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Hiebey rchonte er seiner so wenig, daß er bif in die verborgenste Absichten reines HerBens, und in die ersten Bewegnisse aller Feiner Thuten drang, um dieselbigen dergestalt von aller Falschheit des Selbst-Betrugs zu reinigen, daß sein Gewissen zufrieden und ruhig, seine Thaten aber frei), und dem Menschlichen Geschlechte konten ersprießlich feyn. Dazu ließ er sich auch die geringsten Zufälle reines Lebens dicnen; ja alles was er hörete, fabe undlas, ward alsobald auf die innere Verbes ferung, durch eine angestellte Betrachtung, gezogen.

Aus dieser geheimen Arbeit an Ihm Selbst, Geneigter Leser, ist das herrliche Buch erwachsen, welches ich dir hicinit überreiche. Antoninus fchrieb seine Gedancken nieder, uin dieselben, so oft es die Geschäffte erlaubten, nachzulesen. Derowegen hat er fic in Griechischer Sprache verfasset, und über Sich Selbst, an Sich Selbst, betitelt, weil feine vornehinste Absicht damit auf Sich Sels ber ging.

Es ist demnach als eine besondere Wohlthat GOttes anzusehen, daß diese edle Særift, aus eines måchtigen Käyrers allergeheiinesten Zimmern, fic in die weite Welt ausgebrets tet, und unsere Zeiten erreichet hat; wett dies fer unvergleichliche Fürst, der in seinem gangen Leben getrachtet hatte, sich selber fromm, und

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andern nüßlich zu machen, auch nach seinem Tode denen Menschen zum Lehrer und Erempel dienen solte.

Des Käufers Zweck ist gewesen, durch vernünftige Einrichtung feines Gemiihts, feiner Begierden und Thateni Sich Selbst zu einer gelassenen Zufriedenheit zu bringen ; damit er also bey innerlicher Ordnung und Ruhe sete ner Seelen, desto gerechter und ungestöhrter in Besorgung des gemeinen Wefens feyn móds te. Dbaber dergleichen Beiniihung zur wabs ren Glückseeligkett von nöhten, oder einem je: den Christen anständig ren, mag der Geneige te Leser selbst urtheilen.

Meines Drts habe mich nicht allein mit der Lesung dieses edlen Buche, sondern auch init seiner Uebersebung ergoßet. Die Frantofische des Herrn Daciers schien inir so angenehm, daß ich versuchen wolte, ob das anjich dunctele und kurzgefaßte Griechische, sich auf gleichen Schlag könte in unsere Teutratie Sprache schicken. Mit dieser Arbeit war ich bereits vor 12. Jahren fertig.

Weil ich aber beständig in fremden Landern war, hatte ich zwar ofters Gelegenheit an Antoninus Lehren, aber niminer an die Ausfertigung ineiner Ueberserung zu gedencken: biß neulich einige Freunde, ben Lesung meines Büchleins von der Zufriedenheit, fragten: wer doch der darin fo oft erwehnté Dåpfer VITarcus Aurelius Antoninus soy?

Die gutige Nachfrage wird zwar mit dieser Pleinen Arbeit beantwortet; aber ich muß bitten, dainit verlieb zu nehmen, weil id) kaum so viel Zeit gehabt, als von nohten war, die Uebersegung selber nachzusehen, und mit kurtzen Anmerckungen zu erläutern.

Vor Jahren hatte ich damit ansehnlichere Gedans cfen, und das Leben des Kaysers solte durch viele Müns Ben bewahret fenn.

Da gerichten aber Verhinderungen zwischen die Anschlage, und die zum Theil abgezeichnete Munken wurden hernach durch die langwierigkeit vieler Reifen zerstreuet.

Derohalben erscheinet der Redliche Antoninus vor diesmahl ohne solchen Schmuck, und sein Leben wird in der Ordnung vorgestellet

, wie es Dacier zuerst

, und nach ihni Stanhope und Collier beschrieben haben.

Solches war genug, Antoninus Thaten mit seinen Lehren zu vergleichen, und sich an der tieffen Einsidit, aufrichtigen Čugend und Menscheu-liebe eines Heiden zu spiegeln. Erreichet meine gute Meynung diesen Zweck, so wird sich kein vernünftiger Christ darán ftof sen, daß ein Heide wie ein Heide schrieb. Die Frage war nicht sowohlum Worte, als um gute Thaten, und es komt darauf an, wer am Menschlichiten handelt...

Dod) habe ich der Schwadyheit zum besten, was offentlich anstößig war, miehrentheils mit kurgen Ang merckungen gezeichnet

, und lebe der Hoffnung, Geneige ter Leser, daß die verstandige Lesung dieses schonen Buches, dich in der Christlichen Wahrheit starcen, Dein wahres Gut befördern, und deine Bes kümmerniß erleichtern konne.

Lebe wohl!

Des

Ses Kömischen Käysers Marcus Nurelius

infoninus Peben und Chaten.

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