dadurch nicht so wohl könte vermindert, als vermehret werden; Bath auch, feinet roegen niemand zu Verurtheilen

, und schloß sein Schreiben mit diesen Wora ten: Im Fall ihr dem gangen Anbang des Caßius nicht das Leben schencket, werdet ihr verursachen, daß ich mir den Tod wünsche! 1)

Damit aber aller Unruhe und Aufstand möchte vora gebeuget werden, verordnete der Käyser, daß hinkinfftig keiner die Statthalterschafft in derienigen Provink vera walten solte, darin er gebohren war. Denn eben dieses hatte

dem

k) Xiphilinus ex Dione p. 279. 1) Capitolinus G 26. & Xiphiliaus loci

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