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dem er das überbrachte Haupt des Caßius , nicht ohne A. Co
Bezeugung einer empfindlichen Bewegung über dessen 195
Cod, hatte begraben lassen. Brachte auch die Vols
cker nebst der Orientalischen Armee bald wieder zum Gea
horsam. In Egypten machte er den Anfang allen des
nen Städten Gnade wiederfahren zu lassen, die etwa
des Caßius Parthey ergriffen hatten, und ließ denen zu
Alexandria eine feiner Tochter , gleichsam zum Beisfet
Kayserlicher Huld. i)

Man fenrete eben bey seiner Ankunfft zu Pelusium
des Serapis

Fest; Wober viel Volck aus gank Egypt ten, als ben einer Gelegenheit zu vielen unmáßigen Lusts barkeiten, und ungeziemenden Ergókungen fich einges funden hatte. Dannenhero geboth Antoninus dieses Fest hinkünfftig einzustellen, und nicht mehr öffentlich, sondern insgeheim durch die Priester zu feyren. Erach. tete daben das murren des Pöbels nicht, welcher alle Vera. ånderungen in seinem Gottesdienst mit Unwillen ansies het, und die Schmåhlerung seiner Ergókung ungerne vertråget

.

Er reisete durch keinen Ort, wo er nicht die Tempel und Schulen besuchte. Fand er einige Unordnung, so machreer andere Anstalten , redete mit jederman,

und ers innerte alle ihrer Pflicht, also daß Antoninus an allen Orten wodurch er reisete, die Fusstapfen seiner grossen Weisheit hinterließ.

Šeine erste Verrichtung bey seiner Ankunft in Spa rien war, daß er alle Papieren des Caßius verbrandte, um nicht ber Durchlesung derselben Anlaß zu bekommen, jemand zu hassen. Wiewohl einige vorgeben, Martis us Vecus habe dieses schon vorher aus eigenen Trieb verrichtet; wohl wissend, daß es den Käyser angenehm

senn i) Capitolinus in Marco cap. 25. 26.

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A.C.

A.C. feyn würde. Man nehme es wie man wolle , ist dieses 175 ein rares Erempel der Liebe des Nachften, an einem Heya

den, oder an einem Hoflinge ; aller Gelegenheit vorbeus gen seinen Nächsten zu hassen, und mit seiner eigenen Ges fahranderer Wohlfarth in Sicherheit zu seßen. Håtte Martius Verus den Antoninus nicht gekannt, oder auch geheimen Befehl zu dieser That gehabt, so hátt er fein eigenes Leben in Gefahrfeßen können, indem er mit Vera brennung dieser Briefschaften, sich bemühete, seines Nácha sten Leben zu erhalten. k)

Das schmerklichste aber was Antoninus wieder176 fahren konte, war der Verlust seiner Gemahlin Faustinen

welche nicht weit von dein Berg Taurus schleunig starb. Weil sich nun der Römische Rath vorstellete , das Ger müht des Käyfers fer wieder die Rebellische Parthen des Caßius , durch Zureden eines unversöhnlichen Weibes fehr gereiket worden, vermeinten sie die Bitterfeit feinec Betrübniß durch ein hartes Verfahren wieder alle, die es mit dem Caßius gehalten hatten, zu lindern ; Allein der großmüthige Käyfer, hatte diese Entschlieffung kaum vera nommen, als er dem Raths-Collegio wissen ließ, daß feine Betrübniß dadurch nicht so wohl könte vermindert, als vermehret werden; Bath auch seinet megen niemand zu verurtheilen , und schloß sein Schreiben mit diesen Wora ten: Im fall ihr dem gangen Anbang des Caßius nichtdas Leben schencket, werdet ihr verursachena daß ich mir den Tod wünsche! 1)

Damit aber aller Unruhe und Aufstand möchte vora gebeuget werden, verordnete der Käyser", daß hinkünfftig keiner die Statthalterschafft in derjenigen Proving vera walten solte, Darin er gebohren war. Denneben dieses hatte

dem k) Xiphilinus ex Dionc p. 279. 1) Capitolinus & 26. & Xiphiliaus loc;

dern Caßius Anlaß zu dergleichen Neuerungen gegeben, A.C: weil er sich von

seinem Vaterlande,darin er die Riegierung 176 führere , gewiffen Beystand versprach.

