Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

helffen weder Arbeit noch Thränen,wir müssen fortschiffen, wenn der Wind von oben in unser Seegel siðfft.

LII. Sit jemand geschickter als du im Ringen? fiehe zu, daß er weder höfflicher als du, noch ehrbarer, weder wils liger die göttliche Schickungen anzunehmen, noch gelinder die Fehler der Menschen zu übersehen, möge erfunden wers den.

LIII. i) Was nach den Regeln der Vernunfft, so die Menschen mit den Göttern gemein haben, verrichtet werden kan, dabey ist keine Gefahr. Denn, wodurch ein der Natur gemäß eingerichtetes Werck, die Frucht einer glücklichen Verrichtung kan erlanget werden; das

; felbft hat nicht einmahl der Argwohn eines SchaDens statt.

LIV. Es ist allegeit, und an allen Derten, in deinem Vers mogen, an deinen gegenwärtigen Zufällen einen gortseligen Wohlgefallen zu haben; dich auch der Gerechtigkeit ges måß gegen die auffzuführen, mit welchen du lebest; deine

; Einbildung dergestalt im Baum zu halten, daß nichts k) in dich hineinschleichen mache, was Du nicht zuvor woht begriffen hast .

LV: 1) Nach des andern Buchs 17. wie auch des V.Buchs 3. Capittel/

dienet gegenwärtige Betrachtung dazu / daß wir deu geraden Weg geben/ und in auffrichtiger Einfalt unsre Pflicht verrich. ten mogen / wie es drunten im 55. Capitel dieses Buche deut

licher erlåret wird.: ky In dich hineinschleichen. Die Fantasen handelt anfänglich

nicht mit dem Menschen wie ein Herr / welcher gebietet oder swinget / fondern wie ein Schmeidler / welcher ung ourds Liebkosen / und Annehmlichtriten / zu gewinnen suchet.

[ocr errors]
[ocr errors][ocr errors]

LV. Bekümmere dich nicht darum was andere thun; fondern habe darauf acht, wohin die Natur dich leitet. Die allgemeine Natur , durch die Begebnisse fo fie dir jlis sendet, und deine eigne Natur, durch die Verrichtungen, fo sie von dir fordert. Denn ein jeder muß sich denen Ums stånden gemäß verhalten, unter welchen er gebphren ist. Nun aber sind alle übrige Creaturen um der Vernünfftis gen willen gemacht, gleichwie in allen andern, die Unvolls kommenen für die Vollkommenen geschaffen sind. ;

Die vernünfftigen Geschöpffe aber, sind eines für bas andere gebohren. Daher ist die erste Pflicht des Menschen, der Gesellschafft nůßlich fenn. Die andere, seinen fleischlichen Begierden nicht unterliegen. Dis ift der eigenthümliche Vorzug eines verständigen Wefens, in sich selbst gehen, und denen Reigungen der Sinnen oder Affecten nicht geborchen. Denn sie sind beyde vies hisch; Der vernünfftigen Seele aber gebühret die Herrs schafft, und nicht die Dienstbarkeit; und solches mit Recyt: weil der Verstand, sich ihrer aller zu bedienen, gemacht ist. Die dritte Eigenschafft der vernünfftigen Matur ist, sich húten vor dem

Fall, und vor der Verfühtung. Wer diese Dreyfache Pflicht erfüllet, der gehe feinen Weg, denn er thut was ihm zukommt.

[ocr errors]

LVI. 1) Du must, als wenn du schon gestorben márest, und nicht fórder leben soltest, den übrigen Rest deines Les bens, der Natur gemäß, zubringen.

LVII. 1) Dis ift dem gleid, was Paulus fagt/ Rom.VI.11. So bale

tet nun davor / daß ihr der Sünde gestorben reyol und lebet GOtt in Bristo Jesu unfern Beren.

[ocr errors]
[ocr errors][ocr errors][ocr errors]

LVII. Was ist anståndlicher und bequemer, als willig vers lieb nehmen, was dir begegnet, und nichts anders, als was dir bestimmet ist, verlangen?

LIIX. m) Man stelle fich bey seinen Zufällen solche Leute vor, dener: ein gleiches begegnet ist; die sich aber darüber bekümmern ; und es als etwas ungewohntes angesehen; auch etwa dabey geklaget, und lamentiret haben. Lieber, wo sind nun alle diese Leute ? Nirgends mehr! Warum wilt du ihnen gleich werden? Warum låsfest du nicht lies ber alle diefe fremde Bewegungen fahren? Warum åbers låffest du sie nicht den fo verånderlichen Dingen? Soltefi du dich nicht vielmehr bestreben zu lernen, wie man sich als ler seiner Zufälle bedienen muß?

Diese Bemühung wird dir alle Begebnisse vortheila hafft machen, und sie werden dir Anlaß zur Tugend. Uebung geben. Berike dich nur selber wohl, und laß deia nen einkigen Zweck feyn , zu deinem Besten zu thun, was du thuft. Anbey befinne dich, daß es mehrentheils n) Mit tel-Dinge sind, womit du dich so bemühest

.

