Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

XXXII. a) vom Tode: Er fen entweder eine Zerstreuung; oder Zerståubung, oder Zernichtung ; so ist er doch ents weder eine Verloschung, oder Verwandelung.

XXXIII. vom Schmergen : gst er unerträglich, so vers ursachet er das Ende. Verursachet er das Ende nicht, fo ist er ertråglich. Indessen behålt die Seele ihre Ruhe, und bleibt im guten Stande. Laß hernach die mit dem Schmerzen behafftete Glieder klagen, fo sie können!

XXXIV. vom Rubm: Untersuche die Gedancken der Hochi måthigen: was sind sie; was suchen sie; was fliehen sie?

diese Vorstellung: Wenn die Wassers wogen den Sand auf einen Hauffen treiben, so verdeckt der letztere Sand den erstern. Gleicher Gestalt tyird der heutige Vorsak eines Hochmüthigen, plóklich unter dem morgenden begraben.

XXXV. Plato hat gesagt: wird auch der, fo einen edlen Geist und großmüthige Seele hat, welcher fleißig an die Ewigkeit gedencket, auch diese Welt und ihr Wesen recht einsiehet; wird ein solcher, sage ich, dieses Leben für ein fons derbares Gut halten? Nein! wird ihm auch der Tod als ein grosses Uebel vorkommen? Imgeringsten nicht!

XXXVI. a) Seneca spridt: Was ift der Tod! Entweder ein En.

dei oder ein Dingang. Färchte ich mich auffsuboren fo majte ich mich auch gefårchtet haben anzufangen. Warunt solte mich der Eingang ångstigen? werde ich doch niegend so wie isso / in der Enge

reyn?

Mache dir dabei

XXXVI. Antifthenes hat gesagt : Es ist königlich, Gutes thun, und böse Nachrede leiden.

XXXVII. b) Es ist eine Schande, daß unser Angesicht gee horsam ift, und sich zieren oder verstellen låffet , wie es unserm Willen behaget; und daß gleichwohl unser Vers stand sich selber , nach eignein Gutbefinden, nicht schmů. cen und in Ordnung bringen kan?

XXXIIX. Man maß auf kein Ding zornig werden, denn es empfindet solches nicht.

XXXIX.
Erfreue dich, und die unsterbliche Götter!

XL. c) Das Leben der Menschen ist wie ein Acker der geerndtet wird; Indem hie die Aehren werden abgeschnita ten, werden dort die andern reiff.

XLI. d) So die Götter weder vor mich, noch vor meine Kinder Sorge tragen, geschicht auch solches nicht ohne Urfach.

ఏ4

XLII. b) Solcher Gestalt waren auch die Heyden/ von dem Elend der

menschlichen Natur empfindlich; und bedeutet diese Betrach tung eben dasjenige / was dorten die Klage des Apostels : DASGute/das ich will/thue ich nicht/das Sore aber/ To ich nicht will/thue ich. Wollen habe ich wobl/aber

das Gute vollbringen/ babich nicht. sc. Rom. VII, 19. e) Dis ist die Meynung/wiewohl es im Griechischen fürger gege.

ben ist. Die Liebe zur Deutlichkeit/bindet sich an keine Worte. d) Ergiveiffelt nicht/ daß, GDit für alle Menschen sorger wie er

anderweitig geftehet; sondern er will so viel sagen 7 als jener Gelassene : W98 GØttthut/das ist wohlgethan!

XLII.
Was gut und recht ist, gilt beymir.

XLIII. e) Weine nicht mit andern, und werde nicht wie Rie beweget,

XLIV. plato faget abermal : Ich würde einen solchen Menschen mit guten Fug antworten, du irrest mein Freund, indem du mennest, daß ein Mensch, der zu ets was nüge ist, und der Gefahr feines Lebens ausweichen muß, nicht vielmehr verbunden fey zu erwegen : ob das, so er thut, recht oder unrecht fen ; ob es einem ehrlichen Mann anstehe, oder nicht?

XLV. Und ferner: Denn so verhält sich die Sache, ihr Athenienser! welchen Post sich jemand, als den anstans , digften, ausersehen, oder , ju welchen er von seinem Für. sten bestellet ift, ber demselben muß er, wie mich deucht, in allen Gefährlichkeiten aushalten, auch nicht so sehr daben sich scheuen zu sterben, als etwas schåndliches zu begehen.