Unter allen Kindern des Caßius kam nur allein den Aelteste mit Nahmen Iecianus um; welcher als Coms mendant von Alexandria, an einem Tage mit feinern Vater ermordet ward. .Geliodorus ward in eine Insul geschickt; die übrigen wurden verwiesen, ohne etwas von iha ren Gütern zu verlieren. Der Alefandra, feiner Tochter, zusamt Dcuncianus ihrem Manne, ward die Frenheit gelassen sich auffzuhalten wo sie wolten; und weil sie Rom erwehleten, wurden ihnen die vorigen Gerechtigkeiten unges kránckt gelassen; wie denn Antoninus felber Sorgetrug, daß in einem schweren Proceß, welchen diefe vor Gericht hatten, von ihrem Gegner nichts von ihres Vaters Verbrechen möchte erwehnet werden ; und als eine gewise re Persohn sich erkühnet, ihnen das Unglück ihrer Famia lie auffzurücken, ward diefelbe mit einer Geld Straffe beleget, m)

Weilnun der Rath zu Rom fahe, daß man durch Strengigkeit die Gunst des Käyfers nicht geivinnen konte, war er bebacht durch Erfindung neuer Ehren-Bezeuguns gen gegen die verstorbene Faustine, dieselbe zu verdienen. Und da war es nicht genug, derselben einen Tempel auffzus richten, sonderner ließihr Bild aus Gold verfertigen , mit dem Befehl, daß solches so offt der Käyser denen Schaus spielen beywohnete, auch dahin getragen und an denDit gee stellet wurde, welchen die Käyferin ben Lebzeiten gewohnt war zu bekleiden ; wie auch, daß alle Römische Matrpe nen um diese Seule her ihren Siß nehmen folten. Doch

diefe

a) Vulcatius in Callio, cap.7.

176

A.C. diese Schmeicheley ward von einer weit grössern übertrofs

fen: indem der Kath, Des Antoninus und der Fauftis nen filberne Bild-Seulen, in der Venus Tempel zu stele len befahl, auch ihnen einen Altar auffrichtete, auf welchen alle verlobte Römerinnen am Tage ihrer Hochzeit, eine jes de mit ihren Bräutigam opffern solten.

Antoninus danckte dem Rath vor alle diese feiner Gemahlin erwiesene Ehre ; stifftete auch vor seine Pers sohn derselben zu Ehren eine Gesellschafft von Jungfern, die er nach ihren Nahmen die faustinerinnen nannte, und auf seine Unkosten erziehen ließ. Ferner errichtete er seiner Gemahlin einen Tempel, in dem Flecken wo sie ges storben war, welcher (wie diese so unreine Göttin vers dienete) hernachmahls dem Stånfer Seliogabalus, als dem rechten. Gott aller Unreinigkeiten, gewidmet ward. n)

Sobald Antoninus die Orientalischen Unruhen gestillet hatte, war er auf seine Rückreise nach Xom bes dacht, zuvor aber verweilte er eine Zeitlang zu Smyrna; woselbst als ihn jederman auffwartete,erinnerte er sich, daß er den Aristides noch nicht gesehen : Denn es war seire Gewohnheit, der Tugend die gebührende Ehre wiederfahs ren zu lassen, und einen jeglichen nach Verdienst anzufes hen. Er bezeugte hierüber seine Unruhe gegen feine Hofa Bedienten, vornehmlich aber gegen die Quintilianet, welche damahls Statthalter in Griechenland waren. o) Diese versicherten Aristides fery noch nicht da, font man ihn leicht unter der Menge erblicken und vor dem Käys ser bringen fønte; wie sie denn auch folgenden Tages, dies len Mann zu ihm führeten. So bald ihn Antoninus sahe, frug er: Wie kömts Aristides, daß du solange aufgeschoben baft A. C uns zu seben? Ich arbeitete antwortete Aristides, und 176 sie wissen, daß das menschliche Gemüth die Unters brechung seiner guten Gedancken ungerne ertrågt. Dem Käyfer gefiel diese frere Antwort fo wohl, daß er fortfuhr ihn zu fragen: Wenn sollen wir euch denn bören: Sie Eonnen mir nur , verfekte Aristides mit gleicher Freyheit, heute eine Materie aufgeben, Po rollen sie mich morgen bören: Denn ich bin nicht vondenen, die reden was ihnen in den Wund komt, fondern die sich Zeit nehmen zu bedencken was sie sagen wollen; Doch wolte ich gerne das meine Beo Eanten und guten Freunde mit dabey Reyn móchten. Das will ich gerne verstatten, antwortete der Käyser. Aber mit dem Beding, fuhr Aristides fort, daß sie obnangesehen dero soben Gegenwart, mit den hånden Elatschen, und so frey fahreyen mogen, als ob sie nicht zugegen waren. Ey! antwortete der Kaya fer, mit lachenden Munde, das tómt auf dich an! Hierauffhielt Aristides am folgenden Tage, mit sonders bahrer Zufriedenheit seiner Zuhörer, die Lob - Rede der Stadt Smyrna, welche wir noch unter seinen Wercken tesen. p)

kömmts a) Capicolinus, in Marco G, 26. •) Philostratus in Ariftide,

Von Smyrna kam der Kåpfer nach 24then , woo felbst er nach Wunsch durch die groffen Geheimnisse der Göttin Seres eingeweihet ward , welche die allerheilige sten unter dem gangen Gottesdienst der Benden waren. Denn wer dazu wolte gelassen werden, muste ein gank unschuldiges , und von allen Eastern unbeflecktes Leben geführet haben. Ja man muste sich vorher einer genaus en Untersuchung seines ganzen Wandels unterwerffen, fo von einem dazu bestellten Priester verrichtet ward, um 9

ju p) Asistides Tom. I. Orat, 15,

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