LIX. Siehe in dich selbst hinein ; In dir ist ein Brunn des Guten, der allezeit quellen wird, o) wo du allezeit gråbest.

LX. m) Zur Erklärung dieses Drts/ beliebe man die schöne Betrach.

tung des vierten Buds im dritten Capittel nachzuflagen. n) Mittel-Dinge. So nennet er alles was den Menschen ei.

gentlich nicht angebet; Siebe VI. Budy/32. Capittel. o Wodu allezeit gråbeft. fit febr nachdencklich geredet;

deur Des Menschen Gemüth ist wie ein Ucker, der leicht ver. Ipildert/weun er nidt fleißig bearbeitet wird. Daß manches Leben voller Unkraut ist/ kdimmt daher / weil das Genaůth durch vernünfftige Erziehung, nicht ist gepflüget und be, fået worden.

LX. Der Leib muß auch seine Festigkeit haben, und in seis nen Bewegungen und Geberden nicht unftått feyn. Denn wie das Angesicht, des Gemüthes Spiegel ist, also, daß jes nes durch dieses gestellet wird; p) gleicher Gestalt muß es auch mit dem gangen Leibe gehalten werden ; doch ohne Zwang.

LXI. 9) Die Kunst zu leben, ist dem Ringen ähnlicher als dem Tänken; und bestehet darinn, daß wir fertig seyn mogen, allen unvermutheten Zufällen unbeweglich zu bes gegnen.

LXII. Lege offters ben dir über, was es vor Leute sind, von welchen du wilt gepriesen werden, und was Verstand sie haben? denn so du in die Quelle ihres Urtheils siehest,wirst Du ihr Lob nicht begehren; auch nicht zornig auf sie werden, wenn sie wider ihren Willen irren.

[ocr errors]

LXII???

Eine jede Seele, sagt Plato, ist r) wider iha

ren

p) Der Apostel fasset dis in Furken Worten / wann er alles ans

ständlich und mit Ordnung wil gethan wissen. Hárta

ευχημόνως και καλα τάξιν. g) Freylich ist das Leben der Jugendliebenden ein fteter Streit/

baib mit sich selbft/ bald mit andern ; in welcher ubricht der Upoftel auch gesagt: Daß wir nicht allein mit Fleisch und Blut zu kämpffen haben/ fondern mit dem Får. ften und Gewaltigen / mit dem Serren der Welt. Eph.VI 12. Da hingegen ist das Leben der Beltfinder einem Lange åhnlicher, da sich viele vereinbaren / und sich durch eine blinde Gefälligkeit/einer nach dem andern richten ihren Reigen

um das güldne Kalb/defto lustiger und anfebnlicher zu machen. c) Wider ihren Willen. Dis lehret Plato an unterschiedko

nen Drten/ und die Erfahrung beweiset/daß es wahr sep.

[ocr errors][ocr errors]

L

[merged small][ocr errors]

ren Willen der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Már
figkeit , der Gleichmüthigkeit, und anderer Tugenden,
beraubet. Sodu diefes dffters erwegeft, wirst du gegen
alle Menschen sanfftmüthiger werden.

LXIV.
Stelle dit in allen Schmerzen vor, daß der
Schmerk an sich, weder eine Schande fer, noch deine
Seele årger machen könne, fo fern sie entweder felbftans
dig, oder gesellig ist. So wird dir auch in manchem
Schmerzen, des Epicurus Anmerckung, zur Hülffe
gedeyen : 5) daß kein Schmerß unerträglich, oder

ewige
während sey, dafern du nur an desselben Ende gedenckest

, und ihn durch deine Einbildung nicht vergrössern hilffest.

Endlich erinnere dich, daß wir offt in uns Dinge empfinden, die dem Schmergen åhulich und uns vers drieslich sind ; zum Erempel :. Wenn einein schläffert, der doch wachen muß; wenn einem die Hike oder der Eckel beklommen macht,2c. So offt du demnach wider eines dieser Dinge murrest, so sprich bey dir felber: t) Sko Åbers wältigt mich der Schmerk!

LXV. Frage den Jerendenz warum er diefe oder jene falsche Meye nung beget? er wird dir antworten/dab du irret/weil du féi. men Wahn nicht sowohl für wahr håltest als wie er. Erfen.

net er die arheit nicht so ist doch wider seinen Widen. 13. Dennkeiner wiú fich vorfeßlich betrågen. Wer beträgt sich

augenscheinlicher als der rudlose Sünder/ und wer ist davon

unempfindlicher als er ? woher kommts ? Er fieher die 2Schein.Gåter für tas rechtes an/ und gehorchet der Eugen/

als einer Warheit. Gewiß / diese Betrachtung eines Hey. R?, den/ ift vernünfftiger / als die blinde sie vieler Christen. 13" Und was ist dem Evangelio anståndiger als die Jrrenden er, 11. tragen/ unb fu rechte bringen/ mit fanfften uth? 2.) Droben im 33. Capittel dieses Buds ist von dieser Materie

mebr geredet, $) IB0ůberwältigt mida. Antoninus ferget mit diesen

[ocr errors]
« ͹˹Թõ
 »