XLVI. Aber wisse, mein theufer Callicles, daß die wah. re Tugend, und das wahre Gut, nicht darinn bestehe,

sich c) Weine nicht. Dis Gebot des Antoninus / scheinet nicht

nur mit der Lehre des Christenthums zu ftreiten / welche uns gebietet zu trauren mit den Traurigen / Rom. XII. sono dern auch mit der Menschlichkeit/ja mit Antoninus Regeln felber. Dannenhero múffen wir diefen Worten unsers Käy» fers / keine andere Deutung anhången / als welche seinen anderweitigen Lehren/gleich ist. Er will demnach hiemit nicht dasthitleiden/sondern die unzeitigeliebermaffe desselben bem. men. Ja/er will etwas mehr von dein Meniden jur Erleid. terung der Noth desmidfilen haben/alsKlagen und Thrågen.

[ocr errors]

ܪܐ

ܪ

[ocr errors][merged small][ocr errors][ocr errors]

sich selber zu erhalten : Denn ein warhafftig tugendben gabter onann', ist auf dis kurke Leben dergestalt nicht Berpicht, daß er gedencket, wie lange es bauren soll ; fons dern , er überlåsset solches denen Göttern; und weil er fich des Sprichworts der alten Weiber entsinnet : daß niemand sein Schicksahl vermeiden könne; trachtet er allein dahin, wie er die Zeit, so er zu leben hat, wohl les ben moge.

XLVII.
f) Betrachte den Lauff der Sterne, als würdest
du mit ihnen herum getrieben ; auch erwege die Verana
derung der Elementen offters, denn dergleichen Gedans
den reinigen uns von dem Unflat dieses irrdischen
Lebens.

XLIIX.
Es ist vortreflich was plato fagt, indem er von dem
Menschen redet : Man muß alles was irrdisch ist, gleiche
fam von oben herab beschauen, als von einer Höhe. Die
Heerden, die Feldzüge, das Acker-Werck,

die Hochzeia ten, die Ehescheidungen, die Geburt, das Sterben,

das Getümmel der Gerichts-Stuben, die Wüsteneyen, die mancherley barbarischen Völcker ; die feft: Tåge, das

ī Trauren, die vermischten Versammlungen, kurk; die durch viele gegen einander streitende Dinge zierlich zusama men gefekte Welt.

His

XLIX.

f) Diel höher geben die Betrachtungen wahrer Christen :

Trachtet am ersten nach dem Reiche GOttes/ und nach seiner Gerechtigkeit. Marth. VI. und / Ein jeglis idher sey gesinnet wie Jesus Christus auch war. Philip. iv. diefe Betrachtungen reinigen und heiligen uus. Pencaber/deren der Kåpfer gedencket/führen uns zwar biß an die Sterne / aber lange nicht in die Gemeinfchafft Dutes.

XLIX. g) Indem wir uns das Vergangene vorstellen, und die grossen Veränderungen so vieler Reiche; kona nen wir dadurch das Zukünfftige vorher sehen. Denn was noch kommen sol , wird dem, so gewefen ist, gleich feyn , und kaum die Schrancken desjenigen überschreis ten, fo gegenwärtig gefchicht. Daher

so ob einer das inenschliche Leben vicrßig, send Jahr lang fiehet. Denn was würde er neues

Serch viel,

lehen?

[ocr errors]

L. Was von der Erden ist, das Fehret wieder zu der Erden, was vom Himmel ist, Fehret wieder in den Himmel. Denn der Tod ist nichts anders; als die Auflösung des Bandes, fo vermittelst lauter Ståublein zusammen ges knüpffet ist ; oder, er ist eine Zerstreuung der unempfindlichen Elementen.

LI. h). Wir fuchen allerhand EB-Waaren und Ges. frånck; wir brauchen die Geschicklichkeit erfahrner Kos. che, den Lauff unsers Lebens zu verlängern ; allein es

helffen g) Polybius sagt das die Menschen durch zwey Wege jur Klug.

beit gelangen. Entipeder durch eigene Erfahrung/oder durch andere Erempel. Jene ist gefährlich, und die meisten bleia ben in den Lehr. Jahren. So ists am sichersten durd, andee rer Schaden Flug werden ; und solches lernen uns die es schichte. Wer derowegen wissen will/was fünfftig im gemei. meinen Leben geschehen wird der lese fleißig was vor Zeiter geschehen ist. Der Menschen Begierden und Chaten find

einander zu allen Zeiten gleich, h) Diese / famt der porigen Betrachtung / Find des Euripidis

Gedancken ; und Antoninus zeiget und hiemit famt dem/ was er droben aus dem plato anführet/ wie man sich durch

Nufzeichnung erbaulicher Sprücher was man liefet/ zu Nuts - magen muß.

ti

« ͹˹Թõ
 »